27
Jan
2012

www.Falko-Hennig.de

1. Februar 2012, 20.30 bis 21.30 Uhr:
Klingendes Radio Hochsee Rätsel #25
mit Falko Hennig und Helene Hecke
auf 88,4 MHz (Berlin) und 90,7 MHz (Südwesten) sowie http://www.piradio.de/



Mittwoch, 19. I. 11, feuchtgrau:
Schreibtisch: Zum Frühstück eine Banane und ein auf Zwiebeln und hellgrüner Paprika gebratenes Spiegelei auf Lachsbrot.
Datenpflege und E-Korrespondenz.
Schreibtisch: Halmumi im Adonis, durch die Kälte zu mir, Korrespondenz.


Donnerstag, 20. I. 11, Schnee:
Schreibtisch: T: Mit Gustav an einem Stehtisch, was er Silvester gemacht hat? Sie waren in der Sauna. Christine kommt, sie gehen zusammen weg, lassen mich einfach stehen. Ärgere mich sehr, kann aber nicht weg, weil ihre Sachen noch hier liegen. Als er nach ungefähr 10 Minuten zurückkommt, gehe ich wütend.

Grundgefühl des Traums ist Neid. Kein schönes Gefühl. Aber besser im Traum, also im Seelenkeller, als im Bewusstsein.
An die Korrespondenz, Brief an eine Unbekannte in Mosbach, die seinerzeit die Hebebrand-Aufzeichnungen eingereicht hat.
Wege heute: Kaisers, Akademie, Robert, Wäscherei, nochmal Kaisers, zwischendurch noch zu mir.
Sofa: Erfreulich ein Treffen zu Kaffee mit Kurt, leider erwischen mich dann aber negative Gefühle, als die Situation mich an meinen morgendlichen Traum gemahnt. Und falls es eines Nachweises bedurft hätte, da ist, so aberwitzig es ist, Eifersucht jedenfalls auch mit bei.
Fotos auf die Foto-Festplatte kopieren. Sichtung der VBJ-Seite, aber sehe nicht, welchen Rechtsschutz sie anbieten, ärgerlich, also morgen weiter damit.
Jetzt ein Highlight des Tages: Abendbrot bereiten mit meinen Kindern.
(Pult, 21. I. 11:) Pierre, schmusen, bleibt sogar über Nacht, kein Sex, aber so nahe dran, dass ich doch einigermaßen glücklich bin nach der Zeit der Dürre.


Freitag, 21. I. 11, grau & Graupel:
Pult: T: Bin bei Ted Kennedy zum Geburtstag, zerschneide versehentlich eine wichtige Bordel. Er tritt als Überraschung auf in einem Blumenkostüm, doch dann ist er es gar nicht, sondern eine Frau.

An die Pressearbeit für Heino Jaeger, lese mir die Rechtsschutzordnung des Journalistenverbandes Berlin Brandenburg durch, es besteht keine Rechtsanspruch auf entsprechenden Schutz (also können sie ihn einfach verweigern?) und die Selbstbeteiligung beträgt ab 50.000 € 50% und ab 100.000€ gar 100%, ja keine utopischen Summen, wenn ich von meinen jüngsten Erfahrungen ausgehe.
War bis gegen 12 fleißig mit der Pressearbeit für Heino Jaeger, für die Junge Welt kann ich den Artikel gleich selber schreiben, nun Archiv.
Archiv der Akademie der Künste, Lesesaal, Hannoversche Straße: Viertel nach 2 bin ich durch mit den Briefen, beginne mit dem Abschreiben von Passagen aus dem Poesiealbum:
"Meiner lieben Kameradin Maria zum freundlichen Gedenken!
i. Dezember 1942.
E. W. Müller
[hauptsächlich eherne Nazi-Gedichte, aber dann nach einem Drittel Buch]
Lyrik und Liebe!
"An Maria."
Maria, liebe Mädchen,
Du holde süße Maid,
Dir schlägt mein pochend Herze
In stiller Einsamkeit.

Maria, süßes Mädchen
Wann schlägt in Deiner Brust
Dein Herz in stiller Liebe
So stürmisch unbewußt?

Maria, schweigst Du länger,
Ich sterb' vor Sehnsucht schier.
Maria wann erfüllst Du
Mein heimlich Sehnen mir?

Maria, holdes Wesen,
Es blüht ein Blümelein,
So ganz still und verborgen,
Ach wär' es doch erst mein.

Dies Blümlein zu erringen,
Für es geboren sein,
Du Herz mußt es bewingen,
Mußt immer bei ihm sein.

Maria, holdes Liebchen,
Du mußt mein Eigen sein.
Maria holde Blume,
Wärst Du doch endlich mein!
Mai 1941. E. W. M.

"Vision."

Ich träumte heutnacht so selig von dir
Und küßte den rosigen Mund.
Du warst im Traume verbunden mit mir,
In einer glückseligen Stund.
Ich hab dich liebkost, geherzt und gedrückt,
Wir waren so glücklich und froh.
Wir haben uns beide so innig beglückt
Und wünschten es blieb immer so.
Doch als ich erwachte, - da lag ich allein-
Von Liebe und Glück nur genarrt.
Es quälet mich weiter der Sehnsucht Pein,
In Hoffnung und Glauben gepaart.

[usw.]

"Liebesglück."

Es war an einem Abend,
Wir saßen fröhlich beim Wein,
Die Blicke suchten labend
Ein holdes Mägdelein.

Es fanden sich die Herzen
In Liebe und in Glück.
EEs war ein neckisch Scherzen
Und keines konnt zurück.

Es wurden köstliche Stunden,
Die wir zusammen verbracht.
Fröhlich und ungebunden
Haben wir nur an Liebe gedacht.

Die tage sind vergangen,
Die uns das Schicksal bestimmt.
Ist auch mein Herz voll Verlangen,
Die Stunde des Glücks entrinnt.

So laß' dich noch einmal küssen
Und dir in die Augen sehn.
Wenn wir auch scheiden müssen,
Unsre Liebe bleibt immer bestehn.
10. 8. 1942 E. W. M.

Pult: Sind denn alle wahnsinnig geworden? Und warum alle gegen mich? Bin ich der Sonne zu nahe gekommen, dass die Götter mich jetzt von allen Seiten geißeln?
Verbiete mir erfolgreich, derart aufgewühlt zu twittern.
Freudenhaus: Tripper oder Flipper oder Trixis. Komplette Hoffnungslosigkeit.
Versuche, mich mit der gegenüber der Liebe doch bemerkenswerten Dauerhaftigkeit der Freundschaften zu trösten, die mit Kirsten hat nun schon drei Frauen überstanden, und auch wenn ich immer noch auf eine langjährige Partnerschaft hoffe, glaube ich eher, dass es in dieser Art weitergehen wird.


Samstag, 22. I. 11, sonnig:
(Pult, 24. I. 11:) Nochwas für Dienstag. http://www.jungewelt.de/2011/01-22/046.php
Das heutige @Kantinenlesen wird besonders spannend, denn @Dan Richter pausiert, deshalb werden wir sehr gute Texte vorlesen und singen.
Die Alte Kantine füllt sich, meine Werbezettel für den Heino-Jaeger-Abend sind ausgelegt, die Show grad mit Doc Schoko & Jan Böttcher geplant. Die Kollegen besonders irrsinnig, sage Intro zu, doch dann wird behauptet, Stefan und Jochen wollten es machen, doch die wissen von nichts, lehnen es ab und machen, obwohl es schon nach 8 ist, keinerlei Anstalten damit zu beginnen. Nein, sie wollen doch nicht, die einzigen, die das Intro nicht machen wollen, sind dafür eingeteilt. Schließlich lassen sie sich doch herab. Wie dieser jämmerliche Haufen von Versagern und Geistesgestörten überhaupt jemals eine Show hinkriegte ist unklar.
Stefan & Jochen mit einem ihrer endlosen Intros, brauchen wir um so weniger zu lesen. Ivo Lotion besingt in einem Lied Sauerkraut als 1A-Mittel gegen den Befall des Darms mit Madenwürmern nach der Melodie von "Shout!"
Alte Kantine: In einem Lied! Ja in was denn sonst? In einem Pappkarton? Und das bei Twitter, wo man doch lernen sollte, die Verwendung überflüssiger Worte zu vermeiden.
(Pult, 24. I. 11:) Tube liest über eine Snooze-Orgie und Kinder: "Am Anfang sind sie noch recht niedlich, aber wenn sie dann geboren sind..." Pause und der größte Thrill des Abends: Wird jemand ein Buch kaufen? Niemand kauft eins.
Surfe mit einer Semmel mit gebratenem baierischen Leberkäse auf der Vegetarier-Welle mit, ist ja auch Käse.
Zu Anselms Abschiedsparty. Ob ungesättigte Fette oder gesättigt Fette satter machen, bleibt ungeklärt. Auch welche der beiden Sorten fetter machen, können wir nicht klären. Aber dass es am Buffett angenehmer mit gesättigten Fetten als mit ungesättigten Fetten ist, bleibt gänzlich unbestritten.
Eine Frau scheint zu lecken und wurde deshalb auf Haushaltspapier gesetzt.
Lovely Ella schläft bei mir, es macht mein Herz warm.

2
Jan
2012

www.Falko-Hennig.de

4. Januar 2012, 20.30 bis 21.30 Uhr:
Klingendes Radio Hochsee Rätsel #24
mit Falko Hennig und Mathias Kopetzki
auf 88,4 MHz (Berlin) und 90,7 MHz (Südwesten) sowie http://www.piradio.de/


Dienstag, 11. I. 11, grau:
Schreibtisch: Die 2. Schnapszahl des Jahres im Datum.
Prokrastiniere schon fleißig vor dem Frühstück bei Facebook, wo ist eigentlich die Radio-Hochsee-Seite hin? Eigentlich alles zum Kotzen. Bin allein, in Jammerstimmung. Arbeite mit einer ganz lächerlichen Effektivität, wenn ich journalistisch so tätig wäre, würde ich für einen winzigen Artikel 100 Jahre brauchen.
Irgendwann bin ich dann im Dschumm und es geht.
(Sofa, 12. I. 11:) Insgesamt muss man feststellen, dass an dem Dioxin-Skandal hauptsächlich Gier der Hühner und Schweine schuld, wenn die jeden Scheiß hinunter schlingen wie nichts Gutes?
Zu Rosa, ihn im Rollstuhl zu sehen ist etwas erschreckend. Spasmen zuckten durch seinen Körper, dann war er querschnittsgelähmt. Wie in Kill Bill hat durch tagelange Willensanstrengung seine Zehen bewegen können. Jetzt schafft er es mit Rollator einige male den Gang rauf und runter.
(Sofa, 12. I. 11:) Nach der Berliner Zeitung ist Lehrerin Sarrazin das armselige Opfer eines Elternsprechers. Auch scheint sie eine sadistische Ziege zu sein.
Treffen mit Papa im Gorki-Park, Rührei mit Kartoffeln.
(Sofa, 12. I. 11:) Nach dem spannenden Vortrag kommt Ulrich noch mit in die Charité, die Geburtstagsgäste zu Rosas 50. tragen lustige Hütchen, das muss ich mir für meinen Geburtstag merken.
Klingendes Radio Hochsee Raetsel mit Thilo Bock. 22.30 - 0 Uhr auf 88,4 MHz, im Südwesten Berlins auf 90,7 MHz sowie http://www.piradio.de/ Die Sendung von @Radio Hochsee wird samt Rätselwort @Heinrich Dubel gewidmet, der hat heute 50. Geburtstag! Heitere Sendung mit Thilo.
Erst gegen 3 ins Bett.


Mittwoch, 12. I. 11, bedeckt:
Sofa: Gegen 11 auf.
Müde im Archiv, heute werde ich früh schlafen gehen & morgen hoffentlich spät aufstehen.
Fußball, der Meckerkopf meckert. Diese Nervensäge verdirbt jedes Spiel. Schieße leider immer daneben, aber gewinnen trotzdem, wieder den Arsch bewegt.
Liege vor dem Fernseher bei leichten Büroarbeiten.
Schaue mir den schweizer Dokumentarfilm "Monica - Die Königin der Kondome" (2007) über Sexualaufklärung auf Kuba an. In der ARD "Der Drückerkönig und die Politik, Die schillernde Karriere des Carsten Maschmeyer" über diese Riester-Gerhard-Schröder-Klicke. Auch Bundespräsident Wulff gehört zum Freundeskreis. Maschmeyer macht gegenüber den Fernsehleuten einen grießgrämigen Eindruck.


Donnerstag, 13. I. 11, bedeckt:
Akademie, Archiv: T: Bin bei Loriots 90. Geburtstag, er ist gerade nicht im Zimmer, gebe gegenüber Freunden von ihm zu, dass ich mich nur eingeschmuggelt habe. Als alle Platz nehmen, komme ich direkt neben Loriot zu sitzen, aber meine Frage wegen der Biografie traue ich mich nicht zu stellen. Im Nebenraum sind Journalisten versammelt, komme dort zu sitzen, von diesem Raum gehen auch die Nachtquartiere ab. Punkt 8 geht Loriot spazieren. Jakob hat er ein Interview zugesagt, aber nicht heute, erst in 3 Tagen.

Aber das eigentliche Ereignis dieser Woche ist ein gewaltiger Schiss, so hat nicht Hitler geschissen und nicht Helmut Kohl und auch nicht Angela Merkel. Durch die gigantischen Mengen Vollkornbrot fülle ich die Kloschüssel heiter bis zum Rand mit leicht formbarer Scheiße, dass mein ausgeschlafener Körper die ganze Woche riesige Mengen Endorphine in das Nervensystem pumpt.
(Sofa, 15. I. 11:) In der Akademie der Künste bei der Pressekonferenz, Klaus Staeck spricht über die 42jährige Freundschaft zu Sigmar Polke. Den Kunstfreund könne man sich als kranken Sammler vorstellen, der jede Rechnung, jedes Fax aufhebt. 150 Mark bot Staeck für 1te Grafik. 1969 in Heidelberg verwechselte man Kreativität noch mit Zerstörungswut, ein Schieferdach haben die Schweinepriester ihm zertreten. Den Schuldenberg trug er mit dem Apparat ab, mit dem man eine Kartoffel mit einer anderen umkreisen kann. Den brauche ich dringend für die Küche. Derzeit umkreisen wir unsere Kartoffeln immer noch mühsam mit Hand. Aber 300.000 € ist mir etwas happig.
Knapp 60 Journalisten in der Ausstellung. Staecks Rattenfänger war eine Blockflöte auf einer Luftpumpe, auf der begann Polke sofort zu spielen. Freundschaft & Zank wie bei altem Ehepaar, wenn er 100 Faxe mit dringender Bitte um ein Lebenszeichen ohne Reaktion verschickte.
Ein sehr wilder Polke erwartet die Besucher, sagt der Buchherausgeber. In Xylophon-Orgien wurde man bei ihm oft involviert. Mit 35 hat er sich von seiner Spießerkunst abgewendet und nannte sich als Lude und Rockstar "Wir Kleinbürger". Harte Mischung aus Sex, Drogen, aber selbst die Wiedervereinigung hat er scharf beobachtet. Auf eine SMS hat Polke sofort zurückgerufen, dagegen hatte Staeck als Verleger immer alles verlegt & konnte nichts finden. Polke-Posen: Der Einsiedler, der Faulpelz, der manische Filmer, der Clown, in den 70er war er ein Künstler-Künstler. Eigentlich wollte er die Ausstellung "Polke, unsere liebste Kartoffel" nennen.
Im Archiv Hannoversche Str., Feldpostbriefe von SS-Mann 4. SS-Panz-Gren-Ausb. Btl10, Brünn/Mähren. Protektorat Bohnen & Möhren. Meine Nachbarin bietet mir ein Taschentuch an, sie dachte mir läuft die Nase.
Pult: In der Bäckerei an der Charité sagt die Verkäuferin, nachdem ich gerade ein Familienstück bestellt habe:
"Sie haben genauso eine Stimme wie Udo Lindenberg." Die Dame neben mir pflichtet ihr bei:
"Das hört er bestimmt jeden Tag." Ich widerspreche:
"Da wäre Udo Lindenberg bestimmt nicht begeistert, das zu hören." Schließlich bekomme ich mein Familienstück, 3,70 Euro, halte der Dame die Tür auf, sie:
"Sie sind viel netter als Udo Lindenberg."
"Wirklich?"
"Der hat mir noch nie die Tür aufgehalten."
Orangencreme-Kürbis-Suppe im Weinerei-Café, kann anschreiben lassen, da sie einen 20-€-Schein nicht wechseln können.
(Sofa, 15. I. 11:) Es ist nicht zu fassen, ich habe einen Brief von Robert Crumb bekommen! Beantworte ihn gleich, aber versäume, ihn zu kopieren oder abzufotografieren. Da klafft also, wenn Crumb meinen nicht aufhebt, in meiner Korrespondenz eine empfindliche Lücke.
Pult: Bereite zum Abendbrot für die Kleinfamilie eine italienische Nudelpfanne.
Lade das vorgestrige Klingende @Radio Hochsee Rätsel mit @Thilo Bock hoch.
Zum Hören und Raten, für @Heinrich Dubel zum 50.
Halb 10 hinunter ins Freudenhaus, twittern werde ich jetzt bis morgen Abend nicht mehr, damit der Link zur Sendung möglichst lange auf meiner Homopage zu sehen ist.
Sofa: Ins Freudenhaus, wo ich drei alkoholfreie Bier trinke. Empfinde Ahne, der bestreitet, dass die Computertechnik zu einem katastrophalen Anstieg des Energieverbrauchs geführt hat, als ähnlich anstrengend wie Chris, bei dem ich wie so oft nicht folgen kann, erratische, einsam bleibende Textbrocken, dieses immer nachfragen müssen, wovon er eigentlich spricht.
Sonderbarer Dokumentarfilm über Udo "Die Akte Lindenberg" und seinen Auftritt am 25. Oktober 1983 im Palast der Republik, habe ich auf jeden Fall im DDR-Fernsehen gesehen. Dieses Quallige, Nölige des derzeitigen Lindenberg, diese aufgeworfenen, tabakbraunen Lippen, sehr eigen gealtert. Es knautscht so in seinem Gesicht. Beim Sprechen lässt er seinen Hut wackeln. Krenz mit seinen Nicht-Aussagen. "Sonderzug nach Pankow" mit seinen "herabwürdigen Außerungen gegenüber Genossen Erich Honecker", wieso durfte er dann doch kurz danach im Republikpalast auftreten? Einer von der SEW namens Gaißmaier steckte dahinter. Udo musste einen devoten Brief schreiben, Kristina Eriksson, meine Fotografin von 1989, tippte ihn. Honecker fragte Krenz, wer denn dieser Lindenberg sei.
"Das ist der, der mit Dir den leckeren Cognac trinken will."
"Ach der mich Honni nennt?" Tatsächlich gings um Belafonte, phänomenal, dann lag der Buschfunk seinerzeit richtig. Vielleicht stimmt das mit Angela Merkels Scheidung auch.
Beckmann war damals Udos Kameramann, ach nee, nur Tonmann. Eine ½e Stunde hielten sie ihn am Grenzübergang Invalidenstraße fest, damit Krenz in Schönefeld Belafonte allein in Empfang nehmen konnte. Das Anstoßen von Krenz und Udo mit Buttermilch ging von Lindenbergs Management aus.
Panikmusiker Steffi Stephan kiffte in der Garderobe. Dass er die Abschaffung der sowjetischen SS-20-Raketen forderte, mussten die DDR-Apparatschiks übel nehmen. Gleichzeitig wurden die Zugeführten misshandelt.
FDJ-Sekretärin Angela Merkel im Publikum? Warum die SED ihr Versprechen mit der Tournee gebrochen hat.
Mein 2ter alkoholfreier Tag neigt sich dem Ende zu.


Freitag, 14. I. 11, Regen:
Pult: In meinem frühmorgendlichen Traum sah ich mehrere burleske 3D-Filme, in meinem gegen Mittag war ich immer wieder an japanischen sadistischen Pornofilmen beteiligt.
E-Post, Telefonat mit Mutti, schon geht es auf 1 zu, auf ins Archiv.
Küche: Endlich, nach ewiger Verzögerung, mache ich mich gegen 4 in der Küche an die Kolumne für die taz. Endlich wieder meinem eigentlich Gewerbe nachgehen, wenn nicht sogar Kunst. Ja, warum denn eigentlich nicht? Schon 10 nach 4 bin ich fertig, so schnell geht das, wenn man nur noch kürzen muss.
(Sofa, 15. I. 11:) Nach den gestrigen italienischen Gemüsenudeln auch heute wieder eine Premiere: Gemüse- und Schafskäse-Omeletts mit Kartoffelbrei.
Seit Monaten keine Wurst & kein Fleisch mehr gekauft, wird schwierig, einen Tag pro Woche weniger Fleisch zu essen. Jedenfalls eine begrüßenswerte ethische Mode, die gerade befeuert durch einige Bücher um sich greift. Was heißt schon gerade? Mindestens seit den 1880er Jahren.

