www.Falko-Hennig.de
JEDEN SONNTAG, Kaffee Burger, Berlin, 20 Uhr: Reformbuehne Heim & Welt.
4. Juli, Stuttgart (Schloss Solitude), 19 Uhr:
Lesung und Lichtbilder aus dem Blog WELTWOHNEN.
Dienstag, 16. VI. 09, bedeckt:
(Schreibtisch, 26. VI. 09:) In der Berliner auch die Nachricht, dass nach 120000 Jahren Kälteschlaf in drei Kilometer Tiefe in Grönland wurde das Bakterium "Herminiimonas glacei" wieder zum Leben erweckt.
Mittwoch, 17. VI. 09, sonnig:
(Schreibtisch, 26. VI. 09:) Als ich mir am Rosenthaler Platz aus Angst vor dem plötzlichen Hungertod einen Döner einpfeife, kommt Christoph mit seiner circa 5jährigen Tochter vorbei. Will ihr etwas von meinem Döner abgeben, aber sie bevorzugt Sushi.
"2002 war ich auch mal Sushi essen." Damals verliebt und seitdem habe ich es nicht mehr gegessen, obwohl es mir sehr gut geschmeckt hat. Ansonsten läuft alles glatt, wie ein Schweizer Uhrwerk, die Fahrt mit U-Bahn bis Franz-Neumann-Platz, mit Bus 128 bis Tegel, Flug nach Wien, Abholung durch Herrn Latal, lediglich, dass sie im Park Inn Danube Bratislava auf Kreditkarten oder Vorauszahlung bestehen, stört den perfekten Ablauf von allem.
Mit Wolfgang ins Rio, dort werden die Schaschlik-Spieße an kleinen Bogen hängend serviert, ein von Anabolika aufgepumpter junger Tourist und ein hübscher blonder Kellner mit Ohrringen. In dem Film sei "der kleine Falko" zu sehen gewesen, ja, das stimmt.
Donnerstag, 18. VI. 09, sonnig:
(Kapelle, 26. VI. 09:) Um 8 gehts los mit Herrn Latal durch die Slowakei.
Idee für Kurzgeschichte "Der schwarze Jesus":
Wiktor hatte schon damals in dem Dorf Dolgie davon erzählt, dass er eigentlich Bildhauer sei und schwarze Jesusse anfertige. Ich hatte Assoziationen mit der schwarzen Madonna, weil wie ja auch in Polen waren...
EXIT ONLY
Jesus fucking Christ!
Ankunft in Nová Baňa kurz nach 10, begrüßt von Renata im Direktorenzimmer, das mit Erinnerungsgläsern von 21 Abiturklassen und zwei identischen Comeniusbüsten geschmückt ist.
Skurril, liegt aber meinem Hang zum Exhibitionismus, die alten Aufnahmen von 1989/90 nun auch vor Publikum zu zeigen. Die armen Gymnasiasten sagen kein Wort.
Nach 1 an einem Motorest, Reštaurácia Hostinec Staze nad Zvolenom, eine Krautsuppe mit Wurstscheiben und Bratkartoffeln mit Schweineschnitzel, viel Kümmel, das Fleisch hat unter der glatten Panierpelle eine weißlich-breiige Konsistenz angenommen.
Treffen noch pünktlich zur Lesung in der Bibliothek des hübschen Städtchens Banská Bystrica ein, hätte den Film wohl trotz der Vorbehalte der Zentrale hier zeigen können. Als eine Germanistin danach Fragen stellt, verschwindet die Schulklasse sicherheitshalber.
Ein Blitzrundgang mit Herrn Latal durchs Städtchen, auch hier leben Menschen, auch hier ist es schön, die Sonne scheint und die Altstadt lacht. Aber schnell verlassen wir diesen Ort,
und begeben uns weiter fort.
Es gibt im Fernsehen nur vier verschiedene tschechoslowakische Sender, die meine doch sehr entwickelten höchsten Ansprüche für wissenschaftliches Fernsehen nicht befriedigen. Aber man fährt ja auch nicht zum Fernsehen ins Büro, äh, Gebirge, in die Berge natürlich. Schlafe in dem nach slowakischer Tradition erbauten Blockhaus, bei dem sogar die Lichtschalter aus Holz sind, herrlich, ob nun durch den Dauerlauf, die Gebirgsluft der Hohen Tatra oder ganz was anderes. Vielleicht durch alles zusammen.
