12
Apr
2012

www.Falko-Hennig.de

Donnerstag, 12. April, 18-21 Uhr, K80 Galerie, Kollwitzstr. 80 (Berlin)
Ausstellungseröffnung Doppelspiel
mit Kirsten Klöckner und Klaus Staeck

Freitag, 13. April, 20 Uhr, Multilayerladen am Kottbusser Tor
im hof des nkz Adalbertstr. 4 unter der Spiegelkugel:
Vernissage "Freitag, der 13." von Meikel Neid (Cartoons)
mit vielen famosen Gaesten.


APRIL
Sonntag, 1. IV. 12, hellgrau:
Wien, Pulverturmgasse 16, Küche: Alptraum: Habe eine Radio Hochsee Sendung zu machen, aber nichts funktioniert, spiele die falschen Stücke, Leute kommen ins Studio und quatschen mich voll, so dass ich nichts heraussuchen oder mich konzentrieren kann. Gleichzeitig finden Fußballspiele statt, an denen ich nicht teilnehme,

Schreibe Tex Rubinowitz an und weil heute 1. April ist, kopiere ich gleich die ganze Korrespondenz in mein brandneues April-Journal, wobei es im FB-Layout samt Fotos überzeugender wäre:
Falko Hennig
Neujahrskarte
Lieber Tex,
ich habe Dir jahrelang meine Neujahrskarte geschickt, irgendwann damit aufgehört, weil ich fürchtete, damit zu penetrant zu sein. Wenn diese FB-Freundschaft bedeutet, ich kann sie Dir wieder ohne Skrupel schicken, let me know,
Falko
Tex Rubinowitz
27. Dezember 2009
ich weiss, dass Du mir jahrelang einen Neujahrskarte geschickt hast, und ich hab mir jahrelang das Hirn gemartet, wer Du bist, woher Du kommst, wohin Du willst und woher wir uns kennen könnten, dann hab ich irgendwo rausbekommen, dass Du mit Jochen Schmidt irgendwas zu tun hast, dessen Roman MÜLLER HAUT UNS RAUS eine gespenstische Parallele, unbeabsichtigte, zu meinem RAMSES MÜLLER hat, in beiden kommt der unbekannte Enkel von Heiner Müller vor, und dann hab ich noch entdeckt, dass Du ein Fan von Charles Bukowski bist, so wie ich, und so wie ich ebenfalls Fan von Knut Hamsun bin und Charles Bukowski ebenso Fan von Hamsun war, das sind alles Informationen, die in meinen Erkenntniseimer tropfen, aber das erklärt trotzdem nicht, woher wir uns kennen könnten, und was mir die Ehre zu der alljährlichen Postkarte brachte, zumal ich die gespenstische Parallele ja erst viel später entdeckte.
Schöne Grüße und Fröhliches Neujahr
Tex
Falko Hennig
27. Dezember 2009
Ich kannte Dich zwar von Deinen Zeichnungen und verehrte Dich, aber Du konntest nicht wissen, wer ich war, insofern hättest Du Dir das Hirn noch 1000 Jahre vergeblich zermartern können. Ich war sowas wie ein Fan von Dir und dachte, dass jeder Mensch sich nicht anders als freuen könnte, eine Neujahrskarte zu bekommen, ob er denjenigen nun kennt oder nicht. Hoffe, es war nicht zu gespenstisch.
Guten Rutsch!
Falko
Tex Rubinowitz
27. Dezember 2009
ok, dann ist jetzt alles geklärt, ich glaube Du kennst auch Bettina Andrae, die mir ein bisschen mit den Zusammenhängen geholfen hat.
Ich lasse gerade die Weihnachtsfeiertagskolonne ausklingen mit meiner Lieblingsplatte von 2009 Sunn O))) Monoliths & Dimensions, sie waren auch der Grund warum ich Posaune gelernt habe, gibt es eine bessere Kombination als drumloser, Zeitlupen Doommetal mit Posaune?
http://www.youtube.com/watch?v=vtnG6EHh1N4
Gruss
Tex
Falko Hennig
26. März
Lieber Tex, bin am kommenden Wochenende in Wien, kann ich Dich dort um einen Eintrag in mein Poesiealbum bitten?
Gruß
Falko
Tex Rubinowitz
28. März
klar, wo, wann, wie, gern, Gruss, Tex
Falko Hennig
vor 16 Minuten
Wir sind hier im 9. Bezirk, Pulverturmgasse, planen zum Flohmarkt in die Wienerbergstr. zu pilgern, können wir Dich auf dem Hin- oder Rückweg zu einem schwarzen Braunen oder wie die Kaffees hier heißen einladen?
Gruß
Falko
Solche Schriftwechsel samt Reisen durch die halbe Welt sind es also nicht selten, die dann zu einem einzigen Eintrag in mein Poesiealbum münden, wenn ich Glück habe.
Herrlich, mit Teenagern unterwegs zu sein, die noch länger schlafen als ich selber, halb 12 ist es inzwischen, komme mir dadurch beim Zeittotschlagen sehr fleißig vor. Schreibe Spiegel, Tagesspiegel, Berliner, FAZ und FASZ wegen "Staub" an, mal sehen, ob da "noch was geht".
Earl Scruggs hat ins Bluegrass gebissen, 1949 nahm er "Foggy Mountain Breakdown" erstmals auf, 1967 Autoverfolgungsjagd in "Bonnie and Clyde", 2002 Grammy für diese Version mit Steve Martin:
http://www.youtube.com/watch?v=icMTVV5Lwaw
Nach 12 sind die Damen erwacht, nun also Wiener Frühstück.


Wien, Pulverturmgasse 16, Wohnzimmer:
Heil zurück in unserem Pulverturm, in Wien haben sie nicht nur schöne Leichen sondern auch schöne Gräber, Klimt und Hundertwasser lassen grüßen.
Recherchiere nach formidablem Rührei zu meinem morgigen Besuch im Gugelhupf, Duncan J. D. Smith schreibt in "Nur in Wien":
"Der nach 1866 still gelegte Turm enthält heute das Pathologisch-Anatomische Bundesmuseum, eine aufschlussreiche, wenn auch etwas gruselige Sammlung von etwa 4000 Exponaten (mit vielen Abnormitäten und Missbildungen) in Formaldehyd (darunter die weltweit größte Sammlung von Nieren und Gallensteinen). Die 1796 gegründete, ursprünglich in der Prosektur des Alten AKH untergebrachte Sammlung stammt von den etwa 600 Leichen, die pro Jahr aus dem Spital kamen, sowie von Autopsien, die auf höhere Anweisung angeordnet wurden. Das Museum enthält auch mehr als 2000 Nachbildungen aus Paraffinwachs von kranken Körperteilen und im Erdgeschoß eine Rekonstruktion von Robert Kochs Entdeckung des Tuberkulosebazillus im Jahr 1882.
Der Alsergrund besitzt zahlreiche andere medizinische Assoziationen; hier befinden sich zahlreiche Universitätsinstitute, Ärzte und natürlich auch die Ordination von Sigmund Freud. Dazu gibt es noch das Josephinum in der Währinger Straße 25; es wurde 1785 eröffnet, um die Medizinisch-chirurgische Akademie zu beherbergen, die von Kaiser Josef II. (1765-1790) zur Ausbildung von Sanitätern und Militärärzten gegründet worden war. Seit 1920 befindet sich hier das Museum des Instituts für Geschichte der Medizin, das eine einmalige Sammlung von lebensgroßen anatomischen Wachsmodellen enthält (Wachspräparatesammlung). Sie wurden vom Kaiser 1780 nach einem Besuch in Florenz beim Florentiner Physiologen Felice Fontana und dem toskanischen Anatomen Paolo Mascagni in Auftrag gegeben. Die besonders realistisch wirkenden Figuren wurden aus ukrainischem Bienenwachs modelliert."
Rainer Metzger schreibt in "Der Tod bei der Arbeit, Gewalt der Bilder : Bilder der Gewalt, Ein Führer für Wien":
"Denn da ist keine Stelle, die dich nicht sieht. Pro Geschoss fügen sich 28 Zellen in die Kreisordnung, jede ausgestattet mit zwei Betten und einem Mauerschlitz als Fenster nach außen. Nach innen zu, zum wiederum kreisrunden Hof, gehen die Türen, und sie sind in einer Exaktheit radial angeordnet, dass eine einzige, in der Mitte postierte Aufsichtsperson alles im Blick und damit im Griff hat. Um das Auge des Aufsehers, gleichsam die Nabe eines Rades, dreht sich das Geschehen. Dieses Auge ist das Zentrum der Anlage, denn es gilt die Internierten gut unter Kontrolle zu halten, die geistig Verwirrten, die „Narren“, für die dieses nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen gestaltete Etablissement geschaffen wurde.
Neu, das bedeutete in jenem Jahr 1784, als der „Narrenturm“ eröffnet wurde, mit dem luziden Geist der Aufklärung versehen. Wer dort einsaß, hatte ein spezifisches Krankheitsbild vorzuweisen: Früher, in den alten Hospitälern, war alles zusammengefasst, was es an Delinquentem, Pathologischem, Straffälligem und sonst wie aus dem Verkehr Gezogenem gab. Der „Narrenturm“ dagegen war Ergebnis eines strengeren Vergleichs, einer besseren Analyse und einer individualisierenden Methode. So gesehen ist dieses Gebäude eine Vorform der Nervenheilanstalt. Therapieren und Beaufsichtigen gingen Hand in Hand.
Eine solche Komplizenschaft von Heilen und Hindern macht den „Narrenturm“ zum Paradebeispiel für jenes Regime, das Michel Foucault in seiner 1975 erschienenen, epochalen Studie „Überwachen und Strafen“ eingehend und mit Folgen für die Theorie der Moderne überhaupt untersuchte. Es gab eine genuine Architektur für dieses Regime, jene Rundbauten mit zentralem Kontrollraum, wie sie der Narrenturm exemplarisch zeigt. Im Jahr 1791 wird ihr der britische Physiokrat Jeremy Bentham einen Traktat widmen. Seither nennt man das planerische Prinzip „Panopticon“. Foucault übernahm davon seinen Begriff einer „panoptischen“ Gesellschaft.
Die Panoptik ist für Foucault eines der Charakteristika der gesamten Moderne, bezeichnend besonders für ihren Umgang mit der Gewalt. Diese Gewalt übt sich nunmehr in bis dato unbekannter Subtilität und Zurückhaltung aus, sie wird geradezu einschmeichelnd, indem sie sich in die einzelnen Personen selbst verlegt. Gewalt sublimiert sich zur Disziplin. „Die Disziplin“, so Foucault, „hält eine aus Beziehungen bestehende Macht in Gang, die sich durch ihre eigenen Mechanismen selber stützt und aufsehenerregenden Kundmachungen ein lückenloses System kalkulierter Blicke vorzieht. Dank den Techniken der Überwachung vollzieht die Physik der Macht ihren Zugriff auf den Körper nach den Gesetzen der Optik und der Mechanik und in einem Spiel von Räumen, Linien, Schirmen, Bündeln, Stufen und verzichtet zumindest im Prinzip auf Ausschreitung und Gewalt. Diese Macht ist scheinbar um so weniger körperlich und physisch, je gelehrter und physikalischer sie ist.“
Um in der Rekonstruktion zum panoptischen Prinzip der Moderne zu gelangen, ließ Foucaults Darstellung keine Gelegenheit zur Drastik aus. Berühmt geworden sind die minutiös schildernden Augenzeugenberichte, die der Meisterdenker in seinem Buch zitiert, um die Politik der Martern, wie sie in den diversen Ancien Régimes praktiziert wurde, vor Augen zu stellen. Eine solche Politik der Schmerzzufügung, die bevorzugt um die Autorität des Souveräns bemüht ist, wird im Zeitalter der Nationalstaaten dann aufgelöst. Nicht, dass es keine Folter mehr geben würde, doch selbst die krassesten Totalitaristen des 20. Jahrhunderts verabreichen sie hinter den Kulissen. Offizielle Praxis sind nun die Maßnahmen der Disziplinierung, ihre Instanzen die Arbeitslager und Gefängnisse, Besserungsanstalten und Erziehungsheime.
Doch auch diejenigen, die nie auf-, geschweige denn straffällig geworden sind, unterliegen deren Techniken der Einvernehmung, Uniformität wird produziert von den vielerlei Mikro-Justizen, die die Gegenwart seit 200 Jahren beherrschen. Foucault zählt einige auf: „Eine Mikro-Justiz der Zeit (Verspätungen, Abwesenheiten, Unterbrechungen), der Tätigkeit (Unaufmerksamkeit, Nachlässigkeit, Faulheit), des Körpers („falsche“ Körperhaltungen und Gesten, Unsauberkeit), der Sexualität (Unanständigkeit, Schamlosigkeit)“.
Individualität ist dabei, so rekonstruiert es Foucault in einer der spannendsten Volten seines gesamten Werkes, das durchaus unbeabsichtigte Ergebnis. Der Macht geht es um Disziplinierung und Uniformierung, und ihre Mittel, sie durchzusetzen sind Beobachtung und Kontrolle. Doch wer genau hinsieht, entdeckt bevorzugt die Unterschiede. In dieser exakt justierten Optik tun sich plötzlich Besonderheiten auf. Wer gleichschalten will, muss mit jedem auf eine spezifische Weise verfahren. Der genuine Mechanismus der Moderne ist damit die Entdeckung der Differenz über das Bestreben nach Entdifferenzierung.
Wer in den „Narrenturm“ kam, war dort, um von der Gesellschaft entfernt zu werden. Doch wer dort war, konnte damit rechnen, so etwas wie Patientenstatus zu bekommen. Wer dort war, dem konnte geholfen werden, wieder, wie es so heißt, ein „nützliches Mitglied der Gesellschaft“ zu werden. Wem geholfen wurde, der bedurfte keines Gewahrsams mehr. Deren Funktion übernahmen dann wieder das Selbst und seine Kontrolle."
Anmeldung Telefonisch (01/40686-722), schriftlich oder per E-Mail bis 2 Wochen vorher: "Wir werden Ihnen umgehend antworten."
Nach Wikipedia ist Wien noch vor Zürich und Auckland in Neuseeland die Stadt mit der höchsten Lebensqualität, vielleicht weil man in keiner dieser Städte begraben sein will. Beim weiteren Lesen bleibe ich beim Leben von Richard Löwenherz hängen, den die Schweinepriester hier gefangen genommen haben um mit dem für seine Freilassung erpressten Geld die Stadt zu erweitern. Aber ist schon ein Weilchen her, der Mann war auf dem Rückweg vom 3. Kreuzzug:
Am 21. Dezember 1192 traf er in Erdberg, einem Vorort von Wien, ein. Er schickte einen Vertrauten in die Stadt, um Lebensmittel einzukaufen. Es fiel auf, dass ein einfacher Mann mit größeren Mengen morgenländischen Geldes zahlte. Man folgte ihm nach Erdberg in ein kleines Gasthaus (Eckhaus Erdbergstraße 41/Schwalbengasse 17). Dort fasste man Richard Löwenherz.
Richard Löwenherz wurde Leopold V. vorgeführt und zu Hadmar von Kuenring nach Dürnstein gebracht.
Letztlich erledigte ihn der Wundbrand nach einem Armbrustschuss, der Schütze wurde gehäutet. Schindung ist ein anderes Wort dafür, auch nicht uninteressant: Die Schindung Ilubiʾdis ist im Saal VIII (Platte 25) in Nimrud bildlich dargestellt.
Nach Mitternacht ins Traumreich.


Montag, 2. IV. 12, Sonne:
Wien, Pulverturmgasse 16, Wohnzimmer: Hyperventiliere und fluche, dass es eine Art hat. Sehe gleich schlimmste Unmöglichkeiten, wen könnte ich anrufen, der einen Schlüssel von meiner Wohnung hat, um an die PIN-Nummern zu kommen? Und selbst wenn ich Andrea erreiche und die Nummern kriege, die Begrenzung auf 1000 Euro pro Tag macht es sowieso unmöglich, schnell zu überweisen.
Also zwar kein falscher Alarm, aber längst nicht so schlimm wie befürchtet.
Nach einem Tag voller Frösche in der Donaumetropole kaltes Wiener Schnitzel auf Brot zum Nachtmahl, herrlich.
Gegen 10 werfe ich den Klapprechner nochmal an, um die Notizen von heute in die Ewigkeit zu tippen.
Habe mich heute viel mit Tex Rubinowitz über die Charles Bukowski Society unterhalten.


Dienstag, 3. IV. 12, sonnig:
Wien, Stadtpark: Kann im Narrenturm nicht widerstehen, mir von Heinrich Ammerer "Am Anfang war die Perversion" über Richard von Krafft-Ebing und von V. F. Sammler "Faszination und Ekel" über das gerade besuchte Pathologisch-anatomische Bundesmuseum zu kaufen.
Wien, Stadtpark: Sehr unbefriedigend bei meiner doch recht neuen Kamera ist die kurze Zeit, die der Akkumulator sie in Betrieb halten kann. Keinen intensiven Fotografiertag hält er durch.
Nachmittagsschlaf im Stadtpark, Schokolade,
Wien, Gartenbaukino: Melanges und Himbeerkracherl im Pückl (?) Haben uns das richtige Kino für "Take Shelter" ausgesucht, oder vielmehr von Tex empfohlen bekommen. 15 Personen sitzen in dem Saal, in den 500 passen würden, vor der 100 Quadratmeter großen Leinwand.
Magischer Realismus mit gelungenerm Spannungsbogen von Anfang an, geheimniskrämerischer aknenarbiger Bohrarbeiter, Michael Shannon, mit hübscher rothaariger Frau und tauber Tochter leidet unter stürmischen Alpträumen samt Bettnässens. Warum er seiner Frau nichts sagt? Wahrscheinlich aus dramaturgischen Gründen. Der Hausarzt verschreibt ihm ein Beruhigungsmittel, daraufhin verstärken sich Hallzinationen, er kotzt und seine fixe Idee, einen Sturmbunker zu bauen, verfestigt sich. Seine Frau ist nicht begeistert, er kann nicht drüber reden.
Erst als er sich die ½e Zunge abgebissen hat, rückt er endlich mit der Sprache raus.
Jedenfalls sehr viel ungefährlicher als meine Pläne, Pilot zu werden.
Memoiren: Meine Welt war zersplittert, Frösche hatten die Herrschaft übernommen und ich versuchte es zu dokumentieren, so wie ich alles zu dokumentieren suchte: Leuchtende Tiere, Fahrräder, Hubschrauber, Poller, gigantische Ungeziefer, die die Wände hochkrochen, Riesenkraken, die sich überall breitmachten...
Er ruiniert das ganze Leben der Kleinfamilie und es tut gut, dass er endlich auf die Fresse bekommt, schizophren oder nicht.
Wohltuend offenes Ende.
Wien, Pulverturmgasse 16, Wohnzimmer: Nudeltöpfe als Nachtmahl, die wir noch in der U-Bahn-Station Spital-irgendwas verspeisen.
Bei mir lese ich in Wolfgang Herrndorfs Blog, er scheint schon nach einem Titel für sein nächstes Buch zu suchen. Oder aber er ist unter die Lyriker gegangen:
Bleib, mein goldener Vogel
Und tanze durch die Tränen
Und flüstere mir vom Leben
Im Himmel warten Bäume auf Dich
Man sagt sich mehr als einmal Lebewohl
Rückruf ins Leben
Malt Mami jetzt den Himmel bunt?
Wie ich den Krebs besiegte und die Tour de France gewann
Mut und Gnade
Wunder sind möglich
Arbeit und Struktur
Letzten Freitag beim Fußball konnte ich wohl nach seiner Schulter fragen, sonst nichts.


Mittwoch, 4. IV. 12, sonnig:
(Wien, Pulverturmgasse 16, Wohnzimmer, 6. IV. 12:) T: Ein Hubschrauber ist heil gelandet, inspiziere das Fluggerät. Wir machen uns Sorgen um Ines, einen Anruf müssten wir von ihr bekommen, dass sie heil zurück sei. In Quitzöbel, will einen Zettel schreiben um den Nachbarn über die geänderten Hausnummern Bescheid zu geben. Gespräch mit Gunnar, ich soll ihm was auf der Gitarre vorspielen, es wird ein elendes Geklampfe. Mit den Preisen für CDs von meinem Feature, zu denen ich sie übers Internet anbiete, hätte ich mir mit Uta soundso, der Attentäterin von Lafontaine, zum Feind gemacht.

Zeitplan: 7.30 Uhr aufstehen, 8.15 Packen, 9 Uhr Start, 10.05 Ankunft der Kollegen von Berlin.
Bekenntnisse: In der Familie meines Vaters litten alle Mitglieder von mittlerem Lebensalter ab an Herzaffektionen, mein Vater selber war abwechselnd nervös und hysterisch, trank viel Cognac und Pfefferminzgeist und wurde mit Anfang 70 Morphinist. Er starb mit 85, nachdem er 10 Jahre stark gezittert und noch im hohen Alter ein sexuell ausschweifendes Leben geführt hatte.
Die Brüder meiner Mutter waren Alkoholiker und machten ihrem Leben durch Suizid ein Ende. Sie selber hatte schon früh begonnen zu onanieren und ihre Nerven waren dadurch zerrüttet.
Alle Familienmitglieder litten an häufigen Pollutionen, was gemeinsame Urlaubsreisen und Familienfeste zur Qual machte ...
Es hatte in der Familie schon mal einen Lyriker gegeben. Die Ärzte hatten es zwar als Alzheimersche Krankheit diagnostiziert, aber wir lasen es immer wieder, und wenn das keine Lyrik war, was dann?

Bleib, mein goldener Vogel
Und tanze durch die Tränen
Warum untersage ich mir,
jene Mitgliedschaft in der Waffen-SS beim Namen zu nennen,
seit vielen Jahrzehnten?
Flüstere mir vom Leben!
Im Himmel warten Bäume auf Dich
Das Verschweigen dieses Tatbestandes,
dem sich mein Schweigen untergeordnet hat,
empfinde ich als belastende Lüge
und Zwang, der Strafe in Aussicht stellt,
sobald er mißachtet wird;
das Verdikt "Waffen-SS" ist geläufig.
Man sagt sich mehr als einmal Lebewohl.

Auch ich hatte früh begonnen zu onanieren und seitdem keinen einzigen Tag damit ausgesetzt, abgesehen von den Tagen, an denen ich vor Rückenmarksschwindsucht nicht erwachte.
Auch meine Freunde waren alle geisteskrank, jedenfalls soweit ich das beurteilen konnte, und wenn man Alkoholismus dazuzählte waren sie sogar polypathologisch.
Wir tragen uns jeden Dienstag in einer Tanzwirtschaft, wo wir gegen Freigetränke als Eintänzer arbeiteten. Zum Glück hört heutzutage die Beherrschung der Standardtänze nicht mehr zu den geforderten Fertigkeiten und seit der Einführung von Pogo und Breakdance wurden unsere epileptischen Anfälle als besonders gelungene Einlagen gefeiert.
Speed lunch gibts im Hotel mit Zuzana, Michal, Zuska, Wolfgang und natürlich Konrad und Spider, die durch Schlafmangel etwas wortkarg sind. Dass ich das Gespräch auf öffentliches Masturbieren bringe wird mein Renommee nicht zwangsläufig verbessern.
Gehen später hoch, um den slowakischen Präsidenten in seine feiste Visage zu rotzen.
Die Lesebühne Bratislava vs. Berlin findet im Dunaj statt, über den Dächern von Pressburg reizvoll gelegen, schön voll, angenehmes Echo sowohl bei den deutschen wie auch bei den slowakischen Texten. Hall und lauter Kneipenpegel.
Man ist sich ja nie ganz sicher, ob es wirklich alles nett ist, was die ausländischen Kollegen über einen erzählen:
"Etna Scheßik ekrekowa Lesebühne damischnak schona Bratislavi Knischke eßejol Adolf Hitler antopunesk rewliko glosni "Mein Kampf" glaknjatki spajoßki doruki Falko Hennig." Wird schon freundlich sein.