Arbeite an einer deutschen Version von "Like a Virgin".
http://www.youtube.com/watch?v=OI-LFxf9oB0
http://www.youtube.com/watch?v=uvOLoOlheco

I made it through the wilderness
Somehow I made it through
Didn't know how lost I was
Until I found you

I was beat incomplete
Id been had, I was sad and blue
But you made me feel
Yeah, you made me feel
Shiny and new

Wie ne Jungfrau
wie beim allerersten mal
Wie ne Jungfrau
Wenn Dein Herz schlägt
ganz bei mir.

Youre so fine and you're mine
Make me strong, yeah you make me bold
Oh your love thawed out
Yeah, your love thawed out
What was scared and cold.

Wie ne Jungfrau
wie beim allerersten mal
Wie ne Jungfrau
Wenn Dein Herz schlägt
ganz bei mir.

Oooh, oooh, oooh

Du bist mein ganz allein
Ich will Dein für immer sein.
Cause you made me feel
Yeah, you made me feel
Ive nothing to hide

Like a virgin
Touched for the very first time
Like a virgin
When your hear beats (after first time, with your heartbeat)
Next to mine.

Like a virgin, ooh, ooh
Like a virgin
Feels so good inside
When you hold me, and your heart beats, and you love me

Oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh, oh
Ooh, baby
Cant you hear my heart beat
For the very first time?

Karaoke version youtube

Nicht unzählige, aber ungefähr 30 ergraute Barthaare habe ich inzwischen.
Mit Helene ins Freudenhaus, Dioxin im Eierlikör, Schleifchenmädchen.
Was haben Haie? Genitalgebiss? Bajonettgebiss? Ah, Revolvergebiss, sie kannte mal einen, der hatte das, dem mussten sie andauernd Zähne ziehen. Weil ihm die kreuz & quer unter den alten nachwuchsen.
Redensarten meiner Deutschlehrerin:
Jedem Tierchen sein Pläsierchen.
Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.
Was murmelst de da in Deinen Bart, den de nicht hast?
(Kino, 15. I. 11:) Vielen Männern mit Diabethis ist es noch unangenehmer, wenn ihnen statt Zehen oder Fingern der Schwanz abfault.


Samstag, 15. I. 11, locker bewölkt:
Sofa: Feiner streichfähiger Alaska-Seelachs-Salat mit Schnittlauch verfeinert, pikanter Brotaufstrich aus beispielhafter nachhaltiger Fischerei.
Zum Fußball, Schweiß, Blut & Schmerz an der Invalidenstr. Spiele schwach & steiger mich nur wenig, ein Tor kann ich unter Mirko in die rechte Ecke schießen. "Verpisst Euch!" "Komm weiter!" "Tooor!" "Caralu!" "Wir machen noch ein Spielchen!" "Hacke geht!" "Probier irgendwas, egal!" "Mitte!" "Jawoll!" "Ach, Scheiße, technischer Fehler." "Einen Schritt raus!" "Uaah! Mann!" "Sorry!" "Jungs, vorsichtig!" "Abstoß." "Mensch, Kinder!"
Im Fernsehen mit Ella "Phinea und Ferb", die bauen immer etwas, das dann verschwindet und haben ein Schnabeltier, das Geheimagent gegen das Böse ist und "Wenn Elfen helfen", "Die Super-Eltern".
Kann es beim Blick in den Spiegel nicht richtig fassen, was ich mir für einen Wanst angefressen und -gesoffen habe.
Bei Kaffee beginne ich, meine Twittereinträge der Woche ins Hauptjournal zu kopieren.
Glaube nicht, dass ich eine Antwort aus den sozialen Netzwerken von Twitter und Facebook bekommen werde, aber frage trotzdem: Will jemand mit in die Kulturbrauerei zu Woody Allens "Ich sehe den Mann deiner Träume" ("You Will Meet a Tall Dark Stranger", USA/Spanien 2010)?


Sonntag, 16. I. 11, grau:
Pult: T: In Afrika in einem Auto, mein Vater am Steuer, wir fahren durch das Land, müssen jemanden abholen, vorn die Frau von einem Goethe-Institut. Frage ihn danach, wie die Fahrt für ihn war. An sich okay, aber diese schmerzhafte Dauererektion.
Mit Papa in Prerow an der Ostsee, gehen durch die Zeltreihen, ob wir wirklich noch einen Platz bekommen? Ein Bekannter, der etwas wie Dean Reed aussieht, spricht uns an. Sage, dass es hier ja schon sehr teuer wäre, teurer als in einem Nobelhotel. Aber, widerspricht der Mann, hier sei man den ganzen Tag an der Ostsee. Aber es gebe doch auch Hotels an der Ostsee, da sei man auch den ganzen Tag am Strand. Hole mein Notizbuch heraus und mache mir Stichpunkte für einen Text darüber, wie gesund Sole für den Menschen sind. Auch mein Vater nimmt seines und notiert sich etwas mit grüner Tinte. Um den Hals trägt er eine Kamera mit starkem Teleobjektiv. Der Mann spielt Musik vor einer Tanzfläche.

Wo läuft das Klingende Sonntagsrätsel? Bekomme es im Radio überhaupt nicht hinein, erst der Livestream in DeutschlandRadio Kultur bringts mir.
V aus Weißt Du wieviel Sterne stehen?
I Ruth Edding, aus welcher Sprache stammt Akkordeon, also Akkord. 3. Buchstabe. Griechisch.
Küche: Name, Bühne, Show, Musik, 7 Buchstaben
L Peter Alexander mit einer Bühnenschauspielerin, Hitchcock und Lang, 1974 Autobiografie, 1975 "Lotte in Weimar", 1. 3. oder 4 im Vornamen, 3. im Familienname: Lilli Palmer.
E Chorknabe am Stefansdom in Wien um 1750. geboren 1732-1809, 4. Buchstabe des Vornamens. Joseph Haydn.
N El Condor
Schütze bei Wilhelm Tell, 2. Wort vom Namen, 1. & 2. Buchstabe: Valente
Danach ein Kalenderblatt über den Entdecker der Jungfernzeugung der Bienen-Drohnen.
Finde einen Link zu meinem letzten Rätsel, aber das haben ja wahrscheinlich schon alle gehört? http://cba.fro.at/41789
(Pult, 17. I. 11:) Von Paule zu meinem Sofa, das ich seit circa 20 Jahren besitze: Ich bin mit 19 zuhause ausgezogen,bis dahin hab ich drauf gesessen.Obwohl ich nicht mehr genau sagen kann, ob wir sie wirklich solange hatten....Auf jeden Fall sitzt du länger drauf und sicher baust du den Vorsprung noch aus.
Pult: Eine hübsche, unterhaltsame und auch lehrreiche Ausstellung ist dort in der Akademie geglückt.
Trinken noch Capuccinos und zurück gehts in die unterschiedlichen Heime.
Schaue in mein Bilderarchiv, vielleicht einen neue Lichtbildervortrag für heute Abend vorbereiten.


Montag, 17. I. 11, sonnig:
Pult: Frühlingshaftes Blut auf dem Toilettenpapier.
Schreibtisch: Sehe zum ersten mal Ernst Witzke, den durch mich unsterblichen Erbauer der Rangsdorfer Briefkastenhäuser. E-Korrespondenz bis gegen 12, nun Suppe fassen und ins Archiv.
Schreibtisch: Bekomme von Ernst einen Korb wegen eines Essens morgen, er könne doch nicht wissen, ob er abends um 8 Hunger habe. Meine Besorgnis darüber, dass ich mich nicht einmal mehr mit ihm zum Essen verabreden kann, kann er nicht aus der Welt räumen.
Missmutig über Postamt und Lidl zu mir. Müde am Schreibtisch bei unangenehmer Arbeit. Wie immer ist es dann gar nicht so schlimm, erledigt, froh.
(Schreibtisch, 19. 1. 11:) Gespräch über Heino Jäger, Freunde um Hubert Fichte sammelten Unterschriften, damit er keine Psychopharmala bekommt, aber er wollte sie! Eine Frau hat er vor seiner Einweisung in die Psychiatrie verfolgt, gestalkt, also sein Liebesleben lag etwas im Argen.
(Archiv, 18. I. 11:) Symptomatisch für den katastophalen Zustand unserer Mannschaft ist, dass Frank als Vertstärkung einen alten dicken Mann ins Team bringt. Aber angesichts der Erfahrungen der letzten 2 Jahre hilft uns jeder, der sich auch nur noch ein bißchen bewegen kann und nicht völlig blind ist. Erzählt von den Leichenbergen, die er in Benares gesehen hat, nach Böttchers Geschmack viel zu laut.
Sofa: An dem desolaten Zustand der Mannschaft wird auch die massive Rekrutierung von Alten und Gebrechlichen nichts ändern, wann und ob wir wieder ein normales Spiel absolvieren können ist völlig fraglich. Neueste Errungenschaft sind Andreas und Thoralf.
Ersterer Jahrgangskollege aus einem Dorf bei Neuss, letzterer berlinernder Spezialist für asiatische Kunst, der mir in der Euphorie des Neubeginns jede Menge Hilfe über die Stellung der Selbstbefriedigung dort zusagt. Der Buddhismus, noch in den 1920er Jahren wurden Jungfrauen geschlachtet, um aus ihren Knochen Musikinstrumente herzustellen. Wie nur die Legende von der friedlichen Religion entstanden ist?
Mit extremem Schluckauf heim und in die seelige Heia.


Dienstag, 18. I. 11, grau:
Schreibtisch: Korrespondenz mittels FileMaker, Einverständniserklärungen nach Leipzig und Echingen schicken.
(Schreibtisch, 19. 1. 11:) Glücklich im Archiv, alles voller unfassbar schöner Frauen. Schöne Poststempel gabs 1943: "Nach FLIEGERANGRIFFEN Privatgespräche am Fernsprecher unterlassen!"
Beginne mit 1944, dem letzten Lebensjahr des SS-Manns: "Na waß ist denn eingendlich los, ich habe bis jetzt noch keine Post von Dir erhalten, ich warte und warte aber ich bekomme eben keinen Brief, keine Karte, eben Nichst."
Herfried Münkler über asymmetrische Gewalt in den neuen Kriegen im voll besetzten Saal der Humboldt-Uni, hat Germanistik & Sozialwissenschaften studiert. Herausgeber der MEGA, Sonderforschungsbereich imperiale Deutungsmuster. Politische Mythen, Preis der Leipziger Buchmesse.
Dankt für den vollen Hörsaal, 150 Hörer, & spricht ohne Mikro. 1. Was sind neue Kriege? 2. Was sind Asymmetrien? 3. Begriff Vulnerabilität: Verletzlichkeit.
Von Krefeld: Durch Atomwaffen low intensity war, Krieg dehnt sich in Raum & Zeit aus. Beispiel Kolumbien, Ost-Kongo &Afghanistan.
Keine Kriegserklärung & kein Friedensschluss. The fog of war. Clausewitz. Grenze des Völkerrechts zw. Kämpfern & Volk verschwindet. Veränderte Finanzen, warlords & organisierte Kriminalität, das Bruttokriminalprodukt beträgt 1500 Milliarden Dollar! Krieg wurde immer teurer, im 20. Jahrhundert konnten sich nur noch Großmächte & Bündnisse den Spaß leisten. Mit Ende d. Kalten Krieges haben sich Führer der Kriege auf Finanzierung durch Schattenwirtschaft umgestellt. Rauschgift, tropische Edelhölzer und Blutdiamanten. Heckler & Koch spielen keine Rolle, aber AK47, gibts mit Magazinen für 30 Dollar. Lösung Legalisierung? Dann könnte man Frauenhandel auch legalisieren. Gruppe mit vitalem Interesse an Fortführung des Krieges wird immer größer. Wallenstein: Der Krieg muss den Krieg ernähren. In Afghanistan hat die Bundesregierung das nicht berücksichtigt. Rückkehr der Gewalt in die Wohlstandszonen. Wallenstein & sein Bankier sind mehrfach pleite gegangen, Krieg ist betriebswirtschaftlich nicht mehr führbar, Staat übernimmt den Job. Jetzt mit den warlords wieder Privatarmeen. Wenn Pakistani gesprengt werden ist das billiger als amerikanische Söldner. Folterexperten für Abu Graib (سجن أبو غريب) gibts in Chile. Seit 1808, spanischer Aufstand gegen Napoleon, Bestandsgarantie, bis 1942 symmetrische Duellkriege. Asymmetrische Praktik: Bosnische Frauen durch Vergewaltigung schwängern um den eigenen Samen zu verbreiten. Handlungslogik ist entkoppelt. Papst Bonifaz VIII. ist geohrfeigt worden & prompt darauf gestorben.
Al Kaida diffundiert in der Tiefe des sozialen Körper. Systemische Prävention nötig. Bedrohungen nicht mehr quantifizierbar. Versuche, eigene Verletzlichkeit zu minimieren. Sparta und Perikles. 1914 war man sich hier sicher, dass man England schlagen werde. Versorgungsvulnerabilität. Wenns gegen England geht, braucht man die Russen.
Moderner Terrorismus ist Drohung und Angebot: Wenn Ihr das und das macht, hören wir auf. In Mali hat Bundesregierung bekannt gegeben, wer Geld bekommen hat, dann haben sie sich gegenseitig umgebracht.
Sollte man nicht zu Hause bleiben, Bilder von Massakern einfach aushalten? Konflikte einfach ausbrennen lassen? Alle Eingriffe habens nur schlimmer gemacht. Give war a chance! Deutsche Intervention in Mazedonien, fast vergessen, weil sie so erfolgreich war.
Zuhörer wirft Prof. Neokolonialismus vor und glaubt ihm nicht, aber eine Frage stellt er nicht sondern hält Gegenreferat. Prof.: Kolonialismus Denunziationsbegriff. "Sind Sie überhaupt für den Frieden?"
"Natürlich, warum zweifeln Sie daran?"
"Würden Sie uns verraten, wie wir den Weltfrieden erreichen?"
Wenn er das wüsste, würde er es nicht bei einem unbezahlten Vortrag verraten. Kant: Demokratien führen keine Kriege gegen andere Demokratien.
Wortnebel um Afghanistan, Fehler, Intervention nicht von Anfang an zu begrenzen, wir haben nur begrenzte, Kriegsherren dort unbegrenzte Zeit.
Gebratene panierte Camemberts auf Vollkornbroten zum Abendbrot bei mir und eine Kanne Früchtetee.
Im Fernsehen gehts nach den Simpsons alkoholfrei weiter mit dem Krieg "Piraten vor Somalia - Mission impossible?" (GB/S/D 2010) auf Arte. "Das Drama um die Hansa Stavanger", 121 Tage waren Kapitän & Besatzung in Gewalt der Piraten, deutsche Schiffe waren für sie Hauptgewinn. Tagesthemen, Piraten in Somalia, Biobranche boomt Dank Dioxin, Glücksgas-Stadion für Dynamo Dresden, die jüdische Gemeinde ist not amused.
83jähriger Fuchsberger bei Maischberger, Tod sieht er als letzte Hürde. Und wenn er nicht drüber kommt wie Heesters? Skrupelloses Lügenblatt BILD, Niggemeier über einen Übeltäter. http://www.stefan-niggemeier.de/blog/vergessen-und-vergessen-machen/
Lese dabei twitternd Klaus Völkers "Kabarett der Komiker, Berlin 1924 bis 1950", ist große Klasse, 2010 bei edition text + kritik München.
Schalte um auf 3sat, ein Dokumentarfilm über den letzten in der Schweiz hingerichteten Mörder "Vollenweider" (CH 2003), 1940 guillotiniert.
Superintelligent war er, ein ganz lieber Mensch, bewaffneter Banküberfall 1936, 2½ Jahre Gefängnis, dort kamen ihm die bösen Gedanken. 1939 Verwahrung wegen der Prognose des Psychiaters, wonach er schwere Straftaten begehen werde. Trieb sich dann in Zürich rum & kaufte sich eine Walther. Dann schießt er einfach jemandem von hinten in den Kopf, um dessen Identität zu übernehmen. Das blutige Hemd in die Wäscherei zu geben war nicht so superintelligent. Als nächstes überfällta & erschießt einen Pöstler, also Geldbriefträger. Dann erbittet er sich schriftlich, die Hemden nachschicken zu lassen, man hätte ihm den Kopf schon wegen Dummheit abschlagen sollen.
Akku vom Handy alle, also ab jetzt ohne Leine weiterschreiben, good night!
Die ganze Schweiz wollte ihm die Rübe abschlagen.

31
Dez
2011

www.Falko-Hennig.de

4. Januar 2012, 20.30 bis 21.30 Uhr:
Klingendes Radio Hochsee Rätsel #24
mit Falko Hennig
auf 88,4 MHz (Berlin) und 90,7 MHz (Südwesten) sowie http://www.piradio.de/


Mittwoch, 5. I. 11, sonnig:
Sofa: T: Habe auf einem Schiff einen 85jährigen Mann kennengelernt, der gesundheitliche Probleme hatte, es stellte sich heraus, dass er in der Nazi-Zeit als Engländer auf einem Schiff Swingmusiker war. Kann darüber eine große Geschichte in der FAZ schreiben. Redaktionssitzung in der Straßenbahn, ein Kollege wird gedisst, der sei doch ziemlich kalt inzwischen. Wer das denn sei, will eine Passagierin wissen. Na der mit diesen Gnubbelohren, wird ihr geantwortet. Finde als nächstes heraus, dass der Mann nicht nur Swingmusiker war, sondern auch Bote zwischen New York, Jerusalem und Berlin, eine noch sensationellere Geschichte. Besuche seine Frau mit einigen Einkäufen, sie sitzt mit ihrem Mann in einem Ladenlokal.

Telefonate mit Robert, Daniel, wieder Robert, Verabredung mit Svenja.
(Sofa, 7. I. 11:) Flaschen wegbringen & das eingenommene Geld gleich in Form einer Apfel-Fenchel-Suppe mit Perlgraupen, Sellerie und Kartoffeln einlöffeln.
(Schreibtisch/Sofa, 9. I. 11:) Gerade, als ich das Akademie-Archiv betreten will, Anruf von Michael und so sickert also wieder die Charité-Scheiße durch meinen porösen Schädel auf die wunde Seele. Neue Rechnung kommt auch bald.
Aber komme im Archiv auf andere Gedanken, lese ein Tagebuch von Gertrud Zahn 1910-1912 durch (Kempo Bio 6465), obwohls um Scheidung, Geschlechtsverkehr und Fremdgehen geht, scheint es mir für unser Buch unbrauchbar. Eine Jammerziege, die obwohl selber strohdumm über alles nölt, die ganze Welt ist schlecht, nur sie ist gut.
Gehe ein Konvolut Feldpostbriefe 1914-1918 durch, hauptsächlich an Else Rübenstrunk, gibt gar nichts her, alles nur Dankbriefe für Päckchen von Fremden.
In der U3 nach Krumme Lanke: Ob es ein Fehler war, Ahne auf seiner Fahrt zum Auftritt in Klein Machnow zu begleiten? Er kriegt Gage, ich nicht. Wir sitzen nebeneinander und schreiben, dagegen gibts nichts zu sagen. Aber sonst? Die grauenhafte Fahrt, erst zum Wittenbergplatz! Wittenbergplatz! Und dann noch Krumme Lanke! Und dann noch Klein Machnow! Schauderhaft!
Geschäftlich werde ich wohl keinen Vorteil von der Fahrt haben, denn dass ich mir selber einen Auftritt im Café Medoc an Land ziehen kann, ist doch sehr unwahrscheinlich. Rauschgift wirds auch keins geben, also warum fahre ich da hin?
(Sofa, 7. I. 11:) Im Bus 622 von Krumme Lanke nach Klein Machnow mit @Ahne, der liest im Café Medoc, kommt alle dorthin!
"Durchblick Dettke - Wohlfühlbrillen aus Klein-Machnow"
Für Ahne machen sie die 1. Ausnahme seit 10 Jahren, geben von ihren privaten Biervorräten ab, eigentlich darf hier niemand Bier trinken.
Weil ausverkauft ist werde ich auf einen Barstuhl in eine Ecke abserviert, in der man zu allem Überfluss nicht mal lesen kann. Doch der Hausherr hat Erbarmen und ich bekomme einen Klappstuhl, die Lesung beginnt.
Höre zum ersten mal bewusst Ahnes Texte aus dem Reformbühnenbuch, meine wunderliche Lesehemmung, bizarr bei eigenen Geschichten. Unverlangt Zugabe um Zugabe, ach nee, den Bus kriegen wir nicht.
Kleinmachnow, Café Medoc: Seit 1977 ist der Betreiber hier Fotograf, hat aber durch einen Wasserschaden einen Großteil seines Negativarchivs verloren.
Überraschenderweise taucht Gotti auf, ist mit der Betreiberfamilie bekannt. Ein großartiger Künstler, "Der Schatz im Silberblick" heißt sein grandioses Buch. Aber mein größtes Ziel des heutigen Abends wird sein, herauszufinden, ob ich jemandem der unübersichtlichen Sippe Mein Buch zuschicken lassen kann.
Trinke Merlot, der zieht einigermaßen rein angesichts der fehlenden Grundlage. Hier gabs nur son Schafskäse-Baguette.
Roger Trash schrieb:
hey, falko,
hach, wie schön, eine handverlesene postkarte im postfach.
frau nicht mehr auf dem foto.
jetzt ein kerl.mmh. doch von beiden seiten bespielbar?
ach, ja...transplantation überlebt, was eine tortur.
nun mit neuem benzin im tank unter starken bewährungsauflagen und
fussfesseln wieder draussen.
100 tage abtauchen, aber 70 sind schon geschafft.
kein schwein erkennt mich mehr, den mann aus algier.
haut dunkler, haare weiß.aber am leben.
meine stimme ist schon wieder unterwegs, sie führt durch die aktuelle show
des chinesischen nationalcircus.
sorry,brauchte das geld.,krebs macht nicht nur schlank, sondern auch arm.
der trashgaul selbst ist noch im stall und schaut gedankenverloren in
den elektrokamin.
privatier jetzt, ab frühjahr soll es wieder ein wenig brummeln.
berlin anfang april so, wenn die röcke wieder etwas kürzer sind, verdammt.
muss noch schauen,
keinen kontakt zu kindern, tieren, dönerbuden...heidewitzka, das ist
in berlin fast unmöglich, hihi.
trotzdem bis möglichst bald und danke für mentales supporting.
vitale grüße,
roger
p.s. : aktuelles foto `der junge immendorf`anbei.
Antworte:
Ach, freu mich von Dir zu hören. Der Mann auf der Neujahrskarte ist natürlich nur ein Trick, die Weiber stehn so auf Schwule ;-) Mit dem Haar, das erinnert mich an die Einlassung einer ergrauten Frau in Heidelberg: "Auf den Bergen liegt zwar Schnee, aber in den Tälern grünts noch!", und sie wies auf ihren Schoß & meinte nicht die Farbe.
Haste denn Lust im April beim Klingenden Radio Hochsee Rätsel zu gastieren? Wär mir ein Fest, Döner, Tiere & Kinder schließe ich aus.
Bin grad in Klein-Machnow & kann Dich von Ahne & der ganzen Reformbühne grüßen, auch wenn die nichts davon wissen,
Falko
Klein-Machnow, Café Médoc: Im 2. Teil leide ich etwas unter Ideenflucht, aber ich muss ja auch nicht die ganze Zeit arbeiten. Verbunden bei mir mit leichter Langeweile, hoffe, in einer ¾Stunde auf dem Heimweg zu sein.
Bernd Blumrich heißt der Fotograf und Vater der Sippe.
(Sofa, 7. I. 11:) Versöhnlich gestimmt hoffe ich, dass wir den letzten Bus erwischen, sonst Kältetod in Kleinmachnow.
Können dann mit Daniel, seiner übermüdeten Freundin und Gotti im Kleinwagen bis zur Lottumstraße mitfahren.
Heil in der Baiz, nach Haus, heeme.


