www.Falko-Hennig.de
Donnerstag, 12. April, 18-21 Uhr, K80 Galerie, Kollwitzstr. 80 (Berlin)
Ausstellungseröffnung Doppelspiel
mit Kirsten Klöckner und Klaus Staeck
Freitag, 13. April, 20 Uhr, Multilayerladen am Kottbusser Tor
im hof des nkz Adalbertstr. 4 unter der Spiegelkugel:
Vernissage "Freitag, der 13." von Meikel Neid (Cartoons)
mit vielen famosen Gaesten.
APRIL
Sonntag, 1. IV. 12, hellgrau:
Wien, Pulverturmgasse 16, Küche: Alptraum: Habe eine Radio Hochsee Sendung zu machen, aber nichts funktioniert, spiele die falschen Stücke, Leute kommen ins Studio und quatschen mich voll, so dass ich nichts heraussuchen oder mich konzentrieren kann. Gleichzeitig finden Fußballspiele statt, an denen ich nicht teilnehme,
Schreibe Tex Rubinowitz an und weil heute 1. April ist, kopiere ich gleich die ganze Korrespondenz in mein brandneues April-Journal, wobei es im FB-Layout samt Fotos überzeugender wäre:
Falko Hennig
Neujahrskarte
Lieber Tex,
ich habe Dir jahrelang meine Neujahrskarte geschickt, irgendwann damit aufgehört, weil ich fürchtete, damit zu penetrant zu sein. Wenn diese FB-Freundschaft bedeutet, ich kann sie Dir wieder ohne Skrupel schicken, let me know,
Falko
Tex Rubinowitz
27. Dezember 2009
ich weiss, dass Du mir jahrelang einen Neujahrskarte geschickt hast, und ich hab mir jahrelang das Hirn gemartet, wer Du bist, woher Du kommst, wohin Du willst und woher wir uns kennen könnten, dann hab ich irgendwo rausbekommen, dass Du mit Jochen Schmidt irgendwas zu tun hast, dessen Roman MÜLLER HAUT UNS RAUS eine gespenstische Parallele, unbeabsichtigte, zu meinem RAMSES MÜLLER hat, in beiden kommt der unbekannte Enkel von Heiner Müller vor, und dann hab ich noch entdeckt, dass Du ein Fan von Charles Bukowski bist, so wie ich, und so wie ich ebenfalls Fan von Knut Hamsun bin und Charles Bukowski ebenso Fan von Hamsun war, das sind alles Informationen, die in meinen Erkenntniseimer tropfen, aber das erklärt trotzdem nicht, woher wir uns kennen könnten, und was mir die Ehre zu der alljährlichen Postkarte brachte, zumal ich die gespenstische Parallele ja erst viel später entdeckte.
Schöne Grüße und Fröhliches Neujahr
Tex
Falko Hennig
27. Dezember 2009
Ich kannte Dich zwar von Deinen Zeichnungen und verehrte Dich, aber Du konntest nicht wissen, wer ich war, insofern hättest Du Dir das Hirn noch 1000 Jahre vergeblich zermartern können. Ich war sowas wie ein Fan von Dir und dachte, dass jeder Mensch sich nicht anders als freuen könnte, eine Neujahrskarte zu bekommen, ob er denjenigen nun kennt oder nicht. Hoffe, es war nicht zu gespenstisch.
Guten Rutsch!
Falko
Tex Rubinowitz
27. Dezember 2009
ok, dann ist jetzt alles geklärt, ich glaube Du kennst auch Bettina Andrae, die mir ein bisschen mit den Zusammenhängen geholfen hat.
Ich lasse gerade die Weihnachtsfeiertagskolonne ausklingen mit meiner Lieblingsplatte von 2009 Sunn O))) Monoliths & Dimensions, sie waren auch der Grund warum ich Posaune gelernt habe, gibt es eine bessere Kombination als drumloser, Zeitlupen Doommetal mit Posaune?
http://www.youtube.com/watch?v=vtnG6EHh1N4
Gruss
Tex
Falko Hennig
26. März
Lieber Tex, bin am kommenden Wochenende in Wien, kann ich Dich dort um einen Eintrag in mein Poesiealbum bitten?
Gruß
Falko
Tex Rubinowitz
28. März
klar, wo, wann, wie, gern, Gruss, Tex
Falko Hennig
vor 16 Minuten
Wir sind hier im 9. Bezirk, Pulverturmgasse, planen zum Flohmarkt in die Wienerbergstr. zu pilgern, können wir Dich auf dem Hin- oder Rückweg zu einem schwarzen Braunen oder wie die Kaffees hier heißen einladen?
Gruß
Falko
Solche Schriftwechsel samt Reisen durch die halbe Welt sind es also nicht selten, die dann zu einem einzigen Eintrag in mein Poesiealbum münden, wenn ich Glück habe.
Herrlich, mit Teenagern unterwegs zu sein, die noch länger schlafen als ich selber, halb 12 ist es inzwischen, komme mir dadurch beim Zeittotschlagen sehr fleißig vor. Schreibe Spiegel, Tagesspiegel, Berliner, FAZ und FASZ wegen "Staub" an, mal sehen, ob da "noch was geht".
Earl Scruggs hat ins Bluegrass gebissen, 1949 nahm er "Foggy Mountain Breakdown" erstmals auf, 1967 Autoverfolgungsjagd in "Bonnie and Clyde", 2002 Grammy für diese Version mit Steve Martin:
http://www.youtube.com/watch?v=icMTVV5Lwaw
Nach 12 sind die Damen erwacht, nun also Wiener Frühstück.
Wien, Pulverturmgasse 16, Wohnzimmer:
Heil zurück in unserem Pulverturm, in Wien haben sie nicht nur schöne Leichen sondern auch schöne Gräber, Klimt und Hundertwasser lassen grüßen.
Recherchiere nach formidablem Rührei zu meinem morgigen Besuch im Gugelhupf, Duncan J. D. Smith schreibt in "Nur in Wien":
"Der nach 1866 still gelegte Turm enthält heute das Pathologisch-Anatomische Bundesmuseum, eine aufschlussreiche, wenn auch etwas gruselige Sammlung von etwa 4000 Exponaten (mit vielen Abnormitäten und Missbildungen) in Formaldehyd (darunter die weltweit größte Sammlung von Nieren und Gallensteinen). Die 1796 gegründete, ursprünglich in der Prosektur des Alten AKH untergebrachte Sammlung stammt von den etwa 600 Leichen, die pro Jahr aus dem Spital kamen, sowie von Autopsien, die auf höhere Anweisung angeordnet wurden. Das Museum enthält auch mehr als 2000 Nachbildungen aus Paraffinwachs von kranken Körperteilen und im Erdgeschoß eine Rekonstruktion von Robert Kochs Entdeckung des Tuberkulosebazillus im Jahr 1882.
Der Alsergrund besitzt zahlreiche andere medizinische Assoziationen; hier befinden sich zahlreiche Universitätsinstitute, Ärzte und natürlich auch die Ordination von Sigmund Freud. Dazu gibt es noch das Josephinum in der Währinger Straße 25; es wurde 1785 eröffnet, um die Medizinisch-chirurgische Akademie zu beherbergen, die von Kaiser Josef II. (1765-1790) zur Ausbildung von Sanitätern und Militärärzten gegründet worden war. Seit 1920 befindet sich hier das Museum des Instituts für Geschichte der Medizin, das eine einmalige Sammlung von lebensgroßen anatomischen Wachsmodellen enthält (Wachspräparatesammlung). Sie wurden vom Kaiser 1780 nach einem Besuch in Florenz beim Florentiner Physiologen Felice Fontana und dem toskanischen Anatomen Paolo Mascagni in Auftrag gegeben. Die besonders realistisch wirkenden Figuren wurden aus ukrainischem Bienenwachs modelliert."
Rainer Metzger schreibt in "Der Tod bei der Arbeit, Gewalt der Bilder : Bilder der Gewalt, Ein Führer für Wien":
"Denn da ist keine Stelle, die dich nicht sieht. Pro Geschoss fügen sich 28 Zellen in die Kreisordnung, jede ausgestattet mit zwei Betten und einem Mauerschlitz als Fenster nach außen. Nach innen zu, zum wiederum kreisrunden Hof, gehen die Türen, und sie sind in einer Exaktheit radial angeordnet, dass eine einzige, in der Mitte postierte Aufsichtsperson alles im Blick und damit im Griff hat. Um das Auge des Aufsehers, gleichsam die Nabe eines Rades, dreht sich das Geschehen. Dieses Auge ist das Zentrum der Anlage, denn es gilt die Internierten gut unter Kontrolle zu halten, die geistig Verwirrten, die „Narren“, für die dieses nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen gestaltete Etablissement geschaffen wurde.
Neu, das bedeutete in jenem Jahr 1784, als der „Narrenturm“ eröffnet wurde, mit dem luziden Geist der Aufklärung versehen. Wer dort einsaß, hatte ein spezifisches Krankheitsbild vorzuweisen: Früher, in den alten Hospitälern, war alles zusammengefasst, was es an Delinquentem, Pathologischem, Straffälligem und sonst wie aus dem Verkehr Gezogenem gab. Der „Narrenturm“ dagegen war Ergebnis eines strengeren Vergleichs, einer besseren Analyse und einer individualisierenden Methode. So gesehen ist dieses Gebäude eine Vorform der Nervenheilanstalt. Therapieren und Beaufsichtigen gingen Hand in Hand.
Eine solche Komplizenschaft von Heilen und Hindern macht den „Narrenturm“ zum Paradebeispiel für jenes Regime, das Michel Foucault in seiner 1975 erschienenen, epochalen Studie „Überwachen und Strafen“ eingehend und mit Folgen für die Theorie der Moderne überhaupt untersuchte. Es gab eine genuine Architektur für dieses Regime, jene Rundbauten mit zentralem Kontrollraum, wie sie der Narrenturm exemplarisch zeigt. Im Jahr 1791 wird ihr der britische Physiokrat Jeremy Bentham einen Traktat widmen. Seither nennt man das planerische Prinzip „Panopticon“. Foucault übernahm davon seinen Begriff einer „panoptischen“ Gesellschaft.