Donnerstag, 5. IV. 12, Bratislava sonnig, Wien bedeckt:
Wien, Pulverturmgasse 16, Wohnzimmer: Heute Abend werden wir uns im Bellaria, das angeblich nach Tod stinken soll, passenderweise "Die Eiserne Lady" ansehen.
Wien, Pulverturmgasse 16, Wohnzimmer: Verschwendung von Lebenszeit, ein kurzer Artikel über das unausstehliche Schrappnell hätte einen vielfachen Erkenntnisgewinn gebracht.
http://www.sueddeutsche.de/g5D38T/558866/Vergleich-im-Plagiats-Streit.html
Vergleich im Plagiats-Streit
München - Im Streit um ein wegen Plagiaten vom Markt genommenes Buch haben die Berliner Universitätsklinik Charité und der Schriftsteller Falko Hennig ihren juristischen Streit mit einem Vergleich beigelegt. Hennig verpflichtete sich, der Klinik 5000 Euro zu zahlen. Die Charité hatte ursprünglich mehr als 19000 Euro an Honoraren zurückgefordert. Im Februar hatte das Landgericht Berlin unter reger Anteilnahme von Künstlern über den Fall verhandelt. Der Vorsitzende Richter sprach von einer 'unübersichtlichen Gemengelage'. Hennig war als Honorarkraft für eine Festschrift engagiert worden, die die Charité im Jahr 2010 zu ihrem 300-jährigen Bestehen herausgab. Zwischen Hennig und der Charité entbrannte ein heftiger Streit wegen der Plagiate. Die Klinik sah Hennig in der Verantwortung. Dieser stritt sie ab und wehrte sich: Es habe weitere Autoren gegeben, zudem habe er keine Korrekturfahnen erhalten. Dem Gericht bleibt es nun erspart, den Fall zu entscheiden. tvs
(Wien, Pulverturmgasse 16, Wohnzimmer, 6. IV. 12:) 1500 Fotos von der vollen Speicherkarte auf die Laptopfestplatte kopieren und eins aussuchen für die Allgemeinheit.


Karfreitag, 6. IV. 12, wechselnd:
Wien, Pulverturmgasse 16, Wohnzimmer: Verspüre die Leiden Christi am Kreuz als Zwicken meiner Hämorrhoiden, also ist es höchste Zeit, ihnen mit dem Analdehner entgegenzuwirken.
Statt meine Pressburger und Wiener Notizen abzutippen dudle ich zweckfrei auf FB herum und twittere Fotos, gegen 1 Zeit für Frühstück und Dauerlauf.
Renne die Sternwartgasse hinauf an den ganzen Botschaften vorbei, um den jüdischen Friedhof herum, Tor steht wegen werkelnden Bauarbeitern offen, so dass ich eine kleine Fotografier-Orgie veranstalten kann.
Werde mir nachher im Filmcasino "Iron Sky" ansehen, merkwürdigerweise wollen meine Töchter nicht mit, obwohl es um Reichsflugscheiben der Nazis geht:
Gegen Ende des 2. Weltkrieges gelang es den Nazis von einer geheimen Basis in der Antarktis aus, mehrere Raumschiffe ins All zu schicken. Auf der dunklen Seite des Mondes errichten sie die Basis Schwarze Sonne, wo sie ihre Kräfte sammeln und an dem Aufbau einer gewaltigen Mehr »Invasionsarmee basteln. Im Jahre 2018 kommt der amerikanische Astronaut James Washington bei einer Mondmission der Basis der Nazis gefährlich nah und wird von diesen gefasst. Obwohl er angibt, dass seine Mondmission nur eine PR-Aktion für die US-Präsidentin sei, sehen die Nazis in ihm einen Kundschafter für den bevorstehenden Angriff der Erdstreitkräfte. Um diesen zuvorzukommen und seinerseits einen Angriff auf die Erde vorzubereiten, schickt Mondführer Kortzfleisch zwei Naziagenten auf die Erde: Den skrupellosen Klaus Adler und die idealistische Renate Richter.
Erst nach 17 Uhr endlich an die Notizen von vorgestern, wenigstens das schaffe ich.
Wien, Pulverturmgasse 16, Wohnzimmer: Ein Meisterwerk des Trash! Man merkt aber an manchen Szenen, dass sie dann doch nicht genug Geld hatten, ums ganz fertig zu drehen.
Dieses ist mein letzter Tweet aus dem schönen Wien, morgen früh gehts heeme.


Samstag, 7. IV. 12, wechselnd:
Pult: Fotos sortieren bis gegen 12, dann Brötchen essen und ins Bett.
Bis nach 2, leidlich ausgeschlafen bei Kaffee weiter in der Lektüre der Krafft-Ebing-Biografie.
Murkse in meinem kleinen Reich herum, alles ist voller Dreck, hänge Wäsche ab, Staubsaugen sehr überfällig.


Ostersonntag, 8. IV. 12, wechselnd:
Pult: Lege endlich einen Ordner für „Die große Welle vor Kanagawa“ aus Katsushika Hokusais (葛飾 北斎) „36 Ansichten des Berges Fuji“ an.
12 Uhr Aufbruch zum Ostereierbemalen zu Kirsten.
Ich habe gerade am Bahnhof Bellevue den Osterhasen fotografiert!
(Zug Gesundbrunnen - Alex, 9. IV. 11:) Frage Karsten, ob ich Teile seiner äußeren Persönlichkeit für den geisteskranken Plagiator nehmen kann, wie immer bestreitet er, ein Zwerg zu sein. Ob ihm die medizinisch korrekte Bezeichnung Gnom besser gefalle? Was ich meine, seien wohl Kleinwüchsige, aber auch dazu gehöre er nicht, er sei 1,51 Meter groß und bei einem Zwergenkongress sei er der größte gewesen.


Ostermontag, 9. IV. 12, sonnig:
Schreibtisch: Signiere und datiere meine Ostereier und verpacke das Disco-Ei recht kunstvoll.
Die Fotos auf die FB-Ostereier-Seite hochzuladen dauert wieder Äonen, und in 20 Minuten fährt der Zug von Gesundbrunnen!
Zug Gesundbrunnen - Alex: Mit leichten Kopfschmerzen auf, Aspirin-Complex-Lösung, Kaffee und Kuchen zum Frühstück, mit Fahrrad Barnim rauf, mit Zug wieder runter, durchs Urstromtal unter der Spree durch und Teltow wieder hoch.
Bahnhof Ludwigsfelde: Finde Papa im schrecklichem Zustand zuckend und zitternd vor seinem Schreibtisch liegend vor, ob er in der Nacht aus dem Bett gefallen oder am Morgen auf dem Weg ins Bad gestürzt ist, kann er nicht sagen. Mit Mühe bekomme ich ihn in den Sessel gehievt und rufe gegen seinen Willen Notfallsanitäter. Sein Gesicht ist mit Teppichfusseln und Augensaft verklebt, voller Schürfwunden und Hämatome.
Zug Ludwigsfelde - Gesundbrunnen: Erst als ich ihm anbiete mit- und heute Abend nochmal vorbeizukommen, willigt er ein. Verlasse ihn dort in der Notaufnahme im beruhigenden Wissen, dass er nicht weglaufen kann.
Rangsdorf, Kaffee und Kuchen, Domino, Ente mit Rotkohl und Kartoffeln, Wien-Bilder der ersten beiden Tage ankucken. Heidi mit den Kindern am Bahnhof absetzen und wieder ins Ludwigsfelder Krankenhaus.
Es heiße nicht Gebiss, belehrt mich der Bettnachbar meines Vaters, sondern Prothese, alle sagten das falsch. Hole seine Zähne und seine Brille aus der Rosa-Luxemburg-Straße
Mit einer Träne im Auge nach Berlin, aber nur wegen des Windes.


Dienstag, 10. IV. 12, wechselnd:
Schreibtisch: Dringend zu erledigen: Überweisung, Anrufe im Krankenhaus und bei den Johannitern, Dankesbriefe für Spender verfassen. Thilo Bock schaffe ich es, gleich anzurufen und mit ihm die Piano-Einzelheiten abzukaspern.
Das ungesunde Bockwurstfrühstück für 1,35 Euro bei Kaiser's, hoch zur Sparkasse, fünf Riesen überweisen und in der Kapelle FAZ-Lektüre:
SS-Männer, die den Staat Israel kritisieren, werden sich aus biologischen Gründen nicht mehr lange zu Wort melden. Statt des angeblichen Gewissens der deutschen Nation haben wir es mit ihrem unterdrückten Unterbewusstsein zu tun. Heather Horn "The Atlantic" erinnert Grass' Gedicht an einen Absatz, der in Schnipsel geschnitten und sodann in Glückskekse gesteckt wurde. Erstaunt ist "The National Interest", dass Grass das Unmögliche vollbracht und seinen Ruf noch mehr beschädigt hat. Ein Fall für die Geriatrie? "Heeb" wundert, wie sich "this alte-kacker" mit seinen hochgejubelten Haufen des Nichts und diesem lächerlich schlechten Gedicht überhaupt äußern könne. Das Internationale Seerecht müsse nach Israels Einreiseverbot noch um Fahrverbot wegen "klabauterhaftem Flunkern und Grimassenschneiden durch reimunfähige Dichter" erweitert werden. Carl Schmitt fordert in "Die unbedachte Greisenäußerung als völkerrechtlicher Ausnahmezustandsauslöser" Sperrfeuer aus Kanonen nicht nur auf Spatzen sondern auch auf Meisen und Vollmeisen.
Nachdem er Dean Reed in den Suizid getrieben hat, ist ihm Mike Wallace 93jährig ins Jenseits nachgefolgt.
Für eine Lotterie zugunsten ohrloser Ohreulen würde ich vielleicht auch noch zum Glücksspieler werden.
Schreibtisch: Aldi, Postamt, "Staub" an Helmut in Wien, glücklich bei mir, kann kurz telefonieren. Grundgefühl derzeit: Traurigkeit.
Sofa: Verschicke die Email mit Wiener Fröschen an Ulrich Seidler.
Vor den Simpsons Beginn des Sortierens der Bilder von den ivorischen Friseurläden.
Pult: Der Fernsehbildschirm zeigt ein stark bikonkaves Bild, das Ende der Röhre?Hat jemand Erfahrung? http://pic.twitter.com/9sj7C8s7 Grauenhaft, und das in dieser schwierigen Lebensphase! Was soll ich nur tun? Radio hören?
Koche mir einen Blumenkohl, der mir hervorragend mundet, 20 vor 10 nochmal einkaufen, brauche Toilettenpapier, Muskat.
(Pult, 11. IV. 12:) Endlich habe ich meine Sammlung ivorischer Frisörreklamen geordnet, voilà! https://picasaweb.google.com/107798941061096407821/IvorischeFrisorreklamen?gsessionid=9wG76z2LTXZVc5gdOSTchg#
Mit welcher Art von Brille kann man einen bikonkaven Bildschirm korrigieren?
Zum Ausklang des abenteuerlichen Tages in umgekehrter Fischaugenoptik Polizeiruf 110 von 1972 "Ein bißchen Alibi" beruhigend schwarzweiß. Stachelbeerwein, Opa Hoppe hat sein ganzes Vermögen in bar zu Hause, wette mal, das er dafür sterben muss. Betrunken wanken die Kriminellen nächtens aus der Mitropa und verlangen nach mehr Schnaps, um sich für ihren Mord zu ermutigen oder begehen Ehebruch.
Die unvergessene Helga Hahnemann in diesem Alkoholiker-Drama, ist der Sozialismus an Trunksucht untergegangen oder hat er dadurch gehalten? Helga als teigige junge Frau, sie war keine üble Schauspielerin. Opa Hoppe im Catchup, schreiend rennt die Finderin durchs Treppenhaus. Wieso hat der Täter mit labiler Körperhaltung seine Schuhe hinterlassen? Dadurch weiß die Polizei von seinen Schweißfüßen, an denen sie ihn überführen kann. Oberleutnant Fuchs genehmigt sich einen Cognak beim Verhör. Opa Hoppes Hut ist gestohlen worden, der Ehebruch gibt das Alibi. Der Täter hat Hut gebracht und dafür Leben genommen. Bierbrauerschleim ist die nächste heiße Spur und die 7 Nägel im Schuh führen zu einem greisen Schuster und von dort zu einer Malzbude. Könnte der Spast Bodo Wendler mit der Hornbrille der Tötungsverbrecher sein? Er nimmt die Beine in die Hand und rennt durch den Bezirk Potsdam, die Polizei verfolgt ihn im Wartburg Tourist, aber da hat er sich schon erhängt. Eine Prostituierte ist auch in Ehebruch und Mord verwickelt und hat den Spast wegen seiner Weigerung: "Du Waschlappen!" beschimpft. So muss sie Opa Hoppe selber ermorden, unangenehme Stimmung nach der Tat bei den Beteiligten. Fuchs: "Wendler ist tot. Selbstmord!" Happy End.


Dienstag, 11. IV. 12, wechselnd:
Pult: Bin zu Hause mittels Internet-Handy über Verspätung von Gesundbrunnen besser informiert als die wartenden Reiselustigen auf dem Bahnsteig.
In Papas Wohnung, dann ins Krankenhaus, höllisches Piepen bei den von Hämatomen dunkelblauen Patienten der Inneren in Ludwigsfelde. Der neue Genosse sieht, was man kaum für möglich halten möchte, noch schlimmer aus, als mein Vater. Was ihm denn Grauenhaftes zugestoßen sei?
Transporteure nach Potsdam ins Ernst-von-Bergmann: "Hände auf den Bauch, eins, zwei und ruck!"
Sie machen sich und mir keine Illusionen, nach 6 Jahrzehnten Alkoholismus und keinerlei Einsicht in die Krankheit ist Therapie verschwendet.
Papa wird heute noch in Potsdam operiert respektive kathetisiert, nach Treffen mit Johanniterinnen von Sozialstation in der Bahn zum Fußball.
Habe in Ludwigsfelde ein Pfund Deutschen "Royal" Spargel aus der Altmark und Gut Pfälz gekauft, wer heute Abend mitessen will: Melden! Es ist auch ein Experiment, ob FB zu solchen Verabredungen taugt, meine Erfahrung bisher: Kein Stück.
Beim Fußball spiele ich für meine Verhältnisse ziemlich tadellos, vier gegen vier, schieße circa fünf Tore. FAZ-Lektüre in der Choriner- an der Lottum-.
Berliner als Hausärzte: Kranke Fernseher werden in Hoffnung auf Besserung an Plätzen und Straßen mit frischer Berliner Luft ausgesetzt.
Gute Nachricht: Beim Fernseher liegts nicht an Bildröhrehre sondern an Steuerungseinheit. Schlechte: Reparatur 120 €. http://pic.twitter.com/EQ668yDx
Dass Grass nun Israel mit der DDR und Burma gleichsetzt wird ihm die verlorenen Herzen nicht zurückfliegen lassen.
Der Spargel ist geschält und samt einem Viertel Blumenkohl aufgesetzt, die schöne Zeit hat begonnen.
Schreibtisch: Buche Rückflug von Bukarest, eine ziemliche Balkanreiserei steht da im Mai an.
Chronik in Bezug auf Bratislava zurechtstutzen.

www.Falko-Hennig.de

Donnerstag, 12. April, 18-21 Uhr, K80 Galerie, Kollwitzstr. 80 (Berlin)
Ausstellungseröffnung Doppelspiel
mit Kirsten Klöckner und Klaus Staeck

Freitag, 13. April, 20 Uhr, Multilayerladen am Kottbusser Tor
im hof des nkz Adalbertstr. 4 unter der Spiegelkugel:
Vernissage "Freitag, der 13." von Meikel Neid (Cartoons)
mit vielen famosen Gaesten.


MÄRZ

Donnerstag, 1. III. 12, grau:
Pult: T: In einer Druckerei, in der ich eine Änderung in meinem Pass beantragen soll, da ich in der Schweiz geboren bin, habe ich Anspruch auf einen mit dreifacher Staatsbürgerschaft. Doch eine Frau lehnt es ab, gehe durch die Halle der Druckerei, smalltalk mit verschiedenen Bekannten aus der Lehre. Zum Bahnhof Schöneweide, gerade trifft der Zug nach Potsdam ein, den ich nehmen muss, gehe über die Gleise.

Beschicke alle meine Bekannten in Berlin Kreuzberg, die Anwohner der Wrangel sind, damit morgen jemand zu der Lesung in der TeilnahmeRei kommt.
Meine 1te Heldentat des Tages: Aufräumen des Schreibtisches. Höre dazu "Stimmen der Vögel, in Haus, Hof und Garten".
Gegen 2 gehe ich ins Kaffeehaus, um mal wieder einen Schimmer davon zu bekommen, was die Welt so umtreibt.
Sofa: FAZ, Bundesgerichtshof hat eine Verurteilung wegen Mordes aufgehoben da sie auf abgehörten Selbstgesprächen beruht, aber die Gedanken sind auch dann frei, wenn sie im Auto aus dem Mund kommen.
Erfahre viel über Schlaufenknotmaschinen, diese "Nähmaschinen für Fleischer" durchstechen Fleischstücke mit einer Aufhängeschlaufe. Fleisch unter die Nadel, Eintaster auslösen, Durchstich mit Original-Schad-Maschinenbindfäden aus Polypropylen, der Knüpferapparat knotet. Ein Doppelmesser schneidet Aufhängeschlaufe ab und schon kann Fleisch geräuchert, gekocht oder transportiert werden. Auf Wunsch wird Maschine mit Rauchstockanlagen, pneumatischer Schlaufenverlängerung oder erhöhtem Nadelstand für dicke Schweine geliefert. Die Pfote muss gegen den Schweinefußspreizer gedrückt werden, um für den Einstich eine weiche Stelle zum Aufhängen der Hinterschinken zu erzeugen. Durch den Erfolg der Schweineschlaufenknotmaschine konnte sich die Firma Rudolf Schad in der Fleischereimaschinenbaubranche etablieren.
Weitere Renner aus Hosenfeld: Entschwartungssysteme und Netzeinziehgeräte für Netze aus essbarem, vegetarischen Nutrafilm für zarteren Biss. Motto des Unternehmens: "Schlaufen sind nicht Wurst!" Danke, Julian Kreß, fur die Recherchen!
Aber ich kann dem Blatt noch ein weiteres wunderschönes Wort entnehmen: Bundespräsidentenkandidatenfindung.
Radle zum Lidl und kaufe Lachs, Suppengrün, zu Hause Abwasch und mit Ella Bereitung einer köstlichen Suppe mit Apfel, Heidi leistet uns dazu Gesellschaft.
Mit Lisa Sichtung ihres lustigen Films.
Laktosefrei Milch, Weichweizengrieß und alkoholfreies Bier, im Freudenhaus zwei Erdinger in Gesellschaft von Bitomsky, eine Gartenbank war ihm von einem Nachbarn zugesagt worden, aber der hatte sie schon weggegeben.
Leider musste Klaus Reinhold mir für den Parkinson-Abend absagen, aber vielleicht können wir ihn per Skype zuschalten.


Freitag, 2. III. 12, grau:
Schreibtisch: Beginne mit der Gestaltung des Werbezettels Hanns Eisler/Hämorrhoiden und verschicke sie zur Korrektur.
Knapp 300 Redaktionen angeschrieben und Griechenland-Artikel angeboten, warte den Rücklauf schlafend im Bett ab.
Was ich von meiner to-do-Liste inzwischen erledigt habe:
-Berliner Finanzfrau anrufen
-Schreibtisch
-Mail wg. Feature
Sofa: Durch Kartoffelsuppe mit Grießklöschen befeuert die Teltowkante in der Hasenheide hinauf radeln und in die Flughafenstraße.
Marc Lubosch heißt der Bekannte von Jakob aus Punkzeiten, den ich neulich bei Eva getroffen habe.
Hinunter mitten ins Berliner Urstromtal, wo die Panke in die Spree mündet, hoffentlich das letzte mal in Sachen Charité, die zum Ende kommen wird.
Erwische bei mir Ella, die sich gerade auf den Weg macht, mit ihr und Lisa die Spree flussaufwärts überquerend in die Wrangelstraße an der Oberbaumbrücke. Heitere Stunden in der MitmacherRei, ach nee, TeilnahmeRei.
Gegen 9 zurück.


Samstag, 3. III. 12, sonnig:
Schreibtisch: Fußball, als ich Horsts signierten Ball sehe, glaube, dass es ein offizieller mit Unterschriften einer Nationalmannschaft versehener ist, sage ich:
"Da haben die ganzen Idioten unterschrieben." Er stimmt mir zu:
"Das sind die ganzen Museumsdirektoren von Berlin."
Spiele gut, zwei Tore, schöne Flanken, gute Abwehrarbeit. Günter taucht auf, Chemo steht ihm bevor, der Krebs ist wieder da, wenn er denn jemals weg war, am Magen diesmal.
(Zug Gesundbrunnen - Ludwigsfelde, 4. III. 12:) "Abschlüppern", so nennt sich in Stripperkreisen die professionelle Entkleidung.
Schreibtisch: FAZ-Lektüre im Nola's über die Bärengalle-Problematik in China und darüber, dass Wowereit gegen das Votum der Jury des Hauptstadtkulturfonds' 215.000 € für einen sinnlosen Umbau der Turbinenhalle im Kraftwerk Mitte zugeschanzt hat, während Musiklehrer durch Kürzungen ins Prekariat gedrängt werden.
Schreibtisch: Zu Hause esse ich den verfestigten Grießbrei von Lisa, dann noch mit Ella Spätzle mit Pesto und Joghurt, dann nach 16 Uhr zur Mittagsruhe.
Penne bis fast halb 5.
Schreibtisch: Didn't know that my interview with Albert Speer appeared in english.
http://www.spiegel.de/international/0,1518,332781,00.html
(Schreibtisch, 11. IV. 12:) Müsste ich dafür nicht noch Honorar bekommen?


Sonntag, 4. III. 12, sonnig:
Schreibtisch: Fotos sortieren, bevor es mit Kind und Kegel nach Ludwigsfelde & sodann nach Potsdam geht, dort 14 Uhr Ausstellungseröffnung Galerie Sperl.
Zug Ludwigsfelde - Gesundbrunnen: Nachvollziehbar, dass viele in Tarnfarben Gekleidete auf meine Frage, ob ich sie für "Schlechte Tarnungen" fotografieren dürfe, ablehnen. Da dachten sie, niemand könne sie entdecken, und dann komme ich.
Burger: In die Scheide geritten ...
Sofa: Bin todmüde wie immer, aber das wird sich bald bessern, wenn der Frühling kommt. Morgen erkundige mich nach Preisen bei einer Flugschule!
Morgen & übermorgen Dreharbeiten, Donnerstag nach Saloniki, Griechenland retten, ein Fußballspiel gegen den Bundestag steht auch bevor.
http://flugplatz-saarmund.de/amplatz.html


Montag, 5. III. 12, sonnig:
Schreibtisch: Buchstabensuppe zum Frühstück, gleich kommt der MDR ins Haus, drapiere Reliquien von "Staub" auf dem runden Tisch.
Dann wird eine beeindruckende Technik im Zimmerchen aufgebaut, während ich die Flugschulen in Saarmund wegen Probestunden kontaktiere.
Mit Gyrokopter muss ich 7500 € Kosten rechnen bei einer kompletten Sommersaison und zweimal die Woche Unterricht. Mindestens 30 Flugstunden sind nötig. Er hat "Pilot für einen Tag" im Angebot (449,-), 25 Minuten selber fliegen für 99,-, 35 Minuten für 111,-. Insgesamt doch deutlich teurer, als von mir erhofft. Aber auf der anderen Seite: Fliegen!
Stutze etwas, als während der Außendrehaufnahmen zwei meiner Onkel vorbeilaufen.
Ein Schreiben von Anja Reich mit "Kristall Therme" im Betreff ruft bei mir sofort Aversionen hervor, die ich aber überwinden kann.
(Schreibtisch, 6. III. 12:) Noch am Ende der ersten Halbzeit endet unsere Siegesserie, nach 0:3-Führung verlieren wir das Spiel 6:4.