Freitag, 19. VI. 09, Dolný Kubín schwül & tropisch, Bratislava sonnig:
(Kapelle, 26. VI. 09:) T: Ein Brötchen- und Spezialitätenladen direkt bei mir um die Ecke, eine der Betreiberinnen ist Udo Jänicke, komme ihm näher.
Zum Frühstück heute gibt es neben Hörnchen die üblichen Tomaten, die nach Tomaten schmecken.
Die männlichen Schüler kommen immer auf den letzten Drücker, während die Mädels schon da sitzen und warten. Nun zum dritten oder vierten mal diesen Film innerhalb doch recht kurzer Zeit vorführen, genauso wie es mir seinerzeit erträumt habe, als ich das Angebot an die Goethe-Institute dieser Welt schickte, um das Vortrags-Paket mit mir zu verklickern.
1989: Die Schatten unter meinen Augen damals schon beängstigend, und besser ist es in den 20 Jahren seitdem nicht geworden. Für Laien wohl nicht zu erkennen, aber ich sehe durchaus die furchtbare Psoriasis der behaarten Kopfhaut, unter der ich damals litt. Dieser skurrile russische Rucksack, den ich im November 89 wieder hatte, seinerzeit davor in Bernau von Matthias Blankenburg für 5 Mark gekauft. Den versuche ich schon seit Jahren wieder zu erreichen, aber er ist wie vom Erdboden verschluckt.
Halb 12 Abfahrt. Habe gestern doch nicht geschlafen, als wir gestern durch Rumborak, nein, Ruzoberok (z mit Häkchen) fuhren, sondern sogar zwei Fischer fotografiert. Heute fallen mir die Klappgaragen auf, die ich ablichte. Die seien früher im Sozialismus der Hit gewesen, weiß Herr Latal, besonders alte Leute seien im Winter lieber nicht gefahren.
Lese weiter in der schönen Urlaubslektüre von Benedict Wells' "Beck".
Hinter Bienska Dolina bei Zvolen, gegenüber der Raststätte vom Hinweg, vor einem neu errichteten Blockhaus ebenfalls slowakischer Handwerkstradition Motores Koliba Stráze (z mit Häkchen) esse ich Hühnersuppe mit Nudeln und Hirschgulasch mit Knödeln und Preiselbeeren, dazu Bier und Kaffee danach, alles zu zweit für 15 Euro, der deutsche Steuerzahler darf stolz auf diesen sinnvollen Einsatz seines Geldes sein. Die Preise müssen hier immer noch in slowakischen Kronen ausgezeichnet sein, der Kurs der verblichenen Währung lag zuletzt bei 1:30.
Herrn Latals weiteste Fahrten gingen nach München, nur früher für die DDR, er arbeitete schon als Fahrer im Kulturinstitut der DDR in Bratislava, da musste er gelegentlich Ausstellungen von Berlin abholen und zurückfahren, 12 Stunden mit dem Barkas, Höchstgeschwindigkeit 100, da fielen einem die Ohren ab.
Der Werbetrabbi auf einem Mast, den ich schon gestern während der Fahrt abgelichtet habe, hat sogar Smileys in den Scheinwerfern.
Bald nach Abfahrt stehen wir mehr im zähen Verkehr, als dass wir fahren. Mit Klimaanlage gehts, aber sobald sie abgeschaltet ist, kleben T-Shirt und Hose schweißnass am Körper.
In den Gärten hier wird fast überall noch was angebaut. Denen gehts doch Gold hier, jeden Morgen frische Tomaten!
Ankunft, muss auf Wolfgang warten, weil sich das Hotel sperrt, mich ohne Kreditkarte oder Vorauszahlung ins Zimmer zu lassen. Mein Zimmer 270, das ich schließlich wieder beziehen darf, stinkt wie eine Toilette. Vielleicht besser nie wieder ein Raucherzimmer?