Die Panoptik ist für Foucault eines der Charakteristika der gesamten Moderne, bezeichnend besonders für ihren Umgang mit der Gewalt. Diese Gewalt übt sich nunmehr in bis dato unbekannter Subtilität und Zurückhaltung aus, sie wird geradezu einschmeichelnd, indem sie sich in die einzelnen Personen selbst verlegt. Gewalt sublimiert sich zur Disziplin. „Die Disziplin“, so Foucault, „hält eine aus Beziehungen bestehende Macht in Gang, die sich durch ihre eigenen Mechanismen selber stützt und aufsehenerregenden Kundmachungen ein lückenloses System kalkulierter Blicke vorzieht. Dank den Techniken der Überwachung vollzieht die Physik der Macht ihren Zugriff auf den Körper nach den Gesetzen der Optik und der Mechanik und in einem Spiel von Räumen, Linien, Schirmen, Bündeln, Stufen und verzichtet zumindest im Prinzip auf Ausschreitung und Gewalt. Diese Macht ist scheinbar um so weniger körperlich und physisch, je gelehrter und physikalischer sie ist.“
Um in der Rekonstruktion zum panoptischen Prinzip der Moderne zu gelangen, ließ Foucaults Darstellung keine Gelegenheit zur Drastik aus. Berühmt geworden sind die minutiös schildernden Augenzeugenberichte, die der Meisterdenker in seinem Buch zitiert, um die Politik der Martern, wie sie in den diversen Ancien Régimes praktiziert wurde, vor Augen zu stellen. Eine solche Politik der Schmerzzufügung, die bevorzugt um die Autorität des Souveräns bemüht ist, wird im Zeitalter der Nationalstaaten dann aufgelöst. Nicht, dass es keine Folter mehr geben würde, doch selbst die krassesten Totalitaristen des 20. Jahrhunderts verabreichen sie hinter den Kulissen. Offizielle Praxis sind nun die Maßnahmen der Disziplinierung, ihre Instanzen die Arbeitslager und Gefängnisse, Besserungsanstalten und Erziehungsheime.
Doch auch diejenigen, die nie auf-, geschweige denn straffällig geworden sind, unterliegen deren Techniken der Einvernehmung, Uniformität wird produziert von den vielerlei Mikro-Justizen, die die Gegenwart seit 200 Jahren beherrschen. Foucault zählt einige auf: „Eine Mikro-Justiz der Zeit (Verspätungen, Abwesenheiten, Unterbrechungen), der Tätigkeit (Unaufmerksamkeit, Nachlässigkeit, Faulheit), des Körpers („falsche“ Körperhaltungen und Gesten, Unsauberkeit), der Sexualität (Unanständigkeit, Schamlosigkeit)“.
Individualität ist dabei, so rekonstruiert es Foucault in einer der spannendsten Volten seines gesamten Werkes, das durchaus unbeabsichtigte Ergebnis. Der Macht geht es um Disziplinierung und Uniformierung, und ihre Mittel, sie durchzusetzen sind Beobachtung und Kontrolle. Doch wer genau hinsieht, entdeckt bevorzugt die Unterschiede. In dieser exakt justierten Optik tun sich plötzlich Besonderheiten auf. Wer gleichschalten will, muss mit jedem auf eine spezifische Weise verfahren. Der genuine Mechanismus der Moderne ist damit die Entdeckung der Differenz über das Bestreben nach Entdifferenzierung.
Wer in den „Narrenturm“ kam, war dort, um von der Gesellschaft entfernt zu werden. Doch wer dort war, konnte damit rechnen, so etwas wie Patientenstatus zu bekommen. Wer dort war, dem konnte geholfen werden, wieder, wie es so heißt, ein „nützliches Mitglied der Gesellschaft“ zu werden. Wem geholfen wurde, der bedurfte keines Gewahrsams mehr. Deren Funktion übernahmen dann wieder das Selbst und seine Kontrolle."
Anmeldung Telefonisch (01/40686-722), schriftlich oder per E-Mail bis 2 Wochen vorher: "Wir werden Ihnen umgehend antworten."
Nach Wikipedia ist Wien noch vor Zürich und Auckland in Neuseeland die Stadt mit der höchsten Lebensqualität, vielleicht weil man in keiner dieser Städte begraben sein will. Beim weiteren Lesen bleibe ich beim Leben von Richard Löwenherz hängen, den die Schweinepriester hier gefangen genommen haben um mit dem für seine Freilassung erpressten Geld die Stadt zu erweitern. Aber ist schon ein Weilchen her, der Mann war auf dem Rückweg vom 3. Kreuzzug:
Am 21. Dezember 1192 traf er in Erdberg, einem Vorort von Wien, ein. Er schickte einen Vertrauten in die Stadt, um Lebensmittel einzukaufen. Es fiel auf, dass ein einfacher Mann mit größeren Mengen morgenländischen Geldes zahlte. Man folgte ihm nach Erdberg in ein kleines Gasthaus (Eckhaus Erdbergstraße 41/Schwalbengasse 17). Dort fasste man Richard Löwenherz.
Richard Löwenherz wurde Leopold V. vorgeführt und zu Hadmar von Kuenring nach Dürnstein gebracht.
Letztlich erledigte ihn der Wundbrand nach einem Armbrustschuss, der Schütze wurde gehäutet. Schindung ist ein anderes Wort dafür, auch nicht uninteressant: Die Schindung Ilubiʾdis ist im Saal VIII (Platte 25) in Nimrud bildlich dargestellt.
Nach Mitternacht ins Traumreich.
Montag, 2. IV. 12, Sonne:
Wien, Pulverturmgasse 16, Wohnzimmer: Hyperventiliere und fluche, dass es eine Art hat. Sehe gleich schlimmste Unmöglichkeiten, wen könnte ich anrufen, der einen Schlüssel von meiner Wohnung hat, um an die PIN-Nummern zu kommen? Und selbst wenn ich Andrea erreiche und die Nummern kriege, die Begrenzung auf 1000 Euro pro Tag macht es sowieso unmöglich, schnell zu überweisen.
Also zwar kein falscher Alarm, aber längst nicht so schlimm wie befürchtet.
Nach einem Tag voller Frösche in der Donaumetropole kaltes Wiener Schnitzel auf Brot zum Nachtmahl, herrlich.
Gegen 10 werfe ich den Klapprechner nochmal an, um die Notizen von heute in die Ewigkeit zu tippen.
Habe mich heute viel mit Tex Rubinowitz über die Charles Bukowski Society unterhalten.
Dienstag, 3. IV. 12, sonnig:
Wien, Stadtpark: Kann im Narrenturm nicht widerstehen, mir von Heinrich Ammerer "Am Anfang war die Perversion" über Richard von Krafft-Ebing und von V. F. Sammler "Faszination und Ekel" über das gerade besuchte Pathologisch-anatomische Bundesmuseum zu kaufen.
Wien, Stadtpark: Sehr unbefriedigend bei meiner doch recht neuen Kamera ist die kurze Zeit, die der Akkumulator sie in Betrieb halten kann. Keinen intensiven Fotografiertag hält er durch.
Nachmittagsschlaf im Stadtpark, Schokolade,
Wien, Gartenbaukino: Melanges und Himbeerkracherl im Pückl (?) Haben uns das richtige Kino für "Take Shelter" ausgesucht, oder vielmehr von Tex empfohlen bekommen. 15 Personen sitzen in dem Saal, in den 500 passen würden, vor der 100 Quadratmeter großen Leinwand.
Magischer Realismus mit gelungenerm Spannungsbogen von Anfang an, geheimniskrämerischer aknenarbiger Bohrarbeiter, Michael Shannon, mit hübscher rothaariger Frau und tauber Tochter leidet unter stürmischen Alpträumen samt Bettnässens. Warum er seiner Frau nichts sagt? Wahrscheinlich aus dramaturgischen Gründen. Der Hausarzt verschreibt ihm ein Beruhigungsmittel, daraufhin verstärken sich Hallzinationen, er kotzt und seine fixe Idee, einen Sturmbunker zu bauen, verfestigt sich. Seine Frau ist nicht begeistert, er kann nicht drüber reden.
Erst als er sich die ½e Zunge abgebissen hat, rückt er endlich mit der Sprache raus.
Jedenfalls sehr viel ungefährlicher als meine Pläne, Pilot zu werden.
Memoiren: Meine Welt war zersplittert, Frösche hatten die Herrschaft übernommen und ich versuchte es zu dokumentieren, so wie ich alles zu dokumentieren suchte: Leuchtende Tiere, Fahrräder, Hubschrauber, Poller, gigantische Ungeziefer, die die Wände hochkrochen, Riesenkraken, die sich überall breitmachten...
Er ruiniert das ganze Leben der Kleinfamilie und es tut gut, dass er endlich auf die Fresse bekommt, schizophren oder nicht.
Wohltuend offenes Ende.
Wien, Pulverturmgasse 16, Wohnzimmer: Nudeltöpfe als Nachtmahl, die wir noch in der U-Bahn-Station Spital-irgendwas verspeisen.
Bei mir lese ich in Wolfgang Herrndorfs Blog, er scheint schon nach einem Titel für sein nächstes Buch zu suchen. Oder aber er ist unter die Lyriker gegangen:
Bleib, mein goldener Vogel
Und tanze durch die Tränen
Und flüstere mir vom Leben
Im Himmel warten Bäume auf Dich
Man sagt sich mehr als einmal Lebewohl
Rückruf ins Leben
Malt Mami jetzt den Himmel bunt?
Wie ich den Krebs besiegte und die Tour de France gewann
Mut und Gnade
Wunder sind möglich
Arbeit und Struktur
Letzten Freitag beim Fußball konnte ich wohl nach seiner Schulter fragen, sonst nichts.