Dienstag, 6. III. 12, sonnig:
Schreibtisch: T: Treffe Heiko auf dem Weg zur Reformbühne, große Freude, besonders nach dem Erdbeben der letzten Nacht ist er froh, wieder hier zu sein.

Endlich ans Abhören meiner Mailbox: 18. II. Robert, der am Dienstag sowieso bei der Gerichtsverhandlung zugegen sei, 19. II. Mutti wegen Papa, Banana bringe ihm die nötigsten Sachen, 20. II. Mario, ich möge ihn zurückrufen, dann nochmal, 22. II. Amory Burcher (?) vom Tagesspiegel, sie hätten es heute alles in der Zeitung, Klaus Reinhold wegen unseres Radio-Abends, Dan sitzt mit Andras an den Eisler-Sachen, ob Eisler-Abend an einem Ort mit Klavier stattfinden könne? 26. II. Ella, wann ich vorhabe, Abendbrot zu essen, ich möge sie anrufen, vielleicht kommt sie auch einfach rüber. 2. III. Mue aus Saalfeld wegen der Lesung am 8. Mai, Poster, Fotos und Kurzbiografien.
Dan nochmal, Papa, er versucht mich nochmal über Handy zu erreichen und meldet sich sonst heute abend wieder, 5. III. Frau Müller, Frau Reich, Papa, Pflegeversicherung habe sich gemeldet, ich müsste ab Freitag um 8 bei ihm sein. Klaus Reinhold, Ex-Fehling: Würde sich freuen, mit mir zu telefonieren, Reise kriegt er leider nicht hin, per skype macht er gerne mit.
RBB ist im Haus, fühle mich wie "Lottogewinner die 2te", sie drehen ohne mich mit Ralf im Wohnzimmer, unterhalten sich über Beziehungsdinge.
In einer Drehpause, es wird zum 100sten mal die ganze Wohnung umgebaut, mache ich mich endlich ans Buchen der Bratislava-Tickets. Teuer, teuer, bin ich schon in einem neuen Schub von Verschwendungswahn?
Bei Kaiser's der Anruf von Frau Daalman, ein Traum geht war, ich kann endlich aus Saloniki berichten! Einige Stichpunkte zu allem, worüber ich mit ihnen reden will, möge ich ihr am 17. oder so schicken, am 20. könne dann das Gespräch sein.
Sonderlich gesund habe ich mich heute nicht ernährt, Bockwurst mit Kartoffelsalat, Spritz- und Pfannkuchen sowie Unmengen Kaffee.
Lade mal wieder aberwitzige Menge Fotos im Internet hoch, auf dass sie die Welt beglücken.
Sofa: Warum Schriftsteller schreiben wird heute in der FAZ beantwortet, das interessiert mich auch. Es sei der Körper, der schreibe und bei Büchern sei wichtig, was nicht drin stehe. Autoren hätten durchaus was zu sagen, aber sie tun es nicht. Max Frisch habe ein gestörtes Körper-Ich gehabt, ooh oh, das habe ich auch, erwischt! Literatur sei verhinderte Kommunikation. Das Werk (übrigens idealer Titel für meine gesammelten Lu-Artikel) steuere das Leben und Schriftstellerei erzeuge ein spezielles Verhältnis zur Welt & positioniere den Autor an den Rand der Gesellschaft. Schöne Scheiße!
Zur Besprechung bestellen: Christian Linder "Noten an den Rand des Lebens"


Mittwoch, 7. III. 12, sonnig:
Schreibtisch: Mein letzter Tag im deutschen Frühling, morgen gehts für 10 Tage nach Saloniki.
Die Werbezettel für Hämorrhoiden/Eisler treffen ein, verschicke sie gleich weiter an die Experten. Aber mache ich mir nichts vor, das alles ist nur Prokrastination vor den Hausarbeiten, die ich mir für heute vorgenommen habe.
Recherche für Parkinson:
Filme: noch sichten: Love & Other Drugs (Love and Other Drugs) 2010 DVD BLU
Sehr gut:
37 Grad: Leben mit Parkinson Teil 1/2
http://www.youtube.com/watch?v=PTFXdv4nRvU&feature=related
Eher nicht so heiß:
Trailer - Zu jung für Parkinson
http://www.youtube.com/watch?v=7p19zY21hGk
Fehlender Geruchssinn Indiz für Krankheit:
"Hauptsache Gesund" - Parkinson
http://www.youtube.com/watch?v=yEHqK1up3-M&feature=related
Musik: Hildegard Knef: Von nun an gings bergab
Sichte eine Unmenge Parkinson-Videos, finde schönes Material, u. a. ein Boxkampf zwischen Muhammad Ali und Michael J. Fox.


Donnerstag, 8. III. 12, sonnig:
Schreibtisch: Allen Frauen und solchen, die es werden wollen, wünsche ich zum Internationalen Frauentag Geld, Gesundheit, Glück und alles Gute.
Vertrödel schon wieder die Zeit vor dem Computer, statt endlich abzuwaschen. Aber jetzt gegen halb 8.
Mehr als die Hälfte der Gläubiger Griechenlands lassen sich auf große Verluste ein, um nicht Gefahr zu laufen, alles zu verlieren. Durch einen Gorilla ist die slowakische Parteienlandschaft durcheinander geraten.
Saloniki, Wohnzimmer: Mein 1ter Pieps aus Griechenland, es regnet.
Viel aufgenommen heute, die fast 10.000jährige Geschichte Griechenlands, immer zogen alle durch und machten alles platt, bis Alexander der Große usw. usf.
(Griechenland, Saloniki, Festivalbuero, 9. III. 12:) Erfahren auf der Fahrt vom Flughafen in die Stadt von der Kartoffel-Bewegung der Bauern gegen die schlechten Preise der Supermaerkte, sie verkaufen die Erdaepfel inzwischen direkt vom Laster.
Kann spannende Ausfuehrungen von Christophoros zur griechischen Krise aufnehmen.


Freitag, 10. III. 11, Regen:
(Griechenland, Saloniki, Festivalbuero, 9. III. 12:) Ob es mehr Bettler gebe als in den letzten Jahren. Christophoros kann es nicht beantworten, aber dass deutlich mehr Menschen aus Bulgarien hier seien, die die Muelltonnen nach Brauchbarem durchwuehlen, das ist ihm aufgefallen.
Als erstes in der Begruessungsbox warten und fragen, dann in einer Schlange im Flur am Akkreditierungstisch, die Email, in der ich nach Details der Akkreditierung nachgefragt habe, ist offensichtlich nirgends angekommen, die Volontaerin sieht erst die Gaestekarten durch, ehe sie genauso erfolglos die fuer die Presse durchsucht.
Fuer erstmalige Journalisten wird eine schriftliche Bestaetigung des Auftraggebers verlangt, als ich mit einem Ausdruck zurueckkomme, ist der Schreibtisch von Lilly Papagianni leer, in einigen Minuten sei sie zurueck.
Spaeter behauptet man, sie sei deshalb so unfreundlich zu mir gewesen, weil ich ohne zu fragen meine Tonaufnahme gemacht haette. Das war es mir wert, aber ich glaube es nicht so richtig.
Im Festivalbuero brennt die Luft am 1ten Tag des 14. Dokumentarfilm-Festivals in Saloniki
Dass der Fahrtstuhl kaputt sei, das muesse ich unbedingt aufschreiben, findet Christophoros.
Ob das Design der Bergruessungsbox wirklich einladend ausgefallen ist?
Sparmassnahmen: Nur noch vier Filme pro Tag darf man mit dem Festivalausweis sehen und es gibt nicht mehr bei allen Filmen im Anschluss Gesspraeche mit den Regisseuren.
Der Film "Love Addict" (DK 2011) ist vom Thema her sehr spannend, aber leider wird es verfehlt. Dabei sind die Protagonisten ueberzeugt: "Ohne ihn sterbe ich." Wenn man wissen will, was Liebessucht ist, wird es einem in diesem Film nicht erklaert. Mit grosser Spannung wartet man, dass sich das Wesen dieser Krankheit erschliesst, aber man wird enttaeuscht. Die Autorin traut nicht einmal selber der Staerke ihrer Geschichte sowie ihren Bildern und spiegelt sie penetrant. Gaenzlich unklar bleibt, was der uebergewichtige Taetowierte, Sohn eines sexsuechtigen, koksenden und sadistischen Vaters mit Liebessucht ueberhaupt zu tun hat. Ist seine Telefonbeziehung gemeint oder hat er eine entsprechende Vergangenheit? Niemand weiss es, jedenfalls verraet es niemand in dem Film. Unheimlich die Speckmaentel, die sich verschiedene Backfische zugelegt haben, die Ich-Erzaehlerin himmelt ein maennliches Modell an und terrorisiert es uebers Telefon, als Therapie ist wohl dieser Film entstanden. Wenn die Lover der verschiedenen Pummelfees das Weite suchen, bleibt kein ausgelassener, sondern nur verlassener Speck zurueck.
"Give up tomorrow" (USA 2011) ist ein Maerchenfilm, aber genauso hat es sich wohl zugetragen. Paco Osmeña heisst der aus relativ wohlhabender Familie stammende Jugendliche, der sich mit unerschuetterbarem Alibi dem Vorwurf des Mordes ausgesetzt sieht. Eine Drogengeschichte des Vaters der Opfer scheint dahinter zu stecken. Labra und Napoleon heissen die korrupten Poliyisten und der nicht weniger bestechliche Praesident Estrada ist ebenfalls involviert. Davidson Rusia ist sone Ratte, auf dessen Falschaussage die Farce beruht, in der Paco erst zu lebenslaenglich, dann sogar zum Tode verurteilt wird, alle Versuche, ihm Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, scheitern. Aber so ganz freiwillig hat ers auch nicht gemacht, sie mussten ihn erst tuechtig foltern. Ocampo heisst der unfaehige Richter, der Freisler von Cebu steckt kurzerhand die fuenf Anwaelte der Verteidigung in den Knast, wenn er nicht gerade waehrend der Verhandlung einschlaeft. Konsequenterweise schneidet er sich nicht viel spaeter Arme und Beine auf und verblutet unruhig in einem Hotelzimmer. Die etwas kroetige Mutter der Ermordeten versucht mit all ihrer Kraft, Paco zu Tode zu bringen. Paco macht sich, nachdem selbst am obersten Gericht und mit spanischem Einfluss nichts zu loeten war, Mut mit: "Morgen kannst Du immer noch aufgeben!" Haeme im Fernsehen, wenn er sich im Gefaengnis nach der Seife buecke, moege er aupfassen, dass er nicht eine andere toedliche Injektion bekomme.
Eine "Justice-for-Paco"-Dauerlauf-Bewegung solls richten, seine naive Mutter bereut bitterlich, dass sie ihn dazu gebracht hat, in dem dubiosen Land zu bleiben. Erst Druck der UN bringt die Schlitzaugen zur Vernunft und sie schaffen die Todesstrafe ab und Paco kann den Rest seiner Strafe in Spanien absitzen. Dort wuerde er sogar frei kommen, wenn er sich nur schuldig bekennt, aber das geht ihm zu sehr gegen den Strich. Aber-, aber-, aberwitzig.
Griechenland, Saloniki, Irakliou Str.: In "Letters from Iran" (F 2011) wird das unsympathische Ländle mit wackligen Handybildern vorgestellt, gefilmt hauptsächlich auf Friedhöfen, wo die Oppositionellen wegen ihrer Ermordung zu Hause sind. Anklagende Klaviermusik samt Geigen überträgt die trostlose Atmosphäre aufs Publikum. In ihrer Verzweiflung über Ahmane Dschihad verbrennen sie Mülltonnen, drei Millionen gehen auf die Straße gegen die Angst, "Wir sind kein Müll!", behaupten sie, was aber auch nicht erklärt, warum sie die Tonnen anstecken. Nur beim Frisör kann offen gesprochen werden. Die wurmartigen Revolutionswächter und ihr Netz aus Verrat und Vergewaltigung.
Die friedlichen Demonstranten jedenfalls werden prompt erschossen. So wichtig und berechtigt das Anliegen ist, so wenig ist zu ertragen, dieses Thema langweilig, viel zu lang und redundant in einem einfach schlechten Film vorgesetzt zu bekommen. Howgh, ich habe gesprochen!
Griechenland, Saloniki, Irakliou Str.: Chillen nach dem ersten Festivaltag, der uns nach den USA, in den Iran, auf die Phillipinen, nach Spanien & zurück nach Griechenland führte.
Dann schreibe ich zur Strafe noch etwas in der Chronik: http://falkohennig.twoday.net/
Griechenland, Saloniki, Irakliou Str.: Chillen nach dem ersten Festivaltag, der uns nach den USA, in den Iran, auf die Phillipinen, nach Spanien und zurück nach Griechenland führte.
Eigentlich wollte ich auf FB noch einige Fotos hochladen aus diesem hochinteressanten Griechenland, aber finde eines der tausenden von USB-Kabeln nicht, muss ja auch nicht mehr sein.


Samstag, 11. III. 12, Regen:
Griechenland, Saloniki, Festivalbuero: Scheitere zuerst in einem Lebensmittelladen mit Auswiegen meiner Apfel- und Bananen-Auswahl, dann im Kino, sie lassen mich in "The Young Butler" nicht mehr hinein. Aber studiere fleissig das Programm, goenne mir meine erste Portion Kartoffeln mit Sourcream und lasse mich im Festivalbuero ins weltweite Netz fallen.
Lese in der SZ ueber Gauck: "Ein Mann, von keinem Selbstzweifel geplagt, von einer Aura kindlicher Eitelkeit umgeben, der in der Öffentlichkeit mit einer herablassenden Jovialität seine Worte auf seine Zuhörer herabfließen lässt, bietet zwar ein interessantes Schauspiel, aber erfüllt nicht die Erwartungen an einen Präsidenten." Was fuer eine groteske Fehleinschaetzung, diese personifizierte Langeweile soll ein interessantes Schauspiel bieten? Nicht mal wenn man ihn mit einem Benzingefuellten Reifen brennend den Kreuzberg hinunterrollen laesst.


Sonntag, 11. III. 12, Regen:
Griechenland, Saloniki, Irakliou Str.: Aus einer Laune heraus lade ich noch ein Bild auf FB hoch. Selanik, Ladino Salonika oder Solun; im biblischen Zusammenhang verwendeter deutscher Name Thessalonich.


Montag, 12. III. 12, bedeckt:
Griechenland, Saloniki, Irakliou Str.: Wieder Schlafen bis fast gegen 12.


Dienstag, 13. III. 12, mittags sonnig, nachmittags bedeckt:
Griechenland, Saloniki, Irakliou Str.: Schon zwei ziemliche Höhepunkte des Dokumentarfilmfestivals waren heute "Sir Basil Zaharoff: Agent of Death" und "Welcome in Greece, Mr. Marshall" von Angelos Abazoglou. Ersterer eine Collage zum Beginn des modernen Waffenhandels anhand des Schicksals seines berüchtigsten Vertreters Ζαχάρωφ, arm 1849 in Constantinopel als Βασίλειος Ζαχαρίας geboren zog Zaharoff nach London und Paris und wurde durch die Bewaffnung der Welt einer der reichsten Männer der Welt. Er beeinflusste die Staatsmänner und die Politik. Er war auch Banker und Zeitungsbesitzer und betrieb sein eigenes Spionagenetz. Das von ihm begründete auf Spionage, Propaganda und Korruption der Politik beruhende “Zaharoff System” ist noch heute im Waffenhandel üblich. Bis zu seinem Tod 1936 bekam er 298 Orden aus 31 Staaten, u. a. das Große Kreuz der Ehrenlegion.
Die griechische Kartoffel-Bewegung
Während die Bauern nur sehr wenig für ihre Kartoffeln bekommen, sind sie in den Läden recht teuer. So gingen die Verkäufe stark zurück. Als die Bauern sie lieber weggeben wollten, als sie zu vernichten, war das der Beginn der Kartoffel-Bewegung. Bauern und Konsumenten sind übers Internet in direktem Kontakt und umgehen die herkömmliche Vermarktung, wodurch sich ihr Gewinn erhöht und die Preise für die Konsumenten fallen.


Mittwoch, 14. III. 12, sonnig!
Griechenland, Saloniki, Irakliou Str.: T: Habe in Rangsdorf eine Lesung mit Walter Kempowski organisiert, 250 Euro kann ich ihm zahlen und zum Glück kommen genug Zuschauer. Essen und Trinken ist organisiert, leider klappt mit der Technik kaum etwas, Musik aus dem Nebenraum ist zu hören, die niemand abstellen kann, laufe herum, schließlich komme ich dazu, abwechselnd mit dem Meister aus "Sirius" vorzulesen.

Gelbe Sau Sonne scheint über Saloniki, der Gang in eines der 6 Kinos des Dokumentarfilmfestivals wird von unserem Hauptgestirn gesegnet. Dazu die erhebende Anfrage aus Addis Abeba.


Donnerstag, 15. III. 12, sonnig:
Griechenland, Saloniki, Irakliou Str.: Verschicke meine Rundmail, bevor ich einen Dauerlauf durch die Stadt der Kartoffel-Bewegung antrete.
Griechenland, Saloniki, Irakliou Str.: Kuckes mir gerade an und bin bei Zonen-Pfaffe Gauck.
http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=9844136
Davor gehts noch um Wolfgang Herrndorf, der den Leipziger Buchpreis gewonnen hat. "Stellvertretend für den schwer erkrankten Autor..." nimmt jemand anders den Preis entgegen. Wenn sies nicht thematisieren wollten, hätten sies bei "erkrankten" belassen können, wenn sie verbreiten wollen, was jeder in seinem Blog lesen kann, hätten sie schreiben müssen "tödlich erkrankt". Aber klar: Die Sprachregelung in Deutschland ist: schwer erkrankt. Klingt ja auch besser.
Den Beitrag über "Staub" haben sie herausgeschnitten, eine der bösartigsten Zensurmaßnahmen seit Kaiser Augustus' Verbot der Schriften Cäsars. Das Summen meines Stasi-Computers stört die anderen Anwesenden im Raum, also Kali Nickta!


Freitag, 16. III. 12:
Griechenland, Saloniki, Irakliou Str.:
Stadtbezirk Kordelio Evosmos
Bürgermeister Stathis Lafasanides
Saloniki, Festivalbuero: Fuehle mich schon nach nur drei Filmsessions ziemlich alle, auch das Einfangen von O-Toenen am Papafritas-Laden erscheint mir nicht so erfolgreich, aber vielleicht irre ich mich. Bin einfach nur muede vom Warten und der Film gerade war wohl etwas zu weit abseits meiner Interessen. Obwohl, es wird mir im Gedaechtnis bleiben: Wie sie die Gesten nachahmte und sagte: "I dance in my mind."
Griechenland, Saloniki, Irakliou Str.: Gegen 17 Uhr an die Übersetzung einiger griechischer Interviews zur Kartoffel-Bewegung.
Feierabend!


Samstag, 17. III. 12, Saloniki & Berlin sonnig:
Schreibtisch: Ella überrascht mich mit grünen Haaren, dann in meiner unheimlich aufgeräumten Wohnung, in der sogar der Abwasch noch immer erledigt ist.
Bemerke zunehmende Müdigkeit, während meine mobile Datenverarbeitungstechnik den ersten Chip mit Tonaufnahmen auf die entsprechende Festplatte kopiert.
Lese etwas in der Zeitung, nach 3 an den Text über die Kartoffel-Bewegung, aber eine Müdigkeit ergreift mich, vor der ich mich im Bett zu verstecken suche.


Montag, 19. III. 12, sonnig:
Schreibtisch: Bin verschleimt, wunde Kehle, Kopfdruck.
Telefonate wegen Lesungen in Leipzig, leider vorerst erfolglos.
Stichpunkte zur Anmoderation für morgen:
Griechenland: Korruption und Faulheit und ständig wollen sie noch mehr Geld, so stellen es besonders Zeitungen der Regenbogenpresse dar. Autor Falko Hennig hat beim Besuch des Dokumentarfilmfestivals in Thessaloniki ganz andere Erfahrungen gemacht, er hat ein Land im Aufbruch erlebt, das ihn an die DDR 1989/1990 erinnert.
-Kartoffelbewegung (oder Kartoffel-Revolution)
-Hausbesetzerbewegung (besetzte Textilfabrik in Saloniki besucht, Kulturzentrum, Bibliothek, Galerie, Wohnprojekte)
-Massendemonstrationen
-weitverbreitete ökonomische Kompetenz und Selbstkritik (durch die Konsequenzen der Krise sind die normalen Griechen zu Experten für die Fehler ihrer Ökonomie in den letzten Jahrzehnten geworden, die sie nicht schönreden)
Das ist wahrscheinlich schon viel zu viel, als dass wir es alles thematisieren können, aber mal sehn.
Weltkabel FAZ: Zu den Adressaten von Margaret Thatchers Weihnachtskarte, mit Mann vorm Weinachtsbaum, gehörten Saddam Hussein und Gaddafi. Wahrscheinlich hat sie Honecker und Ceauşescu auch dabei. Bitch!
Telefonate mit der Dame vom Pflegedienst, mit Mutti, vergeblich versuche ich, Heike Lobin zu erreichen.
Sofa! Sofa! Sofa! Sofa! Sofa! Sofa! Sofa! Sofa! Sofa! Sofa! Sofa! Sofa! Sofa! Sofa! Sofa! Sofa! Sofa! Sofa! Sofa! Sofa! Sofa! Sofa! Sofa! Da lege ich mich jetzt rauf und glotze Fernsehen, denn ich bin krank! Juchhu!
Leider gehts mir ziemlich dreckig, überweise noch gegen 23 Uhr die 400 Euro an Spider, nehme wieder eine Portion Aspirin Complex und schmiere mich mit Klosterfrau Broncholind Erkältungsbalsam aus Campher, Eucalyptusöl, Levomenthol, Hartparaffin und weißer Vaseline ein.


Dienstag, 20. III. 12, bedeckt:
Schreibtisch: T: Ludwigsfelde, gehe schon vor, Bovs Wohnung ist offen. Bin in New York, Bov hat in einer Fabriketage einen Abschnitt gemietet. Wir gehen ins Kino, kucke einen Horrorfilm.