Donnerstag, 6. I. 10, bedeckt:
Pult: Asia-Kokossuppe mit Fenchel, Zuchini und Broccoli im Weinerei-Café.
Vom Blitzeis, das die Stadt lahmgelegt hat, habe ich nichts mitbekommen.
Prokrastiniere mit E-Post.
Mit Ella nach verwandten Wörtern von landscape suchen, scape ist Schaft oder Stengel wie im Deutschen bei Landschaft auch, kommt von ship oder skip, Verbindung zum deutschen Lordschaft, lordship. Sprache ist eine faszinierende Angelegenheit.
Nach 4 endlich ans Abtippen der Notizen von Dienstag bis nach halb 6.
[Ron Flug]
17:53
hallo falko
[Dir]
17:53
Gesundes Neues!
[Ron Flug]
17:53
gutes neues jahr und danke für deine postkartengrüße
[Dir]
17:53
Gern geschehen.
[Ron Flug]
17:53
wie geht es dir?
und
was machst du so?
[Dir]
17:54
Insgesamt bin ich stabil, aber es gibt viel beruflichen Ärger mit der Charité. Lese, schreibe und lese vor, nachher bin ich bei Radio Eins.
Selbst?
[Ron Flug]
17:56
ich habe einen neuen job angeboten bekommen
[Dir]
17:56
Als was?
[Ron Flug]
17:56
ich soll Schulleiter werden an einer freien Schule im Prenzlauer Berg
[Dir]
17:57
Klingt gut, besser als bei einer staatlichen Schule in Wedding.
Um 6 hüpfe ich unter die Dusche.
Telefonate mit Barbara Pécot, die sich fürs Klingende Rätsel ziert und Dietmar, der mir Hilfe beim Verfassen des Wikipedia-Artikels zusagt.
Garnisonsmarsch.
(Sofa, 7. I. 11:) Bin 19.35 Uhr auf Radio Eins. Hats jemand gehört auf Radio Eins? (Um einmal im Leben die Frage "Wie war ich?" zu vermeiden)
Lese 21 Uhr im Tasso (Frankfurter Allee 11) am Frankfurter Tor. Passen noch Leute rein ins Tasso, trinke Pinkus Pils mit feinem Aromahopfen: "Meisterlich gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot mit Hopfen Und Malz aus kontrolliert biologischem Anbau".
Das Anschreiben nach Postleitzahlen hat sich einigermaßen gelohnt, denn Uli Kuper ist im Publikum. Auch sonst freundliche Leute, ungefähr 15, und dazu noch erfreulich kauflustig.
Noch Bier im Freudenhaus nach der späten Rückkehr.


Freitag, 7. I. 11, dreckig:
Pult: Nach 2 bei mir, etwas Datenpflege.
Sofa: Im Archiv, Briefwechsel zwischen SS-Mann Daniel Schmidt & seiner Frau 1934 bis 1944 durchsehen. Aus Brünn schreibt er 1943: "Du willst meine liebe gute Trudl, näheres wissen, wie hier der Tag vergeht, ist ja zu begreifen, ich hätte Dier schon gerne darüber geschrieben, aber wenn, ja wenn ich mal in den Urlaub kommen sollte, dann selbstverständlich mündlich, aber schreiben wird eben Nichts. Ich glaube daß Du meine liebe Friedel mich verstanden hast, ich bin ja bei der SS."
Gestern in der Durchfahrt Lottum 10a gefunden: Enver Hoxha "Begegnungen mit Stalin, Erinnerungen" (Dortmund 1980), was alles weggeworfen wird! Wobei Hodscha tatsächlich einen mindestens so großen Sockenschuss hatte wie Stalin, schreibt darin, Stalin, Dimitroff und sonstwer wären vergiftet worden.
Für heute vorgenommen, das erste mal seit einem halben Jahr und seit meiner Fußprellung vor einem Monat einen Dauerlauf zu absolvieren.
Jogge eine ¾stunde Landsberger hoch, um den Friedrichshain und zurück, Schmerzen im rechten Fuß moderat, morgen also endlich wieder Fußball.
Zum Abendbrot gibts Kartoffelbrei, Hühnerschnitzel und Lasagne für Ella.
Kucke mit den Kindern Star Trek "Seit es Menschen gibt", Abraham Lincoln taucht auf, aber auch Dschinghis Khan und diverse Bösewichter, dabei E-Korrespondenz, schließlich bei Loriots "Karneval der Tiere" (Aufführung in der Philharmonie Berlin 1990) Kopieren von Twitter-Einträgen.
Dokumentarfilm "Die Anwälte, Eine deutsche Geschichte" (D 2009) auf Arte über Horst Mahler, Hans-Christian Ströbele und Otto Schily, der Schahbesuch 1967.


Samstag, 8. I. 11, wechselnd, Tauwetter:
Schreibtisch: Ein bemerkenswerter Tag, mein erstes Fußballspiel seit der Sportverletzung und im matschigen Schnee kann ich 3 Tore schießen.
Höre mir Paul Bowles an. http://www.youtube.com/watch?v=7oKAlXDmu-Y
Sofa: Jetzt sitzen wir mit Chips auf dem Sofa und kucken "Ein seltsames Paar" ("The Odd Couple", USA 1967), gutes Leben führen wir.
Ruhig und zufrieden, morgen ausschlafen, die Berliner Szene für die taz, am wichtigsten aber: Mails und Auflistung für Ronald oder eher für mich.


Sonntag, 9. I. 11, grau:
Schreibtisch: Grauenhaft, sitze am Computer und prokrastiniere vor dem Heraussuchen der Sachen für den Anwalt. Was ich alles stattdessen mache: Datenpflege, das nächste Radio Hochsee Rätsel vorbereiten.
[Guido Rohm]
13:26
Danke für die karte und Neujahrsgrüße!
[Dir]
13:27
Bitte, Gruß nach Petersberg!
[Guido Rohm]
13:27
vielleicht haben sie mal lust auf einen kleinen gastbeitrag für mein blog http://guidorohm.wordpress.com/
muss nicht lang sein
würde mich freuen
falls interesse, einfach an guido.rohm@web.de senden
bis dahin, alles liebe und gute
[Dir]
13:29
Ist gerade sehr verlockend, aber muss ich verschieben, weil ich sowieso schon vor dringenden juristischen Arbeiten prokrastiniere.
[Guido Rohm]
13:30
aha! wenn sie es sich noch überlegen, einfach melden
Zum 60. Geburtstag herzlichen Glückwunsch an den König von Deutschland Rio Reiser, wo immer Du jetzt bist.
Schreibtisch: Bleibe tätig vor Heinz Rühmanns "Wenn der Vater mit dem Sohne" (D 1955) und zwei Folgen Star Trek. Gegen 6 Ausdrucken, um auf Papier weiter zu arbeiten.
(Pult, 13. I. 11:) Ich wohne seit 1986 in Berlin, seit 1990 in der Lottumstr. Ein Vierteljahrhundert muss reichen, mich zu einem der älteren Bewohner Prenzlauer Bergs zu machen. Als ich hier einzog war es noch die Postleitzahl 1054!


Montag, 10. I. 11, sonnig:
Schreibtisch: Gegen 9 auf, um mich wieder dem juristischen Scheiß zu widmen. Prokrastiniere gehörig, statt mich an die Arbeit zu machen.
(Sofa, 12. I. 11:) Robert raucht inzwischen elektrische Zigarette mit USB-Anschluss und Wasserdampf, das koste nur einen Euro pro Tag.
Zum Porno-Seminar.
3 Herren sind es, die heute im Seminar über Pornographie und Verdinglichung zu Projektion projizieren. What is Objectification? Langtons consideration: autonomy & projection are impotent (Freudscher Verschreiber!) for understanding of objectification. Pornoindustrie prägt das Verlangen der Männer und kann das Bedürfnis nach einer bestimmten Art Sexualität erwecken. Glaube hat seinen Ursprung im Wunschdenken. Welcher Glaube hat seinen Ursprung im sexuellen Verlangen? Der Vergewaltiger projiziert sein Verlangen auf Frauen: die Frauen wollten es.
Frauen genießen vaginale Penetration. Wunschdenken geht mit Pseudo-Mitgefühl einher, das gemeinsames Verlangen vermuten lässt.
(Sofa, 12. I. 11:) 20 Uhr darf ich beim @vergrämer an der Weinmeisterstr. mitlesen. http://jour-fitz.de/
Meine 1. Lesung in einem Teleshop-Laden und treffe zum 1. Mal @wikipeter. Nicht -shop sondern -kom! Jörg Schwedler alias @jörch aus Hamburg beginnt den Lesereigen, fürn Hamburger Deern berlinert er etwas stark. Wolfgang Brenner spielt 4 Töne auf der Tuba. Zum Abschluss nochmal der @Joerch, sieht aus, als ob er gern mal ein Bier trinkt. Aber vielleicht hat er auch nur Schnupfen.
Noch zu den Sportfreunden, wo ich dem Bier zuspreche, die Scheidung der Merkel steht an, so heißt es. Letztlich sind solche Informationen ungefähr so zuverlässig wie die vom Sommer 1945, dass Hitler in einem U-Boot nach Antarktika abgehauen wäre.
Sofa: Angenehm mit dem spannenden Gellert zu sprechen, 50 Interviewanfragen nach dem neuen Lasermann, ein Finne, auch 10 Leute umgebracht.
Frank und die vielfältigen Stasi-Verwicklungen, seine Mauer-Strich-Aktion, 50 cm trennten ihm von dem, der verhaftet wurde, den Mann mit MG hat er kürzlich interviewt.
Sitze mit meinem Alkoholismus alleine hier uffm Sofa, die jammerige Stimmung von vorhin ist zwar vorüber, aber Problematik unverändert. Ich saufe zu viel & sollte pausieren, je länger desto besser.
Also morgen.

19
Dez
2011

www.Falko-Hennig.de

20. Dezember 2011, 20.30 Uhr, Kaffee Burger (Torstr. 60, Berlin):
Radio Hochsee Themenabend
Von Fröschen und Menschen
Gast-Experten: Prof. Dr. Bernd Hüppauf ("Vom Frosch")
5 Euro


Journal für alles
2011

JANUAR

Samstag, 1. I. 11, schmutzig:
Sofa: Erster Satz im neuen Jahrzehnt, versuche, den Kopf mit Aspirin Complex dünner zu bekommen. Das heutige Datum ist eine nur noch im kommenden November zu übertreffende Schnapszahl.
Kurz auf, esse eine Stulle, aber schon den Kaffee bekomme ich nicht mehr hinunter. Erhole mich schlafend.
Bis 16 Uhr liege ich im Bett, dann mein Vorhaben, mal wieder meine UNVOLLSTÄNDIGE CHRONIK aktualisieren, habe ich lange nicht mehr gemacht. Die letzte datiert noch von Ende Oktober.
Aber bevor ich mich daran mache, kann ich der Verlockung nicht widerstehen, ein Neujahrsbild auf FB zu stellen.
Simpsons "Moes Taverne", brate mir dazu Lachsfilet, schneide Zwiebeln und schäle Kartoffeln. Alles brutzelt bei "Homer und die Halbzeitshow", etwas über die Geschichte des Internets. Satt und zufrieden zur dritten und vierten Folge heute: "Die böse Hexe des Westens" und "Der lächelnde Buddha".
Wie schnell das weiße neue Jahr Blutspritzer bekommt, knapp 30 Christen in Alexandria mittels Autobombe ermordet.
Spam per Facebook, über den ich nicht so richtig verärgert sein kann:
Neue Erde Meditation - Morgen
Alloha Ihr Lieben, ich wünsche allen ein wundervolles Jahr 2011! Ich freue mich sehr auf die NEUE ERDE - Meditation morgen um 15:00 UHr mit Euch. Damit wir frisch gecshlüpften Schmetterlinge keine nassen Füße bekommen, empfehle ich die Mitnahme von 2 Plastiktüten und Bändchen. Bringt Euer freudiges JA zur VEränderung mit und Rassseln und Trommeln!
Herzenslichter
Christina
"Kommissar Wallander - Der Mann, der lächelte" (S/GB/D 2010), fühle mich angenehm entspannt. (Sofa, 2. I. 11:) ½10 Laptop aus und ich tippe auf dem Milestone weiter, während der schwedische Kriminalist Handel mit afrikanischen Organen auf der Spur ist. Er hat kaum seine letzte Tötung verdaut, da muss er schon wieder, aber diesmal trifft er den skrupellosen Erzbösewicht ins Bein, recht so!
UNVOLLSTÄNDIGE CHRONIK ist aktualisiert, falls es jemanden interessiert. http://falkohennig.twoday.net/
Auf Arte "Sphinx, Heinrich VIII. - Mörder auf dem Königsthron", interessanter Fall, aber diese Nachstellung der Szenen und diese Musik! Grauenhaft, wie diese Knopp-Dokumentationen.
Zappe zu einem alten Wallander, "Das Leck" (S/D 2009), eine übereifrige Polizistin verfolgt Geldtransport-Räuber, ja spannend.
Sofa: Trotz ihrer Dussligkeit überleben sie schwer verletzt. "Lonely Hearts Killers" ("Lonely Hearts", USA 2006) im ZDF, John Travolta als hard boiled Detektiv, ist aber selbst mit Zeitungslektüre zu langweilig, zappe zu "Wild Christmas" ("Reindeer Games", USA 1999), auch nicht besser.
Beide Filme, in der zitty mit rot empfohlen, sind unfassbarer Schund, jedes Rezept für Spannung oder Qualität wurde missachtet.
Porno und noch etwas in einer russischen Dracula-Serie, recht flott gemacht, sehr splatterig.


Sonntag, 2. I. 11, bedeckt:
Pult: Schlafe relativ wunderbar, ohne Alkohol, Medikamente und ohne Husten bis halb 11, entgegen aller medizinischen Wahrscheinlichkeit habe ich meine Erkältung überwunden.
Bereite meinen ersten Lichtbildervortrag in diesem Jahr vor, es wird unter anderem um Ligaturen gehen, Reformbühne 20.15 im Kaffee Burger. Erstaunlicherweise sind Ligaturen nicht in meinem "Lexikon der grafischen Technik" verzeichnet! Selbst für den Bleisatz braucht man inzwischen schon Wikipedia!
Eine Ligatur (auch Buchstabenverbund, Mittellateinisch ligatura „Verbindung“, nach lat. ligarī „(ver)bunden werden“) ist in der Typografie die Verschmelzung zweier oder mehrerer Buchstaben zu einer optischen und formalen Einheit. Ligaturen entstanden entweder durch schnelle Schreibweise häufig genutzter Zeichen oder zur optischen Korrektur. Im Satz werden Ligaturen heute vor allem verwendet, wenn zwei Buchstaben mit Oberlängen (z. B. f, i, l, t) aufeinander folgen, da ohne Ligatur eine Lücke zwischen den Buchstaben entstehen würde oder es durch Unterschneidung zu unschönen Verbindungen der Oberlängen käme. Im Bleisatz sind Ligaturen zur Ermöglichung von Unterschneidungen zwingend nötig.
Ligaturen vermeiden optische Lücken, die beim schnellen und angenehmen Lesen stören. Ligaturen finden vor allem im professionellen Satz Verwendung, werden aber aus zeitlichen Gründen besonders im Zeitungssatz weggelassen. Sie werden üblicherweise typografisch gestaltet und bilden nicht nur eine einfache Verkleinerung der Laufweite.
In deutschsprachigen Texten sind die Ligaturen ff, fi, fl, ft sowie deren Kombinationen (ffi, ffl usw.) geläufig.
Die Verwendung von Ligaturen hat im Bleisatz neben den ästhetischen auch technische Gründe. Ohne Ligaturen hätte man beim Buchstaben f nur die Wahl, ihn bündig auf den Kegel zu stellen, was ein den Lesefluss störendes ‚Loch‘ im Satzbild zur Folge hätte, oder ihn rechts frei über den Kegel hinausgehenzulassen, damit er zum Teil über den Kegel des nachfolgenden Buchstabens rage. Der so freigestellte Teil des f würde jedoch ohne den schützenden Kegel leicht abbrechen. Aus diesem Grund werden die betreffenden Kombinationen direkt zusammen auf einen Kegel gegossen.
Melde mich nun endlich gegen 4 bei Wikipedia an, aber wie ich es nun angehe, einen Wikipedia-Artikel zu verfassen, erschließt sich mir nicht.
Schreibtisch: Korrigiere an dem Artikel über Rangsdorf, mal sehen, ob ich mich damit durchsetzen kann.
Hochbett: Finde noch etwas für meine Kulturgeschichte der Selbstbefriedigung in Friedrich Damaskow "Verbotene Früchte" (München 1966), S. 107/108, zu Japan:
"Für die erzwungene Enthaltsamkeit und Einsamkeit der Frauen, deren Männer allzusehr die Dienste der Geishas (Pult, 3. I. 11:) bevorzugen, gibt es in Japan Onanie-Apparate. Man nennt sie "Harikata". Es sind künstliche Penisse, die aus Horn oder Schildpatt verfertigt wurden. Vor dem Gebrauch konnten sie in warmem Wasser eingeweicht werden, um damit ihr Volumen zu vergrößern.
Der Völkerkundler Havelock Ellis hat in einem sexualethnographischen Werk alle Mittel und Instrumente aufgezählt, die bei Frauen in aller Welt zur Selbstbefriedigung verwendet werden, und erwähnt selbst den Gebrauch von Bananen auf Hawaii, von Gurken in natürlicher Größe und verschiedenen Rübenarten.
Künstliche Phallen mit Hoden, sogenannte Liebesgötter, müssen schon bei den altbabylonischen Völkern wie auch im alten Ägypten und in Griechenland üblich gewesen sein, wie Abbildungen auf Baudenkmälern und Ausgrabungen beweisen. Auf den Philippinen wurden künstliche Penisse bereits vor Jahrhunderten durch die Spanier vorgefunden. Der Gebrauch dieser "Liebesgötter" verbreitete sich dann zur Zeit der großen Entdeckung und Erforschung ferner Länder während der Renaissance in Europa.
Einen Höhepunkt fand ihre Anwendung zur Zeit des französischen Rokoko. Sie wurden damals "Godemiché" genannt, ein Wort, das vermutlich aus dem Lateinischen von "gaude mihi", erfreu mich, abgeleitet ist. Um die Jahrhundertwende konnte man Godemichés in den Weltstädten Paris, Wien und Berlin in den Verbandzeugläden angeboten finden. Sie waren aus Hunde- oder Rattenleder hergestellt, ebenso aus feinem, elastischem Gummi. Ihre Herstellung erfolgt noch heute. Auch der heute geübte Mißbrauch elektrischer Massageapparate muß hier genannt werden. Er kann zu schwersten gesundheitlichen Schäden führen.
Auf der Insel Sansibar herrschte um die Jahrhundertwende ein erheblicher Männermangel. Die Frauenliebe, die Tribadie, war daher sehr verbreitet. Dort waren künstliche Befriedigungsinstrumente aus Ebenholz in der Form und natürlichen Größe des Penis in Gebrauch, die mittels einer Schnur um den Leib der Frau gebunden wurden, um den Akt als Mannersatz an der Freundin vorzunehmen. Das Ebenholzinstrument wurde vor Gebrauch eingeölt.
In den arabischen Harems älterer Zeit waren derartige künstliche Phallen ebenfalls in Gebrauch. Es gab sie in Doppelgestaltung. Es war dies ein Ebenholzstab, dessen beide Enden als Penis geschnitzt waren und der die doppelte Länge von einem Penis besaß. Er wurde von zwei Frauen gleichzeitig in die Scheide eingeführt, die sich durch entsprechende Bewegung beide der Illusion hingeben konnten, mit einem Mann zu verkehren."
Hier ist die Grenze der Selbstbefriedigung definitiv überschritten! Desweiteren geht es um die Transplantation von Affenhoden.
"Ein einziges Gramm Sexualhormon genügt, um acht Millionen unreifer Mäuseweibchen brünstig zu machen."
Brunft & Brunst geht beides, bei Schweinen heißt es Rausche, bei Enten Reihzeit, bei Pferden Rossigkeit, bei Rindern Bulligkeit & bei Frettchen, Füchsen, Dachsen & Wölfen Ranz.
Reformbühne gelungen, Gäste sind Gregor Mothes und Sven van Thom.