Mittwoch, 4. IV. 12, sonnig:
(Wien, Pulverturmgasse 16, Wohnzimmer, 6. IV. 12:) T: Ein Hubschrauber ist heil gelandet, inspiziere das Fluggerät. Wir machen uns Sorgen um Ines, einen Anruf müssten wir von ihr bekommen, dass sie heil zurück sei. In Quitzöbel, will einen Zettel schreiben um den Nachbarn über die geänderten Hausnummern Bescheid zu geben. Gespräch mit Gunnar, ich soll ihm was auf der Gitarre vorspielen, es wird ein elendes Geklampfe. Mit den Preisen für CDs von meinem Feature, zu denen ich sie übers Internet anbiete, hätte ich mir mit Uta soundso, der Attentäterin von Lafontaine, zum Feind gemacht.
Zeitplan: 7.30 Uhr aufstehen, 8.15 Packen, 9 Uhr Start, 10.05 Ankunft der Kollegen von Berlin.
Bekenntnisse: In der Familie meines Vaters litten alle Mitglieder von mittlerem Lebensalter ab an Herzaffektionen, mein Vater selber war abwechselnd nervös und hysterisch, trank viel Cognac und Pfefferminzgeist und wurde mit Anfang 70 Morphinist. Er starb mit 85, nachdem er 10 Jahre stark gezittert und noch im hohen Alter ein sexuell ausschweifendes Leben geführt hatte.
Die Brüder meiner Mutter waren Alkoholiker und machten ihrem Leben durch Suizid ein Ende. Sie selber hatte schon früh begonnen zu onanieren und ihre Nerven waren dadurch zerrüttet.
Alle Familienmitglieder litten an häufigen Pollutionen, was gemeinsame Urlaubsreisen und Familienfeste zur Qual machte ...
Es hatte in der Familie schon mal einen Lyriker gegeben. Die Ärzte hatten es zwar als Alzheimersche Krankheit diagnostiziert, aber wir lasen es immer wieder, und wenn das keine Lyrik war, was dann?
Bleib, mein goldener Vogel
Und tanze durch die Tränen
Warum untersage ich mir,
jene Mitgliedschaft in der Waffen-SS beim Namen zu nennen,
seit vielen Jahrzehnten?
Flüstere mir vom Leben!
Im Himmel warten Bäume auf Dich
Das Verschweigen dieses Tatbestandes,
dem sich mein Schweigen untergeordnet hat,
empfinde ich als belastende Lüge
und Zwang, der Strafe in Aussicht stellt,
sobald er mißachtet wird;
das Verdikt "Waffen-SS" ist geläufig.
Man sagt sich mehr als einmal Lebewohl.
Auch ich hatte früh begonnen zu onanieren und seitdem keinen einzigen Tag damit ausgesetzt, abgesehen von den Tagen, an denen ich vor Rückenmarksschwindsucht nicht erwachte.
Auch meine Freunde waren alle geisteskrank, jedenfalls soweit ich das beurteilen konnte, und wenn man Alkoholismus dazuzählte waren sie sogar polypathologisch.
Wir tragen uns jeden Dienstag in einer Tanzwirtschaft, wo wir gegen Freigetränke als Eintänzer arbeiteten. Zum Glück hört heutzutage die Beherrschung der Standardtänze nicht mehr zu den geforderten Fertigkeiten und seit der Einführung von Pogo und Breakdance wurden unsere epileptischen Anfälle als besonders gelungene Einlagen gefeiert.
Speed lunch gibts im Hotel mit Zuzana, Michal, Zuska, Wolfgang und natürlich Konrad und Spider, die durch Schlafmangel etwas wortkarg sind. Dass ich das Gespräch auf öffentliches Masturbieren bringe wird mein Renommee nicht zwangsläufig verbessern.
Gehen später hoch, um den slowakischen Präsidenten in seine feiste Visage zu rotzen.
Die Lesebühne Bratislava vs. Berlin findet im Dunaj statt, über den Dächern von Pressburg reizvoll gelegen, schön voll, angenehmes Echo sowohl bei den deutschen wie auch bei den slowakischen Texten. Hall und lauter Kneipenpegel.
Man ist sich ja nie ganz sicher, ob es wirklich alles nett ist, was die ausländischen Kollegen über einen erzählen:
"Etna Scheßik ekrekowa Lesebühne damischnak schona Bratislavi Knischke eßejol Adolf Hitler antopunesk rewliko glosni "Mein Kampf" glaknjatki spajoßki doruki Falko Hennig." Wird schon freundlich sein.
Donnerstag, 5. IV. 12, Bratislava sonnig, Wien bedeckt:
Wien, Pulverturmgasse 16, Wohnzimmer: Heute Abend werden wir uns im Bellaria, das angeblich nach Tod stinken soll, passenderweise "Die Eiserne Lady" ansehen.
Wien, Pulverturmgasse 16, Wohnzimmer: Verschwendung von Lebenszeit, ein kurzer Artikel über das unausstehliche Schrappnell hätte einen vielfachen Erkenntnisgewinn gebracht.
http://www.sueddeutsche.de/g5D38T/558866/Vergleich-im-Plagiats-Streit.html
Vergleich im Plagiats-Streit
München - Im Streit um ein wegen Plagiaten vom Markt genommenes Buch haben die Berliner Universitätsklinik Charité und der Schriftsteller Falko Hennig ihren juristischen Streit mit einem Vergleich beigelegt. Hennig verpflichtete sich, der Klinik 5000 Euro zu zahlen. Die Charité hatte ursprünglich mehr als 19000 Euro an Honoraren zurückgefordert. Im Februar hatte das Landgericht Berlin unter reger Anteilnahme von Künstlern über den Fall verhandelt. Der Vorsitzende Richter sprach von einer 'unübersichtlichen Gemengelage'. Hennig war als Honorarkraft für eine Festschrift engagiert worden, die die Charité im Jahr 2010 zu ihrem 300-jährigen Bestehen herausgab. Zwischen Hennig und der Charité entbrannte ein heftiger Streit wegen der Plagiate. Die Klinik sah Hennig in der Verantwortung. Dieser stritt sie ab und wehrte sich: Es habe weitere Autoren gegeben, zudem habe er keine Korrekturfahnen erhalten. Dem Gericht bleibt es nun erspart, den Fall zu entscheiden. tvs
(Wien, Pulverturmgasse 16, Wohnzimmer, 6. IV. 12:) 1500 Fotos von der vollen Speicherkarte auf die Laptopfestplatte kopieren und eins aussuchen für die Allgemeinheit.
Karfreitag, 6. IV. 12, wechselnd:
Wien, Pulverturmgasse 16, Wohnzimmer: Verspüre die Leiden Christi am Kreuz als Zwicken meiner Hämorrhoiden, also ist es höchste Zeit, ihnen mit dem Analdehner entgegenzuwirken.
Statt meine Pressburger und Wiener Notizen abzutippen dudle ich zweckfrei auf FB herum und twittere Fotos, gegen 1 Zeit für Frühstück und Dauerlauf.
Renne die Sternwartgasse hinauf an den ganzen Botschaften vorbei, um den jüdischen Friedhof herum, Tor steht wegen werkelnden Bauarbeitern offen, so dass ich eine kleine Fotografier-Orgie veranstalten kann.
Werde mir nachher im Filmcasino "Iron Sky" ansehen, merkwürdigerweise wollen meine Töchter nicht mit, obwohl es um Reichsflugscheiben der Nazis geht:
Gegen Ende des 2. Weltkrieges gelang es den Nazis von einer geheimen Basis in der Antarktis aus, mehrere Raumschiffe ins All zu schicken. Auf der dunklen Seite des Mondes errichten sie die Basis Schwarze Sonne, wo sie ihre Kräfte sammeln und an dem Aufbau einer gewaltigen Mehr »Invasionsarmee basteln. Im Jahre 2018 kommt der amerikanische Astronaut James Washington bei einer Mondmission der Basis der Nazis gefährlich nah und wird von diesen gefasst. Obwohl er angibt, dass seine Mondmission nur eine PR-Aktion für die US-Präsidentin sei, sehen die Nazis in ihm einen Kundschafter für den bevorstehenden Angriff der Erdstreitkräfte. Um diesen zuvorzukommen und seinerseits einen Angriff auf die Erde vorzubereiten, schickt Mondführer Kortzfleisch zwei Naziagenten auf die Erde: Den skrupellosen Klaus Adler und die idealistische Renate Richter.
Erst nach 17 Uhr endlich an die Notizen von vorgestern, wenigstens das schaffe ich.
Wien, Pulverturmgasse 16, Wohnzimmer: Ein Meisterwerk des Trash! Man merkt aber an manchen Szenen, dass sie dann doch nicht genug Geld hatten, ums ganz fertig zu drehen.
Dieses ist mein letzter Tweet aus dem schönen Wien, morgen früh gehts heeme.
Samstag, 7. IV. 12, wechselnd:
Pult: Fotos sortieren bis gegen 12, dann Brötchen essen und ins Bett.
Bis nach 2, leidlich ausgeschlafen bei Kaffee weiter in der Lektüre der Krafft-Ebing-Biografie.
Murkse in meinem kleinen Reich herum, alles ist voller Dreck, hänge Wäsche ab, Staubsaugen sehr überfällig.
Ostersonntag, 8. IV. 12, wechselnd:
Pult: Lege endlich einen Ordner für „Die große Welle vor Kanagawa“ aus Katsushika Hokusais (葛飾 北斎) „36 Ansichten des Berges Fuji“ an.
12 Uhr Aufbruch zum Ostereierbemalen zu Kirsten.
Ich habe gerade am Bahnhof Bellevue den Osterhasen fotografiert!