Literweise konvulsiviert Schleim aus meiner Nase, knallrot entzündet sind Rachen, Zäpfchen, Mandeln und weicher Gaumen, aber im Vergleich zu gestern gehts mir gold.
Auf ins Hauptstadtstudio, dem WDR über Griechenland und die Kartoffel-Revolution berichten.
Dort gehts dann live in den Äther.
Bei mir sichte ich die Parkinson-DVD, eine Nebenwirkung der Medikamente dagegen sind One-night-stands.
An eine Mail mit dem Angebot der griechischen Kartoffel-Revoloution.
Bei meiner Kartoffelsuppe bin ich zu übermütig geworden, die Blutorange, die ich hineingeschnitten und mitpüriert habe, gibt starken, aber nicht angenehmen bitteren Geschmack. Dafür ist es hoffentlich gesund.
Viertel nach 3 will ich eigentlich ins Bett zum Mittagsschlaf, doch vorher teste ich noch die Skype-Verbindung mit Klaus Fehling (Reinhard) in Bodenheim und verschicke die Email zur Kartoffel-Revolution.
Sofa: Meine Nerven werden vor dem Parkinson-Abend auf die Probe gestellt, Internetkabel ist da, aber Verbindung kommt auch nach einer Stunde Herumfriemelns nicht zustande, also mal wieder ein Arbeitstag Vorbereitung für die Katz.
(Schreibtisch, 21. III. 12:) Eine goldene Plombe fällt mir nach dem Themenabend aus dem Zahn, 1989 ist sie mir von Stephan von Hajmasy in Köln eingesetzt worden. Meine Zunge traut sich noch nicht so richtig, in den hohlen Zahn zu fühlen. Bricht jetzt mein Körper altersgerecht auseinander?
Sofa: Fülle Mund-, Zahnhöhle und Lunge mit eitel Haschischqualm und das ist auch die einzige Erklärung dafür, dass ich kritiklos einen Western mit Doris Day als "Teufelsweib von Texas" ("The Ballad of Josie", USA 1967) und Schafzüchterin 1870 in Wyoming ankucke. Beruhigend ist Feminismus, wenn er von Doris Day ausgeht. Wann werden die Absarokee, Arapaho, Bannock, Cheyenne, Lakota, Pawnee, Shoshonen und Ute angreifen und das Flintenweib am Marterpfahl meucheln? Gar nicht, schade.
Letztlich doch noch was gelernt: Wyoming führte 1869 als erstes Gebiet der USA das Frauenwahlrecht ein, wählte später die erste weibliche Abgeordnete ins US-Parlament, hatte die erste weibliche Friedensrichterin und 1925 mit Nellie Tayloe Ross die erste Gouverneurin eines Bundesstaats der USA.
Eine ziemlich gelungene Slapstick-Szene mit perfektem Timing, sowas würde ich für meine Trauerfeier mit meinem Sarg auch gern organisieren. Bin gespannt, wer dann lacht.
(Schreibtisch, 21. III. 12:) nachtmagazin: Solidargeschichten DDR vs. Ruhrgebiet, Urlaubssachen bei gesteigerten Bedürfnissen, 30Tage Urlaub wenig, wenn sonst kein Spaß. Diese politischen Serienmorde, die in Deutschland & Frankreich Mode geworden sind, auch nicht gerade beruhigend. Internetkriminelle sitzen im Gefängnis, aber nicht im virtuellen, Urheberrechtsverletzungen in Millionen Fällen, Kunden im Graubereich. Israel und Iran, das mit dem geplanten Militärschlag riecht nach noch mehr Ärger. Griechenlands Pleite, Erdbeben in Südmexiko bei Acapulco. Fürth verliert unglücklich gegen Dortmund, Fußball kann weh tun.
Litcologne, mich haben sie natürlich nicht eingeladen. Werner Köhler heißt der Geschäftsführer, sollte ich mir den Namen aufschreiben? Nee, habe ich schon längst.
Wer würde denn am Osterwochenende gern beim traditionellen Ostereierbemalen unter professioneller Anleitung mitmachen wollen?


Mittwoch, 21. III. 12, bedeckt:
Schreibtisch: T: China, verschiedene Städte, werde ausgebootet, kehre zurück und räche mich. Die Polizei kontrolliert mich, zeige ihnen meinen chinesischen Führerschein.

Auf ins Zahnsteinzimmer! Der Zement im Zahn ist mürbe geworden, muss raus und neuer rein, mit Infiltrationsanästhesie ist es halb so wild, dann wird die Goldkrone wieder raufgeklebt. Außerdem ist bei einem anderen Zahn was abgebrochen und prompt hat sich eine Karies gebildet, da muss gebohrt und Kunststoff nach geschmiert werden.
Bei meiner Zahnärztin hängt ein Bild von Max Missmann, 1907, das ich ablichte, links die Schönhauser Allee, in der Mitte Alois Senefelder und rechts führt die heutige Kollwitzstraße zum -platz.
Versuche, ein zweites aus einer möglichst nahen Position zu schießen, was gar nicht so einfach ist, weil das Haus des Originalstandortes schon ewig nicht mehr steht. Muss aber definitiv noch höher und weiter nach rechts, damit man das Eckhaus an der Schwedter Str. und die Häuser der Schönhauser Allee bis dorthin besser erkennen kann.
(Schreibtisch, 22. III. 12:) Zum Fußball, schlechte Kondition durch Trainingsmangel, Krankheit und zu wenig essen, dafür spiele ich anfangs ganz gut, was sich aber schnell gibt.
FAZ im Kitchen Café, Anruf von Melitta vom Pflegedienst, mein Vater ist wieder gestürzt, sie wollen einen Schlüssel. Als ich ihn erreiche spricht er extrem langsam und lallend.
Kucke zibb auf RBB in der Hoffnung, dass nun endlich der Beitrag über "Staub" gesendet wird. Unfälle von Motorradfahrern im Frühjahr. Trainingshalle in Bad Freienwalde ist marode, aber jetzt wird das Dach abgedichtet, der große Judosaal ist noch lange nicht fertig. Polizei hat fleißigsten Fahrraddieb aus dem Bötzow-Viertel geschnappt, viele hoffen, ihr Rad wiederzufinden. Mein Gott, was für Nachrichten! Service: "Impfen? Ja oder Nein" Eines der brisantesten Themen der Gegenwart, sie haben keine Angst vor heißen Eisen.
Jetzt! Zum Welttag der Poesie, Robert schläft indeed, und Ralf erscheint, schöner Beitrag, passen wir gut in die Sendung? Mir ist vor Antwort bange.
Ulli Zelle live von der Premiere des Films Russendisko mit Frei-Wodka, dass ich das noch erleben darf! Nicole, das alte Zirkuspferd, singt nach 30 Jahren immer noch "Ein bisschen Frieden", es sei ein Jahrhundertlied und Berlin ist ihr zweites Wohnzimmer.
Unklar bleibt den Zuschauern aber, warum die Moderatorin eine heiße Kartoffel im Mund hat. Dadurch sieht es sehr unnatürlich aus, wenn sie lächelt. Vermutlich ist sie inspiriert von der Kartoffelbewegung.
Kucke verschiedene Krimis, die ihre schlechte Qualität eint, Dokumentation über Politiker-Intrigen, "Drei verliebte Diebe" ("The Maiden Heist", USA 2009) mit Christopher Walken und Morgan Freeman, schwach.


Donnerstag, 22. III. 12, sonnig:
Schreibtisch: T: Urlaub mit Michael an einem Strand, mit ausländischen Journalisten schauen wir eine alte Aufnahme mit Joachim Gauck an. Er hatte hier in Prerow einen eigenen privaten Hafen. Gehen daran vorbei, Kanäle führen zu Klein-Venedig, entdecke und fotografiere Briefkastenhäuser.

Durch Anruf von Papa wach, Entschluss, nach Rangsdorf hinauszufahren, auch wenn Mutti wahrscheinlich unterwegs sein wird.
Pressearbeit für unseren Hanns-Eisler-Abend, Viertel nach 11 Aufbruch nach Rangsdorf.
Es ist Frühling, die beste Jahreszeit, um vielleicht auf unser Buch ... hinzuweisen, Regionalzug Rangsdorf - Alex: Eichelhäher und Eichhörnchen, Sommerfäden, Hühnersuppe, Sonnen, Apfeleierkuchen und Kaffee.
Sofa: ... die Gemeinde, deren Wappen von blau und silber gespalten vorne drei pfahlweise gestellte, links gewendete silberne Fischlein zeigt und hinten eine bewurzelte blaue Kiefer.
Tagesschau, die Franzosen haben den Serienmörder sicherheitshalber erschossen, man kann es ihnen nicht verdenken.
Arbeite an der Claus-von-Bülow-Geschichte vor "Jonestown -Todeswahn einer Sekte" (USA 2006) auf 3sat, leider ist der Film etwas zu gut, als dass ich dabei wirklich konzentriert in den Text eintauchen könnte.
Der größte Massenselbstmord in der jüngeren Geschichte und Scobel, wer soll das ertragen? Ich nehme es auf mich. Er erinnert irritierend an eine ältere Indianer Squaw.
Bei den Sekten gewinnen die Asthmatiker immer mehr an Bedeutung. secta: Schule oder Partei, sequi: folgen.
Statt Sekten kann man auch Kulte sagen, Manson und Aum-Sekte Heavens Sake.
Jim Jones, der Massenmörder von Guyana, hatte seine Pfingstbewegung mit Karl Marx, Father Divine, Josef Stalin, Adolf Hitler, Mahatma Gandhi, Martin Luther King und Fidel Castro angereichert. Die heitere Mischung aus Sozialismus und christlichem Erlösungsglauben zog wie ein Haufen Scheiße die Fliegen stattdessen Benachteiligte, Bedürftige und Desorientierte an. Jones arbeitete auch als Gesundbeter und schwängerte weibliche Sektenmitglieder, wenn er nicht wegen homosexueller Handlungen im Knast saß.
Auf RBB "Berlin 19.30 Uhr - Eine Geschichte der Abendschau", schon damals 1958 waren sie Nachzügler. Dieser geheimnisvolle Radar-Wetterbericht, wieso machen sie das heute nicht mehr? Schon am Anfang haben sie viel über Elefanten berichtet. Otto Schruppke, dieser unerträgliche Wolfgang Grunert, er war bestimmt sehr nett, aber man war doch sehr froh, als er tot war. Es war ein Männerhaufen und Evelyn Lazar stand immer im zweiten Glied.
Der Werbungsbär mit dem Gong. Karl-Eduard von Schnitzler hatte einen Fernseher, mit dem er immer gleichzeitig alle zu empfangenden Sender sah. Seine Tochter, so wurde erzählt, sei eine 150%ige, die sogar aus politischen Gründen das "von" ihres Vaters abgelegt habe.
Cherno Jobertey sollte richtig auf die Kacke hauen, "Machts gut, Nachbarn!"
Die Abendschau ist das Rückgrat von B1, 1A von dem unheimlichen Schamoni, Friedrich Moll, im August 2007 wurde er abgelöst von Sascha Hingst. Von Weizsäcker: Ob man im Schlachtensee von Welsen gebissen wird, das müsse man schon erfahren. Das alte Schlitzohr.
Heise: Klarissa Lueg, Doktorantin an der TH Darmstadt in ihrer Dissertation "Habitus, Herkunft und Positionierung: Die Logik des journalistischen Feldes" untersucht. Danach ist an Journalistenschulen, die als Rekrutierungsanstalten für journalistische Karrieren gelten, die soziale Auslese besonders gravierend: Mehr als zwei Drittel der Schüler stammen aus einer "hohen Herkunftsgruppe". Kinder von Facharbeitern etwa kommen gar nicht vor. Die Autorin sieht aufgrund dieser Auslese eine Gefahr für eine "kompensatorische, anwaltschaftliche Berichterstattung".
Auch noch sehr spannend: "Kalter Krieg im Radio", die direkte Fortsetzung unseres Geheimsender-Themas. Aber den Rechner drehe ich jetzt ab.


Freitag, 23. III. 12, sonnig:
Schreibtisch: Übe etwas italienisch auf Busuu, aber eigentlich nur, um mich vor der Arbeit an Claus von Bülow zu drücken.
Gegen 11 aber doch daran, verschicke meine Rundmail und widme mich dem Schicksal der Sunny von Bülow, hoffe sie heute endlich an meinen Agenten schicken zu können.
Auf in die Sonne, nach Friedrichshain wird mich mein Fahrrad zum Weißwurstfrühstück tragen.
Proskauer Straße: Von 14 Uhr an kann ich in Balkonien weiter arbeiten.
Schreibtisch: Pro7 Nachrichten, Echoverleihung, dem armen Wolfgang Niedecken ist durch den Schlaganfall ein Schnauzbart gewachsen.
Fußball, trotz gerade überstandener Grippe und Zahnbehandlung bin ich in exzellenter Form, vielleicht auf dem Zenit.
Sofa: Koche mir einen halben Bio-Blumenkohl, habe ihn versehentlich gekauft, wegen meiner irrationalen Vorurteile gegen Bio-Produkte lehne ich sie eigentlich ab. Aber dieser Kohl schmeckt ausgezeichnet, dann noch eine Vollkornstulle mit der herrlichen Tomatenpaste des griechischen Biobauern Achilleus.
Herrliches Leben, versuche mich noch an der Claus-von-Bülow-Geschichte, da bin ich sehr hinter meinem Zeitplan zurück.
Einweihung des neuen Bundes-Grüß-August, alle stehen zum Beifall auf, nur Schäuble ist sich zu fein. Beginne mit der Vorbereitung des nächsten Hochsee-Rätsels und bis gegen halb 1 an Claus von Bülow.


Samstag, 24. III. 12, sonnig:
Schreibtisch: T: Bin bei einem Filmfestival, in einem Film Soldaten, gehen an Autos vorbei.

Die Essenz des Traums ist mir verlorengegangen, bekomme sie nicht fixiert.
Ludwigsfelde, Zum Preußen-Grill: T: Thomas Klupp bekommt von einem Mannschaftskameraden als Überraschung einen Kübeltrabbi geschenkt.

Bahnhof Ludwigsfelde: Befragung durch Pflegestufenfrau hinterlässt günstigen Eindruck, hoffen wir mal.
Spaziergang um den Block, schon zum Preußengrill wieder per Auto, 100 Meter!
Alte Kantine: Dieses Messer, auf der Schneide hätten die alten Ritter auch bis Jerusalem reiten können.
Bahnhof Ludwigsfelde: Chauffiere uns sodann zum Flughafen Saarmund, wo ich die von mir angestrebte Ultraleicht-Fliegerei in Augenschein nehme. Kann der Verlockung widerstehen, mir gleich einen Probeflug zu gönnen, es wäre ein Rückfall in meine Verschwendungssucht.
Nola's: Nach 16 weiter mit Claus von Bülow.
Gedanken beim Löschen der vielen recherchierten Angaben dazu.
Komme nicht so voran, wie ich gern hätte, aber trotzdem eine Lust, zu schreiben. Aber jetzt muss fürs Schwesterchen und ihren Freund eine Kartoffelsuppe angesetzt werden, davor noch Bier und Brot einholen, vor Erledigung von Wäsche und Abwasch zu Hause habe ich auch keine Ausflucht mehr.
Sofa: Mit Lea kommen wir auf Jurek Becker als schönes Radio Hochsee Thema.
Heute nicht wenig geschlemmt, Soljanka, Joghurt mit Nüssen, Kartoffelsuppe mit Apfel, Sauer-Scharf-Suppe, Salat mit Tofu und Erdnüssen, Ingwer Latte und ein recht wässriger Espresso.
Aber egal wann es sein wird, mein Herz hüpft beim Gedanken, Dich wieder zu sehen.


Sonntag, 25. III. 12, sonnig:
Schreibtisch: Ratze trotz Sonne bis gegen 12, prokrastiniere dann mit der Vorbereitung des neuen Radio Hochsee Rätsels, anstatt endlich die Claus-von-Bülow-Geschichte voran zu bringen. Aber gegen halb 2 doch an die eigentliche Arbeit.
Wechsle dreiviertel 5 ans Pult und bleibe auch vertikal fleißig, zum Ausdrucken wieder in Sitzposition, 18 Uhr ist es und ich bin durch.
Wie sehr sich mein Leben zum besseren gewendet hat, seitdem ich meiner Kartoffelsuppe Apfel beigebe, alles fein püriert. Dazu Aalauflauf bei den Simpsons.
We've spring right now & I'm sure they'll stop striking soon after they got more money.
Sofa: Wenn man sich über eine Email an einem Tag am meisten freut, dann kann die schon ein Höhepunkt sein. Heute war er die Reformbühne mit dem Gesang und morgen wird es vielleicht der Fußball sein.
Die Sonne ist manchmal ein goldener Klumpen droben am Himmelszelt, manchmal unser lieber Stern, manchmal ein glückliches Ferkel oder eine gelbe Sau. Jetzt schläft sie, damit ihre kleinen Kinder strahlen können.
Habe ich schon geschrieben, dass ich fliegen möchte? War gestern mit meinem Vater auf dem Flugplatz, aber habe mich noch zurückhalten können, gleich mit einem Gyrokopter zu starten.
Ich hoffe, das Arbeitsamt zahlt meine Umschulung zum Piloten.


Montag, 26. III. 12, sonnig:
Rangsdorf, Wohnzimmer: Doch ziemlich frisch, so dass ich mich in Rangsdorf trotz Sonne lieber ins Häusle zurückziehe.
Schreibe meine Wiener Bekanntschaft an wegen günstigen Quartiers für einen alleinstehenden Herren mit 2 Töchtern (15 & 13).
Gegen 2 aber doch in die Sonne.
Regionalbahn Rangsdorf - Alexanderplatz: Verfranse mich etwas auf der Suche nach dem Grenzweg, aber dadurch radle ich erstmals die Verbindung von der Hochwaldpromenade zum Kiessee entlang.
Wie hätte ich das früher gemacht, ...
Sofa: ...ohne einen dieser aufgestellten Karten von Rangsdorf? Und mein Handy liegt ja im Wohnzimmer in der Lottum!
Rangsdorf, Wohnzimmer: Bei dem Herrn handelt es sich um den Hausmeister der Schule in Großmachnow, die sei von Cielek saniert worden und die Gemeinde werde sie erwerben, aber der Keller sei voller Schimmel, so dass es ihn an die in meinem Artikel beschriebenen Bauskandale erinnert.
Wieder einmal Ärger mit gewaltbereiten Jugendlichen, die also nicht nur als Nazi-Schläger von Babelsberg 03 sondern auch hier im lieblichen Rangsdorf ihr Unwesen treiben. Sie versperren mir zu fünft den Weg zur Treppe und zwingen mich, das Foto das ich von ihnen gemacht habe, zu löschen. Ich werde es nie verstehen, wieso es auf dieser Welt so finstere Gestalten gibt, die sie nicht froh sind, fotografiert zu werden.
Also mein nächstes großes Abenteuer auf dem Weg Bahnhof Rangsdorf - Ahornstraße nach dem Hund, der mich vor circa einem Jahr gebissen hat.
In Blankenfelde über Zugfunk: "Wenn Sie da im ersten Wagen nicht in der Tür stehen würden, dann wäre der Zug schon pünktlich abgefahren."
Sofa: Was bin ich fleißig, arbeite immer noch an der Claus-von-Bülow-Geschichte, aber nun muss Feierabend sein, auf zu Morpheus & Co!


Dienstag, 27. III. 12, bedeckt:
Schreibtisch: Dreiviertel 10 nach Frühstück weiter mit der Claus-von-Bülow-Geschichte, ein Jammer, dass ich nur langsam hindurchkomme. Jetzt gehts wieder aufs Land, über Ludwigsfelde nach Rangsdorf, machts gut, Ihr Trottel!
Rangsdorf, Garten: Papa aus Ludwigsfelde abholen, Pizza, Kaffee und Kuchen im Garten, Mittagsschlaf auf dem Liegestuhl.
Gegen halb 4 bin ich endlich fertig mit Claus von Bülow.
Bereite das morgige Rätsel vor.
(Pult, 29. III. 12:) Im Lichtburgforum der "Gartenstadt"Atlantic zur Vorstellung von Sven Hillenkamps "Fußabdrucke eines Fliegenden", Tom Kraushaar stellt vor. 30 Zuschauer, Hälfte Männer. Ariadne von Schirach will vom Brentanopreisträger wissen, obs außer Kafkas Erzählungen noch Referenzen gibt. Kurzgeschichten in Richtung einer Sentenz, Rilkes Stundenbuch, als sie den letzten Vers laß, dachte sie "Whao!" Beckett und der Übersetzer von Isherwood, sie liest etwas von ihm vor. Dann der Autor himself. Er ist ein harter Käse, den er in Stücke schneidet. Mich erinnert die Kurzprosa an Brechts Geschichten vom Herrn K. und Hebels Kalendergeschichten. Literarische Aphorismen möchte es ein Zuhörer nennen und am Namen Billy hat ihn irgendwas gestört. Wie pistolenknallende Aphorismengeschosse, Nullpunktprosa, Inventarisierung des Nichts, ob er das Misstrauen gegenüber der Sprache teilt?
Ob wir denn nicht eine Pause machen wollten? fragt Ariadne von Schirach. Nein, wollen wir nicht.
Becketts Rückzug von der Sprache. Hillenkamp hat gemerkt, dass Beschreibung für ihn kein Weg ist. Jede Geste, jede Situation, alles sei zu Tode beschrieben. Ariadne von Schirach: Kahlschlag-Literatur, die Sprache hat uns betrogen! In unserer Zeit findet eine Überbeschreibung statt. Ambivalenz und Polyvalenz, die Probleme der Freiheit, zu große Auswahl führt zu Depressionen.
Sofa: Noch immer sitze ich nach Mitternacht am Zusammenschnitt der Auflösung des letzten Rätsels für die morgige Sendung. Jetzt heißt es noch: singen üben! Die armen Nachbarn. http://t.co/cigA9450


Mittwoch, 28. III. 12, sonnig:
Schreibtisch: Fühle mich verkatert, also braucht man nicht einmal dazu Alkohol. Trotzdem zwinge ich mich gegen 12 an Lesungsaquise, Telefonate wegen der Knete.
Fotos auf den neuen Stick kopieren (Über 6 Euro Versandkosten musste ich drauflegen!) und auf die Auflösung des Rätsels.
DVD Loui von Loui C. K.
Zur Kulturgeschichte der Selbstbefriedigung
Sofa: Chille oben bei mir vor "Oberst Redl" (D/A/H 1984), ein schöner Tag geht zu Ende.


Donnerstag, 29. III. 12, nassgrau:
Pult: Schlafe bis 12, also insgesamt 11 Stunden, wenn man das zwischenzeitliche Aufstehen zum Empfang der Staub-Poster vernachlässigt.
Frühstück und an den Rechner, die Zeit totschlagen, zuerst sichere ich mir die Fotos von Matze in einem Ordner, archiviere diese und andere Bilder.
Dringend zu erledigen:
-Wäsche
-Áthiopien
-Jochen
-Telefonat Anwältin Berliner & VBB
Aber erstmal in den graunassen Tag. Warte vergeblich im "Lass uns Freunde bleiben", bin dort erst morgen verabredet. Immerhin lese ich taz und Tagesspiegel, Susann Messmer hat in der taz über den Film "Russendisko" geschrieben, aber weder ihre laue Besprechung noch das Interview mit Wladimir machen mich auf den Streifen neugierig.
Froh erfülle Deine Pflicht! Wäsche! Drei Maschinen stopfe ich voll, antworte endlich Jochen wegen der gemeinsam geplanten Rückreise von Lemberg, gegen 6 pflege ich wieder die "Die Kunst des Mittagsschlafs" von Thierry Paquot.
Halb 8 in den Keller, drei Waschmaschinen entleeren und alles aufhänge.
Sofa: Höre noch etwas Piradio "Kosmos Club" bis gegen 1, versuche vergeblich, die letzte Radiosendung hochzuladen, immerhin habe ich sie auf meinen Laptop bekommen.


Freitag, 30. III. 12, grau:
Pult: T: In der Nekropolis, in der Karl May bestattet ist, tatsächlich eine Stadt für sich. Eine Dame von der Karl-May-Gesellschaft äußert sich empört, weil Jack wahrheitswidrig angegeben hat, dass er ein Kind hat. Im Bus, alle Mitglieder der Karl-May-Gesellschaft tragen weiße Kapuzenanzüge und halten sich an den Händen.

Gegen 10 auf, es gelingt mir nicht mehr, meine Radiosendungen auf CBA hochzuladen. Es passiert einfach nichts, vermute, dass es an meinem lahmen Rechner liegt.
Muss zur Hautärztin und in einen Laden in der Kollwitzstraße, in dem man Augen kaufen kann.
Schreibtisch: "Haben Sie Klapperaugen?"
"Sie meinen Wackelaugen?" Ja, die meine ich und die haben sie auch.
(Wien, Pulverturmgasse 16, 31. III. 12:) Memoiren eines geisteskranken Plagiators.
Schreibtisch: Fußball, spiele ausnehmend gut, auch wenn wir verlieren, zwei Lattenschüsse, zwei Tore. Auch Wolfgang Herrendorf dabei, der sich langsam wieder ans Fußballern herantastet.
Nach Hause, Nudeln mit den Kindern,
Büroeröffnung Wolff Verlag, kann ein Exemplar von "Hitler in Paris" zur Besprechung ergattern.
Mein Rechner ist so langsam, dass er nicht einmal mehr "Mac zu langsam" googeln kann, ich bin verflucht.