Dann gehts ins "Next Apache", wo ich mit den Dichtern Peter Sulej (S mit Häkchen) und Martin Solotruk bekannt gemacht werde, 18:0 haben sie im Fußball gegen die Österreicher verloren und das liegt ihnen noch dermaßen im Magen, dass sie sich wohl kaum für ein Spiel gegen die deutschen Autoren motivieren lassen werden. Am Nebentisch geht es um den Selbstmord eines Studenten, als Entschuldigung für die Trunkenheit des Professors führt es Peter Sulej an.
Abrechnung im Institut, dann zum Straßenfest "20 Jahre Freiheit, Deutschland sagt Danke". Der junge Mann, der im Auftrag des Außenamtes Chikas Film von vier verschiedenen Rechteinhabern zu rekonstruieren hatte, ist über meinen in den letzten 20 Jahren erfolgten körperlichen Verfall schockiert.
Er macht gerade eine Uhrenkampagne für den sächsischen Ministerpräsidenten.
Gegendarstellung: Ich war und bin nicht über den körperlichen Verfall des Herrn Hennig schockiert.
Slowakei, Bratislava, Park Inn, Bar im Foyer: Merkwürdigerweise gefällt mir "Good bye Lenin" trotz fast unerträglich verfälschter Farben in der Freilichtbühne in Bratislava ausnehmend gut, woran das nur liegt? Verblödung? Haue trotzdem auf der Suche nach einem W-Lan beizeiten ab ins Hotel.
Das Internet funktioniert, kann mit Petra für morgen die Verabredung abskypen, ansonsten verplemper ich 10 Prozent Akku mit diversen E-Mails, alle durchaus wichtig, ehe ich mich der Kardiologie widme.
Der gute Wille ist dann da, aber nicht die für die Recherche notwendige Internet-Verbindung.
Schließlich bin ich gegen 11 bei ziemlich kritischen 21% und bekomme keine Mails versandt, ach was für kleine Probleme verglichen mit dem Weltgeschehen und überhaupt!
Feierabend zwangsweise dreiviertel 11.
"Ragtime" (USA 1981) bis gegen 1, aber halte nicht bis zum Ende durch.
Samstag, 20. VI. 09, Regen:
(Kapelle, 26. VI. 09:) Hole Petra vom Bahnhof ab, peinlicherweise habe ich sie unter Angabe falscher Tatsachen nach Bratislava gelockt und ihr gesimst, Sarah Kirsch würde hier lesen. Was habe ich bloß für ein verkorkstes Unterbewusstsein, das Monika Maron durch Sarah Kirsch ersetzt? Ich sollte es mir entfernen lassen, dann wäre endlich Ruhe im Karton.
Gehen erst ins "Next Apache", dann in eine Ausstellung über den Maler Karel Capek (C bestimmt auch mit Häkchen), den wir auch auf dem Gewissen haben.
"Die Autorin von Stille Sechs", so kündigt der Moderator Monika Maron an, die aus "Stille Zeile Sechs" eine Passage vorliest, wonach sie gern eine Katze wäre.
"Muzika" ist ein Film, den ich mir sehr gern zu Ende angekuckt hätte, aber wir frieren doch bald und begeben uns lieber ins "Next Apache", wo wir uns für den neuen Charley-Kaufman-Film entscheiden, irgendwas mit New York. Davor noch gutes Essen in dem libanesischen Restaurant, wo es uns damals mit Wackwitz so gut geschmeckt hat, mir allein vor einem Jahr weniger gut, heute ist es wieder ganz ausgezeichnet, woran immer das liegen mag.
Der Film, den wir im ziemlich vollen Aupark-Kino sehen, ist eigentlich schon fantastisch, schräg und gut, aber mindestens eine halbe Stunde zu lang und kann "Malkovich" und "Adaptation" nicht das Wasser reichen, auch wenn Seymour Hoffman den Besuch schon lohnt, der den Greis, zu dem er im Lauf der Handlung altert, nicht nur mit Körper sondern auch mit Stimme meisterhaft spielt.
Noch einige Biere in der Fußgängerzone, wo die Damen in Stöckelschuhen staksend eine sonderbares Bild abgeben.
Nachtruhe, angeblich schnarche ich nicht, was erfreulich ist.