(Zug Gesundbrunnen - Alex, 9. IV. 11:) Frage Karsten, ob ich Teile seiner äußeren Persönlichkeit für den geisteskranken Plagiator nehmen kann, wie immer bestreitet er, ein Zwerg zu sein. Ob ihm die medizinisch korrekte Bezeichnung Gnom besser gefalle? Was ich meine, seien wohl Kleinwüchsige, aber auch dazu gehöre er nicht, er sei 1,51 Meter groß und bei einem Zwergenkongress sei er der größte gewesen.
Ostermontag, 9. IV. 12, sonnig:
Schreibtisch: Signiere und datiere meine Ostereier und verpacke das Disco-Ei recht kunstvoll.
Die Fotos auf die FB-Ostereier-Seite hochzuladen dauert wieder Äonen, und in 20 Minuten fährt der Zug von Gesundbrunnen!
Zug Gesundbrunnen - Alex: Mit leichten Kopfschmerzen auf, Aspirin-Complex-Lösung, Kaffee und Kuchen zum Frühstück, mit Fahrrad Barnim rauf, mit Zug wieder runter, durchs Urstromtal unter der Spree durch und Teltow wieder hoch.
Bahnhof Ludwigsfelde: Finde Papa im schrecklichem Zustand zuckend und zitternd vor seinem Schreibtisch liegend vor, ob er in der Nacht aus dem Bett gefallen oder am Morgen auf dem Weg ins Bad gestürzt ist, kann er nicht sagen. Mit Mühe bekomme ich ihn in den Sessel gehievt und rufe gegen seinen Willen Notfallsanitäter. Sein Gesicht ist mit Teppichfusseln und Augensaft verklebt, voller Schürfwunden und Hämatome.
Zug Ludwigsfelde - Gesundbrunnen: Erst als ich ihm anbiete mit- und heute Abend nochmal vorbeizukommen, willigt er ein. Verlasse ihn dort in der Notaufnahme im beruhigenden Wissen, dass er nicht weglaufen kann.
Rangsdorf, Kaffee und Kuchen, Domino, Ente mit Rotkohl und Kartoffeln, Wien-Bilder der ersten beiden Tage ankucken. Heidi mit den Kindern am Bahnhof absetzen und wieder ins Ludwigsfelder Krankenhaus.
Es heiße nicht Gebiss, belehrt mich der Bettnachbar meines Vaters, sondern Prothese, alle sagten das falsch. Hole seine Zähne und seine Brille aus der Rosa-Luxemburg-Straße
Mit einer Träne im Auge nach Berlin, aber nur wegen des Windes.
Dienstag, 10. IV. 12, wechselnd:
Schreibtisch: Dringend zu erledigen: Überweisung, Anrufe im Krankenhaus und bei den Johannitern, Dankesbriefe für Spender verfassen. Thilo Bock schaffe ich es, gleich anzurufen und mit ihm die Piano-Einzelheiten abzukaspern.
Das ungesunde Bockwurstfrühstück für 1,35 Euro bei Kaiser's, hoch zur Sparkasse, fünf Riesen überweisen und in der Kapelle FAZ-Lektüre:
SS-Männer, die den Staat Israel kritisieren, werden sich aus biologischen Gründen nicht mehr lange zu Wort melden. Statt des angeblichen Gewissens der deutschen Nation haben wir es mit ihrem unterdrückten Unterbewusstsein zu tun. Heather Horn "The Atlantic" erinnert Grass' Gedicht an einen Absatz, der in Schnipsel geschnitten und sodann in Glückskekse gesteckt wurde. Erstaunt ist "The National Interest", dass Grass das Unmögliche vollbracht und seinen Ruf noch mehr beschädigt hat. Ein Fall für die Geriatrie? "Heeb" wundert, wie sich "this alte-kacker" mit seinen hochgejubelten Haufen des Nichts und diesem lächerlich schlechten Gedicht überhaupt äußern könne. Das Internationale Seerecht müsse nach Israels Einreiseverbot noch um Fahrverbot wegen "klabauterhaftem Flunkern und Grimassenschneiden durch reimunfähige Dichter" erweitert werden. Carl Schmitt fordert in "Die unbedachte Greisenäußerung als völkerrechtlicher Ausnahmezustandsauslöser" Sperrfeuer aus Kanonen nicht nur auf Spatzen sondern auch auf Meisen und Vollmeisen.
Nachdem er Dean Reed in den Suizid getrieben hat, ist ihm Mike Wallace 93jährig ins Jenseits nachgefolgt.
Für eine Lotterie zugunsten ohrloser Ohreulen würde ich vielleicht auch noch zum Glücksspieler werden.
Schreibtisch: Aldi, Postamt, "Staub" an Helmut in Wien, glücklich bei mir, kann kurz telefonieren. Grundgefühl derzeit: Traurigkeit.
Sofa: Verschicke die Email mit Wiener Fröschen an Ulrich Seidler.
Vor den Simpsons Beginn des Sortierens der Bilder von den ivorischen Friseurläden.
Pult: Der Fernsehbildschirm zeigt ein stark bikonkaves Bild, das Ende der Röhre?Hat jemand Erfahrung? http://pic.twitter.com/9sj7C8s7 Grauenhaft, und das in dieser schwierigen Lebensphase! Was soll ich nur tun? Radio hören?
Koche mir einen Blumenkohl, der mir hervorragend mundet, 20 vor 10 nochmal einkaufen, brauche Toilettenpapier, Muskat.
(Pult, 11. IV. 12:) Endlich habe ich meine Sammlung ivorischer Frisörreklamen geordnet, voilà! https://picasaweb.google.com/107798941061096407821/IvorischeFrisorreklamen?gsessionid=9wG76z2LTXZVc5gdOSTchg#
Mit welcher Art von Brille kann man einen bikonkaven Bildschirm korrigieren?
Zum Ausklang des abenteuerlichen Tages in umgekehrter Fischaugenoptik Polizeiruf 110 von 1972 "Ein bißchen Alibi" beruhigend schwarzweiß. Stachelbeerwein, Opa Hoppe hat sein ganzes Vermögen in bar zu Hause, wette mal, das er dafür sterben muss. Betrunken wanken die Kriminellen nächtens aus der Mitropa und verlangen nach mehr Schnaps, um sich für ihren Mord zu ermutigen oder begehen Ehebruch.
Die unvergessene Helga Hahnemann in diesem Alkoholiker-Drama, ist der Sozialismus an Trunksucht untergegangen oder hat er dadurch gehalten? Helga als teigige junge Frau, sie war keine üble Schauspielerin. Opa Hoppe im Catchup, schreiend rennt die Finderin durchs Treppenhaus. Wieso hat der Täter mit labiler Körperhaltung seine Schuhe hinterlassen? Dadurch weiß die Polizei von seinen Schweißfüßen, an denen sie ihn überführen kann. Oberleutnant Fuchs genehmigt sich einen Cognak beim Verhör. Opa Hoppes Hut ist gestohlen worden, der Ehebruch gibt das Alibi. Der Täter hat Hut gebracht und dafür Leben genommen. Bierbrauerschleim ist die nächste heiße Spur und die 7 Nägel im Schuh führen zu einem greisen Schuster und von dort zu einer Malzbude. Könnte der Spast Bodo Wendler mit der Hornbrille der Tötungsverbrecher sein? Er nimmt die Beine in die Hand und rennt durch den Bezirk Potsdam, die Polizei verfolgt ihn im Wartburg Tourist, aber da hat er sich schon erhängt. Eine Prostituierte ist auch in Ehebruch und Mord verwickelt und hat den Spast wegen seiner Weigerung: "Du Waschlappen!" beschimpft. So muss sie Opa Hoppe selber ermorden, unangenehme Stimmung nach der Tat bei den Beteiligten. Fuchs: "Wendler ist tot. Selbstmord!" Happy End.
Dienstag, 11. IV. 12, wechselnd:
Pult: Bin zu Hause mittels Internet-Handy über Verspätung von Gesundbrunnen besser informiert als die wartenden Reiselustigen auf dem Bahnsteig.
In Papas Wohnung, dann ins Krankenhaus, höllisches Piepen bei den von Hämatomen dunkelblauen Patienten der Inneren in Ludwigsfelde. Der neue Genosse sieht, was man kaum für möglich halten möchte, noch schlimmer aus, als mein Vater. Was ihm denn Grauenhaftes zugestoßen sei?
Transporteure nach Potsdam ins Ernst-von-Bergmann: "Hände auf den Bauch, eins, zwei und ruck!"
Sie machen sich und mir keine Illusionen, nach 6 Jahrzehnten Alkoholismus und keinerlei Einsicht in die Krankheit ist Therapie verschwendet.
Papa wird heute noch in Potsdam operiert respektive kathetisiert, nach Treffen mit Johanniterinnen von Sozialstation in der Bahn zum Fußball.
Habe in Ludwigsfelde ein Pfund Deutschen "Royal" Spargel aus der Altmark und Gut Pfälz gekauft, wer heute Abend mitessen will: Melden! Es ist auch ein Experiment, ob FB zu solchen Verabredungen taugt, meine Erfahrung bisher: Kein Stück.
Beim Fußball spiele ich für meine Verhältnisse ziemlich tadellos, vier gegen vier, schieße circa fünf Tore. FAZ-Lektüre in der Choriner- an der Lottum-.
Berliner als Hausärzte: Kranke Fernseher werden in Hoffnung auf Besserung an Plätzen und Straßen mit frischer Berliner Luft ausgesetzt.
Gute Nachricht: Beim Fernseher liegts nicht an Bildröhrehre sondern an Steuerungseinheit. Schlechte: Reparatur 120 €. http://pic.twitter.com/EQ668yDx
Dass Grass nun Israel mit der DDR und Burma gleichsetzt wird ihm die verlorenen Herzen nicht zurückfliegen lassen.
Der Spargel ist geschält und samt einem Viertel Blumenkohl aufgesetzt, die schöne Zeit hat begonnen.
Schreibtisch: Buche Rückflug von Bukarest, eine ziemliche Balkanreiserei steht da im Mai an.