Samstag, 31. III. 12, Regen & grau:
Wien, Pulverturmgasse 16, Wohnzimmer: Ein Tweet aus dem 9. Wiener Bezirk, Pulverturmgasse. Versuche mit der Hilfe der FB-Freunde Robert Rescue und Klaus Reinhold meinen Laptop zu entmüllen, aber vergeblich.
Althochdeutsch Wenia vom keltoromanischen Bezeichnung Vedunia, „Waldbach“, für den Wienfluss, Vindobona hieß die römische Siedlung innerhalb des heutigen Stadtgebiets, im Niederländischen Wenen, im Englischen, Italienischen, Spanischen, Portugiesischen Vien(n)a bekannt, im Französischen Vienne, ungarisch Bécs, im Bosnischen/Kroatischen/Serbischen Beč, davon abstammen Beç im osmanischen, im modernen Türkisch Viyana, slowenisch Dunaj, Tschechisch Vídeň, Slowakisch Viedeň und auf Polnisch Wiedeń.
Wien liegt nur 60 km von der slowakischen Hauptstadt Bratislava (Pressburg) entfernt, solch eine Nähe zweier Hauptstädte gibt es in Europa sonst nur beim Vatikan und Rom.
(Pult, 7. IV. 12:) Nach herzlicher Begrüßung, Benjamin nimmt uns sogar schon auf der Pulverturmgasse in Empfang, Übergabe des Disco-Eis und Erklärung der Wohnung Spaziergang zum Kaffeehaus Weimar, unterwegs ein rotes Auto mit der Aufschrift "Don't panic!", warum? Weil es die Feuerwehr von Entenhausen ist. Beginne eine schon sehr phänomenale Fotoserie über "Frösche in Wien".
Wien, Pulverturmgasse 16, Wohnzimmer: Am Alsergrund, so der historische Name des 9. Bezirks, wurde Löß abgebaut und Ziegel gebrannt, ein Ofen löste 1276 einen Großbrand aus, der neben dem Fischerdorf auch die Stadt Wien vernichtete.
Langes Telefonat mit Eberhard Grünert, habe ich mich schon einige Tage vor gedrückt.

11
Mrz
2012

www.Falko-Hennig.de

15. März, 22.05 Uhr, Fernsehen MDR, "Artour":
Bericht über Robert Weber, Falko Hennig und ihr Buch "Ohne Dich ist alles Staub".

Der Film "Love Addict" (DK 2011) ist vom Thema her sehr spannend, aber leider wird es verfehlt. Dabei sind die Protagonisten ueberzeugt: "Ohne ihn sterbe ich." Wenn man wissen will, was Liebessucht ist, wird es einem in diesem Film nicht erklaert. Mit grosser Spannung wartet man, dass sich das Wesen dieser Krankheit erschliesst, aber man wird enttaeuscht. Die Autorin traut nicht einmal selber der Staerke ihrer Geschichte und ihrer Bilder und spiegelt sie penetrant. Gaenzlich unklar bleibt, was der uebergewichtige Taetowierte, Sohn eines sexsuechtigen, koksenden und sadistischen Vaters mit Liebessucht ueberhaupt zu tun hat. Ist seine Telefonbeziehung gemeint oder hat er eine entsprechende Vergangenheit? Niemand weiss es, jedenfalls verraet es niemand in dem Film. Unheimlich die Speckmaentel, die sich verschiedene Backfische zugelegt haben, die Ich-Erzaehlerin himmelt ein maennliches Modell an und terrorisiert es uebers Telefon, als Therapie ist wohl dieser Film entstanden. Wenn die Lover der verschiedenen Pummelfees das Weite suchen, bleibt kein ausgelassener, sondern nur verlassener Speck zurueck.
"Give up tomorrow" (USA 2011) ist ein Maerchenfilm, aber genauso hat es sich wohl zugetragen. Paco Osme~na heisst der aus relativ wohlhabender Familie stammende Jugendliche, deer sich mit unerschuetterbarem Alibi dem Vorwurf des Mordes ausgesetzt sieht. Eine Drogengeschichte des Vaters der Opfer scheint dahinter zu stecken. Labra und Napoleon heissen die korrupten Poliyisten und der nicht weniger bestechliche Praesident Estrada ist ebenfalls involviert. Davidson Rusia ist sone Ratte, auf dessen Falschaussage die Farce beruht, in der Paco erst zu lebenslaenglich, dann sogar zum Tode verurteilt wird, alle Versuche, ihm Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, scheitern. Aber so ganz freiwillig hat ers auch nicht gemacht, sie mussten ihn erst tuechtig foltern. Ocampo heisst der unfaehige Richter, der Freisler von Cebu steckt kurzerhand die fuenf Anwaelte der Verteidigung in den Knast, wenn er nicht gerade waehrend der Verhandlung einschlaeft. Konsequenterweise schneidet er sich nicht viel spaeter Arme und Beine auf und verblutet unruhig in einem Hotelzimmer. Die etwas kroetige Mutter der Ermordeten versucht mit all ihrer Kraft, Paco zu Tode zu bringen. Paco macht sich, nachdem selbst am obersten Gericht und mit spanischem Einfluss nichts zu loeten war, Mut mit: "Morgen kannst Du immer noch aufgeben!" Haeme im Fernsehen, wenn er sich im Gefaengnis nach der Seife buecke, moege er aupfassen, dass er nicht eine andere toedliche Injektion bekomme.
Eine "Justice-for-Paco"-Dauerlauf-Bewegung solls richten, seine naive Mutter bereut bitterlich, dass sie ihn dazu gebracht hat, in dem dubiosen Land zu bleiben. Erst Druck der UN bringt die Schlitzaugen zur Vernunft und sie schaffen die Todesstrafe ab und Paco kann den Rest seiner Strafe in Spanien absitzen. Dort wuerde er sogar frei kommen, wenn er sich nur schuldig bekennt, aber das geht ihm zu sehr gegen den Strich. Aber-, aber-, aberwitzig.

10
Mrz
2012

www.Falko-Hennig.de

15. März, 22.05 Uhr, Fernsehen MDR, "Artour":
Bericht über Robert Weber, Falko Hennig und ihr Buch "Ohne Dich ist alles Staub".

In "Letters from Iran" (F 2011) wird das unsympathische Ländle mit wackligen Handybildern vorgestellt, gefilmt hauptsächlich auf Friedhöfen, wo die Oppositionellen wegen ihrer Ermordung zu Hause sind. Anklagende Klaviermusik samt Geigen überträgt die trostlose Atmosphäre aufs Publikum. In ihrer Verzweiflung über Ahmane Dschihad verbrennen sie Mülltonnen, drei Millionen gehen auf die Straße gegen die Angst, "Wir sind kein Müll!", behaupten sie, was aber auch nicht erklärt, warum sie die Tonnen anstecken. Nur beim Frisör kann offen gesprochen werden. Die wurmartigen Revolutionswächter und ihr Netz aus Verrat und Vergewaltigung.
Die friedlichen Demonstranten jedenfalls werden prompt erschossen. So wichtig und berechtigt das Anliegen ist, so wenig ist zu ertragen, dieses Thema langweilig, viel zu lang und redundant in einem einfach schlechten Film vorgesetzt zu bekommen. Howgh, ich habe gesprochen!

16
Feb
2012

www.Falko-Hennig.de

20. Februar, 20.30 Uhr, Yuma Bar (Berlin Neukölln, Reuterstr. 63):
Read on, my dear!

Dienstag, 21. Februar 2012, 12 Uhr, Landgericht Berlin, Littenstr. 12-14,
10179 Berlin (am Alexanderplatz), 2. Stock, Raum 2709:
Mündliche Verhandlung vor der Zivilkammer 16

21. Februar, 20.30 Uhr, Kaffee Burger (Berlin):
Falko Hennig, Doc Schoko, Mario Weber
Radio Hochsee Themenabend
Zum 80. Geburtstag
Johnny Cash & seine Musik




Der Abschreibebär in der Charité
Wegen Plagiaten wurde ein Jubiläumsbuch zu 300 Jahren Charité zurückgezogen

Ich war mal wieder pleite, das Jahr 2009 war noch nicht sehr alt, da schien der Himmel ein Einsehen zu haben und schickte mir einen Großauftrag. Nicht ganz der Himmel, eher ein Freund, Arzt an der Charité, hatte mich als Mitarbeiter für eine Chronik der traditionsreichen Einrichtung ins Spiel gebracht, die zum 300. Geburtstag der Klinik erscheinen sollte.
Was war meine Aufgabe? In der Hauptsache, so wurde es mir dargestellt, hätte ich die Texte von den Kliniken zusammenzufügen und zu überarbeiten. Mir würden Ansprechpartner für die einzelnen Kapitel genannt, außerdem stünde ja sowieso alles im Netz auf den Homepages der Einrichtungen.
Ich engagierte einen Überwacher, damit das umfangreiche Buch zum Termin fertig würde. Bei einigen wenigen Kapiteln wie Radiologie und Dermatologie klappte es einigermaßen wie zugesagt, auch wenn ich alles komplett selber schreiben musste. Bei den meisten anderen Fachgebieten kam von der Charité genau: Nichts. Kein Hinweis, kein Ansprechpartner, kein Rückruf, keine Antwort auf E-Mails und auf erneute Nachfragen wieder keine Antwort. Es wurde klar, dass ich, um den Vertrag einzuhalten, Dritte mit Zuarbeiten beauftragen musste, um die Arbeit bei ausbleibender Hilfe der Charité zu bewältigen. Es waren schließlich fast 10 Helfer und ich musste einen Großteil des schönen Budgets ausgeben, bevor ich es auch nur bekommen hatte!
Es gab eine Phase, als das Manuskript nahezu abgeschlossen schien, als alles wunderbar auf mich wirkte. Kein Meisterwerk, aber ich war überzeugt von den Kapiteln, die ich selbst verfasst hatte, unter anderem Radiologie, Dermatologie, Kardiologie und Rechtsmedizin. Eine detailierte Kontrolle würde dann ja noch auf der Grundlage der von Verlag oder Charité zugesandten Korrekturfahnen zum Manuskript erfolgen. Irritiert wartete ich noch einige Wochen auf die Abzüge, aber die kamen nie.
Dementsprechend habe ich auch keine Freigabe des Manuskripts erteilt.
Wenn sich die offizielle, als Brotarbeit gedachte Charité-Chronik betriebswirtschaftlich schon nicht gerechnet hatte, bekam ich zumindest noch die Chance, in einem kleinen Büchlein für den Eulenspiegel-Verlag besonders skurrile Geschichten aus der Historie der Klinik zu erzählen. Ich dachte zwar nicht, alles wäre gut, aber doch so einigermaßen.
Die Leitung der Charité war von diesem Büchlein nicht amüsiert.
In diesem Jahr erschien besagter Band "300 Jahre Charité - Im Spiegel ihrer Institute", herausgegeben von Karl Max Einhäupl, Detlev Ganten und Jakob Hein. Außer mir haben noch mindestens 20 weitere Personen daran mitgearbeitet.
Das Buch ist in einem wissenschaftlichen Verlag erschienen und darin sind unzweifelhaft seitenlange Plagiate. Ich habe keines der Kapitel, in denen plagiiert wurde, verfasst, also habe ich auch nicht abgeschrieben.
Da ich die üblichen Korrekturabzüge nicht erhalten hatte, konnte ich diese Plagiate auch nicht feststellen und entsprechend streichen oder gegebenenfalls als Zitate ausweisen. Und schließlich habe ich habe weder für die von mir geschriebenen, noch überhaupt für eines der Kapitel eine Druckgenehmigung erteilt.
Als Beschuldigter, sagte man mir, unterliege ich nicht der objektiven Chronistenpflicht, könnte mich hier also als verfolgte Unschuld gerieren. Vielleicht habe ich mich aber mit dieser Arbeit und dem Zeitdruck tatsächlich verschätzt und überhoben. Aber konnte ich wissen, dass die Zusagen nicht eingehalten werden?
Als unvorteilhaft stellt sich in diesem Zusammenhang das kritische Büchlein “Der Eisbär in der Anatomie” dar. Nach meinem Empfinden hat es mir den Zorn der Charité eingebracht und erklärt nach meiner Wertung, warum ich zum Sündenbock gemacht werde.
Als weißer Ritter in strahlender Rüstung komme ich nicht aus dieser Geschichte heraus, auch nicht mit einem oder zwei blauen Augen.
Jemand holt heimlich sein Auto aus der Werkstatt, bevor es fertig ist und baut deshalb einen Unfall. Ist die Werkstatt verantwortlich oder derjenige, der nicht abwarten wollte, bis das Auto fertig war?

27
Jan
2012

www.Falko-Hennig.de

1. Februar 2012, 20.30 bis 21.30 Uhr:
Klingendes Radio Hochsee Rätsel #25
mit Falko Hennig und Helene Hecke
auf 88,4 MHz (Berlin) und 90,7 MHz (Südwesten) sowie http://www.piradio.de/



Mittwoch, 19. I. 11, feuchtgrau:
Schreibtisch: Zum Frühstück eine Banane und ein auf Zwiebeln und hellgrüner Paprika gebratenes Spiegelei auf Lachsbrot.
Datenpflege und E-Korrespondenz.
Schreibtisch: Halmumi im Adonis, durch die Kälte zu mir, Korrespondenz.


Donnerstag, 20. I. 11, Schnee:
Schreibtisch: T: Mit Gustav an einem Stehtisch, was er Silvester gemacht hat? Sie waren in der Sauna. Christine kommt, sie gehen zusammen weg, lassen mich einfach stehen. Ärgere mich sehr, kann aber nicht weg, weil ihre Sachen noch hier liegen. Als er nach ungefähr 10 Minuten zurückkommt, gehe ich wütend.

Grundgefühl des Traums ist Neid. Kein schönes Gefühl. Aber besser im Traum, also im Seelenkeller, als im Bewusstsein.
An die Korrespondenz, Brief an eine Unbekannte in Mosbach, die seinerzeit die Hebebrand-Aufzeichnungen eingereicht hat.
Wege heute: Kaisers, Akademie, Robert, Wäscherei, nochmal Kaisers, zwischendurch noch zu mir.
Sofa: Erfreulich ein Treffen zu Kaffee mit Kurt, leider erwischen mich dann aber negative Gefühle, als die Situation mich an meinen morgendlichen Traum gemahnt. Und falls es eines Nachweises bedurft hätte, da ist, so aberwitzig es ist, Eifersucht jedenfalls auch mit bei.
Fotos auf die Foto-Festplatte kopieren. Sichtung der VBJ-Seite, aber sehe nicht, welchen Rechtsschutz sie anbieten, ärgerlich, also morgen weiter damit.
Jetzt ein Highlight des Tages: Abendbrot bereiten mit meinen Kindern.
(Pult, 21. I. 11:) Pierre, schmusen, bleibt sogar über Nacht, kein Sex, aber so nahe dran, dass ich doch einigermaßen glücklich bin nach der Zeit der Dürre.


Freitag, 21. I. 11, grau & Graupel:
Pult: T: Bin bei Ted Kennedy zum Geburtstag, zerschneide versehentlich eine wichtige Bordel. Er tritt als Überraschung auf in einem Blumenkostüm, doch dann ist er es gar nicht, sondern eine Frau.

An die Pressearbeit für Heino Jaeger, lese mir die Rechtsschutzordnung des Journalistenverbandes Berlin Brandenburg durch, es besteht keine Rechtsanspruch auf entsprechenden Schutz (also können sie ihn einfach verweigern?) und die Selbstbeteiligung beträgt ab 50.000 € 50% und ab 100.000€ gar 100%, ja keine utopischen Summen, wenn ich von meinen jüngsten Erfahrungen ausgehe.
War bis gegen 12 fleißig mit der Pressearbeit für Heino Jaeger, für die Junge Welt kann ich den Artikel gleich selber schreiben, nun Archiv.
Archiv der Akademie der Künste, Lesesaal, Hannoversche Straße: Viertel nach 2 bin ich durch mit den Briefen, beginne mit dem Abschreiben von Passagen aus dem Poesiealbum:
"Meiner lieben Kameradin Maria zum freundlichen Gedenken!
i. Dezember 1942.
E. W. Müller
[hauptsächlich eherne Nazi-Gedichte, aber dann nach einem Drittel Buch]
Lyrik und Liebe!
"An Maria."
Maria, liebe Mädchen,
Du holde süße Maid,
Dir schlägt mein pochend Herze
In stiller Einsamkeit.

Maria, süßes Mädchen
Wann schlägt in Deiner Brust
Dein Herz in stiller Liebe
So stürmisch unbewußt?

Maria, schweigst Du länger,
Ich sterb' vor Sehnsucht schier.
Maria wann erfüllst Du
Mein heimlich Sehnen mir?

Maria, holdes Wesen,
Es blüht ein Blümelein,
So ganz still und verborgen,
Ach wär' es doch erst mein.

Dies Blümlein zu erringen,
Für es geboren sein,
Du Herz mußt es bewingen,
Mußt immer bei ihm sein.

Maria, holdes Liebchen,
Du mußt mein Eigen sein.
Maria holde Blume,
Wärst Du doch endlich mein!
Mai 1941. E. W. M.

"Vision."

Ich träumte heutnacht so selig von dir
Und küßte den rosigen Mund.
Du warst im Traume verbunden mit mir,
In einer glückseligen Stund.
Ich hab dich liebkost, geherzt und gedrückt,
Wir waren so glücklich und froh.
Wir haben uns beide so innig beglückt
Und wünschten es blieb immer so.
Doch als ich erwachte, - da lag ich allein-
Von Liebe und Glück nur genarrt.
Es quälet mich weiter der Sehnsucht Pein,
In Hoffnung und Glauben gepaart.

[usw.]

"Liebesglück."

Es war an einem Abend,
Wir saßen fröhlich beim Wein,
Die Blicke suchten labend
Ein holdes Mägdelein.

Es fanden sich die Herzen
In Liebe und in Glück.
EEs war ein neckisch Scherzen
Und keines konnt zurück.

Es wurden köstliche Stunden,
Die wir zusammen verbracht.
Fröhlich und ungebunden
Haben wir nur an Liebe gedacht.

Die tage sind vergangen,
Die uns das Schicksal bestimmt.
Ist auch mein Herz voll Verlangen,
Die Stunde des Glücks entrinnt.

So laß' dich noch einmal küssen
Und dir in die Augen sehn.
Wenn wir auch scheiden müssen,
Unsre Liebe bleibt immer bestehn.
10. 8. 1942 E. W. M.

Pult: Sind denn alle wahnsinnig geworden? Und warum alle gegen mich? Bin ich der Sonne zu nahe gekommen, dass die Götter mich jetzt von allen Seiten geißeln?
Verbiete mir erfolgreich, derart aufgewühlt zu twittern.
Freudenhaus: Tripper oder Flipper oder Trixis. Komplette Hoffnungslosigkeit.
Versuche, mich mit der gegenüber der Liebe doch bemerkenswerten Dauerhaftigkeit der Freundschaften zu trösten, die mit Kirsten hat nun schon drei Frauen überstanden, und auch wenn ich immer noch auf eine langjährige Partnerschaft hoffe, glaube ich eher, dass es in dieser Art weitergehen wird.


Samstag, 22. I. 11, sonnig:
(Pult, 24. I. 11:) Nochwas für Dienstag. http://www.jungewelt.de/2011/01-22/046.php
Das heutige @Kantinenlesen wird besonders spannend, denn @Dan Richter pausiert, deshalb werden wir sehr gute Texte vorlesen und singen.
Die Alte Kantine füllt sich, meine Werbezettel für den Heino-Jaeger-Abend sind ausgelegt, die Show grad mit Doc Schoko & Jan Böttcher geplant. Die Kollegen besonders irrsinnig, sage Intro zu, doch dann wird behauptet, Stefan und Jochen wollten es machen, doch die wissen von nichts, lehnen es ab und machen, obwohl es schon nach 8 ist, keinerlei Anstalten damit zu beginnen. Nein, sie wollen doch nicht, die einzigen, die das Intro nicht machen wollen, sind dafür eingeteilt. Schließlich lassen sie sich doch herab. Wie dieser jämmerliche Haufen von Versagern und Geistesgestörten überhaupt jemals eine Show hinkriegte ist unklar.
Stefan & Jochen mit einem ihrer endlosen Intros, brauchen wir um so weniger zu lesen. Ivo Lotion besingt in einem Lied Sauerkraut als 1A-Mittel gegen den Befall des Darms mit Madenwürmern nach der Melodie von "Shout!"
Alte Kantine: In einem Lied! Ja in was denn sonst? In einem Pappkarton? Und das bei Twitter, wo man doch lernen sollte, die Verwendung überflüssiger Worte zu vermeiden.
(Pult, 24. I. 11:) Tube liest über eine Snooze-Orgie und Kinder: "Am Anfang sind sie noch recht niedlich, aber wenn sie dann geboren sind..." Pause und der größte Thrill des Abends: Wird jemand ein Buch kaufen? Niemand kauft eins.
Surfe mit einer Semmel mit gebratenem baierischen Leberkäse auf der Vegetarier-Welle mit, ist ja auch Käse.
Zu Anselms Abschiedsparty. Ob ungesättigte Fette oder gesättigt Fette satter machen, bleibt ungeklärt. Auch welche der beiden Sorten fetter machen, können wir nicht klären. Aber dass es am Buffett angenehmer mit gesättigten Fetten als mit ungesättigten Fetten ist, bleibt gänzlich unbestritten.
Eine Frau scheint zu lecken und wurde deshalb auf Haushaltspapier gesetzt.
Lovely Ella schläft bei mir, es macht mein Herz warm.

2
Jan
2012

www.Falko-Hennig.de

4. Januar 2012, 20.30 bis 21.30 Uhr:
Klingendes Radio Hochsee Rätsel #24
mit Falko Hennig und Mathias Kopetzki
auf 88,4 MHz (Berlin) und 90,7 MHz (Südwesten) sowie http://www.piradio.de/


Dienstag, 11. I. 11, grau:
Schreibtisch: Die 2. Schnapszahl des Jahres im Datum.
Prokrastiniere schon fleißig vor dem Frühstück bei Facebook, wo ist eigentlich die Radio-Hochsee-Seite hin? Eigentlich alles zum Kotzen. Bin allein, in Jammerstimmung. Arbeite mit einer ganz lächerlichen Effektivität, wenn ich journalistisch so tätig wäre, würde ich für einen winzigen Artikel 100 Jahre brauchen.
Irgendwann bin ich dann im Dschumm und es geht.
(Sofa, 12. I. 11:) Insgesamt muss man feststellen, dass an dem Dioxin-Skandal hauptsächlich Gier der Hühner und Schweine schuld, wenn die jeden Scheiß hinunter schlingen wie nichts Gutes?
Zu Rosa, ihn im Rollstuhl zu sehen ist etwas erschreckend. Spasmen zuckten durch seinen Körper, dann war er querschnittsgelähmt. Wie in Kill Bill hat durch tagelange Willensanstrengung seine Zehen bewegen können. Jetzt schafft er es mit Rollator einige male den Gang rauf und runter.
(Sofa, 12. I. 11:) Nach der Berliner Zeitung ist Lehrerin Sarrazin das armselige Opfer eines Elternsprechers. Auch scheint sie eine sadistische Ziege zu sein.
Treffen mit Papa im Gorki-Park, Rührei mit Kartoffeln.
(Sofa, 12. I. 11:) Nach dem spannenden Vortrag kommt Ulrich noch mit in die Charité, die Geburtstagsgäste zu Rosas 50. tragen lustige Hütchen, das muss ich mir für meinen Geburtstag merken.
Klingendes Radio Hochsee Raetsel mit Thilo Bock. 22.30 - 0 Uhr auf 88,4 MHz, im Südwesten Berlins auf 90,7 MHz sowie http://www.piradio.de/ Die Sendung von @Radio Hochsee wird samt Rätselwort @Heinrich Dubel gewidmet, der hat heute 50. Geburtstag! Heitere Sendung mit Thilo.
Erst gegen 3 ins Bett.