Sonntag, 21. VI. 09, sonnig:
(Kapelle, 26. VI. 09:) ... er sah ihn auf der Straße und glaubte fälschlicherweise, ihn nicht nur vom Fernsehen, sondern auch persönlich zu kennen und grüßte ihn, unsicher grüßte Lustig zurück.
"Wie geht es Ihnen?", fragte Michal, immer noch unsicher, seinem Gedächtnis misstrauend, antwortete Lustig. Schließlich lud er den slowakischen Kollegen noch zu einem Bier ein.
Man sollte sich die Geschichte aber von Michal erzählen lassen, wie er sich als auch Lustig dabei darstellt, die Pointen vorbereitet und mit reißt. Ein begnadeter Erzähler.
Petra weiß, dass Lustig eine Biografie über Karel Gott schreiben wollte, aber der ihn nicht mit ausreichend Material versorgte. Auch Lustig könne sich irren, findet Michal, denn Gott habe sich mit seiner Prozesshänselei gründlich disqualifiziert.
... an die Donau, fotografiere aus ethnografischen Gründen DESmod und seine Fans.
Mit dem Bus noch eine Ehrenrunde über die Donau und mit einem anderen wieder zurück.
Montag, 22. VI. 09, Bratislava bedeckt, kalt & Regen, Wien dito, in Berlin hats gerade aufgehört:
(Kapelle, 26. VI. 09:) T: Erinnerung an Sascha, woran ist er nur gestorben? Er hätte nicht so viel kiffen sollen, findet Helmut Höge. "Aber er ist doch nicht am Kiffen gestorben!", widerspreche ich. Aber er hatte einen Unfall beim Onanieren mit einer Plasttüte überm Kopf. Als er noch allein mit Tochter Erika gelebt hat, war er so fröhlich. In dem gigantischen Ring einer Raumstation mit ihren Feldern.
Deutung: Sascha ist für uns gestorben. Außerdem ist mein eigener Auto-Erotismus auf Sascha projiziert, David Camerone, und ein Bild dieser Raumstation habe ich gestern in einem Buch in einem Schaufenster gesehen. Wohl doch so etwas wie schlechtes Gewissen, obwohl ich rational an diesem harmlosen Vergnügen mit mir selbst erfreulicherweise keine Probleme, Skrupel oder auch nur schlechten Gefühle habe.
Als ich Jochen nach dem Training von dem Traum erzähle, weiß er, dass man in irgendwelchen Amazonas-Kulturen dafür getötet werden kann, wenn jemand träume, von einem getötet zu werden. Nachvollziehbar, aber doch nicht Sinn der Psychoanalyse.
Aber erstmal bin ich ja noch in Bratislava ...
Beim netten Essen mit Wolfgang, Gabi, Evelyn und Michal im teuren und guten Italiener (Kogo?) esse ich in Rotwein geschmortes Kalb mit Bratkartoffeln, angefeuert durch zwei Flaschen ostslowakischen Weißwein feiern wir eine kleine Foto-Orgie.
Twitter und Stephen Fry, 50000 Followers, Michal hat 1000 Freunde auf Facebook.
14 Uhr wieder im Transporter nach Wien.
Freitag, 26. VI. 09, bedeckt:
Schreibtisch: 6 Uhr aufgestanden, Kinder abgefrühstückt, Michael Jackson ist tot im Radio gehört, Kinder sind in der Schule, halb 9 geh ich wieder ins Bett.
Kurz nach 9 Anruf von Jakob, es klappt mit dem Großauftrag Charité-Chronik, auch wenn ich das Geld nicht brauche, sei das doch eine gute Nachricht. Ist es in der Tat, ich werde also wirklich in den nächsten Monaten mit allen leitenden Ärzten des größten Medizinkonzerns der Welt zu tun bekommen.
Die Freude sickert nur langsam bei mir durch, aber sie tut es.
Arbeite etwas fahrig vor mich hin und höre dazu "meine PANIK, Udo Lindenberg - Seine größten Panik Hits", während ich mich dann doch weiterhin der Kardiologie widme.
Arbeite meine E-Post auf, mittags Radio wieder an, Michael Jackson, Michael Jackson, Michael Jackson, Michael Jackson, seine Leiche musste ausgeflogen werden, um an die ranzukommen würden Fans ein kleines Vermögen ausgeben. Kann mir nicht vorstellen, dass er eine langfristige Wichtigkeit behält, die mit Elvis vergleichbar wäre. Aber ich habe leider auch keine Ahnung.