Chronik in Bezug auf Bratislava zurechtstutzen.
Ausstellungseröffnung Doppelspiel
mit Kirsten Klöckner und Klaus Staeck
Freitag, 13. April, 20 Uhr, Multilayerladen am Kottbusser Tor
im hof des nkz Adalbertstr. 4 unter der Spiegelkugel:
Vernissage "Freitag, der 13." von Meikel Neid (Cartoons)
mit vielen famosen Gaesten.
APRIL
Sonntag, 1. IV. 12, hellgrau:
Wien, Pulverturmgasse 16, Küche: Alptraum: Habe eine Radio Hochsee Sendung zu machen, aber nichts funktioniert, spiele die falschen Stücke, Leute kommen ins Studio und quatschen mich voll, so dass ich nichts heraussuchen oder mich konzentrieren kann. Gleichzeitig finden Fußballspiele statt, an denen ich nicht teilnehme,
Schreibe Tex Rubinowitz an und weil heute 1. April ist, kopiere ich gleich die ganze Korrespondenz in mein brandneues April-Journal, wobei es im FB-Layout samt Fotos überzeugender wäre:
Falko Hennig
Neujahrskarte
Lieber Tex,
ich habe Dir jahrelang meine Neujahrskarte geschickt, irgendwann damit aufgehört, weil ich fürchtete, damit zu penetrant zu sein. Wenn diese FB-Freundschaft bedeutet, ich kann sie Dir wieder ohne Skrupel schicken, let me know,
Falko
Tex Rubinowitz
27. Dezember 2009
ich weiss, dass Du mir jahrelang einen Neujahrskarte geschickt hast, und ich hab mir jahrelang das Hirn gemartet, wer Du bist, woher Du kommst, wohin Du willst und woher wir uns kennen könnten, dann hab ich irgendwo rausbekommen, dass Du mit Jochen Schmidt irgendwas zu tun hast, dessen Roman MÜLLER HAUT UNS RAUS eine gespenstische Parallele, unbeabsichtigte, zu meinem RAMSES MÜLLER hat, in beiden kommt der unbekannte Enkel von Heiner Müller vor, und dann hab ich noch entdeckt, dass Du ein Fan von Charles Bukowski bist, so wie ich, und so wie ich ebenfalls Fan von Knut Hamsun bin und Charles Bukowski ebenso Fan von Hamsun war, das sind alles Informationen, die in meinen Erkenntniseimer tropfen, aber das erklärt trotzdem nicht, woher wir uns kennen könnten, und was mir die Ehre zu der alljährlichen Postkarte brachte, zumal ich die gespenstische Parallele ja erst viel später entdeckte.
Schöne Grüße und Fröhliches Neujahr
Tex
Falko Hennig
27. Dezember 2009
Ich kannte Dich zwar von Deinen Zeichnungen und verehrte Dich, aber Du konntest nicht wissen, wer ich war, insofern hättest Du Dir das Hirn noch 1000 Jahre vergeblich zermartern können. Ich war sowas wie ein Fan von Dir und dachte, dass jeder Mensch sich nicht anders als freuen könnte, eine Neujahrskarte zu bekommen, ob er denjenigen nun kennt oder nicht. Hoffe, es war nicht zu gespenstisch.
Guten Rutsch!
Falko
Tex Rubinowitz
27. Dezember 2009
ok, dann ist jetzt alles geklärt, ich glaube Du kennst auch Bettina Andrae, die mir ein bisschen mit den Zusammenhängen geholfen hat.
Ich lasse gerade die Weihnachtsfeiertagskolonne ausklingen mit meiner Lieblingsplatte von 2009 Sunn O))) Monoliths & Dimensions, sie waren auch der Grund warum ich Posaune gelernt habe, gibt es eine bessere Kombination als drumloser, Zeitlupen Doommetal mit Posaune?
http://www.youtube.com/watch?v=vtnG6EHh1N4
Gruss
Tex
Falko Hennig
26. März
Lieber Tex, bin am kommenden Wochenende in Wien, kann ich Dich dort um einen Eintrag in mein Poesiealbum bitten?
Gruß
Falko
Tex Rubinowitz
28. März
klar, wo, wann, wie, gern, Gruss, Tex
Falko Hennig
vor 16 Minuten
Wir sind hier im 9. Bezirk, Pulverturmgasse, planen zum Flohmarkt in die Wienerbergstr. zu pilgern, können wir Dich auf dem Hin- oder Rückweg zu einem schwarzen Braunen oder wie die Kaffees hier heißen einladen?
Gruß
Falko
Solche Schriftwechsel samt Reisen durch die halbe Welt sind es also nicht selten, die dann zu einem einzigen Eintrag in mein Poesiealbum münden, wenn ich Glück habe.
Herrlich, mit Teenagern unterwegs zu sein, die noch länger schlafen als ich selber, halb 12 ist es inzwischen, komme mir dadurch beim Zeittotschlagen sehr fleißig vor. Schreibe Spiegel, Tagesspiegel, Berliner, FAZ und FASZ wegen "Staub" an, mal sehen, ob da "noch was geht".
Earl Scruggs hat ins Bluegrass gebissen, 1949 nahm er "Foggy Mountain Breakdown" erstmals auf, 1967 Autoverfolgungsjagd in "Bonnie and Clyde", 2002 Grammy für diese Version mit Steve Martin:
http://www.youtube.com/watch?v=icMTVV5Lwaw
Nach 12 sind die Damen erwacht, nun also Wiener Frühstück.
Wien, Pulverturmgasse 16, Wohnzimmer:
Heil zurück in unserem Pulverturm, in Wien haben sie nicht nur schöne Leichen sondern auch schöne Gräber, Klimt und Hundertwasser lassen grüßen.
Recherchiere nach formidablem Rührei zu meinem morgigen Besuch im Gugelhupf, Duncan J. D. Smith schreibt in "Nur in Wien":
"Der nach 1866 still gelegte Turm enthält heute das Pathologisch-Anatomische Bundesmuseum, eine aufschlussreiche, wenn auch etwas gruselige Sammlung von etwa 4000 Exponaten (mit vielen Abnormitäten und Missbildungen) in Formaldehyd (darunter die weltweit größte Sammlung von Nieren und Gallensteinen). Die 1796 gegründete, ursprünglich in der Prosektur des Alten AKH untergebrachte Sammlung stammt von den etwa 600 Leichen, die pro Jahr aus dem Spital kamen, sowie von Autopsien, die auf höhere Anweisung angeordnet wurden. Das Museum enthält auch mehr als 2000 Nachbildungen aus Paraffinwachs von kranken Körperteilen und im Erdgeschoß eine Rekonstruktion von Robert Kochs Entdeckung des Tuberkulosebazillus im Jahr 1882.
Der Alsergrund besitzt zahlreiche andere medizinische Assoziationen; hier befinden sich zahlreiche Universitätsinstitute, Ärzte und natürlich auch die Ordination von Sigmund Freud. Dazu gibt es noch das Josephinum in der Währinger Straße 25; es wurde 1785 eröffnet, um die Medizinisch-chirurgische Akademie zu beherbergen, die von Kaiser Josef II. (1765-1790) zur Ausbildung von Sanitätern und Militärärzten gegründet worden war. Seit 1920 befindet sich hier das Museum des Instituts für Geschichte der Medizin, das eine einmalige Sammlung von lebensgroßen anatomischen Wachsmodellen enthält (Wachspräparatesammlung). Sie wurden vom Kaiser 1780 nach einem Besuch in Florenz beim Florentiner Physiologen Felice Fontana und dem toskanischen Anatomen Paolo Mascagni in Auftrag gegeben. Die besonders realistisch wirkenden Figuren wurden aus ukrainischem Bienenwachs modelliert."
Rainer Metzger schreibt in "Der Tod bei der Arbeit, Gewalt der Bilder : Bilder der Gewalt, Ein Führer für Wien":
"Denn da ist keine Stelle, die dich nicht sieht. Pro Geschoss fügen sich 28 Zellen in die Kreisordnung, jede ausgestattet mit zwei Betten und einem Mauerschlitz als Fenster nach außen. Nach innen zu, zum wiederum kreisrunden Hof, gehen die Türen, und sie sind in einer Exaktheit radial angeordnet, dass eine einzige, in der Mitte postierte Aufsichtsperson alles im Blick und damit im Griff hat. Um das Auge des Aufsehers, gleichsam die Nabe eines Rades, dreht sich das Geschehen. Dieses Auge ist das Zentrum der Anlage, denn es gilt die Internierten gut unter Kontrolle zu halten, die geistig Verwirrten, die „Narren“, für die dieses nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen gestaltete Etablissement geschaffen wurde.
Neu, das bedeutete in jenem Jahr 1784, als der „Narrenturm“ eröffnet wurde, mit dem luziden Geist der Aufklärung versehen. Wer dort einsaß, hatte ein spezifisches Krankheitsbild vorzuweisen: Früher, in den alten Hospitälern, war alles zusammengefasst, was es an Delinquentem, Pathologischem, Straffälligem und sonst wie aus dem Verkehr Gezogenem gab. Der „Narrenturm“ dagegen war Ergebnis eines strengeren Vergleichs, einer besseren Analyse und einer individualisierenden Methode. So gesehen ist dieses Gebäude eine Vorform der Nervenheilanstalt. Therapieren und Beaufsichtigen gingen Hand in Hand.
Eine solche Komplizenschaft von Heilen und Hindern macht den „Narrenturm“ zum Paradebeispiel für jenes Regime, das Michel Foucault in seiner 1975 erschienenen, epochalen Studie „Überwachen und Strafen“ eingehend und mit Folgen für die Theorie der Moderne überhaupt untersuchte. Es gab eine genuine Architektur für dieses Regime, jene Rundbauten mit zentralem Kontrollraum, wie sie der Narrenturm exemplarisch zeigt. Im Jahr 1791 wird ihr der britische Physiokrat Jeremy Bentham einen Traktat widmen. Seither nennt man das planerische Prinzip „Panopticon“. Foucault übernahm davon seinen Begriff einer „panoptischen“ Gesellschaft.