Montag, 3. I. 11, grau:
Pult: Gegen 10 auf, Vollkornstullen mit Käse und mit Kaffee ans Pult. Meine erste Änderung bei Wikipedia hat es durch die Gremien geschafft.
Phänomenal, es gibt immer noch keine Rückmeldungen zu den Neujahrskarten! Vielleicht hat die Post alle Kisten auf den Müll geworfen?
Ein Chat mit Afrika:
hallo Falko heir kommt einen Gruss von der Elfenbeinkueste
[Dir]
10:52
Wie sieht es aus bei Euch? Habt Ihr was von Tötungen mitbekommen?
[Joelo Henrijoe]
10:53
es gehts uns gut und die Lage des Landes ist relativ friedenreich
[Dir]
10:54
Ich wünsche Euch und uns, dass es 2011 so friedlich bleibt. Was hier in den Zeitungen stand klang nicht gut.
[Joelo Henrijoe]
10:56
die Zeitungen sagen nicht richtig was eigentlich passiert und was sie sagn ist nicht immer die Wahrheit
[Dir]
10:57
Glaube ich sofort, aber wahrscheinlich gibt es viele persönliche Wahrheiten. Glaubst Du Gbagbo ist rechtmäßiger Präsident oder Ouattara?
[Joelo Henrijoe]
11:00
der Verfassung des Landes hat Gbagbo ausgewaehlt und das Volk seinerseits hat Ouattara ausgewaelt
[Dir]
11:01
Am besten, sie würden sich vertragen und das Land gemeinsam und friedlich führen, oder?
[Joelo Henrijoe]
11:02
stimmt! muss mich leider verabschieden, hab viel zu tun
tschues!
[Dir]
11:02
Auf Wiedersehen und alles Gute 2011!
Svenja Flasspöhler sagt für einen Themenabend zu PORNOS FÜR FRAUEN am Internationalen Frauentag zu, wunderbar!
Über 6 Stunden Aufnahmen, die ich vom H2 sichern will, scheinen verschwunden zu sein.
2 Punkte für meine Verteidigung, die ich nicht vergessen sollte.
Mache mich an die Pressearbeit für Heino Jaeger.
Nun endlich, viertel nach 1, die erste Rückmeldung, wenigstens bei Holtzbrinck sind die Karten eingetroffen!
Auf zum Pornoseminar!
Sofa: Wieder im Soup'n Roll am Rosenthaler eine große Portion Reisfadennudelsuppe in Gewürzbrühe mit Zwiebel-Lauch, Koriander, Kräutern und Tofu.
Liebe es, in die Uni zu kommen, am liebsten würde ich mein Leben hier verbringen, wird wohl mangels Abschluss nichts werden.
Im Pornoseminar. What is objectification? The moral dimension. Can objectification be a wonderful part of sexual life? Kann Verdinglichung einem fantastischen Sexleben helfen? Die Kernidee der Verdinglichung bei MacKinnon & Dworkin geht zurück auf Kant & nicht etwa Cunt. Wenn man den Bauch des Liebhabers als Kissen benutzt, kann das unproblematisch sein. Aber nur in einer Beziehung, in welcher der Liebhaber grundsätzlich besser als ein Kissen behandelt wird. Also ab und an auf den Handkantenschlag für die Sofa-Kissen-Falte verzichten.
Kommunikation durch die Geschlechtsorgane bei D. H. Lawrence. Green im Gegensatz zu Kant: Genitalien sind Teil der Persönlichkeit, nicht nur ihre Werkzeuge.
Pult: Lasse mein rotes Hemd in einem Anfall von Verschwendungssucht mit Hand für 3,50€ bügeln, halb 6 bei mir, Datenpflege.
Erste Stichpunkte für meinen Wikipedia-Artikel über Eberhard:
Kurt Eberhard war ein deutscher Psychologe und Psychotherapeut.
Leben
Wissenschaftliche Arbeit
Wirkung
Schriften
-von Eberhard
-Bücher
-Zeitschriftenbeiträge
Einzelnachweise
-mein Artikel
Literatur
-wo er erwähnt ist
-meine Quellen
Weblinks
-mein Artikel
-andere, in denen er erwähnt ist
Sofa: "Prestige - Meister der Magie" (USA/GB 2006), Hugh Jackman und Christian Bale als konkurrierende Zauberkünstler. Erst bringt der eine die Frau des anderen um, dann schießt der ihm zur Strafe in die Hand und zwei Finger ab, der andere rächt sich wieder, sie brechen sich die Beine, verbuddeln sich in Särgen usw. usf. David Bowie als Tesla.
Eigentlich ist Reklame ja unerträglich, in diesem Fall bin ich froh, dass ich mir Spiegeleier braten kann.
Langes Telefonat mit Ulrich, er ist froh, meine Stimme zu hören und ich eigentlich auch über ihn.
Bei meiner diesjährigen Signaturzeichung habe ich mich zu einer Fledermaus entschieden, ist auch Vogel des Jahres, hähä.
(Pult, 6. I. 10:) Das Rasieren von Nasen- und Ohrenhaaren gehört zu den am wenigsten erfreulichen Tätigkeiten.
Sofa: Es schließt sich auf RBB der Erotikthriller "Heimliche Spiele" (F 2002) an, eine bis auf ein Hitlerbärtchen an der Möse ganzkörperrasierte Sextänzerin hatte ihre intensivsten Orgasmen auf der Bühne vor Publikum. Sie wird samt Barfrau gefeuert und bringt sodann ihre Kollegin dazu, sich vor ihr selbstzubefriedigen. In der U-Bahn erstes gegenseitiges Masturbieren, nackt unter ihren Mänteln laufen sie durch die Stadt.
Als nächstes versuchen sie Männer zu umgarnen, unfassbar schlechte Schauspielerinnen, schöne Körper. Heuern in einem Büro an, der Junior-Chef aber ist ein gefährliches Wild. Die Barfrau verführt den 50jährigen Buchhalter, aber sie will nur an den Junior ran. Der hat wochanlang vor der verwesenden Leiche seiner Mutter gesessen, deshalb bringt er alle Frauen dazu, sich mit Benzin zu übergießen und anzuzünden. Dann steht sogar der Tod mit einem Falken auf der Schulter im Zimmer der Weiber. Völlig blöd. Plastikenten werden gezeigt und sollen Gefühle sein. Endlich nach 1 schalte ich aus.


Dienstag, 4. I. 11, bedeckt:
Schreibtisch: In der Nacht ein Alptraum: Eine Verfolgunsjagd von Pick-up-Transportern auf der Autobahn, auf den Ladeflächen liegen Leichen. An einer Mautstelle müssen wir anhalten. Versuche danach einzuschlafen, ohne in diesen Traum wieder einzusteigen, weiß nicht, ob es mir gelingt.

T: In Gunnars Zimmer im besetzten Haus, ob ich ihm meinen Fernseher borgen könne, fragt er, aber dann hätte ich selber keinen mehr. Seine Schallplatten in roten Taschen verpackt, er stößt ein paar mal an seinen Plattenspieler und die Nadel kratzt jeweils über die Platte. Jan Böttcher und seine Freundin, er zeigt mir das Notizbuch von Camus mit Fotos von Camus und seiner Freundin, Camus hat es ihm vor seinem Unfall gegeben. Ihm ist schon viel Geld dafür geboten worden, aber es zu verkaufen kommt für ihn nicht in Frage. Bin skeptisch, kann das sein? Ist Camus nicht schon in den 50er Jahren gestorben? Wanderung in den Bergen in der Nähe von Jans Familie, sie sitzen im Freien und sortieren Fotos. Es ist bei dem Haus der Maurenbrechers auf dem Berg, auf dem nur zwei Häuser stehen. Dort ist auch ein Stadion in den Berg gebaut, dort haben wir ein Fußballspiel. Schnell geraten wir ein Tor in Rückstand. Machen Fotos, meine lange Polaroidkamera ist kaputt, lege den Film wieder ein, eigentlich müsste das Papier Licht abbekommen haben, aber das Bild, das mich mit Brille zeigt, ist einwandfrei.

Pult: Arbeite am Werbetext fürs nächste Klingende @Radio Hochsee Rätsel am kommenden Dienstag mit @Thilo Bock.
Nach 1 ans Beschicken der Anwohner nach Postleitzahlen für meine Lesung am Donnerstag.
Endlich auch mit der Fahrenholtz telefonieren, o Gott, sie hat sich das Genick gebrochen! Schon vor vier Wochen, sie ist in so einer Konstruktion und muss noch einige Tage darin verbleiben, Schie fahren wird sie nicht mehr können und auch keinen Kopfstand machen, der Zahn der Zeit.
Mache ihre Rechteeinräumung fertig.
Mit der Post kommt zur Rezension Michael Buckland "Vom Mikrofilm zur Wissensmaschine, Emanuel Goldberg zwischen Medientechnik und Politik" über den vergessenen Vater oder zumindest Großvater des Hypertextes.
Schreibtisch: Einen Werbeauftritt bei Radio Eins bringt mir meine Lesung am Donnerstag, das wird dann hoffentlich voll im Tasso.
Nach 3 auf Wege.
Archiv der Akademie der Künste, Lesesaal, Hannoversche Straße: Auch im Adonis hängt nun unsere Neujahrskarte am Kühlschrank, so muss es sein. Halumi.
Erst nach 4 bin ich im Archiv der Akademie, lasse die Rechteeinräumung an die Fahrenholtz von Robert unterschreiben und von ihm in den Kasten werfen. Meine gehorteten Bestände sind zurück im Magazin, bestelle etliches Neues, was aber erst morgen eintreffen wird. Habe also eine knappe halbe Stunde, um Texte aus dem Notizbuch ins Hauptjournal zu übertragen, eine sehr besinnliche, fast meditative Tätigkeit. Auch nur möglich, weil ich mein Handy vergessen habe und so nicht in Versuchung gerate, mich ans Weltkabel anzuklemmen.
Sofa: Und wieder nichts verpasst.
(Pult, 6. I. 10:) Zsa Zsa Gabor wird ein Unterschenkel amputiert, ob man den als Andenken ersteigern kann?
Emanuel Goldberg: Ein sehr verdienstvolles Buch.
Erfreulich die Anzahl der Abbildungen, bedenklich die Reprofotografie, viele Fotos briefmarkengroß und in Copyshop-Qualität, nee! Auch das unansehnliche Cover ist kein Ruhmesblatt, es lässt im Vergleich zu Schülerzeitungen diese wie meisterhafte Grafik-Leistungen wirken. (A?) Aber nicht nur auf dem Cover herrscht schauderhafte Typografie, auch in den Zwischenüberschriften, die fett gesetzt sind, aber die Hervorhebungen sind in kursiver Normalschrift. Grauslich.
[Im Notizbuch Autogrammfoto von Neffe Daniel Krüger]
Der Raum 2097 in der Humboldt-Universität ist zur Ringvorlesung "Gewalt - Faszination und Ordnung" gut gefüllt.
Zwei ungefähr 80jährige Männer sitzen in der zweiten Reihe, der eine sagt:
"Nachm Kriech, als ick Strippenzieher jelernt hab, ham se ooch diese Porzellan-Dinger jenommen. Und heut machen se sich tot. Ja, so ist ditt allet." Der Vorlesungsraum füllt sich,
"Die Mütze, die De hast, sieht ooch aus, als ob De ausm Sowjetparadies kommst. Mein Sohn, äh, Enkel hat ooch son Scheißding." Eine bärtige Dame von Mitte 70 betritt den Raum, der alte Herr:
"Die weeß nich, wo se hinkommt, nich wer spricht und worüber es geht." Ein Mann von Anfang 40 am Rand der ersten Reihe steht auf und lässt die Dame durch.
"Aber besser, als wennse in die Kneipe geht. Ick weeß ja nicht, wie se die Zeitung lesen, aber sowat sehn se nich. Datsch, habick mir immer beschwert: Der Berlina hat ne Laube. Abrassimov, Bungaloff, Lunikow. Heute gibts keine Witze mehr. Falin, der is ja über 80. Nee, nee, nee. Der lebt in Hamburg, ist nich zurückgekehrt, der liebe Führer. Budjonny? Weeßte ja, dass Charlottenburg Charlottengrad jenannt wurde?"
Der Referent Jörg Boberowski erscheint, er trägt einen schwarzen Rollkragenpullover, auch sein Jackett, die Hose und die Bügel seiner randlosen Brille sind schwarz.
"Is ja alt jewordn, der Boberowski," erklärt der Alte seinem Nachbarn, "jeht ja schnell mit dem." Der Mann vor ihm begrüßt eine Frau mit Umarmung und Kuss.
"Küssen Sie hier alle Frauen?"
"Nee, ich trau mich nicht."
"Dann müssen Se die ooch küssen!" Der alte Mann weist auf die bärtige Frau, die in der Mitte Platz genommen hat.
Werner Röcke leitet den Vortrag ein: "Furcht und Terror, ich darf Sie bitten!" Boberowski beginnt seine Ausführungen mit einem Zeugenbericht eines Henkers, einen Eimer mit Kölnisch Wasser hatten sie, um das Blut abzuwaschen und einen mit Wodka. Der Arm und der Zeigefinger tat weh vom tausendfachen Morden. Die Paranoia von Stalin und Co., sie erhielten nur noch die Informationen, die sie erwarteten, was sie erst recht misstrauisch machte.
Der Ermöglichungsraum des Stalin-Terrors, eine personalisierte vormoderne Personenherrschaft, Krieg gegen die Bauern des Imperiums. Mit Beginn der 30er Jahre Verzicht auf Kommunikation, stattdessen Gewalt. Selbstkontrolle durch Furcht, bizarrer Realitätsverlust der Eliten. Stalin verhörte verdächtigte Parteisekretäre selbst, diese mussten ein Ritual der Selbsterniedrigung aufführen. Radek als zitterndes Skelett ohne Zähne.
Im Vergleich dazu gehts mir wirklich noch Gold, an mir geht Stalin nicht vorbei und flüstert so, dass es alle hören: "Verräter, Dich werde ich umbringen!"
Am 1937 Massenmord nach Quoten, aber immer noch Einzelmorde mit Henkern, keine industriealisierten. In Moskau aber dann doch Gaswagen.
"Ich bin nicht Stalin.", sagte er und wies auf ein Bild von sich: "Das ist Stalin!"
1951 verschwand Stalin für acht Monate in seinen Ferienhäusern, aber niemand bedrohte seine Macht, seine Untergebenen hatten genug damit zu tun, ihr Überleben zu organisieren.
Kollektive Paranoia, die Begriffe Klassen- und Volksfeind dienten zur Rationalisierung des Tötens für die Henker selber. Gewalträume produzieren bis heute in Russland Räume der Gewalt. Da erschießen sich doch eigentlich ständig alle.
"Dit stimmt.", sagt der alte Mann. Eine Frau fragt: "Inwieweit war Stalins Morden eine Fortsetzung von Lenins Politik?" Es gab schon unter Lenin Massenmord, aber von oben nach unten und nicht innerhalb der Partei. Als prinzipiell keine großen Unterschiede.
Vor Gewaltexzessen wie im 20. Jahrhundert schützen uns bürgerliche Sicherungsmaßnahmen wie das Gewaltmonopol des Staates.
Der Mann vor den beiden Alten fragt, wie die Bezeichnung "psychopathisch" in Bezug auf Stalin und Berija gemeint sei, medizinisch, kulturell, gesellschaftlich, psychiatrisch oder wie? Boberowski meinte seine Affinität zur Gewalt.
Chrustschow war einer der schlimmsten Henker.
Warum keine Attentate? Im Gegensatz zu Hitler war Stalin kein öffentlicher Diktator, er war nur in Form von Bildern und Statuen, nur zur Maiparade konnte man an ihm vorbei latschen.
Zehn in seiner Umgebung blieben am Leben, die hatten sich richtig verhalten, Bruder oder Ehefrau geopfert. So konnten alle sehen: Wenn ich mich richtig verhalte, kann ich überleben.
"Wäre Russland dieses Schicksal mit einem anderen Diktator erspart geblieben?" Die alten Herren rufen: "Trotzki!" Tatsächlich hielten Bucharin und andere die Raubökonomie für einen Fehler.
(Sofa, 5. I. 11:) Vin de Bordeaux Château Haut Giron vor "Deutschland, deine Künstler, Loriot" im RBB, meine 1te Wäsche seit ca. 1 Monat aufgesetzt.
Sofa: Schöne Collage aus Loriots Schaffen, Wiedersehen auch mit Stefan Lukschy, Hinter den Kulissen von "Der 80. Geburtstag", alle lachen sich tot, herrlich. Gehört zu meinen Träumen: Eine Biografie von Loriot schreiben. Da wäre ich zwar auch Jahre beschäftigt, aber es wären schöne Jahre. Perspektivisch zum 90. Geburtstag 2013? Warum nicht? Die Sache sollte ich dann aber auch Ende des Jahres anleiern.
"Kommissar Wallander - Die fünfte Frau" (S/GB/D 2010) im Ersten, Kurts Vater wird gemeuchelt. Ach nee, er lebt ja noch, aber ihre Beziehung liegt sehr im Argen. Als der alte Herr weint, fährt ihn Wallander nach Hause.
Vielleicht sollte ich abends nicht so viele Krimis kucken, damit ich nachts keine Alpträume habe?
(Sofa, 5. I. 11:) Serienmord gegen Naturliebhaber, doch der Entführte lebt noch, dafür ist Wallander senior übern Jordan. Der Erste von angespitzten Bambusstäben durchbort, der zweite, früherer Auto- und zuletzt Blumenhändler an einen Baum gefesselt erwürgt. Es scheint der Richtige erdrosselt worden sein, alle sind nur froh über den Tod des Scheusals. Der dritte wird ersäuft. Lese dabei weiter über Emanuel Goldberg. Povel Wallander war Jahrgang 1934 wie es mein Vater noch ist. Heute hat er mich angerufen und nach seiner Mobilfunknummer gefragt.
Dioxine überall, grässlich! Industriefette in den Futtermitteln. Zensur in Ungarn, sone rechtskonservative Sex-Ziege ist Chefin der Behörde. China kämpft gegen FB, twitter, youtube und Skype, Verbot des letzteren hat nicht unbedingt nur ideologische Gründe, denn es wird massenhaft Geld in die Taschen der staatlichen Telekom spülen. Hochwasser in Australien, sie trinken, wie man sehen kann, sogar schon Bier, weil Plünderer die Häuser bedrohen.
Rollstuhlfahren in Polen ist auch kein Spaß, es gibt eine Behindertentoilette im Warschauer Hauptbahnhof, aber keinen Zugang. Wenn der Gelähmte sie benutzen will, muss er über Berlin hinfahren.