Mittwoch, 12. I. 11, bedeckt:
Sofa: Gegen 11 auf.
Müde im Archiv, heute werde ich früh schlafen gehen & morgen hoffentlich spät aufstehen.
Fußball, der Meckerkopf meckert. Diese Nervensäge verdirbt jedes Spiel. Schieße leider immer daneben, aber gewinnen trotzdem, wieder den Arsch bewegt.
Liege vor dem Fernseher bei leichten Büroarbeiten.
Schaue mir den schweizer Dokumentarfilm "Monica - Die Königin der Kondome" (2007) über Sexualaufklärung auf Kuba an. In der ARD "Der Drückerkönig und die Politik, Die schillernde Karriere des Carsten Maschmeyer" über diese Riester-Gerhard-Schröder-Klicke. Auch Bundespräsident Wulff gehört zum Freundeskreis. Maschmeyer macht gegenüber den Fernsehleuten einen grießgrämigen Eindruck.


Donnerstag, 13. I. 11, bedeckt:
Akademie, Archiv: T: Bin bei Loriots 90. Geburtstag, er ist gerade nicht im Zimmer, gebe gegenüber Freunden von ihm zu, dass ich mich nur eingeschmuggelt habe. Als alle Platz nehmen, komme ich direkt neben Loriot zu sitzen, aber meine Frage wegen der Biografie traue ich mich nicht zu stellen. Im Nebenraum sind Journalisten versammelt, komme dort zu sitzen, von diesem Raum gehen auch die Nachtquartiere ab. Punkt 8 geht Loriot spazieren. Jakob hat er ein Interview zugesagt, aber nicht heute, erst in 3 Tagen.

Aber das eigentliche Ereignis dieser Woche ist ein gewaltiger Schiss, so hat nicht Hitler geschissen und nicht Helmut Kohl und auch nicht Angela Merkel. Durch die gigantischen Mengen Vollkornbrot fülle ich die Kloschüssel heiter bis zum Rand mit leicht formbarer Scheiße, dass mein ausgeschlafener Körper die ganze Woche riesige Mengen Endorphine in das Nervensystem pumpt.
(Sofa, 15. I. 11:) In der Akademie der Künste bei der Pressekonferenz, Klaus Staeck spricht über die 42jährige Freundschaft zu Sigmar Polke. Den Kunstfreund könne man sich als kranken Sammler vorstellen, der jede Rechnung, jedes Fax aufhebt. 150 Mark bot Staeck für 1te Grafik. 1969 in Heidelberg verwechselte man Kreativität noch mit Zerstörungswut, ein Schieferdach haben die Schweinepriester ihm zertreten. Den Schuldenberg trug er mit dem Apparat ab, mit dem man eine Kartoffel mit einer anderen umkreisen kann. Den brauche ich dringend für die Küche. Derzeit umkreisen wir unsere Kartoffeln immer noch mühsam mit Hand. Aber 300.000 € ist mir etwas happig.
Knapp 60 Journalisten in der Ausstellung. Staecks Rattenfänger war eine Blockflöte auf einer Luftpumpe, auf der begann Polke sofort zu spielen. Freundschaft & Zank wie bei altem Ehepaar, wenn er 100 Faxe mit dringender Bitte um ein Lebenszeichen ohne Reaktion verschickte.
Ein sehr wilder Polke erwartet die Besucher, sagt der Buchherausgeber. In Xylophon-Orgien wurde man bei ihm oft involviert. Mit 35 hat er sich von seiner Spießerkunst abgewendet und nannte sich als Lude und Rockstar "Wir Kleinbürger". Harte Mischung aus Sex, Drogen, aber selbst die Wiedervereinigung hat er scharf beobachtet. Auf eine SMS hat Polke sofort zurückgerufen, dagegen hatte Staeck als Verleger immer alles verlegt & konnte nichts finden. Polke-Posen: Der Einsiedler, der Faulpelz, der manische Filmer, der Clown, in den 70er war er ein Künstler-Künstler. Eigentlich wollte er die Ausstellung "Polke, unsere liebste Kartoffel" nennen.
Im Archiv Hannoversche Str., Feldpostbriefe von SS-Mann 4. SS-Panz-Gren-Ausb. Btl10, Brünn/Mähren. Protektorat Bohnen & Möhren. Meine Nachbarin bietet mir ein Taschentuch an, sie dachte mir läuft die Nase.
Pult: In der Bäckerei an der Charité sagt die Verkäuferin, nachdem ich gerade ein Familienstück bestellt habe:
"Sie haben genauso eine Stimme wie Udo Lindenberg." Die Dame neben mir pflichtet ihr bei:
"Das hört er bestimmt jeden Tag." Ich widerspreche:
"Da wäre Udo Lindenberg bestimmt nicht begeistert, das zu hören." Schließlich bekomme ich mein Familienstück, 3,70 Euro, halte der Dame die Tür auf, sie:
"Sie sind viel netter als Udo Lindenberg."
"Wirklich?"
"Der hat mir noch nie die Tür aufgehalten."
Orangencreme-Kürbis-Suppe im Weinerei-Café, kann anschreiben lassen, da sie einen 20-€-Schein nicht wechseln können.
(Sofa, 15. I. 11:) Es ist nicht zu fassen, ich habe einen Brief von Robert Crumb bekommen! Beantworte ihn gleich, aber versäume, ihn zu kopieren oder abzufotografieren. Da klafft also, wenn Crumb meinen nicht aufhebt, in meiner Korrespondenz eine empfindliche Lücke.
Pult: Bereite zum Abendbrot für die Kleinfamilie eine italienische Nudelpfanne.
Lade das vorgestrige Klingende @Radio Hochsee Rätsel mit @Thilo Bock hoch.
Zum Hören und Raten, für @Heinrich Dubel zum 50.
Halb 10 hinunter ins Freudenhaus, twittern werde ich jetzt bis morgen Abend nicht mehr, damit der Link zur Sendung möglichst lange auf meiner Homopage zu sehen ist.
Sofa: Ins Freudenhaus, wo ich drei alkoholfreie Bier trinke. Empfinde Ahne, der bestreitet, dass die Computertechnik zu einem katastrophalen Anstieg des Energieverbrauchs geführt hat, als ähnlich anstrengend wie Chris, bei dem ich wie so oft nicht folgen kann, erratische, einsam bleibende Textbrocken, dieses immer nachfragen müssen, wovon er eigentlich spricht.
Sonderbarer Dokumentarfilm über Udo "Die Akte Lindenberg" und seinen Auftritt am 25. Oktober 1983 im Palast der Republik, habe ich auf jeden Fall im DDR-Fernsehen gesehen. Dieses Quallige, Nölige des derzeitigen Lindenberg, diese aufgeworfenen, tabakbraunen Lippen, sehr eigen gealtert. Es knautscht so in seinem Gesicht. Beim Sprechen lässt er seinen Hut wackeln. Krenz mit seinen Nicht-Aussagen. "Sonderzug nach Pankow" mit seinen "herabwürdigen Außerungen gegenüber Genossen Erich Honecker", wieso durfte er dann doch kurz danach im Republikpalast auftreten? Einer von der SEW namens Gaißmaier steckte dahinter. Udo musste einen devoten Brief schreiben, Kristina Eriksson, meine Fotografin von 1989, tippte ihn. Honecker fragte Krenz, wer denn dieser Lindenberg sei.
"Das ist der, der mit Dir den leckeren Cognac trinken will."
"Ach der mich Honni nennt?" Tatsächlich gings um Belafonte, phänomenal, dann lag der Buschfunk seinerzeit richtig. Vielleicht stimmt das mit Angela Merkels Scheidung auch.
Beckmann war damals Udos Kameramann, ach nee, nur Tonmann. Eine ½e Stunde hielten sie ihn am Grenzübergang Invalidenstraße fest, damit Krenz in Schönefeld Belafonte allein in Empfang nehmen konnte. Das Anstoßen von Krenz und Udo mit Buttermilch ging von Lindenbergs Management aus.
Panikmusiker Steffi Stephan kiffte in der Garderobe. Dass er die Abschaffung der sowjetischen SS-20-Raketen forderte, mussten die DDR-Apparatschiks übel nehmen. Gleichzeitig wurden die Zugeführten misshandelt.
FDJ-Sekretärin Angela Merkel im Publikum? Warum die SED ihr Versprechen mit der Tournee gebrochen hat.
Mein 2ter alkoholfreier Tag neigt sich dem Ende zu.


Freitag, 14. I. 11, Regen:
Pult: In meinem frühmorgendlichen Traum sah ich mehrere burleske 3D-Filme, in meinem gegen Mittag war ich immer wieder an japanischen sadistischen Pornofilmen beteiligt.
E-Post, Telefonat mit Mutti, schon geht es auf 1 zu, auf ins Archiv.
Küche: Endlich, nach ewiger Verzögerung, mache ich mich gegen 4 in der Küche an die Kolumne für die taz. Endlich wieder meinem eigentlich Gewerbe nachgehen, wenn nicht sogar Kunst. Ja, warum denn eigentlich nicht? Schon 10 nach 4 bin ich fertig, so schnell geht das, wenn man nur noch kürzen muss.
(Sofa, 15. I. 11:) Nach den gestrigen italienischen Gemüsenudeln auch heute wieder eine Premiere: Gemüse- und Schafskäse-Omeletts mit Kartoffelbrei.
Seit Monaten keine Wurst & kein Fleisch mehr gekauft, wird schwierig, einen Tag pro Woche weniger Fleisch zu essen. Jedenfalls eine begrüßenswerte ethische Mode, die gerade befeuert durch einige Bücher um sich greift. Was heißt schon gerade? Mindestens seit den 1880er Jahren.

Arbeite an einer deutschen Version von "Like a Virgin".
http://www.youtube.com/watch?v=OI-LFxf9oB0
http://www.youtube.com/watch?v=uvOLoOlheco

I made it through the wilderness
Somehow I made it through
Didn't know how lost I was
Until I found you

I was beat incomplete
Id been had, I was sad and blue
But you made me feel
Yeah, you made me feel
Shiny and new

Wie ne Jungfrau
wie beim allerersten mal
Wie ne Jungfrau
Wenn Dein Herz schlägt
ganz bei mir.

Youre so fine and you're mine
Make me strong, yeah you make me bold
Oh your love thawed out
Yeah, your love thawed out
What was scared and cold.

Wie ne Jungfrau
wie beim allerersten mal
Wie ne Jungfrau
Wenn Dein Herz schlägt
ganz bei mir.

Oooh, oooh, oooh

Du bist mein ganz allein
Ich will Dein für immer sein.
Cause you made me feel
Yeah, you made me feel
Ive nothing to hide

Like a virgin
Touched for the very first time
Like a virgin
When your hear beats (after first time, with your heartbeat)
Next to mine.

Like a virgin, ooh, ooh
Like a virgin
Feels so good inside
When you hold me, and your heart beats, and you love me

Oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh
Ooh, baby
Cant you hear my heart beat
For the very first time?

Karaoke version youtube

Nicht unzählige, aber ungefähr 30 ergraute Barthaare habe ich inzwischen.
Mit Helene ins Freudenhaus, Dioxin im Eierlikör, Schleifchenmädchen.
Was haben Haie? Genitalgebiss? Bajonettgebiss? Ah, Revolvergebiss, sie kannte mal einen, der hatte das, dem mussten sie andauernd Zähne ziehen. Weil ihm die kreuz & quer unter den alten nachwuchsen.
Redensarten meiner Deutschlehrerin:
Jedem Tierchen sein Pläsierchen.
Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.
Was murmelst de da in Deinen Bart, den de nicht hast?
(Kino, 15. I. 11:) Vielen Männern mit Diabethis ist es noch unangenehmer, wenn ihnen statt Zehen oder Fingern der Schwanz abfault.


Samstag, 15. I. 11, locker bewölkt:
Sofa: Feiner streichfähiger Alaska-Seelachs-Salat mit Schnittlauch verfeinert, pikanter Brotaufstrich aus beispielhafter nachhaltiger Fischerei.
Zum Fußball, Schweiß, Blut & Schmerz an der Invalidenstr. Spiele schwach & steiger mich nur wenig, ein Tor kann ich unter Mirko in die rechte Ecke schießen. "Verpisst Euch!" "Komm weiter!" "Tooor!" "Caralu!" "Wir machen noch ein Spielchen!" "Hacke geht!" "Probier irgendwas, egal!" "Mitte!" "Jawoll!" "Ach, Scheiße, technischer Fehler." "Einen Schritt raus!" "Uaah! Mann!" "Sorry!" "Jungs, vorsichtig!" "Abstoß." "Mensch, Kinder!"
Im Fernsehen mit Ella "Phinea und Ferb", die bauen immer etwas, das dann verschwindet und haben ein Schnabeltier, das Geheimagent gegen das Böse ist und "Wenn Elfen helfen", "Die Super-Eltern".
Kann es beim Blick in den Spiegel nicht richtig fassen, was ich mir für einen Wanst angefressen und -gesoffen habe.
Bei Kaffee beginne ich, meine Twittereinträge der Woche ins Hauptjournal zu kopieren.
Glaube nicht, dass ich eine Antwort aus den sozialen Netzwerken von Twitter und Facebook bekommen werde, aber frage trotzdem: Will jemand mit in die Kulturbrauerei zu Woody Allens "Ich sehe den Mann deiner Träume" ("You Will Meet a Tall Dark Stranger", USA/Spanien 2010)?


Sonntag, 16. I. 11, grau:
Pult: T: In Afrika in einem Auto, mein Vater am Steuer, wir fahren durch das Land, müssen jemanden abholen, vorn die Frau von einem Goethe-Institut. Frage ihn danach, wie die Fahrt für ihn war. An sich okay, aber diese schmerzhafte Dauererektion.
Mit Papa in Prerow an der Ostsee, gehen durch die Zeltreihen, ob wir wirklich noch einen Platz bekommen? Ein Bekannter, der etwas wie Dean Reed aussieht, spricht uns an. Sage, dass es hier ja schon sehr teuer wäre, teurer als in einem Nobelhotel. Aber, widerspricht der Mann, hier sei man den ganzen Tag an der Ostsee. Aber es gebe doch auch Hotels an der Ostsee, da sei man auch den ganzen Tag am Strand. Hole mein Notizbuch heraus und mache mir Stichpunkte für einen Text darüber, wie gesund Sole für den Menschen sind. Auch mein Vater nimmt seines und notiert sich etwas mit grüner Tinte. Um den Hals trägt er eine Kamera mit starkem Teleobjektiv. Der Mann spielt Musik vor einer Tanzfläche.

Wo läuft das Klingende Sonntagsrätsel? Bekomme es im Radio überhaupt nicht hinein, erst der Livestream in DeutschlandRadio Kultur bringts mir.
V aus Weißt Du wieviel Sterne stehen?
I Ruth Edding, aus welcher Sprache stammt Akkordeon, also Akkord. 3. Buchstabe. Griechisch.
Küche: Name, Bühne, Show, Musik, 7 Buchstaben
L Peter Alexander mit einer Bühnenschauspielerin, Hitchcock und Lang, 1974 Autobiografie, 1975 "Lotte in Weimar", 1. 3. oder 4 im Vornamen, 3. im Familienname: Lilli Palmer.
E Chorknabe am Stefansdom in Wien um 1750. geboren 1732-1809, 4. Buchstabe des Vornamens. Joseph Haydn.
N El Condor
Schütze bei Wilhelm Tell, 2. Wort vom Namen, 1. & 2. Buchstabe: Valente
Danach ein Kalenderblatt über den Entdecker der Jungfernzeugung der Bienen-Drohnen.
Finde einen Link zu meinem letzten Rätsel, aber das haben ja wahrscheinlich schon alle gehört? http://cba.fro.at/41789
(Pult, 17. I. 11:) Von Paule zu meinem Sofa, das ich seit circa 20 Jahren besitze: Ich bin mit 19 zuhause ausgezogen,bis dahin hab ich drauf gesessen.Obwohl ich nicht mehr genau sagen kann, ob wir sie wirklich solange hatten....Auf jeden Fall sitzt du länger drauf und sicher baust du den Vorsprung noch aus.
Pult: Eine hübsche, unterhaltsame und auch lehrreiche Ausstellung ist dort in der Akademie geglückt.
Trinken noch Capuccinos und zurück gehts in die unterschiedlichen Heime.
Schaue in mein Bilderarchiv, vielleicht einen neue Lichtbildervortrag für heute Abend vorbereiten.


Montag, 17. I. 11, sonnig:
Pult: Frühlingshaftes Blut auf dem Toilettenpapier.
Schreibtisch: Sehe zum ersten mal Ernst Witzke, den durch mich unsterblichen Erbauer der Rangsdorfer Briefkastenhäuser. E-Korrespondenz bis gegen 12, nun Suppe fassen und ins Archiv.
Schreibtisch: Bekomme von Ernst einen Korb wegen eines Essens morgen, er könne doch nicht wissen, ob er abends um 8 Hunger habe. Meine Besorgnis darüber, dass ich mich nicht einmal mehr mit ihm zum Essen verabreden kann, kann er nicht aus der Welt räumen.
Missmutig über Postamt und Lidl zu mir. Müde am Schreibtisch bei unangenehmer Arbeit. Wie immer ist es dann gar nicht so schlimm, erledigt, froh.
(Schreibtisch, 19. 1. 11:) Gespräch über Heino Jäger, Freunde um Hubert Fichte sammelten Unterschriften, damit er keine Psychopharmala bekommt, aber er wollte sie! Eine Frau hat er vor seiner Einweisung in die Psychiatrie verfolgt, gestalkt, also sein Liebesleben lag etwas im Argen.
(Archiv, 18. I. 11:) Symptomatisch für den katastophalen Zustand unserer Mannschaft ist, dass Frank als Vertstärkung einen alten dicken Mann ins Team bringt. Aber angesichts der Erfahrungen der letzten 2 Jahre hilft uns jeder, der sich auch nur noch ein bißchen bewegen kann und nicht völlig blind ist. Erzählt von den Leichenbergen, die er in Benares gesehen hat, nach Böttchers Geschmack viel zu laut.
Sofa: An dem desolaten Zustand der Mannschaft wird auch die massive Rekrutierung von Alten und Gebrechlichen nichts ändern, wann und ob wir wieder ein normales Spiel absolvieren können ist völlig fraglich. Neueste Errungenschaft sind Andreas und Thoralf.
Ersterer Jahrgangskollege aus einem Dorf bei Neuss, letzterer berlinernder Spezialist für asiatische Kunst, der mir in der Euphorie des Neubeginns jede Menge Hilfe über die Stellung der Selbstbefriedigung dort zusagt. Der Buddhismus, noch in den 1920er Jahren wurden Jungfrauen geschlachtet, um aus ihren Knochen Musikinstrumente herzustellen. Wie nur die Legende von der friedlichen Religion entstanden ist?
Mit extremem Schluckauf heim und in die seelige Heia.


Dienstag, 18. I. 11, grau:
Schreibtisch: Korrespondenz mittels FileMaker, Einverständniserklärungen nach Leipzig und Echingen schicken.
(Schreibtisch, 19. 1. 11:) Glücklich im Archiv, alles voller unfassbar schöner Frauen. Schöne Poststempel gabs 1943: "Nach FLIEGERANGRIFFEN Privatgespräche am Fernsprecher unterlassen!"
Beginne mit 1944, dem letzten Lebensjahr des SS-Manns: "Na waß ist denn eingendlich los, ich habe bis jetzt noch keine Post von Dir erhalten, ich warte und warte aber ich bekomme eben keinen Brief, keine Karte, eben Nichst."
Herfried Münkler über asymmetrische Gewalt in den neuen Kriegen im voll besetzten Saal der Humboldt-Uni, hat Germanistik & Sozialwissenschaften studiert. Herausgeber der MEGA, Sonderforschungsbereich imperiale Deutungsmuster. Politische Mythen, Preis der Leipziger Buchmesse.
Dankt für den vollen Hörsaal, 150 Hörer, & spricht ohne Mikro. 1. Was sind neue Kriege? 2. Was sind Asymmetrien? 3. Begriff Vulnerabilität: Verletzlichkeit.
Von Krefeld: Durch Atomwaffen low intensity war, Krieg dehnt sich in Raum & Zeit aus. Beispiel Kolumbien, Ost-Kongo &Afghanistan.
Keine Kriegserklärung & kein Friedensschluss. The fog of war. Clausewitz. Grenze des Völkerrechts zw. Kämpfern & Volk verschwindet. Veränderte Finanzen, warlords & organisierte Kriminalität, das Bruttokriminalprodukt beträgt 1500 Milliarden Dollar! Krieg wurde immer teurer, im 20. Jahrhundert konnten sich nur noch Großmächte & Bündnisse den Spaß leisten. Mit Ende d. Kalten Krieges haben sich Führer der Kriege auf Finanzierung durch Schattenwirtschaft umgestellt. Rauschgift, tropische Edelhölzer und Blutdiamanten. Heckler & Koch spielen keine Rolle, aber AK47, gibts mit Magazinen für 30 Dollar. Lösung Legalisierung? Dann könnte man Frauenhandel auch legalisieren. Gruppe mit vitalem Interesse an Fortführung des Krieges wird immer größer. Wallenstein: Der Krieg muss den Krieg ernähren. In Afghanistan hat die Bundesregierung das nicht berücksichtigt. Rückkehr der Gewalt in die Wohlstandszonen. Wallenstein & sein Bankier sind mehrfach pleite gegangen, Krieg ist betriebswirtschaftlich nicht mehr führbar, Staat übernimmt den Job. Jetzt mit den warlords wieder Privatarmeen. Wenn Pakistani gesprengt werden ist das billiger als amerikanische Söldner. Folterexperten für Abu Graib (سجن أبو غريب) gibts in Chile. Seit 1808, spanischer Aufstand gegen Napoleon, Bestandsgarantie, bis 1942 symmetrische Duellkriege. Asymmetrische Praktik: Bosnische Frauen durch Vergewaltigung schwängern um den eigenen Samen zu verbreiten. Handlungslogik ist entkoppelt. Papst Bonifaz VIII. ist geohrfeigt worden & prompt darauf gestorben.
Al Kaida diffundiert in der Tiefe des sozialen Körper. Systemische Prävention nötig. Bedrohungen nicht mehr quantifizierbar. Versuche, eigene Verletzlichkeit zu minimieren. Sparta und Perikles. 1914 war man sich hier sicher, dass man England schlagen werde. Versorgungsvulnerabilität. Wenns gegen England geht, braucht man die Russen.
Moderner Terrorismus ist Drohung und Angebot: Wenn Ihr das und das macht, hören wir auf. In Mali hat Bundesregierung bekannt gegeben, wer Geld bekommen hat, dann haben sie sich gegenseitig umgebracht.
Sollte man nicht zu Hause bleiben, Bilder von Massakern einfach aushalten? Konflikte einfach ausbrennen lassen? Alle Eingriffe habens nur schlimmer gemacht. Give war a chance! Deutsche Intervention in Mazedonien, fast vergessen, weil sie so erfolgreich war.
Zuhörer wirft Prof. Neokolonialismus vor und glaubt ihm nicht, aber eine Frage stellt er nicht sondern hält Gegenreferat. Prof.: Kolonialismus Denunziationsbegriff. "Sind Sie überhaupt für den Frieden?"
"Natürlich, warum zweifeln Sie daran?"
"Würden Sie uns verraten, wie wir den Weltfrieden erreichen?"
Wenn er das wüsste, würde er es nicht bei einem unbezahlten Vortrag verraten. Kant: Demokratien führen keine Kriege gegen andere Demokratien.
Wortnebel um Afghanistan, Fehler, Intervention nicht von Anfang an zu begrenzen, wir haben nur begrenzte, Kriegsherren dort unbegrenzte Zeit.
Gebratene panierte Camemberts auf Vollkornbroten zum Abendbrot bei mir und eine Kanne Früchtetee.
Im Fernsehen gehts nach den Simpsons alkoholfrei weiter mit dem Krieg "Piraten vor Somalia - Mission impossible?" (GB/S/D 2010) auf Arte. "Das Drama um die Hansa Stavanger", 121 Tage waren Kapitän & Besatzung in Gewalt der Piraten, deutsche Schiffe waren für sie Hauptgewinn. Tagesthemen, Piraten in Somalia, Biobranche boomt Dank Dioxin, Glücksgas-Stadion für Dynamo Dresden, die jüdische Gemeinde ist not amused.
83jähriger Fuchsberger bei Maischberger, Tod sieht er als letzte Hürde. Und wenn er nicht drüber kommt wie Heesters? Skrupelloses Lügenblatt BILD, Niggemeier über einen Übeltäter. http://www.stefan-niggemeier.de/blog/vergessen-und-vergessen-machen/
Lese dabei twitternd Klaus Völkers "Kabarett der Komiker, Berlin 1924 bis 1950", ist große Klasse, 2010 bei edition text + kritik München.
Schalte um auf 3sat, ein Dokumentarfilm über den letzten in der Schweiz hingerichteten Mörder "Vollenweider" (CH 2003), 1940 guillotiniert.
Superintelligent war er, ein ganz lieber Mensch, bewaffneter Banküberfall 1936, 2½ Jahre Gefängnis, dort kamen ihm die bösen Gedanken. 1939 Verwahrung wegen der Prognose des Psychiaters, wonach er schwere Straftaten begehen werde. Trieb sich dann in Zürich rum & kaufte sich eine Walther. Dann schießt er einfach jemandem von hinten in den Kopf, um dessen Identität zu übernehmen. Das blutige Hemd in die Wäscherei zu geben war nicht so superintelligent. Als nächstes überfällta & erschießt einen Pöstler, also Geldbriefträger. Dann erbittet er sich schriftlich, die Hemden nachschicken zu lassen, man hätte ihm den Kopf schon wegen Dummheit abschlagen sollen.
Akku vom Handy alle, also ab jetzt ohne Leine weiterschreiben, good night!
Die ganze Schweiz wollte ihm die Rübe abschlagen.