Die Panoptik ist für Foucault eines der Charakteristika der gesamten Moderne, bezeichnend besonders für ihren Umgang mit der Gewalt. Diese Gewalt übt sich nunmehr in bis dato unbekannter Subtilität und Zurückhaltung aus, sie wird geradezu einschmeichelnd, indem sie sich in die einzelnen Personen selbst verlegt. Gewalt sublimiert sich zur Disziplin. „Die Disziplin“, so Foucault, „hält eine aus Beziehungen bestehende Macht in Gang, die sich durch ihre eigenen Mechanismen selber stützt und aufsehenerregenden Kundmachungen ein lückenloses System kalkulierter Blicke vorzieht. Dank den Techniken der Überwachung vollzieht die Physik der Macht ihren Zugriff auf den Körper nach den Gesetzen der Optik und der Mechanik und in einem Spiel von Räumen, Linien, Schirmen, Bündeln, Stufen und verzichtet zumindest im Prinzip auf Ausschreitung und Gewalt. Diese Macht ist scheinbar um so weniger körperlich und physisch, je gelehrter und physikalischer sie ist.“
Um in der Rekonstruktion zum panoptischen Prinzip der Moderne zu gelangen, ließ Foucaults Darstellung keine Gelegenheit zur Drastik aus. Berühmt geworden sind die minutiös schildernden Augenzeugenberichte, die der Meisterdenker in seinem Buch zitiert, um die Politik der Martern, wie sie in den diversen Ancien Régimes praktiziert wurde, vor Augen zu stellen. Eine solche Politik der Schmerzzufügung, die bevorzugt um die Autorität des Souveräns bemüht ist, wird im Zeitalter der Nationalstaaten dann aufgelöst. Nicht, dass es keine Folter mehr geben würde, doch selbst die krassesten Totalitaristen des 20. Jahrhunderts verabreichen sie hinter den Kulissen. Offizielle Praxis sind nun die Maßnahmen der Disziplinierung, ihre Instanzen die Arbeitslager und Gefängnisse, Besserungsanstalten und Erziehungsheime.
Doch auch diejenigen, die nie auf-, geschweige denn straffällig geworden sind, unterliegen deren Techniken der Einvernehmung, Uniformität wird produziert von den vielerlei Mikro-Justizen, die die Gegenwart seit 200 Jahren beherrschen. Foucault zählt einige auf: „Eine Mikro-Justiz der Zeit (Verspätungen, Abwesenheiten, Unterbrechungen), der Tätigkeit (Unaufmerksamkeit, Nachlässigkeit, Faulheit), des Körpers („falsche“ Körperhaltungen und Gesten, Unsauberkeit), der Sexualität (Unanständigkeit, Schamlosigkeit)“.
Individualität ist dabei, so rekonstruiert es Foucault in einer der spannendsten Volten seines gesamten Werkes, das durchaus unbeabsichtigte Ergebnis. Der Macht geht es um Disziplinierung und Uniformierung, und ihre Mittel, sie durchzusetzen sind Beobachtung und Kontrolle. Doch wer genau hinsieht, entdeckt bevorzugt die Unterschiede. In dieser exakt justierten Optik tun sich plötzlich Besonderheiten auf. Wer gleichschalten will, muss mit jedem auf eine spezifische Weise verfahren. Der genuine Mechanismus der Moderne ist damit die Entdeckung der Differenz über das Bestreben nach Entdifferenzierung.
Wer in den „Narrenturm“ kam, war dort, um von der Gesellschaft entfernt zu werden. Doch wer dort war, konnte damit rechnen, so etwas wie Patientenstatus zu bekommen. Wer dort war, dem konnte geholfen werden, wieder, wie es so heißt, ein „nützliches Mitglied der Gesellschaft“ zu werden. Wem geholfen wurde, der bedurfte keines Gewahrsams mehr. Deren Funktion übernahmen dann wieder das Selbst und seine Kontrolle."
Anmeldung Telefonisch (01/40686-722), schriftlich oder per E-Mail bis 2 Wochen vorher: "Wir werden Ihnen umgehend antworten."
Nach Wikipedia ist Wien noch vor Zürich und Auckland in Neuseeland die Stadt mit der höchsten Lebensqualität, vielleicht weil man in keiner dieser Städte begraben sein will. Beim weiteren Lesen bleibe ich beim Leben von Richard Löwenherz hängen, den die Schweinepriester hier gefangen genommen haben um mit dem für seine Freilassung erpressten Geld die Stadt zu erweitern. Aber ist schon ein Weilchen her, der Mann war auf dem Rückweg vom 3. Kreuzzug:
Am 21. Dezember 1192 traf er in Erdberg, einem Vorort von Wien, ein. Er schickte einen Vertrauten in die Stadt, um Lebensmittel einzukaufen. Es fiel auf, dass ein einfacher Mann mit größeren Mengen morgenländischen Geldes zahlte. Man folgte ihm nach Erdberg in ein kleines Gasthaus (Eckhaus Erdbergstraße 41/Schwalbengasse 17). Dort fasste man Richard Löwenherz.
Richard Löwenherz wurde Leopold V. vorgeführt und zu Hadmar von Kuenring nach Dürnstein gebracht.
Letztlich erledigte ihn der Wundbrand nach einem Armbrustschuss, der Schütze wurde gehäutet. Schindung ist ein anderes Wort dafür, auch nicht uninteressant: Die Schindung Ilubiʾdis ist im Saal VIII (Platte 25) in Nimrud bildlich dargestellt.
Nach Mitternacht ins Traumreich.
Montag, 2. IV. 12, Sonne:
Wien, Pulverturmgasse 16, Wohnzimmer: Hyperventiliere und fluche, dass es eine Art hat. Sehe gleich schlimmste Unmöglichkeiten, wen könnte ich anrufen, der einen Schlüssel von meiner Wohnung hat, um an die PIN-Nummern zu kommen? Und selbst wenn ich Andrea erreiche und die Nummern kriege, die Begrenzung auf 1000 Euro pro Tag macht es sowieso unmöglich, schnell zu überweisen.
Also zwar kein falscher Alarm, aber längst nicht so schlimm wie befürchtet.
Nach einem Tag voller Frösche in der Donaumetropole kaltes Wiener Schnitzel auf Brot zum Nachtmahl, herrlich.
Gegen 10 werfe ich den Klapprechner nochmal an, um die Notizen von heute in die Ewigkeit zu tippen.
Habe mich heute viel mit Tex Rubinowitz über die Charles Bukowski Society unterhalten.
Dienstag, 3. IV. 12, sonnig:
Wien, Stadtpark: Kann im Narrenturm nicht widerstehen, mir von Heinrich Ammerer "Am Anfang war die Perversion" über Richard von Krafft-Ebing und von V. F. Sammler "Faszination und Ekel" über das gerade besuchte Pathologisch-anatomische Bundesmuseum zu kaufen.
Wien, Stadtpark: Sehr unbefriedigend bei meiner doch recht neuen Kamera ist die kurze Zeit, die der Akkumulator sie in Betrieb halten kann. Keinen intensiven Fotografiertag hält er durch.
Nachmittagsschlaf im Stadtpark, Schokolade,
Wien, Gartenbaukino: Melanges und Himbeerkracherl im Pückl (?) Haben uns das richtige Kino für "Take Shelter" ausgesucht, oder vielmehr von Tex empfohlen bekommen. 15 Personen sitzen in dem Saal, in den 500 passen würden, vor der 100 Quadratmeter großen Leinwand.
Magischer Realismus mit gelungenerm Spannungsbogen von Anfang an, geheimniskrämerischer aknenarbiger Bohrarbeiter, Michael Shannon, mit hübscher rothaariger Frau und tauber Tochter leidet unter stürmischen Alpträumen samt Bettnässens. Warum er seiner Frau nichts sagt? Wahrscheinlich aus dramaturgischen Gründen. Der Hausarzt verschreibt ihm ein Beruhigungsmittel, daraufhin verstärken sich Hallzinationen, er kotzt und seine fixe Idee, einen Sturmbunker zu bauen, verfestigt sich. Seine Frau ist nicht begeistert, er kann nicht drüber reden.
Erst als er sich die ½e Zunge abgebissen hat, rückt er endlich mit der Sprache raus.
Jedenfalls sehr viel ungefährlicher als meine Pläne, Pilot zu werden.
Memoiren: Meine Welt war zersplittert, Frösche hatten die Herrschaft übernommen und ich versuchte es zu dokumentieren, so wie ich alles zu dokumentieren suchte: Leuchtende Tiere, Fahrräder, Hubschrauber, Poller, gigantische Ungeziefer, die die Wände hochkrochen, Riesenkraken, die sich überall breitmachten...
Er ruiniert das ganze Leben der Kleinfamilie und es tut gut, dass er endlich auf die Fresse bekommt, schizophren oder nicht.
Wohltuend offenes Ende.
Wien, Pulverturmgasse 16, Wohnzimmer: Nudeltöpfe als Nachtmahl, die wir noch in der U-Bahn-Station Spital-irgendwas verspeisen.
Bei mir lese ich in Wolfgang Herrndorfs Blog, er scheint schon nach einem Titel für sein nächstes Buch zu suchen. Oder aber er ist unter die Lyriker gegangen:
Bleib, mein goldener Vogel
Und tanze durch die Tränen
Und flüstere mir vom Leben
Im Himmel warten Bäume auf Dich
Man sagt sich mehr als einmal Lebewohl
Rückruf ins Leben
Malt Mami jetzt den Himmel bunt?
Wie ich den Krebs besiegte und die Tour de France gewann
Mut und Gnade
Wunder sind möglich
Arbeit und Struktur
Letzten Freitag beim Fußball konnte ich wohl nach seiner Schulter fragen, sonst nichts.