Suppe esse ich fast taeglich im Weinerei-Café, Zeitung lese ich circa einmal die Woche in der Kapelle, so auch heute, jedenfalls nehme ich es mir vor. Mit dem Umkopieren aus E-Mails fange ich mir regelmäßig Zwiebelfische ein, aber das wird sich im Laufe der Jahrzehnte, die vor mir liegen, noch ausmerzen lassen.
Kapelle: Immer noch ist der Tag, an dem Michael Jackson starb, bald werden wir Bilder des Leichnams zu sehen bekommen und die Trauerfeier wird auch beachtlich werden. Verbindung schwarzer Jesus?
(Sport- und Freizeitzentrum am Rohrdamm, 28. VI. 09:) Eine ziemlich revolutionäre Vereinigung wurde jüngst in Dortmund gegründet: "Sozialdemokraten in der SPD".
Dass ich mit Twittern in einer Zeit beginne, in der die Anhänger der neuen Kommunikationstechnik erstmalig gefoltert und ermordet werden, ist eine ziemlich unpassende Koinzidenz.
Kurz vor halb 4 meinen geliebten Rechner an, Versinken im Text bis gegen 6 bei zwei Kaffee und schwedischer Mandeltorte.
Sofa: Simpsons "Prinzessin von Zahnstein", Zusammenfassung der Geschichte der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung.
Schreibtisch: Korrigiere "Fear and Loathing in Sofia", Freude an meiner Arbeit.
Kucke mit Lisa Videos auf Youtube, Avril Lavigne "Skater Boy", "Girlfriend" und "Complicated", Cashs "Hurt", Britney Spears "Circus", Heinz Rühmann "Ein Freund, ein guter Freund", Peter Fox "Haus am See", bis ich die Angelegenheit mitschneide. Wäre doch was für MTV, wenn ich da nur jemanden kennen würde. Versuche es auf meine Dropbox zu schieben, damit es sich Freunde anhören können:
http://files.getdropbox.com/u/459557/Radiohochsee%20privat.mp3
Braucht einige Zeit, aber ich bin guter Dinge selbst jetzt noch, viertel vor 1, viertel nach ist das Ding drin, mal abwarten, ob sich irgendjemand den Quatsch anhört.
Samstag, 27. VI. 09, bedeckt:
(Sport- und Freizeitzentrum am Rohrdamm, 28. VI. 09:) T: Sehe die Reste des Berliner Weihnachtsmarkes von 1977, eine alte Filmaufnahme. Sehe am Rande Uli Steglich, Christoph und einen Kollegen, die einen Schriftsteller interviewen, Endfünfziger mit roten Augen und weißen Haaren. Sage ihnen Hallo und trete dabei in Hundescheiße.
Zu wenig Schlaf, was sich auf meine sowieso schwache Kondition ungünstig auswirkt.
Schreibtisch: Fußballturnier, die Autoren treten in zwei Mannschaften an, anfangs noch ausgeglichen erreichen wir gegen Amnesty World nur ein unentschieden und unterliegen Dem Magazin unglücklich, 8. Platz von 10 Mannschaften. Immerhin erreicht die zweite Schriftsteller-Mannschaft den 3. Platz. Sieger wird Amnesty World.
Sofa: Die Wahlparty für Krampitz im Freudenhaus, Jero hat 3 Erdbeertorten bereitet, kann aber nur eine essen, nett.
Lisa kuckt oben Biene Maja, ein doch bisher recht glücklicher Tag.
(Sport- und Freizeitzentrum am Rohrdamm, 28. VI. 09:) Eigentlich ist es mit dem Bachmann-Wettbewerb ganz einfach, beim Inhalt braucht mir nicht bange sein und an der Form so lange rumziselieren, bis das Ganze so fragil wirkt, als müsste es fast zerbrechen, aber durch die stabile Konstruktion wirds halten, mangelnde Literarität wir mir niemand vorwerfen können.
Unzufrieden mit meiner Performance beim Kantinenlesen. Jochen schreibt mir was auf arabisch ins Notizbuch, wahrscheinlich heißt es "Falko ist doof!"