14
Dez
2011

www.Falko-Hennig.de

20. Dezember, 20.30 Uhr, Kaffee Burger (Torstr. 60, Berlin):
Radio Hochsee Themenabend
Von Fröschen und Menschen
Gast-Experten: Prof. Dr. Bernd Hüppauf ("Vom Frosch")
5 Euro


Donnerstag, 23. XII. 10, schmutzig:
(Sofa, 24. XII. 10:) Ins Freudenhaus, Karstens Geburstagsfeier, heitere Runde, Robert schon jenseits, gegen 1 ins Bett.


Freitag, Heiligabend, 24. XII. 10, schmutzig:
(Schreibtisch, 14. XII. 11:) Stauffer lädt abends in eine ostige Wohnung in der westlichen Lottumstraße ein, Jochen auch dabei.
(Zug Görlitz - Cottbus, 27. XII. 10:) Dann solle ich einfach mal weniger Fleisch kaufen. Dass ich seit Monaten überhaupt kein Fleisch mehr kaufe, ignoriert er lieber um stattdessen in diesen schwer erträglichen, hysterischen Singsang zu fallen. Es ist für ihn unakzeptabel, dass jemand nicht seine Weltsicht in jedem unwichtigen Detail teilt und noch unerträglicher, dass man ihm wegen ganz gegenteiliger Erfahrungen widerspricht. (Hatte ich das nicht schon ausführlich abgehandelt? Dann bleibt mir das Tilgen von Dopplungen nicht erspart.)
Auch Leder müsse man ablehnen und Milch, die Kälber werden den Kühen weggenommen.


Samstag, 25. XII. 10, Schnee:
Rangsdorf, Wohnzimmer: Voriges Jahr noch von der Liebsten reich beschenkt worden, dieses Jahr eher zähe Telefonate mit der schon wieder Verflossenen.


Sonntag, 26. XII. 10, heiter:
Im Regionalzug Berlin Hauptbahnhof - Cottbus: In der 24-Stunden-Apotheke des Hauptbahnhofs Nachschub an Aspirin Komplex und ipalat:
"In ipalat Halspastillen sind wertvolle pflanzliche Inhaltsstoffe enthalten, die eine gesunde Naturkraft zum Wohl des Hals- und Rachenbereichs bieten. Die Pastillen mit Anis, Fenchel, Menthol und Primelwurzel beruhigen den Hals und erfrischen die Atemwege. Das ist wohltuend bei lästigen Reizungen im Hals und einem Trockenheitsgefühl im Mund, auch nach dem Rauchen.
-pflanzliche Naturkraft
-ideal für alle, die viel sprechen oder singen"
An meine Datenpflege, die muss mit meiner jährlichen Neujahrskarte Hand in Hand gehen.
Sehr merkwürdig, dass der Zug durch Zossen fährt, war das damals auch schon so? Lieber wäre mir, ich läge im Bett. Während Ivo und Michael schlafen arbeite ich die im Notizbuch als unklar eingeklebten Adressen durch, laut Anzeige kann ich mit der voll aufgeladenen Batterie etwas über zwei Stunden arbeiten, nicht richtig doll.
Mache gegen 5 erstmal Schluss.
Görlitz, Basta!: ...mit Rosenkohl, Reis und dem einheimischen Bier. Ben, der Musiker Ben hat eine pinke Ukulele und unternehmenslustige Schneidezähne, die neugierig in die Welt hinaus lugen.
Bin trotz ununterbrochenem Pastillenlutschens extrem heiser, zum Glück keine Sololesung.
Nette Menschen, ein zukünftiger Lehrer kauft die schöne Hardcoverausgabe von "Schule ist was für Versager", eine hübsche von hier stammende Berlinerin war um 1996 in der Reformbühne.
Ein Dresdener hat in der Buchhandlung LeseZeichen mein "Alles nur geklaut" empfohlen bekommen und gekauft, er stammt hier aus der Gegend und lässt sich das Büchlein nachträglich signieren.
Unters Dach in die Drogenhölle, ein Hund und ein verstrahlter Amerikaner mit Pantoffeln an den Händen dabei. Tontechniker Bertram jedenfalls ne prekäre Existenz, obdachlos, schläft hier im Upspace-Raum und hat schwarze Fingernägel. Grässliche Bassbeats dröhnen durchs Gebälk, nee, schöne Musik klingt anders. Erinnert mich ans Silke in Hannover. Leider bekomme ich keinen Anteil an den Rauchwaren, was bei meiner starken Erkältung sicher von Nutzen ist.


Montag, 27. XII. 10, Schnee:
Zug Görlitz - Berlin: Viel zu kurze Nacht im Handwerk.
"Wann fuhr der Zug?"
"Es heißt »Wann wird der Zug fahren?« Futur, das ist verständlicher."
"Üblicher Sprachgebrauch, Du würdest staunen, was da alles verständlich ist."
Kann mich einer verwaisten Sächsischen Zeitung annehmen, über den Görlitzer Nikolaiturm ist zu erfahren: "Und dass der Turm insgesamt 20 Zentimeter Schieflage hat, wissen nicht nur Kenner 1984 fragte zum Beispiel sogar Moderator Bobby Böhlke in der beliebten Sendung "Schlagerlotto" danach." Was für eine Akribie!
Zug Cottbus - Berlin: In Cottbus decke mich mit der FAZ ein, endlich mal ein längerer Bericht über die Lage in der Elfenbeinküste, Gbagbo droht mit Bürgerkrieg, wenn einmarschiert wird, den Geldhahn will man ihm zudrehen, damit er seine Mordtruppen nicht mehr bezahlen kann und die sich von ihm abwenden. Frieden wär schön, bin angesichts des massiven youth bulges dort skeptisch.
Für Artikel: Linh-Thuu Pagode in Spandau, größtes religiöses buddhistisch-vietnamesisches Zentrum (Deutschlands?).
Empfehlung von Micha: "Vogelfrei" von Subelius o. s. ä.
Schreibtisch: Mein erster Tag ohne Aspirin Complex, bin gespannt, ob ichs durchhalte.
Werbezettel sind aus der Druckerei gekommen und sie sehen perfekt aus, tüte sie für @Manuel Koesters und @Jan Böttcher ein.
Gibt es eigentlich überhaupt etwas schöneres, als müde zu sein und dabei zu wissen, dass man gleich ins Bett gehen kann?
Sofa: Meine heutigen Träume, einmal am Morgen: Bin in dem feinen Haus in Görlitz im Obergeschoss, jedes der hellen Zimmer führt von einem Gang zu einem rund ums Dach laufenden weißen Balkon. Lese ein dort angebrachtes historisches Schild.
Tauche in glückseelige Träume.
Zappe zu "Boston Legal", schließlich noch ein Thriller-Rest und heute als Abschluss des Fernsehabends.


Dienstag, 28. XII. 10, Schnee:
Schreibtisch: T: Auf einem Grundstück, das Nachbargrundstück ist durch einen Bach abgetrennt, springe hinüber. Die halbwüchsigen Jungs des Inhabers kucken hinüber zu den blonden Geschwister in Leinenkitteln auf der anderen Seite, ein geschlechtsreifer Junge reckt seine Genitalien nach oben, ein kleines Mädchen zeigt unbeabsichtigt ihre Muschi. Der Mann lädt immer mehr Menschen ein, das Grundstück füllt sich. Am Meeresufer landet ein Schiff, müssen die Menschen vertreiben. Ein Mädchen präsentiert uns den Woody-Allen-Film, sage wie schön es sei, zusammen mit den Woody-Allen-Schauspielern zu altern. Kiffen etwas. Der Produzent von Woody Allen mosert über dessen schreckliche Musik, sage, dass ich sie sehr mag. Fahre mit Woody Allen die Straße hinauf, er ist am Steuer, umfährt die Autos umsichtig. Ein Schiffsinhaber, der seine Gäste bemalt, Jann Boomgarden war bei ihm zu Gast und von Kopf bis Fuß grün angemalt.

Heiserkeit katastrophal, ohne Aspirin Complex komme ich zwar zurecht, aber ein unangenehmer trockener Husten, soll ich hoffen, dass er nasser wird?
Frühstück, leichte Verstopfung, blute aus dem Arsch.
Korrigiere das Protokoll zu Glück und gutem Leben.
Web.de grad nicht erreichbar.
Lieber tip,
Dank für die Ehre einen Platz in der Reihe der peinlichen Berliner bekommen zu haben. Leider habe ich für Gegendarstellungen weder den berühmten Medienanwalt noch das Geld der Charité.
Gruß
Falko Hennig
Von Olli Bopp Hinweise für das Erstellen einer FB-Seite, wie ich sie schon lange für Radio Hochsee plane:
Wenn Du gerade nicht eingelogt bist, so tun als wolltest Du Dich bei Facebook ganz neu anmelden, allerdings unter dem Formular rechts auf der FB-Startseite unten erst nur "Erstelle eine Seite für eine Berühmtheit, eine Band oder ein Unternehmen." klicken. Dann den rechten teil, wo "Offizielle Seite" steht, ausfüllen. Du kannst aber beim Ausfüllen Deine bisherigen Anmeldedaten, also Passwort und so verwenden(entsprechend anklicken). Dann haste alles unter einem Hut. Wenn ich es hinkriege, dann kriegst Dus auch hin...
Nun erstmal auf Wege: Apotheke, Post, Schreibwarenladen, vielleicht noch ein Süppchen.
Schlinge die riesige Kallebasse Nudelsuppe hinter, weil ich rechtzeitig zu Eva bei mir sein will, doch sie bleibt aus. Weiter Sortieren der adressierten Karten, Sendung an die Goethe-Institute fertig machen, damit die heute schon rausgehen kann.
Sofa: Uwe zu Besuch, seine Sichtweise auf fast alles ist negativ, allerdings wird er seit geraumer Zeit durch Baulärm terrorisiert. Habe aber etwas das Gefühl, dass bei ihm immer was sein wird. Ich habe mich durch den Rechtsstreit mit der Charité sehr verändert, sehr angespannt geworden, stellt er fest. Der zweite der sowas in der Richtung anmerkt. Vielleicht liegen sie richtig und diese Geschichte markiert meinen endgültigen Abschied von den mittleren Jahren und ich starte durch in die Vergreisung. Zum Wohle der Menschheit dokumentiere ich alles mittels meiner Neujahrskarten: Time did this to me!
(Sofa, 29. XII. 10:) Mit Hilfe von Olli Bopp und der Gottes gelingt es mir, für Radio Hochsee eine FB-Seite einzurichten.
Mittagsschlaf scheitert am Reizhusten, schlucke tetesept Husten Tropfen Bronchial-activ und inhaliere Klosterfrau Erkältungsbalsam.
Bei weitem am meisten Spaß bei der Neujahrskartenverschickung macht das Stempeln des Absenders auf die Umschläge.
Simpsons "Es war einmal in Homerika", Krusty ordnet an, Nikotinextrakt auf die Burger zu sprühen, um Kinder süchtig zu machen. Xylophobie, die Angst vor Xylophonen.
Da ich "Two and a Half Man" nicht ertrage, schalte ich auf Breloers unsägliche "Buddenbrooks" um, der vergeigten Verfilmung 2ter Teil. Ein sadistischer Zahnarzt gibt der Sippe den Rest, aber es sterben sowieso alle ununterbrochen, kein befriedigendes abendfüllendes Programm. Was ist da nur schiefgegangen, dass der Breloer so einen Schund auf das arme Publikum loslässt.
Dass die Berben auf der Toilette vordrängelt, erfahre ich von Christoph.
"Die Geschichte vom Brandner Kaspar" (D 2008), ein bayerisches Märchen, zwinge mich, das weitere Kartensortieren auf morgen zu verschieben. Ein bayerischer Heimatfilm mit Bully Herbig und Franz Xaver Kroetz, Tränen hat er mir in die Augen getrieben, aber nicht vor Lachen.
Danach "Man on Wire - Der Drahtseilakt" (GB 2008), damit werde ich meinen Fernsehabend beschließen. Ein französischer Extrem-Drahtseiltänzer, zwischen den Türmen von Notre Dame hat er getanzt und sein Husarenstück war das World Trade Center. Grober Unfug oder große Kleinkunst? Geschadet hat er eigentlich niemandem. Immer noch besser als ein Clown, der ganz Manhattan unter einer Riesentorte begräbt. Urkundenfälschung, ja, sowas kann man alles machen fürn guten Zweck. Besser allemal als die bescheuerte zerstörerische Bin-Laden-Performance.
Taschendieb und Zauberkünstler war er auch. Seine Freundin lächelt nie. 1973 gaben sie sich als Journalisten aus, um den Ort ihres Streiches auszuspähen. 1974 stieg der Coup. Nackt ausgezogen hat er sich aus Frustration und dann am Rand des Abgrunds doch noch die Sehne gespürt. "ETWAS ZOG MICH AUF DAS SEIL. Der Tod ist ganz nah." Es war, als liefe er über eine Wolke, als er sich hinlegte und -kniete. Gesehen hat ihn da oben außer den Polizisten kaum jemand. Sie brachten ihn zu einem Psychiater. Der Mann ist durstig, stellte er fest. Was er sonst noch in seinem Leben gemacht hat hätte mich noch interessiert, aber da gabs wohl nichts.
Christian Wulff gibt Didi Hallervorden die Hand, grusel, und dann Nuhr, dieses Kleinkunstfestival der Wühlmäuse ertrage ich nicht mehr.


Mittwoch, 29. XII. 10, bedeckt:
Sofa: Um 8 weckt mich mein Reizhusten, bin verschleimt & habe Kopfschmerzen, Hustensaft schlucken & Aspirin Complex, Balsam Inhalieren.
"Eisbär in der Pathologie" ist gut. Absicht? Als Meinungsäußerung werden sie ihm nichts am Zeug flicken können. http://ulihannemann.de/artikel/gefuehle
Couvertieren, 3/4 11 sind meine Umschläge aufgebraucht. Mache mich ans Kopieren meiner Twitter-Einträge der letzten Tage ins Hauptjournal.
3/4 11 kommen die neuen Umschläge, leichter Kopfschmerz, Telefonate, Absagen an Robert, Dan und Christoph.
Schalte den Computer nach 12 wieder aus, jetzt kann ich fertig eintüten.
Pult: Besuch, wer denn bei uns streue? Direkt vor dem Eingang eine Eisfläche, auf der sie sich hingepackt habe. Über Roberts Alkoholismus und wie man ihm helfen kann.
Gegen 3 heiße Citrone mit Honig, betreibe Datenpflege, die mir bei meiner Neujahrskarte im nächsten Jahr zugute kommen wird.
Knut Beulich kommt zum Stollenessen, er hat Jenny als Anwalt für die evangelische Kirche gegen einen Film von ihm kennengelernt, die ostdeutsche Kirche wollte nicht, dass alle Welt erfährt, dass sie in der DDR die Devisen für Kindesmissbrauch ausgegeben haben. Warum sie so einen guten Stand hat in Berlin? Man vermutet, dass sie als starker Kokainistin das Kriminalgericht mit dem kolumbianischen Marschierpulver versorgt.
Wer will, kann bei mir die hübsche Neuausgabe mit festem Einband "Schule ist was für Versager" von @phalpern erwerben, habs übersetzt, 10€.
Fast ganz bin ich mit den Neujahrskarten durch, schätze, dass ich nur noch eine Stunde Briefumschläge stempeln und zukleben muss. Die guten Revelope (R) Umschläge, 3 Cent kostet da einer.
Pult: Ein unerträglich schlechter Film "Casanova", jeder Zuschauer wird dümmer und dümmer bei diesem bescheuerten Schinken. Da schaue ich lieber mal wieder den Pornofilm.
(Sofa, 31. XII. 10:) Simpsons "Der große Nachrichtenschwindel" Burns zu Homer: "Nehmen Sie ein paar Glückwunschdrogen!" & "Die geheime Zutat". Auf 3sat Lissabon 1755, Erdbeben, Flutwelle und Feuer, was wird uns das nächste Jahr bingen? Sicher nur Gutes.
¾ 9 komplett mit Couvertieren und Abstempeln durch, morgen früh zum Postamt, um knapp 1000€ für Porto auszugeben.
Sofa: Übrig hab ichs nicht, muss mich für den Spaß regelmäßig verschulden. Aber in mir glaubt es, die Mühe und Ausgaben lohnen sich.
(Sofa, 31. XII. 10:) Eine Dokumentation über DDR-Fernsehansagerinnen, "Die Schönen von Adlershof", die erste zivile Besitzerin meines Kübeltrabbis war eine laut Fahrzeugbrief, Anita Seibert. Leider wird sie nicht mit abgehandelt.
Sie mussten alles auswändig lernen. Versprecher wurden geahndet. 1972 stieg Castro mit einer in die eiskalte Ostsee. Bei den Umtrunken nach Veranstaltungen waren manche Genossen nicht mehr gentlemanlike. Die Leitungskommission suchte die Frisur aus. Eine floh mit Tochter im Kofferraum des Westlovers und durfte drüben nur noch Hörfunk sprechen. Eine andere kam nach Stasi-Haft nach Bayern und schaffte es wieder ins Fernsehen. Monika Unferferth wollte sich nicht von Frank Beyer scheiden lassen: Berufsverbot. Später hatte sie noch eine Modesendung.
Sofa: Bleibe beim Tatort "Der Fall Schimanski" (D 1991) hängen, eigentlich wollte ich längst im Bett liegen, aber bin dann doch fasziniert, oder einfach nur von der Erkältung willenlos?
Ich kucke zu viel fern.
Jedenfalls kündigt Schimmi, lässt einen schwulen Studenten bei sich einziehen, arbeitet als Kassierer in einem Supermarkt.
(Kapelle, 30. XII. 10:) Ah, es ist der letzte Schimanski-Film, aber sonderlich gut ist er nicht, eher völli wirr & unlogisch.


Donnerstag, 30. XII. 10, bedeckt:
Kapelle: ½ 8 weckt mich zwar wieder Reizhusten, aber nach Hustentropfen & Fishermans kann ich bis gegen 12 Schlaf nachholen.
100. Geburtstag von Paul Bowles, womöglich hätte ich einen Film über ihn geschrieben, aber die 300€, die mir Frieder Schlaich dafür geboten hat, waren zu knapp bemessen.
Verstopfung.
(Sofa, 31. XII. 10:) Ziehe die 4 Postkisten mit Lisas Schlitten zum Amt, Klaus Pfeil borgt mir einen Gurt zum Festzurren.
Kapelle: Von 1 bis nach 3 im Amt Torstraße, es hat immer noch die No. 54 wie in der historischen Postleitzahl 1054, nach der Vereinigung Deutschlands O-1054, deren Gebiet zur Hälfte in Mitte und zur Hälfte In Prenzlauer Berg lag, identisch mit der heutigen 10119, Infopost, Infobrief Deutschland, Europa und Welt, ca. 100 Briefe auswiegen.
Der freundliche Beamte Bernd Riese benutzt das Berliner Er: "Hat er noch eine Kiste da unten?"
(Sofa, 31. XII. 10:) 2500 Neujahrskarten abgeschickt, 690€ Porto, bin gespannt, von wem ich 1. Rückmeldung kriege. Zusammen mit den 210€ Druckkosten habe ich für den Spaß genau 900€ bezahlt und eine knappe Arbeitswoche reingesteckt. Bin gespannt, von wem ich 1. Rückmeldung kriege.
Kapelle: Sparkasse und Weinerei-Café, Grünkohlsuppe mit Kassler, FAZ bei Kaffee in der Kapelle.
Den Winter gerade haben wir dem Schmelzen des Eises in der russischen Karasee zu verdanken, wodurch sich Hochdruckgebiete bilden, die arktische Winde nach Eurasien umlenken.
Pult: Etwas E-Post gegen 6, Abendschlummer.
(Sofa, 31. XII. 10:) Mein letzter Auftrit 2010 heute Abend, 19 Uhr beim @Kantinenlesen, wer auf diesen Hinweis kommt, frage mich nach Freigetränk! Die Show ist recht angenehm, neben Dan sind Uli, Konrad, Ahne und ich dabei. Ein Buch verkaufe ich nicht. Winni und Dan verdünnisieren sich, im Schusterjungen gibts keinen Tisch für uns, egal wie sehr wir zu reservieren versuchen lassen sie uns dort systematisch auflaufen. Entweder gibts keinen Platz oder die Küche hat schon dicht gemacht. Was wir ihnen getan haben würde ich gern mal wissen.
Aber an Restaurants ist kein Mangel und sonderlich günstig ist der Schusterjunge ja auch nicht. Selbst in der Nacht zum 31. Dezember kann man zum ersten mal in seinem Leben vegetarische Gänsebrust aus irgendsoner Weizenpampe essen, im Mr. Nô. War gar nicht so übel. Sie haben dort handtellergroße Ufos, die sie austeilen und die blau und stroboskopisch blinken, wenn das jeweilige Mahl gerichtet ist.
Seit langer Zeit mal wieder Speed genommen hat Konrad, 5 Stunden Gespräch aufgenommen, das will er demnächst abtippen. Würde mal sagen dafür braucht er wieder Speed.
Freudenhaus.
Im WDR Burt Lancaster als leidender Hagestolz, dem sein schönes römiches Haus voller Unterklasse schneit, Drogen, Sex & Schlagermusik, so dass er es vorzieht, zu sterben.
Danach mache ich den Fisch.