Mittwoch, 4. IV. 12, sonnig:
(Wien, Pulverturmgasse 16, Wohnzimmer, 6. IV. 12:) T: Ein Hubschrauber ist heil gelandet, inspiziere das Fluggerät. Wir machen uns Sorgen um Ines, einen Anruf müssten wir von ihr bekommen, dass sie heil zurück sei. In Quitzöbel, will einen Zettel schreiben um den Nachbarn über die geänderten Hausnummern Bescheid zu geben. Gespräch mit Gunnar, ich soll ihm was auf der Gitarre vorspielen, es wird ein elendes Geklampfe. Mit den Preisen für CDs von meinem Feature, zu denen ich sie übers Internet anbiete, hätte ich mir mit Uta soundso, der Attentäterin von Lafontaine, zum Feind gemacht.
Zeitplan: 7.30 Uhr aufstehen, 8.15 Packen, 9 Uhr Start, 10.05 Ankunft der Kollegen von Berlin.
Bekenntnisse: In der Familie meines Vaters litten alle Mitglieder von mittlerem Lebensalter ab an Herzaffektionen, mein Vater selber war abwechselnd nervös und hysterisch, trank viel Cognac und Pfefferminzgeist und wurde mit Anfang 70 Morphinist. Er starb mit 85, nachdem er 10 Jahre stark gezittert und noch im hohen Alter ein sexuell ausschweifendes Leben geführt hatte.
Die Brüder meiner Mutter waren Alkoholiker und machten ihrem Leben durch Suizid ein Ende. Sie selber hatte schon früh begonnen zu onanieren und ihre Nerven waren dadurch zerrüttet.
Alle Familienmitglieder litten an häufigen Pollutionen, was gemeinsame Urlaubsreisen und Familienfeste zur Qual machte ...
Es hatte in der Familie schon mal einen Lyriker gegeben. Die Ärzte hatten es zwar als Alzheimersche Krankheit diagnostiziert, aber wir lasen es immer wieder, und wenn das keine Lyrik war, was dann?
Bleib, mein goldener Vogel
Und tanze durch die Tränen
Warum untersage ich mir,
jene Mitgliedschaft in der Waffen-SS beim Namen zu nennen,
seit vielen Jahrzehnten?
Flüstere mir vom Leben!
Im Himmel warten Bäume auf Dich
Das Verschweigen dieses Tatbestandes,
dem sich mein Schweigen untergeordnet hat,
empfinde ich als belastende Lüge
und Zwang, der Strafe in Aussicht stellt,
sobald er mißachtet wird;
das Verdikt "Waffen-SS" ist geläufig.
Man sagt sich mehr als einmal Lebewohl.
Auch ich hatte früh begonnen zu onanieren und seitdem keinen einzigen Tag damit ausgesetzt, abgesehen von den Tagen, an denen ich vor Rückenmarksschwindsucht nicht erwachte.
Auch meine Freunde waren alle geisteskrank, jedenfalls soweit ich das beurteilen konnte, und wenn man Alkoholismus dazuzählte waren sie sogar polypathologisch.
Wir tragen uns jeden Dienstag in einer Tanzwirtschaft, wo wir gegen Freigetränke als Eintänzer arbeiteten. Zum Glück hört heutzutage die Beherrschung der Standardtänze nicht mehr zu den geforderten Fertigkeiten und seit der Einführung von Pogo und Breakdance wurden unsere epileptischen Anfälle als besonders gelungene Einlagen gefeiert.
Speed lunch gibts im Hotel mit Zuzana, Michal, Zuska, Wolfgang und natürlich Konrad und Spider, die durch Schlafmangel etwas wortkarg sind. Dass ich das Gespräch auf öffentliches Masturbieren bringe wird mein Renommee nicht zwangsläufig verbessern.
Gehen später hoch, um den slowakischen Präsidenten in seine feiste Visage zu rotzen.
Die Lesebühne Bratislava vs. Berlin findet im Dunaj statt, über den Dächern von Pressburg reizvoll gelegen, schön voll, angenehmes Echo sowohl bei den deutschen wie auch bei den slowakischen Texten. Hall und lauter Kneipenpegel.
Man ist sich ja nie ganz sicher, ob es wirklich alles nett ist, was die ausländischen Kollegen über einen erzählen:
"Etna Scheßik ekrekowa Lesebühne damischnak schona Bratislavi Knischke eßejol Adolf Hitler antopunesk rewliko glosni "Mein Kampf" glaknjatki spajoßki doruki Falko Hennig." Wird schon freundlich sein.
Donnerstag, 5. IV. 12, Bratislava sonnig, Wien bedeckt:
Wien, Pulverturmgasse 16, Wohnzimmer: Heute Abend werden wir uns im Bellaria, das angeblich nach Tod stinken soll, passenderweise "Die Eiserne Lady" ansehen.
Wien, Pulverturmgasse 16, Wohnzimmer: Verschwendung von Lebenszeit, ein kurzer Artikel über das unausstehliche Schrappnell hätte einen vielfachen Erkenntnisgewinn gebracht.
http://www.sueddeutsche.de/g5D38T/558866/Vergleich-im-Plagiats-Streit.html
Vergleich im Plagiats-Streit
München - Im Streit um ein wegen Plagiaten vom Markt genommenes Buch haben die Berliner Universitätsklinik Charité und der Schriftsteller Falko Hennig ihren juristischen Streit mit einem Vergleich beigelegt. Hennig verpflichtete sich, der Klinik 5000 Euro zu zahlen. Die Charité hatte ursprünglich mehr als 19000 Euro an Honoraren zurückgefordert. Im Februar hatte das Landgericht Berlin unter reger Anteilnahme von Künstlern über den Fall verhandelt. Der Vorsitzende Richter sprach von einer 'unübersichtlichen Gemengelage'. Hennig war als Honorarkraft für eine Festschrift engagiert worden, die die Charité im Jahr 2010 zu ihrem 300-jährigen Bestehen herausgab. Zwischen Hennig und der Charité entbrannte ein heftiger Streit wegen der Plagiate. Die Klinik sah Hennig in der Verantwortung. Dieser stritt sie ab und wehrte sich: Es habe weitere Autoren gegeben, zudem habe er keine Korrekturfahnen erhalten. Dem Gericht bleibt es nun erspart, den Fall zu entscheiden. tvs
(Wien, Pulverturmgasse 16, Wohnzimmer, 6. IV. 12:) 1500 Fotos von der vollen Speicherkarte auf die Laptopfestplatte kopieren und eins aussuchen für die Allgemeinheit.
Karfreitag, 6. IV. 12, wechselnd:
Wien, Pulverturmgasse 16, Wohnzimmer: Verspüre die Leiden Christi am Kreuz als Zwicken meiner Hämorrhoiden, also ist es höchste Zeit, ihnen mit dem Analdehner entgegenzuwirken.
Statt meine Pressburger und Wiener Notizen abzutippen dudle ich zweckfrei auf FB herum und twittere Fotos, gegen 1 Zeit für Frühstück und Dauerlauf.
Renne die Sternwartgasse hinauf an den ganzen Botschaften vorbei, um den jüdischen Friedhof herum, Tor steht wegen werkelnden Bauarbeitern offen, so dass ich eine kleine Fotografier-Orgie veranstalten kann.
Werde mir nachher im Filmcasino "Iron Sky" ansehen, merkwürdigerweise wollen meine Töchter nicht mit, obwohl es um Reichsflugscheiben der Nazis geht:
Gegen Ende des 2. Weltkrieges gelang es den Nazis von einer geheimen Basis in der Antarktis aus, mehrere Raumschiffe ins All zu schicken. Auf der dunklen Seite des Mondes errichten sie die Basis Schwarze Sonne, wo sie ihre Kräfte sammeln und an dem Aufbau einer gewaltigen Mehr »Invasionsarmee basteln. Im Jahre 2018 kommt der amerikanische Astronaut James Washington bei einer Mondmission der Basis der Nazis gefährlich nah und wird von diesen gefasst. Obwohl er angibt, dass seine Mondmission nur eine PR-Aktion für die US-Präsidentin sei, sehen die Nazis in ihm einen Kundschafter für den bevorstehenden Angriff der Erdstreitkräfte. Um diesen zuvorzukommen und seinerseits einen Angriff auf die Erde vorzubereiten, schickt Mondführer Kortzfleisch zwei Naziagenten auf die Erde: Den skrupellosen Klaus Adler und die idealistische Renate Richter.
Erst nach 17 Uhr endlich an die Notizen von vorgestern, wenigstens das schaffe ich.
Wien, Pulverturmgasse 16, Wohnzimmer: Ein Meisterwerk des Trash! Man merkt aber an manchen Szenen, dass sie dann doch nicht genug Geld hatten, ums ganz fertig zu drehen.
Dieses ist mein letzter Tweet aus dem schönen Wien, morgen früh gehts heeme.
Samstag, 7. IV. 12, wechselnd:
Pult: Fotos sortieren bis gegen 12, dann Brötchen essen und ins Bett.
Bis nach 2, leidlich ausgeschlafen bei Kaffee weiter in der Lektüre der Krafft-Ebing-Biografie.
Murkse in meinem kleinen Reich herum, alles ist voller Dreck, hänge Wäsche ab, Staubsaugen sehr überfällig.
Ostersonntag, 8. IV. 12, wechselnd:
Pult: Lege endlich einen Ordner für „Die große Welle vor Kanagawa“ aus Katsushika Hokusais (葛飾 北斎) „36 Ansichten des Berges Fuji“ an.
12 Uhr Aufbruch zum Ostereierbemalen zu Kirsten.
Ich habe gerade am Bahnhof Bellevue den Osterhasen fotografiert!
(Zug Gesundbrunnen - Alex, 9. IV. 11:) Frage Karsten, ob ich Teile seiner äußeren Persönlichkeit für den geisteskranken Plagiator nehmen kann, wie immer bestreitet er, ein Zwerg zu sein. Ob ihm die medizinisch korrekte Bezeichnung Gnom besser gefalle? Was ich meine, seien wohl Kleinwüchsige, aber auch dazu gehöre er nicht, er sei 1,51 Meter groß und bei einem Zwergenkongress sei er der größte gewesen.