Wie das mit Prophezeiungen so ist: Dan hat schon vor 9 Jahren den Tod von Michael Jackson vorausgesagt. Und Johannes Heesters lebt immer noch.
Sonntag, 28. VI. 09, schwül & tropisch:
Siemensstadt, Sport- und Freizeitzentrum am Rohrdamm: Beim Klingenden Sonntagsrätsel wird TANZEN gesucht, erkenn Mozarts Türkischen Marsch, Fred Astaire, Sophia Loren, Jaquez Offenbach, ab 26. Juli haben sie Sommerpause, schade.
Eine kleine Weltreise ist es zu Lisas Wettbewerb im Fünfkampf: U-Bahn bis Gesundbrunnen, Ringbahn bis Jungfernheide, U-Bahn bis Rohrdamm, Bus bis zum Sportplatz. Im U-Bahnhof Jungfernheide gelingt mir ein fast schon magisches, rot psychedelisches Foto einiger Trinker.
Komme pünktlich, um Lisas letzten Lauf über 50 Meter noch aufzunehmen, sie ist mit ihrer Zeit, 8,5 Sekunden, recht zufrieden und die goldige Moni auch.
Liege dann mit Janine herum und lese in der BZ über Michael Jackson, der als Kind nicht geliebt wurde und so selber nicht lieben konnte, weder sich selber noch andere. Collage aus Zitaten:
"Beat it, Billie Jean, Thriller, Pretty Young Thing - das waren monströse Gebilde, die von Pop mit Funk, Hard Rock und Disco zu einem stählernen Soundtrack des Hedonismus, des Feierns, der Lust und des Geldausgebens verlötete, zu allem also, was die 80er Jahre definieren sollte. Er versöhnte das Animalische und Sexuelle mit seiner zweiten, der idealisierten Science-Fiction-Identität. Der Pepsi-Schwarzweiß-Konsens-Künstler wirkte in seinen Phantasie-Uniformen wie eine etwas abgelebte monarchische Gestalt aus der k.u.k.-Monarchie und hielt sich auch gern im Alten Europa auf. Pepsi-Cola flüchtete vor dem Makel der Pädophilie. Die Kleinen sollen ja die Brause kaufen."
Irgendwann muss sogar ich Sonnen-Enthusiast aus der Schwüle in den Schatten. Lisa belegt den 8. Platz in ihrer Altersgruppe, dieser Satansbraten!
Nach 3 Aufbruch.
Schreibtisch: Ziemlich erschöpft viertel nach 5 bei mir. Ergänze die Nephrologie.
Werde jetzt einen Nachmittagsschlaf halten und dann einen Lichtbildervortrag für die Reformbühne heut abend vorbereiten.
Montag, 29. VI. 09, bedeckt:
Schreibtisch: T: Bin mit meiner Mutter in der Kaufhalle, Flinkfertig, der Kaufhausdetektiv fordert uns auf, mit nach hinten zu kommen. Meine Freundin, er meint meine Mutter, sei hier einigermaßen bekannt, ja berüchtigt, weil sie schon öfter gebissen habe. "Die bissige Hennig", so würden sie sie hier nennen.
Jetzt zu Freund Robert Weber, wir produzieren ein Feature über Geheimsender im 2. Weltkrieg, Linsensuppe, abends Doc Schoko und Fußball.
Ziemlich erschöpft bei mir, Nachmittagsschlaf, Kartoffelsuppe, ans Kopieren der Bilder auf die Dropbox.
(Sofa, 30. VI. 09:) "Stimmt es, dass Karl Schmitt säuft?"
"Was? Nein! Er trinkt halt sehr viel."