Freitag, 31. XII. 10, Silvester, bedeckt:
Pult: In der Nach wieder durch Reizhusten aufgewacht und mindestens eine Stunde rumgehustet. Kaufe mir Silomat Pentoxyverin Saft mit Methyl- und Propyl(4-hydroxybenzoat) und Sorbitol. Fuck you, Husten!
Sofa: Organisiere die nächsten Radio Hochsee Abende, einen über Udo Lindenberg und den Osten will ich im Mai zu Udos 75. steigen lassen. Ach nein, 65.
Gegen 2 immer noch keine Rückmeldung auf meine Neujahrskarte, kann es wirklich sein, dass ihr Gros heute noch gar nicht angekommen ist?
Bezahle einen ziemlichen Stapel Rechnungen. Freddy gibt mir für Silvester einen Korb, Scheiße, das wievielte mal jetzt?
Beginne mit dem Kopieren von Twitter-Beiträgen, muss auch mal wieder sein.
(Sofa, 1. I. 11:) Angenehme Silvestergesellschaft bei Ahne, Uli mit Sarah, Katja, Sascha, Polli und Paul dabei, Julika frisst einen Narren an mir.
Fondue in heißem Öl.
Beim Bleigießen erzielen wir hauptsächlich Spermien, nur Uli hat eine Theatermaske und Katja einen Pudel.
Spielen "Wer bin ich?", bin der jüngst gestorbene Boney M. Musiker, der niemals singen durfte, Sarah habe ich zum Mork vom Ork gemacht und sie müht sich fast so lange wie Ahne, der Ötzi ist. Uli Obama, Katja Rotkäppchen, Jan Prinz Harry, Polli Frau Holle.
(Akademie der Künste, Hannoversche Straße, 4. I. 11:) Polli erzählt ihren Lieblingswitz:
"What is a fly without wings? It's no fly, it's a walk." Sarah erklärt mir den Unterschied zwischen ihr, ihren Freundinnen und Uli, als sie bei einer Reise ausflippten, fragten sie ihnen, wie er so ruhig bleibt. Seine Erschütterungen gingen nach innen, habe er gesagt. Das hat sie sehr beeindruckt.
Wie mein Vater lebe? Allein, in einer 2-Zimmerwohnung? So werde ich also auch mal enden.
(Sofa, 1. I. 11:) Rauche etwas Rauschgift von Paul und trinke viel zu viel.
Jero tickt mal wieder völlig aus im Freudenhaus und teufelt auf Oz ein, der ist aber nicht auf den Mund gefallen und bietet Paroli.
Gegen 4 ins Bett.

8
Dez
2011

www.Falko-Hennig.de

Samstag, 10. Dezember 2011, 20 Uhr, Alte Kantine (Kulturbrauerei, Berlin):
Kantinenlesen
Das Gipfeltreffen der Berliner Lesebühnen

20. Dezember, Kaffee Burger (Torstr. 60, Berlin):
Radio Hochsee Themenabend
Von Fröschen und Menschen
Gast-Experten: Prof. Dr. Bernd Hüppauf ("Vom Frosch")
5 Euro


Dienstag, 21. XII. 10, weißgrau:
Schreibtisch: Nun ja, Gefahr für Leib und Leben besteht nicht, das ist ja auch was wert. Gesundheit ist das Wichtigste, gerade in unserem Alter.
Heute wird ein aufregender Tag, Ultraschalluntersuchung meiner Füße, ich soll zwei Handtücher mitbringen, vielleicht bekomme ich Zwillinge?
Sofa: In der Radiologie geht die beidseitige farbkodierte Duplexsonografie der Becken- und Beinarterien ganz schnell: Auf das eine Handtuch lege ich die Beine, mit dem anderen habe ich die Unterhose hochzuziehen, damit abgehört und gesichtet werden kann, was in der Leiste vorgeht.
Keine arteriosklerotischen Wandveränderungen oder hämodynamische Stenosen der Frequenzspektrumanalyse. Allerdings sehr schmale bis periphere Flußkurven als Hinweis auf recht hohen peripheren Widerstand, Erhalt der triphasischen Konfiguration. Insgesamt bin ich, abgesehen von den gefährlichen Cholesterinwerten und den flatternden Nerven kerngesund.
Einige Einkäufe im me Collectors Room, danach lese ich mir die Berliner im Strandbad Mitte durch. Nach Frank Zappa sind eine Str. in Marzahn, eine ausgestorbene Schnecke (Amaurotoma zappa), eine Qualle und ein Harnwegsbakterium benannt, 70. Geburtstag hätte er heute.
In der Elfenbeinküste ist Krisenstufe drei ausgerufen, die Mitarbeiter des Goethe-Instituts müssen heute Abend das Land verlassen.
Entnehme der Presse, dass der abgewählte Gbagbo in Abidjan Anhänger des rechtmäßigen Präsidenten Ouattara entführen und ermorden lässt. Die Armee steht hinter Gbagbo. In Abobo haben sie ein Massengrab mit 60 Toten entdeckt. Ouattara wird in einem Hotel von Blauhelmsoldaten beschützt.
Mein Gemüt beruhigt sich, werde heute einen meiner raren alkoholfreien Tage einlegen und den Verlockungen von Glühwein, Grog und Gin widerstehen. Wer in meinem Alter an seinem Alkoholproblem zweifelt muss einen gehörigen Hirnschaden haben.
Darüber kann man sich streiten:
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/1221/feuilleton/0013/index.html
Wieso sie schreiben, die Charité habe Recht, erschließt sich mir nicht.
Ah, ich habs jetzt auf Platz 30 der peinlichsten Berliner im tip geschafft, noch vor Angela Merkel, Oskar Röhler, Claudia Roth und Bundes-Horst.
Die Simpsons werden in aberwitzig kurzer Folge wiederholt, so dass ich lieber das Traumpaar Katharine Hepburn und Spencer Tracy im "Ehekrieg" (USA 1949) an.
Bereite mir einen roten Tee aus Hagebutte, Waldbeere und Heißer Liebe vor Datenpflege und "Schimanski: Die Schwadron" (D 1997). Auch noch einen Polizeiruf 110 "Die alte Frau im Lehnstuhl" (DDR 1987), ganz Scheiße, erfreulicherweise erste positive Rückmeldungen auf mein Workshopsangebot aus Kenia und der Slowakei.
Gegen Mitternacht Rechner aus.
(Schreibtisch, 22. XII. 10:) Noch "Die totale Erinnerung – Total Recall" (USA 1990) in einer zensierten Fassung, so darf man zum Beispiel nicht sehen, wie dem einen Bösewicht beide Arme abgetrennt werden und wie ein anderer mit der Bohrmaschine gerichtet wird.
Er versuchte diese Krise durch manisches Masturbieren zu meistern wie bisher noch alle in seinem Leben.


Mittwoch, 22. XII. 10, Schnee:
Sofa: T: In Rangsdorf, eine Feier, Banana kommt, es wird gegrillt, muss dann im Haus aufräumen. Habe eine lustig bebilderte Ausgabe vieler zusammen eingebundener autobiografischer Bücher eines sehr komischen deutschen Autors, mein Vater hat dazu Tagebücher dieses Mannes im Original.

Rundmail, E-Korrespondenz, Rechnungen und Datenpflege, heute werde ich die Adressen für die Neujahrskarte ausdrucken. Bin bemerkenswert gut in der Zeit.
Quäle mich ziemlich mit den Rechnungen an die Brotfabrik, prokrastiniere zu Zeitungslektüre, erst mit übermenschlicher Kraft bekomme ich sie hin und verschicke sie.
Schreibtisch: Halb 11 ausgehfertig und auf meine Wege. Bis zum Weinerei-Café, Suppe gibts erst halb 1, in die Kapelle, FAZ, zurück, Karotten-Orangen-Creme-Suppe und von Kaisers Brot, Lachsfilets, Bier und Kaffee.
Recherchiere einigermaßen emsig zu Heino-Jaeger-Filmen, gibts ne ziemliche Menge, einiges ist in Produktion, anderes schon gelaufen. Gerate in Stillstand und kann mich doch nicht losreißen, aber jetzt etwas aufräumen, dazu Laptop aus.
Den lass ich dann doch an.
Was ist die gravierendste Veränderung für mich im Jahr 2010 gewesen? Dass ich seit einigen Monaten immer Zahnseide auf dem Wohnzimmertisch liegen habe und sie inzwischen fast täglich anwende, damit mein Totenkopf möglichst viele natürliche Zähne hat und die Archäologen sich wundern.


Donnerstag, 23. XII. 10, schmutzig:
Schreibtisch: (gesungen nach der Melodie von "Theater, Theater") Verkatert, verkatert, der Vorhang geht auf, verkatert tret ich ans Licht. Verkatert, verkatert, so stehe ich auf, nein, gestern gings nüchtern nicht.
Gefrühstückt, jetzt mit Kaffee und Schmöker wieder ab ins Bett, Horst Bredekamp "Bilder bewegen, Von der Kunstkammer zum Endspiel".
(Sofa, 24. XII. 10:) Bis 1 holt sich der Körper den fehlenden Schlaf zurück.
Schreibtisch: Gammle eigentlich den ganzen Tag rum, wenn ich von der Rechnung an Christoph, langem Gespräch mit Jaron über seine Familie und vielen E-Mails absehe.
Butter & Aspirin komplex. Endlich auf dem Sofa, der Weihnachtshölle bei Saturn entronnen, fühle mich, als würde ich krank werden.
Kookaburra: Schlafe gegen Abend noch eine Stunde und fühle mich prompt wieder einigermaßen beieinander.
Kinder begegnen mir auf der Treppe, führe sie noch kurz in die Wohnung und dann in den straßeneigenen Comedy Club. Weniger schön, dass am Eingang die Stalkerin im Gespräch mit Frank steht.
Sitze mit @Manfred Maurenbrecher bei der Jahresbilanz der @Brauseboys in der Lottumstr. gegenüber von Ernst Lubitschs Geburtshaus.
@Robert Rescue über Smartphones & Android, klingt fundiert. @Heiko Werning: "Die Kartoffeln sind Kanaken, Ihr Nazis!"
(Sofa, 24. XII. 10:) Ins Freudenhaus, Karstens Geburstagsfeier, heitere Runde, Robert schon jenseits, gegen 1 ins Bett.


Freitag, Heiligabend, 24. XII. 10, schmutzig:
Sofa: Gegen 11 auf, erst mit Kaffee allein, dann Brötchenholen fürs Heilige Frühstück.
Lesen uns beim Frühstück die peinlichsten Berliner vor, Aspirin Complex zur Herstellung einer Suspension aus Pseudoephedrin-Hydrochlorid.
Von Jochen Schmidt für alle Bahnreisenden zum Trost. http://www.youtube.com/watch?v=gAg8tssYFlI&feature=player_embedded
Von 1 an Adressieren der Neujahrskarten, in der Glotze läuft "High School Musical 2", frohe Weihnachten!
(Rangsdorf, Wohnzimmer, 25. XII. 11:) Verschenke einen Schreibset und DVDs mit historischen Star Trek Raumschiff Enterprise Folgen. Bekomme die herrliche 5-DVD-Box über Loriot & die Musik, außerdem einen Simpsons-Flaschenöffners von Lisa, ...
(Regionalzug Berlin Hauptbahnhof - Cottbus, 26. XII. 10:) Erstmalig seitdem ich es im März 2009 aus der Reinigung geholt habe, trage ich wieder mein rotes Hemd. Fast zwei Jahre hing es an meiner Wohnzimmertür. Habe es zufällig auf dem Neujahrsbild wieder entdeckt. Es ist noch so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen.
Allerhand Verschwörungstheorien werden von Jochen allen Ernstes verbreitet. Das Beschneiden beugt nicht nur Gebärmutterhalskrebs sondern auch Aids vor, ja gehts noch? Auch dass es schmerzhaft sei, wenn einem die Spitze des Penis abgeschnitten wird, kann er sich nicht vorstellen.
Die Überlegenheit des schweizer Bahnsystems gegenüber den zentralen der restlichen europäischen Länder, weiß Michael, liegt an der dezentralen Struktur des ganzen mit fünf Knotenpunkten
(Rangsdorf, Wohnzimmer, 25. XII. 11:) Dank Jochens Fähigkeit, stundenlang von sich zu erzählen, bleibt mir das leidige Thema Charité eine erfreulich lange Zeit erspart.
Dass ich es mir nicht leisten kann, meine Lebensmittel bei Kaiser's oder auf Märkten zu erwerben, bestreitet er einfach. Dass irgendwas auf diesem Erdball es wagt, nicht so zu sein, wie er es sich ausgemalt hat, macht ihn aggressiv und phasenweise ganz unerträglich.

1
Dez
2011

www.Falko-Hennig.de

Mittwoch, 7. Dezember 2011, 20.30 bis 21.30 Uhr:
Klingendes Radio Hochsee Rätsel #23
mit Falko Hennig und Christiane Rösinger
auf 88,4 MHz (Berlin) und 90,7 MHz (Südwesten) sowie http://www.piradio.de/

Mittwoch, 15. XII. 10, Schnee, Schnee, Schnee:
(Sofa, 17. XII. 10:) Erfahre von Atta, dass im Internet die Mehrheit auf meiner Seite ist. Hört sich gut an: Wenn das Volk abstimmen würde, wär ich unschuldig. Sitze übrigens grad im Wartezimmer vorm Blutabnehmen, hoffe, ich bin nüchtern genug. Morgen gebe ich Pressekonferenz, die letzte habe ich 1996 anlässlich der Gründung der Charles-Bukowski-Gesellschaft gegeben, times perdü!
(Sofa, 2. I. 10:) Fotografiere ein Plakat, das vorgetragen nach Art von Steins Kommissar Schulz vielleicht recht lustig sein könnte:
Vorsicht, falscher „Enkel“!
Der so genannte Enkeltrick ist eine besonders hinterhältige Form des Betrugs, der für Sie oft existenzielle Folgen haben kann. Einerseits, weil Sie dadurch hohe Geldbeträge verlieren können, unter Umständen sogar um Ihre Lebensersparnisse gebracht werden. Außerdem sehen Sie sich häufig auch noch den Vorwürfen und dem Unverständnis Ihrer Verwandten ausgesetzt. Mit den Worten „Rate mal, wer hier spricht“ oder ähnlichen Formulierungen rufen die Betrüger bei Ihnen an, geben sich als Verwandte, Enkel oder auch gute Bekannte aus und bitten kurzfristig um Bargeld. Als Grund wird ein finanzieller Engpass oder eine Notlage vorgetäuscht, beispielsweise ein Unfall, Auto- oder Computerkauf. Die Lage wird immer äußerst dringlich dargestellt. Oft werden Sie durch wiederholte Anrufe unter Druck gesetzt. Sobald Sie sich bereit erklären, wird ein Bote angekündigt, der sich dann mit einem zuvor vereinbarten Kennwort ausweist und das Geld abholt. Auf diese Weise sind von Tätern in der Vergangenheit bereits Beträge von über 20.000 Euro erbeutet worden.
Tipps Ihrer Polizei
* Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen.
* Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.
* Halten Sie nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen bei Familienangehörigen Rücksprache.
* Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.
* Informieren Sie sofort die Polizei, wenn Ihnen eine Kontaktaufnahme verdächtig vorkommt: Notrufnummer 110.
Blaues Band: Im Oberholz werden wir in Ansgars Fundstücken zwar nicht fündig, aber habe trotzdem nicht das Gefühl verschwendeter Zeit.
Die männliche Prophylaxe-Fachkraft macht einen sehr kompetenten Eindruck, einen braunen Spot habe ich, aber das sei noch keine Karies. Es gibt braune und weiße Karies, letztere sieht kreidig aus und ist die eigentliche gefährliche. Speichel ist flüssiger Zahnschmelz, wir haben unseren Reparaturset immer dabei.
(Kookaburra, 23. XII. 10:) Schwarze hätten keine besseren Zähne, sehen durch die Hautfarbe nur weißer aus.
Blaues Band: Und wieder darf ich erstmal eine halbe Stunde nichts essen, Hunger! Das drahtlose Netz im Blauen Band verweigert sich meinem PowerBook G4 auch erstmal, bin trotzdem guter Dinge.
Sofa: Akku vom Powerbook ist nicht so doll, keine 2 Stunden, dann schaltet er sich nach einer Warnung & beunruhigend kurzer Zeit aus. Datenverlust? Nee, Schwein gehabt. Werde nie wieder was gegen Apple sagen.
Morgen wird Deutschland von einer Schneelawine aus Grönland überrollt, tolle Aussichten für meine Pressekonferenz.
Simpsons "Vier Powerfrauen und eine Pediküre", Geschichte: die spanische Armada. Schneewittchen: Die 7 Zwerge wollen mit magic mushrooms high werden.
(U2 zum Nollendorfplatz, 16. XII. 10:) Dirk Knipphals gibt mir den guten Rat, mich einmal im Leben nicht zu betrinken.


Donnerstag, 16. XII. 10, bedeckt:
U2 zum Nollendorfplatz: Erhöhte Cholesterinwerte habe ich, auf die Ernährung achten, wenig Fleisch, Milchprodukte & Käse, mehr Fisch & Geflügel, 2012 nochmal überprüfen, Krebsvorsorge ab 45. Die Cholesterin-Sache könnte erblich sein & Ursache für die zugesotteten Adern meines Vaters.
(Sofa, 17. XII. 10:) Entscheide mich nach Rücksprache mit Heiko dafür, die Passage über "Den Eisbären..." drin zu lassen, kann in keiner Weise vermuten, dass sie mich weniger grimmig vernichten wollen wenn ich darauf verzichten würde.
(Kantine, 18. XII. 10:) Wobei ich mich da etwas selber beschummle, ich will die Passage ja drin lassen und rufe deshalb Heiko an, bei dem ich sicher bin, dass er mir rät, sie drin zu lassen.
U2 zum Nollendorfplatz: Kopierladen Copy Planet zu, aber Grimm hat offen & ich vervielfältige optimistische 40 Exemplare meiner Presseerklärung. Kein erstes mal, war ja seinerzeit mit Kempowski und dem Gewerkschaftsboss schon mal im Einstein Stammhaus, habe ich für "Die Welt" drüber geschrieben.
Sofa: Ella schon bei mir, als ich gegen zwei komme. Zählung für meine Neujahrskarte, ich habe 925 private und 1991 Geschäftsadressen, also müsste ich mit 3000 Karten dicke hinkommen.
Schaffe es, die Sache an Art + Image zu schicken, juchhu, jetzt wird gedruckt. Überweisung vom Tagesgeld- aufs Giro-Konto, ersteres ist nun leer, das zweite wirds sehr bald sein, wenn ich Anwalt, Neujahrskarten und Porto dafür bezahlt habe.
Dann Telefon, Telefon, Telefon, die nächste Eskalationsstufe wird vorbereitet und wohl bald gezündet.
Vor den Nachrichten beginne ich mit der Fertigung einer Kartoffelsuppe, und vor allen Dingen: Laptop aus!
Sofa: Ein fantastischer Dokumentarfilm "Lychener 64 - Berlin-Prenzlauer Berg" (D 2010) über eines der letzten unsanierten und dann doch erneuerten Häuser hier in der Gegend. Ach, diese Außentoiletten-Zeiten, habe diese Einrichtungen ab 1986 kennengelernt, in Dresden auch noch.
Wenn ich in mich gehe: Ich liebe es hier. Eine sympathische Sammlerin von Schreibmaschinen und Motorrädern, die gut zu Vögeln ist. Sie soll ihre Papageien abschaffen, aber da wird sie bockig. Sie findet es sei noch wie in der DDR.
Eine Aufnahme der Lottumstr. ca. 1980!
Ein Jammer, dass ich diesen hervorragenden Film wegen der fortgeschrittenen Stunde nicht zu Ende kucken kann. Besser ab in die Heia. Vorher mal wieder Zahnseide.