31
Dez
2011

www.Falko-Hennig.de

4. Januar 2012, 20.30 bis 21.30 Uhr:
Klingendes Radio Hochsee Rätsel #24
mit Falko Hennig
auf 88,4 MHz (Berlin) und 90,7 MHz (Südwesten) sowie http://www.piradio.de/


Mittwoch, 5. I. 11, sonnig:
Sofa: T: Habe auf einem Schiff einen 85jährigen Mann kennengelernt, der gesundheitliche Probleme hatte, es stellte sich heraus, dass er in der Nazi-Zeit als Engländer auf einem Schiff Swingmusiker war. Kann darüber eine große Geschichte in der FAZ schreiben. Redaktionssitzung in der Straßenbahn, ein Kollege wird gedisst, der sei doch ziemlich kalt inzwischen. Wer das denn sei, will eine Passagierin wissen. Na der mit diesen Gnubbelohren, wird ihr geantwortet. Finde als nächstes heraus, dass der Mann nicht nur Swingmusiker war, sondern auch Bote zwischen New York, Jerusalem und Berlin, eine noch sensationellere Geschichte. Besuche seine Frau mit einigen Einkäufen, sie sitzt mit ihrem Mann in einem Ladenlokal.

Telefonate mit Robert, Daniel, wieder Robert, Verabredung mit Svenja.
(Sofa, 7. I. 11:) Flaschen wegbringen & das eingenommene Geld gleich in Form einer Apfel-Fenchel-Suppe mit Perlgraupen, Sellerie und Kartoffeln einlöffeln.
(Schreibtisch/Sofa, 9. I. 11:) Gerade, als ich das Akademie-Archiv betreten will, Anruf von Michael und so sickert also wieder die Charité-Scheiße durch meinen porösen Schädel auf die wunde Seele. Neue Rechnung kommt auch bald.
Aber komme im Archiv auf andere Gedanken, lese ein Tagebuch von Gertrud Zahn 1910-1912 durch (Kempo Bio 6465), obwohls um Scheidung, Geschlechtsverkehr und Fremdgehen geht, scheint es mir für unser Buch unbrauchbar. Eine Jammerziege, die obwohl selber strohdumm über alles nölt, die ganze Welt ist schlecht, nur sie ist gut.
Gehe ein Konvolut Feldpostbriefe 1914-1918 durch, hauptsächlich an Else Rübenstrunk, gibt gar nichts her, alles nur Dankbriefe für Päckchen von Fremden.
In der U3 nach Krumme Lanke: Ob es ein Fehler war, Ahne auf seiner Fahrt zum Auftritt in Klein Machnow zu begleiten? Er kriegt Gage, ich nicht. Wir sitzen nebeneinander und schreiben, dagegen gibts nichts zu sagen. Aber sonst? Die grauenhafte Fahrt, erst zum Wittenbergplatz! Wittenbergplatz! Und dann noch Krumme Lanke! Und dann noch Klein Machnow! Schauderhaft!
Geschäftlich werde ich wohl keinen Vorteil von der Fahrt haben, denn dass ich mir selber einen Auftritt im Café Medoc an Land ziehen kann, ist doch sehr unwahrscheinlich. Rauschgift wirds auch keins geben, also warum fahre ich da hin?
(Sofa, 7. I. 11:) Im Bus 622 von Krumme Lanke nach Klein Machnow mit @Ahne, der liest im Café Medoc, kommt alle dorthin!
"Durchblick Dettke - Wohlfühlbrillen aus Klein-Machnow"
Für Ahne machen sie die 1. Ausnahme seit 10 Jahren, geben von ihren privaten Biervorräten ab, eigentlich darf hier niemand Bier trinken.
Weil ausverkauft ist werde ich auf einen Barstuhl in eine Ecke abserviert, in der man zu allem Überfluss nicht mal lesen kann. Doch der Hausherr hat Erbarmen und ich bekomme einen Klappstuhl, die Lesung beginnt.
Höre zum ersten mal bewusst Ahnes Texte aus dem Reformbühnenbuch, meine wunderliche Lesehemmung, bizarr bei eigenen Geschichten. Unverlangt Zugabe um Zugabe, ach nee, den Bus kriegen wir nicht.
Kleinmachnow, Café Medoc: Seit 1977 ist der Betreiber hier Fotograf, hat aber durch einen Wasserschaden einen Großteil seines Negativarchivs verloren.
Überraschenderweise taucht Gotti auf, ist mit der Betreiberfamilie bekannt. Ein großartiger Künstler, "Der Schatz im Silberblick" heißt sein grandioses Buch. Aber mein größtes Ziel des heutigen Abends wird sein, herauszufinden, ob ich jemandem der unübersichtlichen Sippe Mein Buch zuschicken lassen kann.
Trinke Merlot, der zieht einigermaßen rein angesichts der fehlenden Grundlage. Hier gabs nur son Schafskäse-Baguette.
Roger Trash schrieb:
hey, falko,
hach, wie schön, eine handverlesene postkarte im postfach.
frau nicht mehr auf dem foto.
jetzt ein kerl.mmh. doch von beiden seiten bespielbar?
ach, ja...transplantation überlebt, was eine tortur.
nun mit neuem benzin im tank unter starken bewährungsauflagen und
fussfesseln wieder draussen.
100 tage abtauchen, aber 70 sind schon geschafft.
kein schwein erkennt mich mehr, den mann aus algier.
haut dunkler, haare weiß.aber am leben.
meine stimme ist schon wieder unterwegs, sie führt durch die aktuelle show
des chinesischen nationalcircus.
sorry,brauchte das geld.,krebs macht nicht nur schlank, sondern auch arm.
der trashgaul selbst ist noch im stall und schaut gedankenverloren in
den elektrokamin.
privatier jetzt, ab frühjahr soll es wieder ein wenig brummeln.
berlin anfang april so, wenn die röcke wieder etwas kürzer sind, verdammt.
muss noch schauen,
keinen kontakt zu kindern, tieren, dönerbuden...heidewitzka, das ist
in berlin fast unmöglich, hihi.
trotzdem bis möglichst bald und danke für mentales supporting.
vitale grüße,
roger
p.s. : aktuelles foto `der junge immendorf`anbei.
Antworte:
Ach, freu mich von Dir zu hören. Der Mann auf der Neujahrskarte ist natürlich nur ein Trick, die Weiber stehn so auf Schwule ;-) Mit dem Haar, das erinnert mich an die Einlassung einer ergrauten Frau in Heidelberg: "Auf den Bergen liegt zwar Schnee, aber in den Tälern grünts noch!", und sie wies auf ihren Schoß & meinte nicht die Farbe.
Haste denn Lust im April beim Klingenden Radio Hochsee Rätsel zu gastieren? Wär mir ein Fest, Döner, Tiere & Kinder schließe ich aus.
Bin grad in Klein-Machnow & kann Dich von Ahne & der ganzen Reformbühne grüßen, auch wenn die nichts davon wissen,
Falko
Klein-Machnow, Café Médoc: Im 2. Teil leide ich etwas unter Ideenflucht, aber ich muss ja auch nicht die ganze Zeit arbeiten. Verbunden bei mir mit leichter Langeweile, hoffe, in einer ¾Stunde auf dem Heimweg zu sein.
Bernd Blumrich heißt der Fotograf und Vater der Sippe.
(Sofa, 7. I. 11:) Versöhnlich gestimmt hoffe ich, dass wir den letzten Bus erwischen, sonst Kältetod in Kleinmachnow.
Können dann mit Daniel, seiner übermüdeten Freundin und Gotti im Kleinwagen bis zur Lottumstraße mitfahren.
Heil in der Baiz, nach Haus, heeme.


Donnerstag, 6. I. 10, bedeckt:
Pult: Asia-Kokossuppe mit Fenchel, Zuchini und Broccoli im Weinerei-Café.
Vom Blitzeis, das die Stadt lahmgelegt hat, habe ich nichts mitbekommen.
Prokrastiniere mit E-Post.
Mit Ella nach verwandten Wörtern von landscape suchen, scape ist Schaft oder Stengel wie im Deutschen bei Landschaft auch, kommt von ship oder skip, Verbindung zum deutschen Lordschaft, lordship. Sprache ist eine faszinierende Angelegenheit.
Nach 4 endlich ans Abtippen der Notizen von Dienstag bis nach halb 6.
[Ron Flug]
17:53
hallo falko
[Dir]
17:53
Gesundes Neues!
[Ron Flug]
17:53
gutes neues jahr und danke für deine postkartengrüße
[Dir]
17:53
Gern geschehen.
[Ron Flug]
17:53
wie geht es dir?
und
was machst du so?
[Dir]
17:54
Insgesamt bin ich stabil, aber es gibt viel beruflichen Ärger mit der Charité. Lese, schreibe und lese vor, nachher bin ich bei Radio Eins.
Selbst?
[Ron Flug]
17:56
ich habe einen neuen job angeboten bekommen
[Dir]
17:56
Als was?
[Ron Flug]
17:56
ich soll Schulleiter werden an einer freien Schule im Prenzlauer Berg
[Dir]
17:57
Klingt gut, besser als bei einer staatlichen Schule in Wedding.
Um 6 hüpfe ich unter die Dusche.
Telefonate mit Barbara Pécot, die sich fürs Klingende Rätsel ziert und Dietmar, der mir Hilfe beim Verfassen des Wikipedia-Artikels zusagt.
Garnisonsmarsch.
(Sofa, 7. I. 11:) Bin 19.35 Uhr auf Radio Eins. Hats jemand gehört auf Radio Eins? (Um einmal im Leben die Frage "Wie war ich?" zu vermeiden)
Lese 21 Uhr im Tasso (Frankfurter Allee 11) am Frankfurter Tor. Passen noch Leute rein ins Tasso, trinke Pinkus Pils mit feinem Aromahopfen: "Meisterlich gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot mit Hopfen Und Malz aus kontrolliert biologischem Anbau".
Das Anschreiben nach Postleitzahlen hat sich einigermaßen gelohnt, denn Uli Kuper ist im Publikum. Auch sonst freundliche Leute, ungefähr 15, und dazu noch erfreulich kauflustig.
Noch Bier im Freudenhaus nach der späten Rückkehr.


Freitag, 7. I. 11, dreckig:
Pult: Nach 2 bei mir, etwas Datenpflege.
Sofa: Im Archiv, Briefwechsel zwischen SS-Mann Daniel Schmidt & seiner Frau 1934 bis 1944 durchsehen. Aus Brünn schreibt er 1943: "Du willst meine liebe gute Trudl, näheres wissen, wie hier der Tag vergeht, ist ja zu begreifen, ich hätte Dier schon gerne darüber geschrieben, aber wenn, ja wenn ich mal in den Urlaub kommen sollte, dann selbstverständlich mündlich, aber schreiben wird eben Nichts. Ich glaube daß Du meine liebe Friedel mich verstanden hast, ich bin ja bei der SS."
Gestern in der Durchfahrt Lottum 10a gefunden: Enver Hoxha "Begegnungen mit Stalin, Erinnerungen" (Dortmund 1980), was alles weggeworfen wird! Wobei Hodscha tatsächlich einen mindestens so großen Sockenschuss hatte wie Stalin, schreibt darin, Stalin, Dimitroff und sonstwer wären vergiftet worden.
Für heute vorgenommen, das erste mal seit einem halben Jahr und seit meiner Fußprellung vor einem Monat einen Dauerlauf zu absolvieren.
Jogge eine ¾stunde Landsberger hoch, um den Friedrichshain und zurück, Schmerzen im rechten Fuß moderat, morgen also endlich wieder Fußball.
Zum Abendbrot gibts Kartoffelbrei, Hühnerschnitzel und Lasagne für Ella.
Kucke mit den Kindern Star Trek "Seit es Menschen gibt", Abraham Lincoln taucht auf, aber auch Dschinghis Khan und diverse Bösewichter, dabei E-Korrespondenz, schließlich bei Loriots "Karneval der Tiere" (Aufführung in der Philharmonie Berlin 1990) Kopieren von Twitter-Einträgen.
Dokumentarfilm "Die Anwälte, Eine deutsche Geschichte" (D 2009) auf Arte über Horst Mahler, Hans-Christian Ströbele und Otto Schily, der Schahbesuch 1967.


Samstag, 8. I. 11, wechselnd, Tauwetter:
Schreibtisch: Ein bemerkenswerter Tag, mein erstes Fußballspiel seit der Sportverletzung und im matschigen Schnee kann ich 3 Tore schießen.
Höre mir Paul Bowles an. http://www.youtube.com/watch?v=7oKAlXDmu-Y
Sofa: Jetzt sitzen wir mit Chips auf dem Sofa und kucken "Ein seltsames Paar" ("The Odd Couple", USA 1967), gutes Leben führen wir.
Ruhig und zufrieden, morgen ausschlafen, die Berliner Szene für die taz, am wichtigsten aber: Mails und Auflistung für Ronald oder eher für mich.


Sonntag, 9. I. 11, grau:
Schreibtisch: Grauenhaft, sitze am Computer und prokrastiniere vor dem Heraussuchen der Sachen für den Anwalt. Was ich alles stattdessen mache: Datenpflege, das nächste Radio Hochsee Rätsel vorbereiten.
[Guido Rohm]
13:26
Danke für die karte und Neujahrsgrüße!
[Dir]
13:27
Bitte, Gruß nach Petersberg!
[Guido Rohm]
13:27
vielleicht haben sie mal lust auf einen kleinen gastbeitrag für mein blog http://guidorohm.wordpress.com/
muss nicht lang sein
würde mich freuen
falls interesse, einfach an guido.rohm@web.de senden
bis dahin, alles liebe und gute
[Dir]
13:29
Ist gerade sehr verlockend, aber muss ich verschieben, weil ich sowieso schon vor dringenden juristischen Arbeiten prokrastiniere.
[Guido Rohm]
13:30
aha! wenn sie es sich noch überlegen, einfach melden
Zum 60. Geburtstag herzlichen Glückwunsch an den König von Deutschland Rio Reiser, wo immer Du jetzt bist.
Schreibtisch: Bleibe tätig vor Heinz Rühmanns "Wenn der Vater mit dem Sohne" (D 1955) und zwei Folgen Star Trek. Gegen 6 Ausdrucken, um auf Papier weiter zu arbeiten.
(Pult, 13. I. 11:) Ich wohne seit 1986 in Berlin, seit 1990 in der Lottumstr. Ein Vierteljahrhundert muss reichen, mich zu einem der älteren Bewohner Prenzlauer Bergs zu machen. Als ich hier einzog war es noch die Postleitzahl 1054!


Montag, 10. I. 11, sonnig:
Schreibtisch: Gegen 9 auf, um mich wieder dem juristischen Scheiß zu widmen. Prokrastiniere gehörig, statt mich an die Arbeit zu machen.
(Sofa, 12. I. 11:) Robert raucht inzwischen elektrische Zigarette mit USB-Anschluss und Wasserdampf, das koste nur einen Euro pro Tag.
Zum Porno-Seminar.
3 Herren sind es, die heute im Seminar über Pornographie und Verdinglichung zu Projektion projizieren. What is Objectification? Langtons consideration: autonomy & projection are impotent (Freudscher Verschreiber!) for understanding of objectification. Pornoindustrie prägt das Verlangen der Männer und kann das Bedürfnis nach einer bestimmten Art Sexualität erwecken. Glaube hat seinen Ursprung im Wunschdenken. Welcher Glaube hat seinen Ursprung im sexuellen Verlangen? Der Vergewaltiger projiziert sein Verlangen auf Frauen: die Frauen wollten es.
Frauen genießen vaginale Penetration. Wunschdenken geht mit Pseudo-Mitgefühl einher, das gemeinsames Verlangen vermuten lässt.
(Sofa, 12. I. 11:) 20 Uhr darf ich beim @vergrämer an der Weinmeisterstr. mitlesen. http://jour-fitz.de/
Meine 1. Lesung in einem Teleshop-Laden und treffe zum 1. Mal @wikipeter. Nicht -shop sondern -kom! Jörg Schwedler alias @jörch aus Hamburg beginnt den Lesereigen, fürn Hamburger Deern berlinert er etwas stark. Wolfgang Brenner spielt 4 Töne auf der Tuba. Zum Abschluss nochmal der @Joerch, sieht aus, als ob er gern mal ein Bier trinkt. Aber vielleicht hat er auch nur Schnupfen.
Noch zu den Sportfreunden, wo ich dem Bier zuspreche, die Scheidung der Merkel steht an, so heißt es. Letztlich sind solche Informationen ungefähr so zuverlässig wie die vom Sommer 1945, dass Hitler in einem U-Boot nach Antarktika abgehauen wäre.
Sofa: Angenehm mit dem spannenden Gellert zu sprechen, 50 Interviewanfragen nach dem neuen Lasermann, ein Finne, auch 10 Leute umgebracht.
Frank und die vielfältigen Stasi-Verwicklungen, seine Mauer-Strich-Aktion, 50 cm trennten ihm von dem, der verhaftet wurde, den Mann mit MG hat er kürzlich interviewt.
Sitze mit meinem Alkoholismus alleine hier uffm Sofa, die jammerige Stimmung von vorhin ist zwar vorüber, aber Problematik unverändert. Ich saufe zu viel & sollte pausieren, je länger desto besser.
Also morgen.

19
Dez
2011

www.Falko-Hennig.de

20. Dezember 2011, 20.30 Uhr, Kaffee Burger (Torstr. 60, Berlin):
Radio Hochsee Themenabend
Von Fröschen und Menschen
Gast-Experten: Prof. Dr. Bernd Hüppauf ("Vom Frosch")
5 Euro


Journal für alles
2011

JANUAR

Samstag, 1. I. 11, schmutzig:
Sofa: Erster Satz im neuen Jahrzehnt, versuche, den Kopf mit Aspirin Complex dünner zu bekommen. Das heutige Datum ist eine nur noch im kommenden November zu übertreffende Schnapszahl.
Kurz auf, esse eine Stulle, aber schon den Kaffee bekomme ich nicht mehr hinunter. Erhole mich schlafend.
Bis 16 Uhr liege ich im Bett, dann mein Vorhaben, mal wieder meine UNVOLLSTÄNDIGE CHRONIK aktualisieren, habe ich lange nicht mehr gemacht. Die letzte datiert noch von Ende Oktober.
Aber bevor ich mich daran mache, kann ich der Verlockung nicht widerstehen, ein Neujahrsbild auf FB zu stellen.
Simpsons "Moes Taverne", brate mir dazu Lachsfilet, schneide Zwiebeln und schäle Kartoffeln. Alles brutzelt bei "Homer und die Halbzeitshow", etwas über die Geschichte des Internets. Satt und zufrieden zur dritten und vierten Folge heute: "Die böse Hexe des Westens" und "Der lächelnde Buddha".
Wie schnell das weiße neue Jahr Blutspritzer bekommt, knapp 30 Christen in Alexandria mittels Autobombe ermordet.
Spam per Facebook, über den ich nicht so richtig verärgert sein kann:
Neue Erde Meditation - Morgen
Alloha Ihr Lieben, ich wünsche allen ein wundervolles Jahr 2011! Ich freue mich sehr auf die NEUE ERDE - Meditation morgen um 15:00 UHr mit Euch. Damit wir frisch gecshlüpften Schmetterlinge keine nassen Füße bekommen, empfehle ich die Mitnahme von 2 Plastiktüten und Bändchen. Bringt Euer freudiges JA zur VEränderung mit und Rassseln und Trommeln!
Herzenslichter
Christina
"Kommissar Wallander - Der Mann, der lächelte" (S/GB/D 2010), fühle mich angenehm entspannt. (Sofa, 2. I. 11:) ½10 Laptop aus und ich tippe auf dem Milestone weiter, während der schwedische Kriminalist Handel mit afrikanischen Organen auf der Spur ist. Er hat kaum seine letzte Tötung verdaut, da muss er schon wieder, aber diesmal trifft er den skrupellosen Erzbösewicht ins Bein, recht so!
UNVOLLSTÄNDIGE CHRONIK ist aktualisiert, falls es jemanden interessiert. http://falkohennig.twoday.net/
Auf Arte "Sphinx, Heinrich VIII. - Mörder auf dem Königsthron", interessanter Fall, aber diese Nachstellung der Szenen und diese Musik! Grauenhaft, wie diese Knopp-Dokumentationen.
Zappe zu einem alten Wallander, "Das Leck" (S/D 2009), eine übereifrige Polizistin verfolgt Geldtransport-Räuber, ja spannend.
Sofa: Trotz ihrer Dussligkeit überleben sie schwer verletzt. "Lonely Hearts Killers" ("Lonely Hearts", USA 2006) im ZDF, John Travolta als hard boiled Detektiv, ist aber selbst mit Zeitungslektüre zu langweilig, zappe zu "Wild Christmas" ("Reindeer Games", USA 1999), auch nicht besser.
Beide Filme, in der zitty mit rot empfohlen, sind unfassbarer Schund, jedes Rezept für Spannung oder Qualität wurde missachtet.
Porno und noch etwas in einer russischen Dracula-Serie, recht flott gemacht, sehr splatterig.