Dienstag, 30. VI. 09, locker bewölkt, sehr schwül:
Schreibtisch: T: In der Schweiz, guter Schnee unter leicht vereistem Hang, hier oben sind viele Galerien, erfahre ich, ein Mann mit einem riesigen abstrakten Gemälde des berühmten Malers Baselitz unterm Arm fährt mit Schiern vorbei. Mich interessiert, was er für das Bild bezahlt hat. "Darf ich etwas neugierig sein?", frage ich ihn. "Sie sind ganz schön neugierig!", wehrt er ab, die kleine Lisa, circa 5 Jahre, ist oben geblieben, meine Mutter schon nach unten gefahren. Sie ruft mich an, ob ich komme und wieder mit ihr nach oben fahre. Ich lehne ab, möchte Lisa nicht allein lassen, meine Mutter hat dafür kein Verständnis. Finde Lisa nicht mehr, fahre mit dem Sessellift, aber sie bleibt verschwunden. In Ägypten, fotografiere im Stadtgewimmel Micky Mäuse, sind auf der Flucht vor der Al Kaida, fahre mit dem Auto um eine Ecke, gelange in eine Sackgasse, in meiner Not auf ein Grundstück, verstecke mich hinter einer Hauskante. Frauen finden mich, aber sie sind sehr freundlich, schenken mir ein kleines Skelett auf einem roten Stühlchen, eine Süßigkeit und gleichzeitig ein gutes Herzmittel. Muss mit ihnen mit.
Viertel vor 9 auf, an die Charité-Chronik Dermatologie, zwischendurch kopiere ich die Bilder auf die Dropbox.
Dach No. 9: Fahrt zu Frau Fabert, meine Dermatologie-Liste durchgehen und zurück.
Esse zwei Teller meiner gloriosen Kartoffelsuppe und setze eine Wäsche an, bevor ich mich zum Mittagsschlaf zurückziehe.
Auf dem Dach, wie blöde schwitzend in der Sonne ans Durchhören der Aufnahmen dazu von Michael Schmiedecke aus Mittenwalde (http://www.78record.de/)
http://www.78record.de/platten/sound/nkfd-1.mp3
Fanfare, "Achtung, deutsche Soldaten!" ... "Der Krieg ist verloren." ganz zum Schluss "Nationalkomitee Freies Deutschland"
http://www.78record.de/platten/sound/nkfd-2.mp3
"Nationalkomitee Freies Deutschland, Bekanntmachung, Tätigkeit aufgenommen... Präsident Erich Weinert... Graf von Einsiedel"
http://www.78record.de/platten/sound/nkfd-3.mp3
Generalmajor Arno von Lenski (verzichtbar)
http://www.78record.de/platten/sound/nkfd-4.mp3
General von Seidlitz, erster Satz, Aufruf der 50 Generale unerhörte Sache, letzter Satz mit Titel.
http://www.78record.de/platten/sound/nkfd-5.mp3
(anderer Jingle!) Gefreiter Jakob Eschborn, OKW hat mich für tot erklärt, aber ich lebe. (passt zu Grüßen der Überlebenden) Letzter Satz!
http://www.78record.de/platten/sound/nkfd-6.mp3
Jakob Eschborn, 2. Teil: "Kameraden, wenn Ihr meiner Stimme nicht glauben wollt, erkundigt euch doch bitte bei meinem Eltern ... (sehr gut!) Gründungskonferenz des Nationalkomitees
http://www.78record.de/platten/sound/2051.MP3
http://www.78record.de/platten/sound/2052.MP3
Heinrich Graf von Einsiedel, nicht so doll:
http://www.78record.de/platten/sound/2031.MP3
http://www.78record.de/platten/sound/2032.MP3
Gebt Antwort! "Der Krieg Hitlers ist verloren!"
Kühle mich beizeiten mit einer Dusche ab, aber das hält immer nur für einige Minuten vor.
Nach halb 5 ist das Akku runter und ich bin vom Schwitzen auch so ziemlich erledigt, aber einmal Duschen werd ich noch.
Schreibtisch: Entfliehe der Hitze nach unten, fühle mich sommerlich.
Dann also wieder FileMaker einschalten, OpenOffice, E-Post.
Sofa: Lade alle meine Stuttgarter Multiplikatoren zur Solitude ein, auch Cousine Eva, die ich seit circa 15 Jahren nicht gesehen habe. Höre ihre erwachsene Stimme auf ihrem Anrufbeantworter.
Simpsons.
Pina Bausch ist gestorben, habe sie 1989 mal an der Akademie der Künste Ostberlin gesehen, oder waren es nur Mitarbeiter von ihr? Schade, immer wieder nur schade, dass ich damals nicht Tagebuch geführt habe. So werde ich diesen Menschen von damals nie wieder verstehen.