Freitag, 17. XII. 10, Schnee:
Sofa: Beginne 1/2 8 mit Versuchen am neuen Werbezettel oder vielmehr damit, die Bildvorlage an Kirsten weiterzuleiten.
Bestellung von 20 neuen Exemplaren von "Schule ist was für Versager" und meines Belegexemplares bei Rowohlt. Dann an den nächsten Werbezettel Heino Jaeger und Kleine Strolche. Druck in Auftrag geben gegen halb 11.
Suche nach dem Radio Hochsee Rätsel, um es mir herunterzuladen.
Pult:
Kaufe taz und FAZ, gestärkt durch eine Spinat-Karotten-Lauch-Suppe mit Würstchen aus dem Weinerei-Café die Büchersendung bei Christoph in den Kasten werfen, noch eine Welt kaufen, einkaufen und zurück zu mir.
Sofa: Klappt, nun Audacity starten, um die Lösung für die nächste Sendung zu schneiden.
Chatten mit Steffi, die im unruhigen Abidjan sitzt:
Heute
[Stefanie Kastner]
16:51
Hallo Falko, hab' gerade den Artikel in der taz gelesen.
[Dir]
16:52
Habe gerade in derselben Ausgabe von über 30 Totgeschossenen in Abobo gelesen, habt Ihr da was mitbekommen?
[Stefanie Kastner]
16:55
Nein, heute nicht, aber gestern war das einstündige Feuergefecht beim Hotel Golf bei uns deutlich zu hören. Das ist dann schon bizarr, wenn im Garten die Vöglein pfeifen, während Du im Hintergrund Panzer und Maschinengewehr hörst.
[Dir]
17:02
Sehr beunruhigend, seid Ihr einigermaßen sicher?
[Stefanie Kastner]
17:04
Ja, sind wir. Das Institut ist gestern und heute zu und die Botschaft meinte, wir sollen zuhause bleiben.
[Dir]
17:05
Nur Du hältst die Stellung, wa? Wünsche, niemandem von Euch wird ein Haar gekrümmt.
17:12
Ja, das hoffen wir auch. Allerdings ist uns rätselhaft, wie das alles weitergehen soll und wo die Lösung ist.
Rüdiger Stumpf für die Stiftung Warentest im Fernsehen, das ist eine Freude! Der Mann, der das Hochbett der Kinder gebaut und hier so viele Jahre unter eigentlich unerträglichen Bedingungen mitgewohnt hat, als so eine Art Schlafbursche im Schichtbetrieb abwechselnd mit den Kindern.
Sofa: Der Artikel in der taz ist eigentlich ärgerlich, immerhin taucht meine Position zumindest auf. Dagegen spiegelt der in der FAZ den Sachverhalt überraschend korrekt. Da habe ich es also schriftlich das von Papa geerbte Problem, schuldlos schuldig zu werden.


Samstag, 18. XII. 10, sonnig:
Schreibtisch: Begebe mich mit gehöriger Dokumentationswut in meinen Papierkrieg, die aufgelaufenen Artikel in der Presse auszudrucken.
Kantine: Wobei die Berliner doch eingeknickt zu sein scheint, denn sie hat den inkrimierten Artikel aus dem Netz genommen.
In der Kapelle Cappuccino und Glühwein.
Bei mir kann ich mir eine weitere Entwicklung wie bisher kaum vorstellen, sonst müsste ich als nächstes meine Wohnung verlieren, dürfte die Kinder nicht mehr sehen, hätte einen Schlaganfall, wonach ich nicht mehr schreiben könnte, käme ins Gefängnis und hätte unheilbar und tödlich Krebs.
Ansonsten zu diesem Laptop, meinem ersten im Metall-Gehäuse, gibt es trotz einer augenscheinlichen und auch von den Kollegen überlieferten Zuverlässigkeit hat mein Modell den Nachteil, dass er etwas kippelt und ich muss immer etwas unter die rechte vordere Ecke stecken.
Beginne gegen halb 9 mit dem so lange aufgeschobenen Anschreiben an die Goethe Institute. Erstmal rein mechanisch. Jut, dass die Dinger die Mails automatisch speichern. Dieses Wegschmelzen des Wortschatzes mit dem Alter ist unerfreulich, dieses "Das Dings da, ist wegge... äh, weggedingst." Und das als Schriftsteller, geistiger Offenbarungseid. Erstaunlich genug, dass es dann manche der benutzten Wörter wirklich gibt wie das oben verwendete inkrimiert, und sogar in der richtigen Bedeutung. Mit zunehmenden Trunkenheit verlieren leider auch diese Sachverhalte an Relevanz. Irgendwann schreibt nur noch das Kleinhirn. Oder die Reste des Rückenmarks, die von der Syphilis bisher verschont worden sind.
(Sofa, 20. XII. 10:) Trauriger Besuch von nur 70 Leuten beim Kantinenlesen, bin von der Abrechnung hoffnungslos überfordert. Im Schusterjungen findet Konrad in Bezug auf die ganze Malaise mit drohender Insolvenz: "Willkommen in meiner Welt!", er hat noch 5 Jahre oder so vor sich, dann ist er schuldenfrei.
Rauchen zu dritt, Frank, Konrad und ich, vor einem Spätkauf in der Danziger eine DDR-Zigarette und lachen uns halb tot.
Friere auf dem Heimweg durch bis auf die Knochen, doppelter Becherovka in heißem Zitronenwasser im Freudenhaus bringt mich zurück unter die Lebenden.
Oz, ein Cousin von Milan und ich hören uns das gesamte Klingende Radio Hochsee Rätsel an. Erst gegen 3 ins Bett.


Sonntag, 4. Advent, 19. XII. 10, Schnee:
Sofa: Grässlich, wieder ist dieser Scheiß Rechner abgestürzt, wieder einmal jede Menge Text weg.
Kaffee Burger: Einigermaßen beruhigt Schawarma, obwohl es keinen Grund für Beruhigung gibt.


Montag, 20. XII. 10, bedeckt:
Sofa: Eigentlich sicher, dass mit dem Einschalten des Laptops, spätestens mit dem Öffnen des Mailprogramms neue Katastrophenmeldungen ins Haus flattern.
Geht dann aber einigermaßen.
Telefonate mit Dietmar, ein Vögelchen hat ihm was gezwitschert, mit Ronald und mit Mutti.
Endlich ans Anschreiben der Goethe-Institute mit dem Angebot meines neuen Workshops "Vom Manuskript zum Buch".
Neujahrskarten sind aus der Druckerei gekommen, haben diesmal einen leichten Stich ins Blaue, aber schön.
1/2 4 weiter mit dem Anschreiben der Institute, also leichte Büroarbeiten.
Nachmittagsschlaf, weiter an den Instituts-Mails, bin dreiviertel 6 durch, thank god, viele sind sicher schon im Weihnachtsurlaub, aber gut, dass ich diese so wichtige und seit Monaten aufgeschobene Sache endlich erledigt habe.
(Schreibtisch, 21. XII. 10:) Zum Anören, das letzte Klingende Hochsee Rätsel im Jahr 2010.
http://dl.dropbox.com/u/459557/Klingendes%20Hochsee%20R%C3%A4tsel%20%2311.mp3
Dr. Angela Merkel im Mehringhoftheater hat Spermaflecken auf der Hose, Praktikanten? Köhler, Wulff, Sarrazin, Fußball-WM, musikalischer Abschied von Delling und Netzer, Schlingensief, Laufzeitverlängerung.
Sofa: Mit Manfred, Thilo und seiner Liebsten in eine Pizzeria Ecke Mehringdamm.
U-Bahn-Fahrt zum Naturkundemuseum, ich sei dramatisch gealtert, findet sie. Bei Stein wars der Lungenkrebs, bei mir die Barmherzigkeit.
(Schreibtisch, 21. XII. 10:) Wieder dieses eigentlich fantastische Gefühl, in einem Woody-Allen-Film zu sein, leider nimmt meine Unfähigkeit mich zu äußern dramatisch zu. Nun ja, zumindest scheint mein Anwalt mich zu verstehen.
Nachtbus vom Nordbahnhof zum Rosenthaler Platz, ich humple nicht mehr! Wenn das nichts ist.
Gewisses Staraufgebot in einem Science Fiction, Depardieu, Rampling als Hexe.
Werde die elektronische Datenverarbeitungstechnik zur Ruhe bringen, morgen werden die Sorgen mit mir wach, sie werden mich aufwecken.

8
Nov
2011

www.Falko-Hennig.de

Mittwoch, 9. November, Greifswald,
(Pommersches Landesmuseum, Rakower Str. 9) 20 Uhr:
Lesung im Rahmen der Ausstellung „Hereinspaziert“
6,00 Euro,
ermäßigt 4,00 Euro

13. November, Kaffee Burger, Berlin, 20 Uhr:
Reformbuehne Heim & Welt
mit frischen Bildern aus der Elfenbeinkueste.


Freitag, 3. XII. 10, weiß:
Pult: "Dokumente der Straße", lade Neues hoch und verschicke meine Rundmail.
(Pult, 4. XII. 10:) Glitzerhose zur Schneiderei, im Soup'n Roll in der Torstr. ein dicker Mann mit Hund… "Ick nehm ditt Hühnerfleisch blablabla zun Mitnehmen."
Archiv der Akademie der Künste, Lesesaal, Hannoversche Straße: Leider ergreift mich im Archiv, ob der Kälte draußen und der Wärme drinnen, eine tiefe Müdigkeit. Trotzdem tippe ich. Halb 4 bin ich mit dem Stefan Album vom Gregor Gog durch, Hose von der Schneiderei holen und ab nach Hause in die Heia!
Von Katja: Heute Morgen haben Armin und Frank (aus unserm Haus) einen Drogendeal (Drogenübergabe) mit Heroin an unserem bunten Hoftor vereitelt.
Es kam durch Zivilcourage der Beiden zur Festnahme und nach Aussage der Polizei wird die Lottumstr. jetzt wohl nicht mehr zum Drogenverstecken benutzt. Das Päckchen ( der Wert eines Tagesgeschäfts) mit dem Heroin war in der Hoftorecke im Schnee versteckt.
Kann mit Robert ins Bezug auf Eltern-Kind-Liebe keine Einigkeit erzielen, er ist dagegen, ich bin dafür.
Durch traurige Straßen zum Fußball und durch traurige Straßen zurück. Aberwitzigerweise hat Janko nicht den richtigen, sondern einfach irgendeinen Schlüssel vom Brett gegriffen, in kleiner Runde warten wir bei Bier und Tee für Wolfgang H. in einer Kneipe, bis wir mit einstündiger Verspätung beginnen. Noch in der Kneipe bringt Holm die Charité-Malaise auf den Punkt, das hohe Haus mit einem despektierlichen Buch verärgern, das sei "Clusterfuck". Kann am Anfang einige Tore schießen, bis ich durch mein Humpeln meinem Team mit Wolfgang B., Holm und Thorben eher nur noch wenig hilfreich bin.
In die Pizzeria Juliet mit ihren unfassbaren Preisen, 3 € für eine Pizza! Freudenhaus hat zu, gegen Mitternacht zu Hause, ein letztes kleines Bier vor einem Mystery-Thriller, angesiedelt im Los Angeles der späten 1920er Jahre, ein stummer Pornofilm spielt eine große Rolle und es sind die nackten Gesäße einer Frau und des Haupdarstellers zu sehen. 10 vor 10, Wikileaks Julian Assange, gejagt von der ganzen Welt, was man von den Vergewaltigungsvorwürfen halten soll, weiß niemand.
Wie in den letzten Tagen fast täglich benutze ich Zahnseide, wenn es klappt habe ich dadurch mit 50 immer noch Zähne.


Samstag, 4. XII. 10, weiß:
Pult: T: Bin mit einigen Kollegen bei einer Veranstaltung zu Ehren von Loriot beteiligt, der Meister ist mit auf der Bühne, es findet in einem Schloss hoch über Schöneberg statt. Ich sei zum Anbeißen, sagt er mir, hinter dem Schloss bemerke ich, dass es eigentlich eine Kirche vor einem alten Friedhof ist. An einem Pavillon sitzen die Beteiligten noch und Loriots blonde Frau, sie hat eine Videokamera wie ein Baby im Arm, filmt dann. Mir fällt meine eigene ein, schalte sie an und folge Loriot und den seinen wieder ins Schloss, alle swingend und tanzend, auch Loriot. Bin dann auf der Suche nach seinem Schloss, in dem er wohnt, ich möchte gern dort eingeladen sein. Anruf von Heidi, zurück zu ihr in den Pavillon. Draußen ein Aufstand, ein Polizist schaut zum Fenster hinein, er will seine Pistole nicht mit meiner Spritzpistole tauschen. In einem große Saal, als Uli sagt, er sei in seiner Freizeit gern homophob und Beifall erhält, frage ich laut, wieso hier in Schöneberg solche reaktionären Ansichten beliebt seien.

Ratze bis um 12, auch der Appetit lässt nicht zu wünschen übrig, humple noch leicht.
Was für merkwürdige Leute mir auf Twitter folgen: "Ich befasse mich mit Internet-Marketing, lese Krimis und esse gern Schokolade."
Leider kann Christiane Rösinger fürs kommende Hochsee-Rätsel doch nicht, dafür sagt Carrie Hampel zu, sehr erfreulich.
http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,731186,00.html
Den Spiegel-Artikel rolle ich mir von hinten auf und fange mit dem letzten Kommentar an:
01.12.2010, 17:52 #7 hamo9010
Registriert seit: 09.06.2010
Beiträge: 4
Standard symptomatisch und beschämend
Vielleicht noch am wenigsten Anlaß, sich zu schämen, hat der Autor H. - der ist, wenn ihm so etwas wie "Strahlenexposition" oder "inflammatorisch Läsion" rätselhaft vorkommt, offenkundig so unbedarft, daß er allein schon die Einschätzung der Aufgabe, die er da übernommen hatte, weit über seinen Horizont hinausging.
In Grund und Boden schämen sollten sich aber seine Auftraggeber. Eine historische Darstellung einer so bedeutenden medizinischen Einrichtung wie der Charité von jemandem verfassen zu lassen, der sowohl medizinisch als historisch ein Laie (und zwar, s. o., offenbar ein blutiger) ist, kann man nur als grob fahrlässig bezeichnen, schlimmer als "nur" ein Kunstfehler. Das soll nicht heißen, daß die Arbeit notwendigerweise nur einem zünftigen Fachmann hätte übertragen werden dürfen. Vieles, was gerade von Medizinern an ähnlichen Publikationen produziert worden ist, taugt überhaupt nichts, und zwar nicht nur aufgrund mangelnder sprachlicher und Darstellungsfähigkeiten. Ein besonders heller Kopf mit glänzender Allgemeinbildung, der in historischer Recherche bewandert ist und sich auch medizingeschichtliche Kenntnisse angelesen hat, kann da durchaus etwas Vernünftiges abliefern, vorausgesetzt, ihm stehen ein paar Mediziner als Ansprechpartner bei Verständnisproblemen zur Verfügung. Die Auftraggeber hätten aber erkennen müssen, daß der von ihnen ausgeguckte Laie H. wohl kaum über diese Ausgangsqualitäten verfügt. Der Mangel an Urteilsvermögen, der sich darin offenbart, zeigt auch eine Misere auf, die in der heutigen Akademikerschaft, und da in erster Linie in den technisch-mathematisch-naturwissenschaftlichen und medizinischen Disziplinen, ganz allgemein vorherrscht: ein oft geradezu unglaublich erscheinendes Desinteresse an der Geschichte ihres eigenen Faches und ihrer Institution. Dementsprechend auch gleichermaßen umfassende Unkenntnis. Die meisten haben sich auch niemals mit einem fachhistorischen Thema befaßt, sind daher auch völlig ahnungslos, mit welchen Mitteln man ein historisches Thema angeht und welchen Aufwand eine historische Darstellung bereitet. Ein Fünkchen von Ahnung, was "eigentlich" eine Geschichte der Charité erfordern würde, scheint ja im Vorwort zu leuchten - man muß aber den Verdacht haben, daß die hochmögenden Herren nicht selbst zu dieser Einsicht gekommen sind, sondern daß sie ihnen von Kritikern aufgenötigt worden ist. Mehrbändig muß eine Geschichte der Charité nicht unbedingt sein, aber eine auch nur 400seitige Darstellung würde, wenn sie denn nach wissenschaftlichen Kriterien verantwortbar sein soll, in der Tat mehrjährige intensive Arbeit erfordern, trotz der Vorarbeiten, die zum Teil vorliegen. Das gilt für die allermeisten älteren Kliniken deutscher Universitäten, erst recht aber für die Charité mit ihrer wechselvollen Geschichte. Ganz besonders in Beziehung auf die NS-Zeit und das fast halbe Jahrhundert unter SED-Ägide ist hier auch "echte" Forschungsarbeit zu leisten, läßt sich nicht "einfach" eine Bilanz des bereits Publizierten ziehen, wenn man nicht grobe Lücken und Unsicherheiten akzeptieren will. Allein die biographischen Darstellungen wenigstens der bedeutendsten Mediziner und anderer Personen, die in der Geschichte der Charité eine Rolle gespielt haben, würde mindestens ein Jahr intensivster Recherche und Ringens um eine gültige Darstellung erfordern.

Widme mich wieder dem schönen "Buch der Tagebücher" von Rainer Wieland. Peter Rühmkorf am 24. V. 1971: "Riß mir beim Kofferempfang in London den halben Nagel des Ringfingers runter und habe jetzt unerahnte Schwierigkeiten beim Arschabwischen."
Ernst Jünger am 27. V. 1944 in Paris: "Vom Dache des Raphael sah ich gewaltige Sprengwolken aufsteigen, während Geschwader in großer Höhe davonflogen. Bei Sonnenuntergang hielt ich ein Glas Burgunder, in dem Erdbeeren schwammen, in der Hand. Die Stadt mit ihren roten Türmen und Kuppeln lag in gewaltiger Schönheit, gleich einem Kelche, der zu tödlicher Befruchtung überflogen wird. Alles war Schauspiel." Der verstand zu leben.
Seit dem wir Wärmemengenzähler haben, ist es kalt geworden in unserem Haus.
Ich bin mit Geschichten gefüllt, wie ein vermadeter Apfel mit Würmern.
Dem wünsche ich beide Arme ab, Durchfall und kein Klopapier.
(Pult, 5. XII. 10:) Arbeitsgespräch mit Rainer Wieland bei Capuccino & Apfelstrudel im Gorki-Park, für Dienstag: Costello "Everyday I write the book" & Tubb "My babies book".
90% der spanischen Fluglotsen haben sich krank gemeldet, Westerwelle in Bagdad, Israel brennt, zumindest der Norden.
Mein letztes Kantinenlesen vor dem Fest, zugleich 10jähriges Jubiläum, frühes Kommen sichert gute Plätzchen. In der Kantine ist circa 20 Uhr sicher abzuschätzen, dass nicht alle Lesebühnenlustigen hinein passen werden. Eine Dame aus dem Publikum kreischt immer so, wenn alle lachen, sowas ist immer die ½e Miete, die Leute, die bis dahin noch nicht mitgelacht haben, lachen dann übers Kreischen.
Bin froh über die Stapel Bücher, die ich immer aufbauen kann, falls jemand bezweifeln würde, dass ich Schriftsteller bin, dann zeig ich: Da! Natürlich zweifelt niemand, leider kauft auch keiner was, Tel Aviv würde mein Vater sagen.
Ivo mit Tochter Ella, Bühnendebut mit ca. 5 Jahren, also 2060 Jubiläum ein halbes Jahrhundert. 2te Teil beginnt mit Thilo Bock, Stimmung steigert sich in unermessliche Höhen. Lachen ist Aggression & eigentlich Körperverletzung, von wegen Sublimierung von Gewalt, Lachen ist Gewalt. Fehlt nur noch der Anschlag.
In der Osteria, Kirsten: "Tagliatelli mit vielen Spitzen?" "Ist das die 61?" Spaghetti Matriarchat hätte sie besser gefunden. Sie trägt einen ziemlich verwirrenden Pullover, ich kann nicht anders, als ihn ununterbrochen zu streicheln.
Kantine: Twitter frisst mal wieder meine Notizen, wenn dies hier jemals einer liest, funktioniert zumindest das Mailen mit dem Milestone.
Freudenhaus: Servicenr. 12313
(Pult, 5. XII. 10:) Alles neigt sich, 01520-, 01522-, 01525-, von 0172- 0174- sind alles vodafone-Vorwahlen, könnt ich mir ungetwittert nie merken.
Endlich zu Haus, nach 2! Vernünftig, jetzt nicht mehr zu twittern. Angesichts der televisionären Perversivitäten: Wie getwittert, so getan.


Sonntag, 5. XII. 10, weiß:
Pult: Dotter des Frühstückseis liegt am Rand, dadurch glibberiges Eiweiß.
Ein Tagebuchsong von Ernest Tubb, man hört gar nicht, dass er sein Baby umgebracht hat. http://www.youtube.com/watch?v=YG8eiGw62ZU
Wetten-dass-Kandidat ist gestern life schwer verletzt, Intensivstation, hätte ich das gewusst, hätte ich mir die Sendung mal wieder angesehen. Da wird Fernsehgeschichte geschrieben & ich verplemper die Zeit mit diesen Lesebühnenloosern!
Er gab sein Leben, jedenfalls seine Bewegungsfähigkeit, für die Unterhaltung des deutschen Vaterlandes. Also allerhand los in der Welt, ich sichere die Aufnahmen des letzten Radio-Hochsee-Abends und der Reformbühne auf einer meiner drei externen Festplatten.
Gorki-Park: Ach, es ist zum Kotzen, wem soll ich was vormachen? Dieses Schreibhandy, das Modell Milestone von Motorola ist eine Fehlkonstruktion. Insbesondere die "Verwerfen"-Taste, die so angeordnet ist, dass man sie zwangsläufig aus Versehen berührt, muss angeprangert werden. Es waren nicht die schlechtesten Texte, es waren wunderbare Sottisen, geschliffene Essays, ...
Pult: ... alles für den Arsch.
Feile noch an einem Text für die Reformbühne um 20 Uhr, vielleicht belasse ich es aber mal wieder beim Vortragen von Lichtbildern.