Sonntag, 2. I. 11, bedeckt:
Pult: Schlafe relativ wunderbar, ohne Alkohol, Medikamente und ohne Husten bis halb 11, entgegen aller medizinischen Wahrscheinlichkeit habe ich meine Erkältung überwunden.
Bereite meinen ersten Lichtbildervortrag in diesem Jahr vor, es wird unter anderem um Ligaturen gehen, Reformbühne 20.15 im Kaffee Burger. Erstaunlicherweise sind Ligaturen nicht in meinem "Lexikon der grafischen Technik" verzeichnet! Selbst für den Bleisatz braucht man inzwischen schon Wikipedia!
Eine Ligatur (auch Buchstabenverbund, Mittellateinisch ligatura „Verbindung“, nach lat. ligarī „(ver)bunden werden“) ist in der Typografie die Verschmelzung zweier oder mehrerer Buchstaben zu einer optischen und formalen Einheit. Ligaturen entstanden entweder durch schnelle Schreibweise häufig genutzter Zeichen oder zur optischen Korrektur. Im Satz werden Ligaturen heute vor allem verwendet, wenn zwei Buchstaben mit Oberlängen (z. B. f, i, l, t) aufeinander folgen, da ohne Ligatur eine Lücke zwischen den Buchstaben entstehen würde oder es durch Unterschneidung zu unschönen Verbindungen der Oberlängen käme. Im Bleisatz sind Ligaturen zur Ermöglichung von Unterschneidungen zwingend nötig.
Ligaturen vermeiden optische Lücken, die beim schnellen und angenehmen Lesen stören. Ligaturen finden vor allem im professionellen Satz Verwendung, werden aber aus zeitlichen Gründen besonders im Zeitungssatz weggelassen. Sie werden üblicherweise typografisch gestaltet und bilden nicht nur eine einfache Verkleinerung der Laufweite.
In deutschsprachigen Texten sind die Ligaturen ff, fi, fl, ft sowie deren Kombinationen (ffi, ffl usw.) geläufig.
Die Verwendung von Ligaturen hat im Bleisatz neben den ästhetischen auch technische Gründe. Ohne Ligaturen hätte man beim Buchstaben f nur die Wahl, ihn bündig auf den Kegel zu stellen, was ein den Lesefluss störendes ‚Loch‘ im Satzbild zur Folge hätte, oder ihn rechts frei über den Kegel hinausgehenzulassen, damit er zum Teil über den Kegel des nachfolgenden Buchstabens rage. Der so freigestellte Teil des f würde jedoch ohne den schützenden Kegel leicht abbrechen. Aus diesem Grund werden die betreffenden Kombinationen direkt zusammen auf einen Kegel gegossen.
Melde mich nun endlich gegen 4 bei Wikipedia an, aber wie ich es nun angehe, einen Wikipedia-Artikel zu verfassen, erschließt sich mir nicht.
Schreibtisch: Korrigiere an dem Artikel über Rangsdorf, mal sehen, ob ich mich damit durchsetzen kann.
Hochbett: Finde noch etwas für meine Kulturgeschichte der Selbstbefriedigung in Friedrich Damaskow "Verbotene Früchte" (München 1966), S. 107/108, zu Japan:
"Für die erzwungene Enthaltsamkeit und Einsamkeit der Frauen, deren Männer allzusehr die Dienste der Geishas (Pult, 3. I. 11:) bevorzugen, gibt es in Japan Onanie-Apparate. Man nennt sie "Harikata". Es sind künstliche Penisse, die aus Horn oder Schildpatt verfertigt wurden. Vor dem Gebrauch konnten sie in warmem Wasser eingeweicht werden, um damit ihr Volumen zu vergrößern.
Der Völkerkundler Havelock Ellis hat in einem sexualethnographischen Werk alle Mittel und Instrumente aufgezählt, die bei Frauen in aller Welt zur Selbstbefriedigung verwendet werden, und erwähnt selbst den Gebrauch von Bananen auf Hawaii, von Gurken in natürlicher Größe und verschiedenen Rübenarten.
Künstliche Phallen mit Hoden, sogenannte Liebesgötter, müssen schon bei den altbabylonischen Völkern wie auch im alten Ägypten und in Griechenland üblich gewesen sein, wie Abbildungen auf Baudenkmälern und Ausgrabungen beweisen. Auf den Philippinen wurden künstliche Penisse bereits vor Jahrhunderten durch die Spanier vorgefunden. Der Gebrauch dieser "Liebesgötter" verbreitete sich dann zur Zeit der großen Entdeckung und Erforschung ferner Länder während der Renaissance in Europa.
Einen Höhepunkt fand ihre Anwendung zur Zeit des französischen Rokoko. Sie wurden damals "Godemiché" genannt, ein Wort, das vermutlich aus dem Lateinischen von "gaude mihi", erfreu mich, abgeleitet ist. Um die Jahrhundertwende konnte man Godemichés in den Weltstädten Paris, Wien und Berlin in den Verbandzeugläden angeboten finden. Sie waren aus Hunde- oder Rattenleder hergestellt, ebenso aus feinem, elastischem Gummi. Ihre Herstellung erfolgt noch heute. Auch der heute geübte Mißbrauch elektrischer Massageapparate muß hier genannt werden. Er kann zu schwersten gesundheitlichen Schäden führen.
Auf der Insel Sansibar herrschte um die Jahrhundertwende ein erheblicher Männermangel. Die Frauenliebe, die Tribadie, war daher sehr verbreitet. Dort waren künstliche Befriedigungsinstrumente aus Ebenholz in der Form und natürlichen Größe des Penis in Gebrauch, die mittels einer Schnur um den Leib der Frau gebunden wurden, um den Akt als Mannersatz an der Freundin vorzunehmen. Das Ebenholzinstrument wurde vor Gebrauch eingeölt.
In den arabischen Harems älterer Zeit waren derartige künstliche Phallen ebenfalls in Gebrauch. Es gab sie in Doppelgestaltung. Es war dies ein Ebenholzstab, dessen beide Enden als Penis geschnitzt waren und der die doppelte Länge von einem Penis besaß. Er wurde von zwei Frauen gleichzeitig in die Scheide eingeführt, die sich durch entsprechende Bewegung beide der Illusion hingeben konnten, mit einem Mann zu verkehren."
Hier ist die Grenze der Selbstbefriedigung definitiv überschritten! Desweiteren geht es um die Transplantation von Affenhoden.
"Ein einziges Gramm Sexualhormon genügt, um acht Millionen unreifer Mäuseweibchen brünstig zu machen."
Brunft & Brunst geht beides, bei Schweinen heißt es Rausche, bei Enten Reihzeit, bei Pferden Rossigkeit, bei Rindern Bulligkeit & bei Frettchen, Füchsen, Dachsen & Wölfen Ranz.
Reformbühne gelungen, Gäste sind Gregor Mothes und Sven van Thom.


Montag, 3. I. 11, grau:
Pult: Gegen 10 auf, Vollkornstullen mit Käse und mit Kaffee ans Pult. Meine erste Änderung bei Wikipedia hat es durch die Gremien geschafft.
Phänomenal, es gibt immer noch keine Rückmeldungen zu den Neujahrskarten! Vielleicht hat die Post alle Kisten auf den Müll geworfen?
Ein Chat mit Afrika:
hallo Falko heir kommt einen Gruss von der Elfenbeinkueste
[Dir]
10:52
Wie sieht es aus bei Euch? Habt Ihr was von Tötungen mitbekommen?
[Joelo Henrijoe]
10:53
es gehts uns gut und die Lage des Landes ist relativ friedenreich
[Dir]
10:54
Ich wünsche Euch und uns, dass es 2011 so friedlich bleibt. Was hier in den Zeitungen stand klang nicht gut.
[Joelo Henrijoe]
10:56
die Zeitungen sagen nicht richtig was eigentlich passiert und was sie sagn ist nicht immer die Wahrheit
[Dir]
10:57
Glaube ich sofort, aber wahrscheinlich gibt es viele persönliche Wahrheiten. Glaubst Du Gbagbo ist rechtmäßiger Präsident oder Ouattara?
[Joelo Henrijoe]
11:00
der Verfassung des Landes hat Gbagbo ausgewaehlt und das Volk seinerseits hat Ouattara ausgewaelt
[Dir]
11:01
Am besten, sie würden sich vertragen und das Land gemeinsam und friedlich führen, oder?
[Joelo Henrijoe]
11:02
stimmt! muss mich leider verabschieden, hab viel zu tun
tschues!
[Dir]
11:02
Auf Wiedersehen und alles Gute 2011!
Svenja Flasspöhler sagt für einen Themenabend zu PORNOS FÜR FRAUEN am Internationalen Frauentag zu, wunderbar!
Über 6 Stunden Aufnahmen, die ich vom H2 sichern will, scheinen verschwunden zu sein.
2 Punkte für meine Verteidigung, die ich nicht vergessen sollte.
Mache mich an die Pressearbeit für Heino Jaeger.
Nun endlich, viertel nach 1, die erste Rückmeldung, wenigstens bei Holtzbrinck sind die Karten eingetroffen!
Auf zum Pornoseminar!
Sofa: Wieder im Soup'n Roll am Rosenthaler eine große Portion Reisfadennudelsuppe in Gewürzbrühe mit Zwiebel-Lauch, Koriander, Kräutern und Tofu.
Liebe es, in die Uni zu kommen, am liebsten würde ich mein Leben hier verbringen, wird wohl mangels Abschluss nichts werden.
Im Pornoseminar. What is objectification? The moral dimension. Can objectification be a wonderful part of sexual life? Kann Verdinglichung einem fantastischen Sexleben helfen? Die Kernidee der Verdinglichung bei MacKinnon & Dworkin geht zurück auf Kant & nicht etwa Cunt. Wenn man den Bauch des Liebhabers als Kissen benutzt, kann das unproblematisch sein. Aber nur in einer Beziehung, in welcher der Liebhaber grundsätzlich besser als ein Kissen behandelt wird. Also ab und an auf den Handkantenschlag für die Sofa-Kissen-Falte verzichten.
Kommunikation durch die Geschlechtsorgane bei D. H. Lawrence. Green im Gegensatz zu Kant: Genitalien sind Teil der Persönlichkeit, nicht nur ihre Werkzeuge.
Pult: Lasse mein rotes Hemd in einem Anfall von Verschwendungssucht mit Hand für 3,50€ bügeln, halb 6 bei mir, Datenpflege.
Erste Stichpunkte für meinen Wikipedia-Artikel über Eberhard:
Kurt Eberhard war ein deutscher Psychologe und Psychotherapeut.
Leben
Wissenschaftliche Arbeit
Wirkung
Schriften
-von Eberhard
-Bücher
-Zeitschriftenbeiträge
Einzelnachweise
-mein Artikel
Literatur
-wo er erwähnt ist
-meine Quellen
Weblinks
-mein Artikel
-andere, in denen er erwähnt ist
Sofa: "Prestige - Meister der Magie" (USA/GB 2006), Hugh Jackman und Christian Bale als konkurrierende Zauberkünstler. Erst bringt der eine die Frau des anderen um, dann schießt der ihm zur Strafe in die Hand und zwei Finger ab, der andere rächt sich wieder, sie brechen sich die Beine, verbuddeln sich in Särgen usw. usf. David Bowie als Tesla.
Eigentlich ist Reklame ja unerträglich, in diesem Fall bin ich froh, dass ich mir Spiegeleier braten kann.
Langes Telefonat mit Ulrich, er ist froh, meine Stimme zu hören und ich eigentlich auch über ihn.
Bei meiner diesjährigen Signaturzeichung habe ich mich zu einer Fledermaus entschieden, ist auch Vogel des Jahres, hähä.
(Pult, 6. I. 10:) Das Rasieren von Nasen- und Ohrenhaaren gehört zu den am wenigsten erfreulichen Tätigkeiten.
Sofa: Es schließt sich auf RBB der Erotikthriller "Heimliche Spiele" (F 2002) an, eine bis auf ein Hitlerbärtchen an der Möse ganzkörperrasierte Sextänzerin hatte ihre intensivsten Orgasmen auf der Bühne vor Publikum. Sie wird samt Barfrau gefeuert und bringt sodann ihre Kollegin dazu, sich vor ihr selbstzubefriedigen. In der U-Bahn erstes gegenseitiges Masturbieren, nackt unter ihren Mänteln laufen sie durch die Stadt.
Als nächstes versuchen sie Männer zu umgarnen, unfassbar schlechte Schauspielerinnen, schöne Körper. Heuern in einem Büro an, der Junior-Chef aber ist ein gefährliches Wild. Die Barfrau verführt den 50jährigen Buchhalter, aber sie will nur an den Junior ran. Der hat wochanlang vor der verwesenden Leiche seiner Mutter gesessen, deshalb bringt er alle Frauen dazu, sich mit Benzin zu übergießen und anzuzünden. Dann steht sogar der Tod mit einem Falken auf der Schulter im Zimmer der Weiber. Völlig blöd. Plastikenten werden gezeigt und sollen Gefühle sein. Endlich nach 1 schalte ich aus.


Dienstag, 4. I. 11, bedeckt:
Schreibtisch: In der Nacht ein Alptraum: Eine Verfolgunsjagd von Pick-up-Transportern auf der Autobahn, auf den Ladeflächen liegen Leichen. An einer Mautstelle müssen wir anhalten. Versuche danach einzuschlafen, ohne in diesen Traum wieder einzusteigen, weiß nicht, ob es mir gelingt.

T: In Gunnars Zimmer im besetzten Haus, ob ich ihm meinen Fernseher borgen könne, fragt er, aber dann hätte ich selber keinen mehr. Seine Schallplatten in roten Taschen verpackt, er stößt ein paar mal an seinen Plattenspieler und die Nadel kratzt jeweils über die Platte. Jan Böttcher und seine Freundin, er zeigt mir das Notizbuch von Camus mit Fotos von Camus und seiner Freundin, Camus hat es ihm vor seinem Unfall gegeben. Ihm ist schon viel Geld dafür geboten worden, aber es zu verkaufen kommt für ihn nicht in Frage. Bin skeptisch, kann das sein? Ist Camus nicht schon in den 50er Jahren gestorben? Wanderung in den Bergen in der Nähe von Jans Familie, sie sitzen im Freien und sortieren Fotos. Es ist bei dem Haus der Maurenbrechers auf dem Berg, auf dem nur zwei Häuser stehen. Dort ist auch ein Stadion in den Berg gebaut, dort haben wir ein Fußballspiel. Schnell geraten wir ein Tor in Rückstand. Machen Fotos, meine lange Polaroidkamera ist kaputt, lege den Film wieder ein, eigentlich müsste das Papier Licht abbekommen haben, aber das Bild, das mich mit Brille zeigt, ist einwandfrei.

Pult: Arbeite am Werbetext fürs nächste Klingende @Radio Hochsee Rätsel am kommenden Dienstag mit @Thilo Bock.
Nach 1 ans Beschicken der Anwohner nach Postleitzahlen für meine Lesung am Donnerstag.
Endlich auch mit der Fahrenholtz telefonieren, o Gott, sie hat sich das Genick gebrochen! Schon vor vier Wochen, sie ist in so einer Konstruktion und muss noch einige Tage darin verbleiben, Schie fahren wird sie nicht mehr können und auch keinen Kopfstand machen, der Zahn der Zeit.
Mache ihre Rechteeinräumung fertig.
Mit der Post kommt zur Rezension Michael Buckland "Vom Mikrofilm zur Wissensmaschine, Emanuel Goldberg zwischen Medientechnik und Politik" über den vergessenen Vater oder zumindest Großvater des Hypertextes.
Schreibtisch: Einen Werbeauftritt bei Radio Eins bringt mir meine Lesung am Donnerstag, das wird dann hoffentlich voll im Tasso.
Nach 3 auf Wege.
Archiv der Akademie der Künste, Lesesaal, Hannoversche Straße: Auch im Adonis hängt nun unsere Neujahrskarte am Kühlschrank, so muss es sein. Halumi.
Erst nach 4 bin ich im Archiv der Akademie, lasse die Rechteeinräumung an die Fahrenholtz von Robert unterschreiben und von ihm in den Kasten werfen. Meine gehorteten Bestände sind zurück im Magazin, bestelle etliches Neues, was aber erst morgen eintreffen wird. Habe also eine knappe halbe Stunde, um Texte aus dem Notizbuch ins Hauptjournal zu übertragen, eine sehr besinnliche, fast meditative Tätigkeit. Auch nur möglich, weil ich mein Handy vergessen habe und so nicht in Versuchung gerate, mich ans Weltkabel anzuklemmen.
Sofa: Und wieder nichts verpasst.
(Pult, 6. I. 10:) Zsa Zsa Gabor wird ein Unterschenkel amputiert, ob man den als Andenken ersteigern kann?
Emanuel Goldberg: Ein sehr verdienstvolles Buch.
Erfreulich die Anzahl der Abbildungen, bedenklich die Reprofotografie, viele Fotos briefmarkengroß und in Copyshop-Qualität, nee! Auch das unansehnliche Cover ist kein Ruhmesblatt, es lässt im Vergleich zu Schülerzeitungen diese wie meisterhafte Grafik-Leistungen wirken. (A?) Aber nicht nur auf dem Cover herrscht schauderhafte Typografie, auch in den Zwischenüberschriften, die fett gesetzt sind, aber die Hervorhebungen sind in kursiver Normalschrift. Grauslich.
[Im Notizbuch Autogrammfoto von Neffe Daniel Krüger]
Der Raum 2097 in der Humboldt-Universität ist zur Ringvorlesung "Gewalt - Faszination und Ordnung" gut gefüllt.
Zwei ungefähr 80jährige Männer sitzen in der zweiten Reihe, der eine sagt:
"Nachm Kriech, als ick Strippenzieher jelernt hab, ham se ooch diese Porzellan-Dinger jenommen. Und heut machen se sich tot. Ja, so ist ditt allet." Der Vorlesungsraum füllt sich,
"Die Mütze, die De hast, sieht ooch aus, als ob De ausm Sowjetparadies kommst. Mein Sohn, äh, Enkel hat ooch son Scheißding." Eine bärtige Dame von Mitte 70 betritt den Raum, der alte Herr:
"Die weeß nich, wo se hinkommt, nich wer spricht und worüber es geht." Ein Mann von Anfang 40 am Rand der ersten Reihe steht auf und lässt die Dame durch.
"Aber besser, als wennse in die Kneipe geht. Ick weeß ja nicht, wie se die Zeitung lesen, aber sowat sehn se nich. Datsch, habick mir immer beschwert: Der Berlina hat ne Laube. Abrassimov, Bungaloff, Lunikow. Heute gibts keine Witze mehr. Falin, der is ja über 80. Nee, nee, nee. Der lebt in Hamburg, ist nich zurückgekehrt, der liebe Führer. Budjonny? Weeßte ja, dass Charlottenburg Charlottengrad jenannt wurde?"
Der Referent Jörg Boberowski erscheint, er trägt einen schwarzen Rollkragenpullover, auch sein Jackett, die Hose und die Bügel seiner randlosen Brille sind schwarz.
"Is ja alt jewordn, der Boberowski," erklärt der Alte seinem Nachbarn, "jeht ja schnell mit dem." Der Mann vor ihm begrüßt eine Frau mit Umarmung und Kuss.
"Küssen Sie hier alle Frauen?"
"Nee, ich trau mich nicht."
"Dann müssen Se die ooch küssen!" Der alte Mann weist auf die bärtige Frau, die in der Mitte Platz genommen hat.
Werner Röcke leitet den Vortrag ein: "Furcht und Terror, ich darf Sie bitten!" Boberowski beginnt seine Ausführungen mit einem Zeugenbericht eines Henkers, einen Eimer mit Kölnisch Wasser hatten sie, um das Blut abzuwaschen und einen mit Wodka. Der Arm und der Zeigefinger tat weh vom tausendfachen Morden. Die Paranoia von Stalin und Co., sie erhielten nur noch die Informationen, die sie erwarteten, was sie erst recht misstrauisch machte.
Der Ermöglichungsraum des Stalin-Terrors, eine personalisierte vormoderne Personenherrschaft, Krieg gegen die Bauern des Imperiums. Mit Beginn der 30er Jahre Verzicht auf Kommunikation, stattdessen Gewalt. Selbstkontrolle durch Furcht, bizarrer Realitätsverlust der Eliten. Stalin verhörte verdächtigte Parteisekretäre selbst, diese mussten ein Ritual der Selbsterniedrigung aufführen. Radek als zitterndes Skelett ohne Zähne.
Im Vergleich dazu gehts mir wirklich noch Gold, an mir geht Stalin nicht vorbei und flüstert so, dass es alle hören: "Verräter, Dich werde ich umbringen!"
Am 1937 Massenmord nach Quoten, aber immer noch Einzelmorde mit Henkern, keine industriealisierten. In Moskau aber dann doch Gaswagen.
"Ich bin nicht Stalin.", sagte er und wies auf ein Bild von sich: "Das ist Stalin!"
1951 verschwand Stalin für acht Monate in seinen Ferienhäusern, aber niemand bedrohte seine Macht, seine Untergebenen hatten genug damit zu tun, ihr Überleben zu organisieren.
Kollektive Paranoia, die Begriffe Klassen- und Volksfeind dienten zur Rationalisierung des Tötens für die Henker selber. Gewalträume produzieren bis heute in Russland Räume der Gewalt. Da erschießen sich doch eigentlich ständig alle.
"Dit stimmt.", sagt der alte Mann. Eine Frau fragt: "Inwieweit war Stalins Morden eine Fortsetzung von Lenins Politik?" Es gab schon unter Lenin Massenmord, aber von oben nach unten und nicht innerhalb der Partei. Als prinzipiell keine großen Unterschiede.
Vor Gewaltexzessen wie im 20. Jahrhundert schützen uns bürgerliche Sicherungsmaßnahmen wie das Gewaltmonopol des Staates.
Der Mann vor den beiden Alten fragt, wie die Bezeichnung "psychopathisch" in Bezug auf Stalin und Berija gemeint sei, medizinisch, kulturell, gesellschaftlich, psychiatrisch oder wie? Boberowski meinte seine Affinität zur Gewalt.
Chrustschow war einer der schlimmsten Henker.
Warum keine Attentate? Im Gegensatz zu Hitler war Stalin kein öffentlicher Diktator, er war nur in Form von Bildern und Statuen, nur zur Maiparade konnte man an ihm vorbei latschen.
Zehn in seiner Umgebung blieben am Leben, die hatten sich richtig verhalten, Bruder oder Ehefrau geopfert. So konnten alle sehen: Wenn ich mich richtig verhalte, kann ich überleben.
"Wäre Russland dieses Schicksal mit einem anderen Diktator erspart geblieben?" Die alten Herren rufen: "Trotzki!" Tatsächlich hielten Bucharin und andere die Raubökonomie für einen Fehler.
(Sofa, 5. I. 11:) Vin de Bordeaux Château Haut Giron vor "Deutschland, deine Künstler, Loriot" im RBB, meine 1te Wäsche seit ca. 1 Monat aufgesetzt.
Sofa: Schöne Collage aus Loriots Schaffen, Wiedersehen auch mit Stefan Lukschy, Hinter den Kulissen von "Der 80. Geburtstag", alle lachen sich tot, herrlich. Gehört zu meinen Träumen: Eine Biografie von Loriot schreiben. Da wäre ich zwar auch Jahre beschäftigt, aber es wären schöne Jahre. Perspektivisch zum 90. Geburtstag 2013? Warum nicht? Die Sache sollte ich dann aber auch Ende des Jahres anleiern.
"Kommissar Wallander - Die fünfte Frau" (S/GB/D 2010) im Ersten, Kurts Vater wird gemeuchelt. Ach nee, er lebt ja noch, aber ihre Beziehung liegt sehr im Argen. Als der alte Herr weint, fährt ihn Wallander nach Hause.
Vielleicht sollte ich abends nicht so viele Krimis kucken, damit ich nachts keine Alpträume habe?
(Sofa, 5. I. 11:) Serienmord gegen Naturliebhaber, doch der Entführte lebt noch, dafür ist Wallander senior übern Jordan. Der Erste von angespitzten Bambusstäben durchbort, der zweite, früherer Auto- und zuletzt Blumenhändler an einen Baum gefesselt erwürgt. Es scheint der Richtige erdrosselt worden sein, alle sind nur froh über den Tod des Scheusals. Der dritte wird ersäuft. Lese dabei weiter über Emanuel Goldberg. Povel Wallander war Jahrgang 1934 wie es mein Vater noch ist. Heute hat er mich angerufen und nach seiner Mobilfunknummer gefragt.
Dioxine überall, grässlich! Industriefette in den Futtermitteln. Zensur in Ungarn, sone rechtskonservative Sex-Ziege ist Chefin der Behörde. China kämpft gegen FB, twitter, youtube und Skype, Verbot des letzteren hat nicht unbedingt nur ideologische Gründe, denn es wird massenhaft Geld in die Taschen der staatlichen Telekom spülen. Hochwasser in Australien, sie trinken, wie man sehen kann, sogar schon Bier, weil Plünderer die Häuser bedrohen.
Rollstuhlfahren in Polen ist auch kein Spaß, es gibt eine Behindertentoilette im Warschauer Hauptbahnhof, aber keinen Zugang. Wenn der Gelähmte sie benutzen will, muss er über Berlin hinfahren.
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