Ostermontag, 9. IV. 12, sonnig:
Schreibtisch: Signiere und datiere meine Ostereier und verpacke das Disco-Ei recht kunstvoll.
Die Fotos auf die FB-Ostereier-Seite hochzuladen dauert wieder Äonen, und in 20 Minuten fährt der Zug von Gesundbrunnen!
Zug Gesundbrunnen - Alex: Mit leichten Kopfschmerzen auf, Aspirin-Complex-Lösung, Kaffee und Kuchen zum Frühstück, mit Fahrrad Barnim rauf, mit Zug wieder runter, durchs Urstromtal unter der Spree durch und Teltow wieder hoch.
Bahnhof Ludwigsfelde: Finde Papa im schrecklichem Zustand zuckend und zitternd vor seinem Schreibtisch liegend vor, ob er in der Nacht aus dem Bett gefallen oder am Morgen auf dem Weg ins Bad gestürzt ist, kann er nicht sagen. Mit Mühe bekomme ich ihn in den Sessel gehievt und rufe gegen seinen Willen Notfallsanitäter. Sein Gesicht ist mit Teppichfusseln und Augensaft verklebt, voller Schürfwunden und Hämatome.
Zug Ludwigsfelde - Gesundbrunnen: Erst als ich ihm anbiete mit- und heute Abend nochmal vorbeizukommen, willigt er ein. Verlasse ihn dort in der Notaufnahme im beruhigenden Wissen, dass er nicht weglaufen kann.
Rangsdorf, Kaffee und Kuchen, Domino, Ente mit Rotkohl und Kartoffeln, Wien-Bilder der ersten beiden Tage ankucken. Heidi mit den Kindern am Bahnhof absetzen und wieder ins Ludwigsfelder Krankenhaus.
Es heiße nicht Gebiss, belehrt mich der Bettnachbar meines Vaters, sondern Prothese, alle sagten das falsch. Hole seine Zähne und seine Brille aus der Rosa-Luxemburg-Straße
Mit einer Träne im Auge nach Berlin, aber nur wegen des Windes.
Dienstag, 10. IV. 12, wechselnd:
Schreibtisch: Dringend zu erledigen: Überweisung, Anrufe im Krankenhaus und bei den Johannitern, Dankesbriefe für Spender verfassen. Thilo Bock schaffe ich es, gleich anzurufen und mit ihm die Piano-Einzelheiten abzukaspern.
Das ungesunde Bockwurstfrühstück für 1,35 Euro bei Kaiser's, hoch zur Sparkasse, fünf Riesen überweisen und in der Kapelle FAZ-Lektüre:
SS-Männer, die den Staat Israel kritisieren, werden sich aus biologischen Gründen nicht mehr lange zu Wort melden. Statt des angeblichen Gewissens der deutschen Nation haben wir es mit ihrem unterdrückten Unterbewusstsein zu tun. Heather Horn "The Atlantic" erinnert Grass' Gedicht an einen Absatz, der in Schnipsel geschnitten und sodann in Glückskekse gesteckt wurde. Erstaunt ist "The National Interest", dass Grass das Unmögliche vollbracht und seinen Ruf noch mehr beschädigt hat. Ein Fall für die Geriatrie? "Heeb" wundert, wie sich "this alte-kacker" mit seinen hochgejubelten Haufen des Nichts und diesem lächerlich schlechten Gedicht überhaupt äußern könne. Das Internationale Seerecht müsse nach Israels Einreiseverbot noch um Fahrverbot wegen "klabauterhaftem Flunkern und Grimassenschneiden durch reimunfähige Dichter" erweitert werden. Carl Schmitt fordert in "Die unbedachte Greisenäußerung als völkerrechtlicher Ausnahmezustandsauslöser" Sperrfeuer aus Kanonen nicht nur auf Spatzen sondern auch auf Meisen und Vollmeisen.
Nachdem er Dean Reed in den Suizid getrieben hat, ist ihm Mike Wallace 93jährig ins Jenseits nachgefolgt.
Für eine Lotterie zugunsten ohrloser Ohreulen würde ich vielleicht auch noch zum Glücksspieler werden.
Schreibtisch: Aldi, Postamt, "Staub" an Helmut in Wien, glücklich bei mir, kann kurz telefonieren. Grundgefühl derzeit: Traurigkeit.
Sofa: Verschicke die Email mit Wiener Fröschen an Ulrich Seidler.
Vor den Simpsons Beginn des Sortierens der Bilder von den ivorischen Friseurläden.
Pult: Der Fernsehbildschirm zeigt ein stark bikonkaves Bild, das Ende der Röhre?Hat jemand Erfahrung? http://pic.twitter.com/9sj7C8s7 Grauenhaft, und das in dieser schwierigen Lebensphase! Was soll ich nur tun? Radio hören?
Koche mir einen Blumenkohl, der mir hervorragend mundet, 20 vor 10 nochmal einkaufen, brauche Toilettenpapier, Muskat.
(Pult, 11. IV. 12:) Endlich habe ich meine Sammlung ivorischer Frisörreklamen geordnet, voilà! https://picasaweb.google.com/107798941061096407821/IvorischeFrisorreklamen?gsessionid=9wG76z2LTXZVc5gdOSTchg#
Mit welcher Art von Brille kann man einen bikonkaven Bildschirm korrigieren?
Zum Ausklang des abenteuerlichen Tages in umgekehrter Fischaugenoptik Polizeiruf 110 von 1972 "Ein bißchen Alibi" beruhigend schwarzweiß. Stachelbeerwein, Opa Hoppe hat sein ganzes Vermögen in bar zu Hause, wette mal, das er dafür sterben muss. Betrunken wanken die Kriminellen nächtens aus der Mitropa und verlangen nach mehr Schnaps, um sich für ihren Mord zu ermutigen oder begehen Ehebruch.
Die unvergessene Helga Hahnemann in diesem Alkoholiker-Drama, ist der Sozialismus an Trunksucht untergegangen oder hat er dadurch gehalten? Helga als teigige junge Frau, sie war keine üble Schauspielerin. Opa Hoppe im Catchup, schreiend rennt die Finderin durchs Treppenhaus. Wieso hat der Täter mit labiler Körperhaltung seine Schuhe hinterlassen? Dadurch weiß die Polizei von seinen Schweißfüßen, an denen sie ihn überführen kann. Oberleutnant Fuchs genehmigt sich einen Cognak beim Verhör. Opa Hoppes Hut ist gestohlen worden, der Ehebruch gibt das Alibi. Der Täter hat Hut gebracht und dafür Leben genommen. Bierbrauerschleim ist die nächste heiße Spur und die 7 Nägel im Schuh führen zu einem greisen Schuster und von dort zu einer Malzbude. Könnte der Spast Bodo Wendler mit der Hornbrille der Tötungsverbrecher sein? Er nimmt die Beine in die Hand und rennt durch den Bezirk Potsdam, die Polizei verfolgt ihn im Wartburg Tourist, aber da hat er sich schon erhängt. Eine Prostituierte ist auch in Ehebruch und Mord verwickelt und hat den Spast wegen seiner Weigerung: "Du Waschlappen!" beschimpft. So muss sie Opa Hoppe selber ermorden, unangenehme Stimmung nach der Tat bei den Beteiligten. Fuchs: "Wendler ist tot. Selbstmord!" Happy End.
Dienstag, 11. IV. 12, wechselnd:
Pult: Bin zu Hause mittels Internet-Handy über Verspätung von Gesundbrunnen besser informiert als die wartenden Reiselustigen auf dem Bahnsteig.
In Papas Wohnung, dann ins Krankenhaus, höllisches Piepen bei den von Hämatomen dunkelblauen Patienten der Inneren in Ludwigsfelde. Der neue Genosse sieht, was man kaum für möglich halten möchte, noch schlimmer aus, als mein Vater. Was ihm denn Grauenhaftes zugestoßen sei?
Transporteure nach Potsdam ins Ernst-von-Bergmann: "Hände auf den Bauch, eins, zwei und ruck!"
Sie machen sich und mir keine Illusionen, nach 6 Jahrzehnten Alkoholismus und keinerlei Einsicht in die Krankheit ist Therapie verschwendet.
Papa wird heute noch in Potsdam operiert respektive kathetisiert, nach Treffen mit Johanniterinnen von Sozialstation in der Bahn zum Fußball.
Habe in Ludwigsfelde ein Pfund Deutschen "Royal" Spargel aus der Altmark und Gut Pfälz gekauft, wer heute Abend mitessen will: Melden! Es ist auch ein Experiment, ob FB zu solchen Verabredungen taugt, meine Erfahrung bisher: Kein Stück.
Beim Fußball spiele ich für meine Verhältnisse ziemlich tadellos, vier gegen vier, schieße circa fünf Tore. FAZ-Lektüre in der Choriner- an der Lottum-.
Berliner als Hausärzte: Kranke Fernseher werden in Hoffnung auf Besserung an Plätzen und Straßen mit frischer Berliner Luft ausgesetzt.
Gute Nachricht: Beim Fernseher liegts nicht an Bildröhrehre sondern an Steuerungseinheit. Schlechte: Reparatur 120 €. http://pic.twitter.com/EQ668yDx
Dass Grass nun Israel mit der DDR und Burma gleichsetzt wird ihm die verlorenen Herzen nicht zurückfliegen lassen.
Der Spargel ist geschält und samt einem Viertel Blumenkohl aufgesetzt, die schöne Zeit hat begonnen.
Schreibtisch: Buche Rückflug von Bukarest, eine ziemliche Balkanreiserei steht da im Mai an.
Chronik in Bezug auf Bratislava zurechtstutzen.
Hennig - 12. Apr, 01:14