Montag, 6. XII. 10, grau:
Pult: T: In Köln, besuche Bekannte, einen Herrn um die 60, Schriftsteller, Cognacglas, er geht, sehe mir die liebevoll im Siebdruck hergestellte DVD-Hülle einer Krankenhausserie an, er spielte einen Psychoanalytiker, Hermann Sonntag ist sein Name, werde es mir merken für meine Neujahrskarte, Speerstraße 60. Überlege, wen ich wegen Übernachtung anrufen könnte, Klaus Fehling oder meinen Onkel?

Endlich mal wieder ein Artikel, den ich twittern darf.
http://www.taz.de/1/berlin/tazplan-programm/artikel/?dig=2010%2F12%2F06%2Fa0155&cHash=2d17a77386
Bei meinem Stollenessen muss ich die Notbremse ziehen, jetzt haben schon 20 zugesagt und ich muss hoffen, dass es nicht noch mehr werden.
Immer ärgerlicher wird der Spam auf Twitter, circa 10 dieser lästigen Werbetreibenden habe ich täglich als Spammer zu verpetzen.
Korrekturlesen der Zum Glück Geschichte für den Salbader. Es wäre schon angenehm, wenn ich nicht immer diesen Textekel hätte. Immerhin schaffe ich es, überhaupt mal drauf zu kucken.
Schreibtisch: Vorhaben für heute: Archiv, Pornoseminar, Film über Motörhead-Lemmy im Babylon, auf in den Kampf! Fußball entfällt wegen malader Extremität.
Archiv der Akademie der Künste, Lesesaal, Hannoversche Straße: Der vierte Versuch das iBook G4 in Betrieb zu nehmen, zuerst drehte sich nur die Lüftung und es passierte gar nichts, dann schaltete er sich ohne Vorwarnung aus, wenn ich ihn gerade hochgefahren hatte und mir wird schmerzlich meine lange überfällige Datensicherung bewusst. Irgendwie der Wurm drin jedenfalls, das Gerät macht sich daran, in die ewigen Jagdgründe einzugehen.
Eigenartig, im Bewusstsein kaputter Schreibtechnik zu arbeiten, als schriebe man auf Papier, das in jedem Moment in Flammen aufgehen kann.
Nach fast 4 Monaten Pause wieder an Erich Zimmermanns "Curriculum vitae eines menschlichen Rädertierchens 1910 - 1945", Kempowski-Bio-Archiv 28, S. 291 bis 294 über Liebe zu Untermieterin,
Pult: Alles im St. Oberholz Geschriebene ein Raub des gen Nirvana strebenden iBook G4, ein Jammer.
Speichere eifrig ab auf die externe Hauptplatte, scheint einigermaßen zu funktionieren.
(Pult, 7. XII. 10:) Warten im Babylon auf Lemmy. "Hallo Berlin, wollt Ihr Rock'n'Roll?", fragt der Filmemacher. Lemmy beim Videospielen, beim Kartoffeln frittieren, beim Einkaufen von einer Beatles-Mono-Box, Greisenstimme, wenn er spricht. Hardrock Johnny Cash, wobei Cash im Gegensatz zu ihm ein richtiges Familientier war. Kette rauchend & Whisky trinkend am einarmigen Banditen, 1000 Frauen gehabt, das sei pro Jahr bei seinen 63 Lenzen nicht viel. Die Mutter seines Sohnes verlor ihre Unschuld an John Lennon. Etwas kurzatmig, Bluthochdruck und Diabethis hat er, beängstigender Alkoholismus, wie ers geschafft hat? Nicht sterben!
Sofa: Vergeblich. Seine Motörhead-Majestät himself spart sich fürs White Trash auf. Film schon gut, aber mindestens eine ½e Stunde zu lang.
Freunde scheint er keine zu haben, nur Kollegen und Kumpane aller Art. Gefühle seit knapp 40 Jahren weggesoffen und zugeraucht, dabei auch Kontrollfreak, niemand hat ihn je betrunken gesehn.
Ich mag seine Künste und seinen Humor sehr, aber wäre er kein weltberühmter Rockstar, dann eher Messie und Sozialfall. Faszinierend.
Sofa: Arbeite am Werbezettel für die Radio-Hochsee-Abende, Januar Heino Jaeger mit Jan Böttcher und Februar Strolche mit Manuel Koesters.
(Pult, 7. XII. 10:) Computer sind Arbeitszimmer, die regelmäßig ausbrennen.
10 mal ist mein freakin' mac heute abgestürzt, fürchte, es geht mit dem iBook G4 zu Ende, jetzt ist auch noch 1h Zettelgestaltung perdü.
"Dorf ohne Frauen" (SRB 2010), während der Schmerz an meinem geprellten Fuß nachlässt, den ich mir grad nochmal zusätzlich gestoßen habe.


Dienstag, 7. XII. 10, grau:
Pult: Versuche weiter zu sichern was geht, aber ist so viel nicht. Arbeiten nur noch auf der externen Festplatte.
Kopiere die gestrigen Twitterbeiträge genau da hin. Dann lasse ichs aber weiterhin, sonst wäre das logische Ende nur wieder Stunden von Arbeit gelöscht. Feierabend für heute.
(Sofa, 2. I. 11:) Entscheide mich statt für die Erbsen-Minze-Suppe mit Kartoffeln, Mangold und Lauch im Weinerei-Café für die Hühnersuppe mit Roter Beete, Lauch und Grieß.
Pult: Oz hilft mir mit der elektronischen Datenverarbeitungs-Technik. "Klonen von Volume zu Volume" wird 7, vielleicht auch 10 Stunden dauern, beruhigend wandern die Daten ins atombombensichere Gehäuse. Widme den weiteren Tag unserem Tagebuch-Abend, Thomas Mann übers Masturbieren, Pepys über seine Ehebrüche & Musik & faksimilierte Seiten.
Nun traue ich mich doch wieder an den Laptop. Kaffeewasser aufsetzen nach 5 und gegen 6 erneut an den Werbezettel. Und o Wunder! Ich finde noch meine nächtlichen Entwürfe! Vielleicht gibt es doch einen Gott?


Donnerstag, 9. XII. 10,
Me Collecters Room, Auguststr.: Knapp 50 Zuschauer, der Präsident erinnert an die letzte Lesung, die mit Polizeieinsatz und mehreren Toten endete. Florian Werner, wenn der mal in der Scheiße sitze, dann möge er ihn anrufen, sein Präsident hole ihn da raus.
Jan: Dank an Julia Rust für die Einladung. Nach seiner Lesung: "Und nun zu Florian Werner und der Scheiße."
"Danke für diese elegante Überleitung." Die Ächtung der Scheiße sei eine zivilisatorische Technik oder so ähnlich.
Moritz bestreitet, dass Paula Modersohn-Becker seine Großmutter sei, das sei doch eine der bedeutendsten Frauen-Maler gewesen.


Freitag, 10. XII. 10, weißgrau:
Sofa: Es ist unfassbar, hier auf dem Sofa sitzt der nagelneu gebackene Besitzer eines PowerBook G4! Zwar klappt das Anmelden im Netz vorerst nicht, aber ich kann mein altes Netzteil weiterbenutzen, den Beamer-Adapter konnte ich tauschen, das alte Gerät, arg zerschunden mit Stooss-Aufkleber, für 75€ in Zahlung geben. Die erste Laptopleiche, die ich nicht aufhebe.
Lisa, erfahre ich per SMS, hat sich leicht am Zeh verletzt, das arme Kind hat Zehweh!
Well, wie ruckelnd der Endspurt dieses Jahres abläuft, hätte ich mir nicht im schlimmsten Alptraum vorzustellen gewagt.
Pult: Bildschirmdarstellung ist schlechter als bei meinem bisherigen Gerät, alles ziemliches Augenpulver.
(Pult, 12. XII. 10:) Nach meinem Gefühl spricht aus dem Umgang der Charité mit den Plagiatsvorwürfen ein Vernichtungswillen mir gegenüber, den ich mir nur als Retourkutsche für mein unerwünschtes Buch "Der Eisbär in der Anatomie" erklären kann.
Bei "Vernichtungswillen" rät mir mein Anwalt ab. Suppe und zu Dr. Ullrich.
Sofa: Überweisung zur Radiologie für Ultraschall, nächste Woche zur Blutabnahme nüchtern erscheinen
Küche: Ella zeigt mit das In Konstantinopel gelernte Kaffeesatzlesen, wir erkennen ein Einhorn und einen Narwal, die ihre Hörner kreuzen, ein Auto mit Ohren und einen bösartigen Krokodilsdackel mit Reißzähnen, ein dicker Geier oder ein anderer langhalsige Geier, ein Comic-Känguruh oder Lupo. Was sagt uns das für unsere Zukunft? Ella: "Sie wird von merkwürdigen, lustigen und gefährlichen Tieren bevölkert sein und ich bekomme ein Auto mit Ohren."
Sofa: Höre mit ihr das Feature über Heino Jaeger von Steffen Brück.
Erfreulicher Umtrunk mit den Kramers, im Tresspassers ist Geschlossene Gesellschaft, begeben uns ins nicht weniger verrauchte W. Prassnik, besprechen außer Lawrence von Arabien Perversionen aller Art und was eigentlich den menschlichen Sex von dem der Tiere unterscheidet.
(Pult, 12. XII. 10:) Mit den Kramers ins W. Prassnik, zu spät bemerke ich, wie unangenehm der Rauch aus den entsprechenden Kneipen in die Kleidung zieht.
(Kantine, 11. XII. 10:) Was denn eigentlich menschlichen von tierischem Sex unterscheidet, würde mich interessieren. Die Antworten überzeugen mich nicht: Phantasie und Genuss. Wenn Schildkröten sich selbst befriedigen, was will man sicher darüber sagen, was in ihrem Reptilienkopf vorgeht? Wovon träumen Libellen? Was denkt die Amöbe?
Pult: Oz und Katja im Freudenhaus.
Feierabend gegen halb 2, nachdem ich mit dem neuen Rechner noch etwas E-Korrespondenz erledigt habe, morgen wartet ein mittelmäßig anstrengender Tag auf mich.


Samstag, 11. XII. 10, Sprühregen & Tauwetter:
Sofa: Nach 3 endlich bei mir und kann mich aufs Sofa und das Bein hochlegen. Das drahtlose Netz verweigert noch immer seinen Dienst, so verschicke ichs halt im Draht.
Pult: Gegen 4 zur Mittagsruhe.
Sofa: Das Leben ist einigermaßen herrlich, jetzt funktioniert, nach einem Besuch bei meinem Internet-Anbieter über mir, auch das drahtlose Netz auf dem neuen Rechner.
Kantine: Zwar keine Dominosteine mehr bekommen, aber 2½ Stollen, 5 Tafeln Schokolade, 2 Packungen Spekulatius, eine Schüssel Mandarinen müssten reichen. Erfahre von Ina, dass "Der Eisbär..." auf Platz 9 der top ten der Patientenbibliothek der Charité ist, das wird die Brüder noch mehr reizen.
Wie immer um diese Zeit gerammelt voll. Aber war wohl doch meinem Zustand nicht angemessen, mich noch auf die Piste zu begeben, trotz fantastischem Text von Stephan über die Verständnisprobleme bei chinesischstämmigen Schülern muss ich schon zur Pause meinem verletzten Bein gehorchen, das muckernd nach Hause will.


Sonntag, 12. XII. 10, 3. Advent, schmutziggrau:
Pult: Der Tag meines Stollenessens ist angebrochen, meine hehren Ziele: Alle Sitzgelegenheiten und den runden Tisch im Wohnzimmer freiräumen. Ungünstig für mein Befinden, dass ich das nicht im Liegen tun kann. Wie ich wie Käptn Hook auf Acid durch die Wohnung humple, alle 10 Minuten den schmerzenden Fuß hochlegend, danken die Gäste meinen Einsatz?
Eine halbe Stunde vor dem verabredeten Termin sagt mein Vater wegen Krankheit ab, ich frage mich, ob er sich überhaupt eine Vorstellung macht von dem Aufwand. Er hat nicht einmal einen Schimmer, worum es überhaupt geht. Ich könne ja ein Foto von den 7 Hennigs verschicken. Wieso nicht gleich von den 7 Zwergen, Schwaben oder Geißlein? Scheiße.
Andererseits, was bin ich ungerecht, er ist einfach mal krank, Verstopfung und durch die Abührmittel Durchfall usw.
(Sofa, 13. XII. 10:) Unklar bleiben mir wie immer, die Eingeladenen, die zugesagt haben und dann doch nicht erscheinen. Zwei Cousinen sind dabei, was ist da los? Ich bin da aber auch schwer von capé, dass ich die immer wieder einlade. Merkwürdigerweise auch Daniela.


Montag, 13. XII. 10, heiter & kalt:
Sofa: Frühstück im Wohnzimmer, hatten wir das überhaupt schon mal?
Kopieren von knapp 300 Fotos auf die Fotofestplatte, darunter mutmaßlich das Bild der zukünftigen Neujahrskarte.
Erdbeeren sind Nüsse, behaupten sie im ZDF Morgenmagazin. Was soll man mit dieser Information anfangen? Dann könnten Wale ja auch gleich Säugetiere sein oder Kraken Schnecken.
Wegen des Fußes arbeite ich im Sitzen und siehe da: Das geht auch.
Verschicke Einladungen zu meiner Presseerklärung am Donnerstag. Berliner, Tagesspiegel, Welt, die FAZen, dpa und dapd, BZ, taz, JW, Welt, zitty, tip, RBB, UnAUF, SZ, DeutschlandRadio Kultur.
Also schon mal für Donnerstag einen ganzen Schub Einladungen verschickt, jetzt nach Charlottenburg.
Sofa: Weiter Einladungen zu meiner Pressekonferenz verschicken, meine erste seit der zur Gründung der Charles-Bukowski-Gesellschaft. An Spiegel, Stern, Focus, ND.
Die Charité war nicht amused.
Plagiat war ursprünglich die Entführung eines freien Menschen in die Sklaverei, und wie in einem Alptraum scheint sich an meinem Beispiel diese frühe Bedeutung für mich zu erfüllen. Die Charité verlangt eine Summe, die ungefähr meinem Einkommen von fünf Jahren entspricht.
Aus Anlass des Jubiläums der Charité erschien in diesem Jahr der von Karl Max Einhäupl, Detlev Ganten und Jakob Hein herausgegebene Band "300 Jahre Charité - Im Spiegel ihrer Institute". Ich habe an diesem Buch mitgearbeitet. Außerdem haben noch ungefähr 20 weitere Personen daran mitgewirkt.
Vielleicht habe ich eine Mitverantwortung, weiß aber nicht genau, was ich in welchem Augenblick falsch gemacht habe. Der einzige Fehler, den ich mir konkret vorwerfen kann, ist, diesen Auftrag der Mitarbeit an diesem Buch, angenommen zu haben.
Ja, vielleicht habe ich mich mit dieser Riesenarbeit mit extremem Zeitdruck ganz verschätzt und schlicht überhoben.
Als weißer Ritter in strahlender Rüstung komme ich nicht aus dieser Geschichte heraus, auch nicht mit einem oder zwei blauen Augen. Wenn deutlich würde, dass ich nicht der Alleinverantwortliche für die Plagiate bin, wäre ich schon beruhigt.
Ich habe weder für die von mir verfassten, noch überhaupt für eines der Kapitel eine Druckgenehmigung erteilt.
Nach meinem Eindruck haben die starken Reaktionen, entgegen der sonst in solchen Fällen üblichen Diskretion, mit diesem anderen kritischen Buch von mir über die Charité zu tun.
Simpsons "Hochzeit kommt vor dem Fall", das Oberhaupt der presberytanische Oberhaupt Parson besucht Springfield ist für sie wie der Papst für die Katholiken, fleischfressende blaue Rosen.
"Große kleine Liebe".
Erster Abwasch des Stollen-Geschirrs, Abendbrot.
Heimkinder-Skandal, Antje Vollmer sieht auch so etwas aus, als käme sie von einem Ort des Bösen.
Soupanova: Ich war mal wieder pleite, da schien der Himmel ein Einsehen zu haben und schickte mir einen Großauftrag. Ein Freund
(Sofa, 14. XII. 10:) Sitze in zu tiefem Sessel erstmalig im Soupanova Stargarder-Ecke Schliemannstraße, Salon von Adler & Söhne, Revue de Noël, Patrick Hutsch liest ein recht unbekanntes Fragment von Kafka samt einiger Lektoratsbriefe dazu.
Otto Ehrenfried Ebers mit seiner Reisebeschreibung von Samoa, in Neuguinea wurde er von seinen Trägern aufgegessen, prima Marketing für Verlag. Je toter der Autor, desto lieber ist er dem Verleger, geboren 1855. Gutsbesitz in Pommern selber abgefackelt, Mischung aus Karl May und Heino Jäger. Ehlers, nicht Ebers! Die Zwergneger der Andamen oder Andemanesen, dortige Hochzeitsbräuche, ihre Kinder verschenken sie sehr gern.
Weihnachtsdichtung auf schwedisch, heute ist Santa Lucia, da besaufen sich die Schweden zum ersten mal und verlieren ihre Unschuld. (Kommentar von Helena Ahonen: „30. april und midsommer eher, dann ist es wärmer draussen... und die kids müssen nicht in der schule am tag danach. Ausserdem sind die eltern dann auch besoffen.“)
Zu Hause, Bein hoch, Glotze an, zappe zwischen "Die Bourne Identität" & Boston Legal "Allerhand".
"Jean Genet, ein aufsässiger Schriftsteller" auf Arte, 100 wäre er inzwischen. Unter anderem liest ein nackter, muskulöser Schwarzer, das Buch im Schoß, die Eier im aufgeschlagenen Werk. Heimlich hilfreich & großzügig, pervers & bösartig nach außen, um die innere Heiligkeit zu bewahren. Insgesamt ein Scheiß-Film, über Leben, Werk und Wirkung des Autors erfährt man kaum etwas, stattdessen stehen unbekannte Menschen in ihrer Küche und kochen.


Dienstag, 14. XII. 10, Schnee, Schnee, Schnee:
Sofa: Wache nach 8 auf und kann nicht mehr einschlafen. Schon wieder ZDF Morgenmagazin mit Cherno Jobatay, wie Deutschland das erträgt, ist mir schleierhaft. Dazu völlig unerträglicher Kitsch in Form von eines Weihnachtsliedes. Begebe mich an die gestrigen Twitter-Einträge.
Wieso wird Assange hier eigentlich immer französisch Assongsch ausgesprochen? Er ist doch Australier, also müsste es doch Ässängsch sein o. s. ä.
Schreibe einen ersten Entwurf der Presseerklärung.
Steckrübensuppe, FAZ-Lektüre, unter anderem ein Testbericht über den neuen Lada, in Russland werde solche Autos bald keiner haben wollen, hier könne man schon jetzt darauf verzichten.
Daniel hat eine unglaublich miese Laune mit einer irrationalen Aggressivität, schon seit Tagen, wahrscheinlich wegen seiner Krankheit, trotzdem schwer zu ertragen. Egal was man ihm sagt, er nimmt es als Unverschämtheit und egal was man will, er stellt einen als Idiot da.
An die Rückseite meiner Neujahrskarte, gegen halb 4 das erste mal seit circa 2 Jahren den Scanner anwerfen. Sediment um Sediment lege ich von dem Haufen über dem Gerät frei, Schicht um Schicht der Arbeit der letzten Jahre kommen ans Licht: Charité, Charité, Charité, der Fehler meines Lebens, jedenfalls bisher. Viertel nach 4 ist es soweit, der Scanner summt, ein Wunder!
Jegliches Twittern verbiete ich mir, damit der Hinweis auf die Radio Hochsee Sendung heute Abend möglichst lange auf meiner Homepage bleibt.
Arbeit an dem Artikel für die Berliner, telefonisch von Ronald beraten, Urheberrechtsverletzung, Haftung auf Unterlassung. Auch an die Presseerklärung mache ich mich, wäre doch gelacht.
Simpsons "Der Papa wirds nicht richten", "Auf nach Waverly Hills".
Simpsons "Verliebt und Zugedröhnt", langsam beginne ich mich auf die Sendung mit Carrie zu freuen.
Noch eine sehr halluzinogene Folge der Simpsons, Lisa bekommt wegen Depressionen Glückspillen. Illusionäre Verkennung bei Bart.
(Blaues Band, 15. XII. 10:) Sehr schön läuft das Klingende Radio Hochsee Rätsel mit Carrie ab, was für ein skurriler Strauß an Tönen lassen wir durch die Stadt fluten.
Rekordverdächtige Menge richtiger Lösungen auf die Sendung, insgesamt 4! Und fast alle während der Livesendung! Ist das der Durchbruch? Nach so vielen Jahren?
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