Nun also, mit etwas schlechtem Gewissen wegen der Bilder für MR zum Wiener-Schnitzel-Essen in den Weltempfänger.
(Schreibtisch, 1. VII. 09:) Wegen der Hitze entziehe ich die Bettdecke und schlafe mit dem reinen Bezug deutlich besser.
Mittwoch, 1. VII. 09, bedeckt:
Schreibtisch: T: Hier, durch dieses Dorf, bin ich immer als Kind durchgefahren, jedenfalls mit meinem Trabbi. Jemand vor uns fährt sehr komisch, halten uns zurück und tatsächlich streift das Auto einen Laternenmast und gerät ins Schleudern. In einem Hotel, habe ein Zimmer reserviert, doch es ist so überfüllt, dass die ganzen Gänge ebenfalls mit Matratzen und Nummerierung ausgestattet sind. Finden erst ganz am Ende des Ganges einen freien Abschnitt. Im Russischunterricht, die Lehrerinnen haben russisches Brot mit gebracht, verschiedene Sorten, sogar Stangen. Entschuldige mich für mein sehr schlechtes russisch: Maja russki jasuik otschen plocho.
Statt zu arbeiten, Dermatologie! frisiere ich nach dem Frühstück eine neue Chronik zurecht.
4. Juli, Stuttgart (Schloss Solitude), 19 Uhr:
Lesung und Lichtbilder aus dem Blog WELTWOHNEN.
Dienstag, 16. VI. 09, bedeckt:
(Schreibtisch, 26. VI. 09:) In der Berliner auch die Nachricht, dass nach 120000 Jahren Kälteschlaf in drei Kilometer Tiefe in Grönland wurde das Bakterium "Herminiimonas glacei" wieder zum Leben erweckt.
Mittwoch, 17. VI. 09, sonnig:
(Schreibtisch, 26. VI. 09:) Als ich mir am Rosenthaler Platz aus Angst vor dem plötzlichen Hungertod einen Döner einpfeife, kommt Christoph mit seiner circa 5jährigen Tochter vorbei. Will ihr etwas von meinem Döner abgeben, aber sie bevorzugt Sushi.
"2002 war ich auch mal Sushi essen." Damals verliebt und seitdem habe ich es nicht mehr gegessen, obwohl es mir sehr gut geschmeckt hat. Ansonsten läuft alles glatt, wie ein Schweizer Uhrwerk, die Fahrt mit U-Bahn bis Franz-Neumann-Platz, mit Bus 128 bis Tegel, Flug nach Wien, Abholung durch Herrn Latal, lediglich, dass sie im Park Inn Danube Bratislava auf Kreditkarten oder Vorauszahlung bestehen, stört den perfekten Ablauf von allem.
Mit Wolfgang ins Rio, dort werden die Schaschlik-Spieße an kleinen Bogen hängend serviert, ein von Anabolika aufgepumpter junger Tourist und ein hübscher blonder Kellner mit Ohrringen. In dem Film sei "der kleine Falko" zu sehen gewesen, ja, das stimmt.
Donnerstag, 18. VI. 09, sonnig:
(Kapelle, 26. VI. 09:) Um 8 gehts los mit Herrn Latal durch die Slowakei.
Idee für Kurzgeschichte "Der schwarze Jesus":
Wiktor hatte schon damals in dem Dorf Dolgie davon erzählt, dass er eigentlich Bildhauer sei und schwarze Jesusse anfertige. Ich hatte Assoziationen mit der schwarzen Madonna, weil wie ja auch in Polen waren...
EXIT ONLY
Jesus fucking Christ!
Ankunft in Nová Baňa kurz nach 10, begrüßt von Renata im Direktorenzimmer, das mit Erinnerungsgläsern von 21 Abiturklassen und zwei identischen Comeniusbüsten geschmückt ist.
Skurril, liegt aber meinem Hang zum Exhibitionismus, die alten Aufnahmen von 1989/90 nun auch vor Publikum zu zeigen. Die armen Gymnasiasten sagen kein Wort.
Nach 1 an einem Motorest, Reštaurácia Hostinec Staze nad Zvolenom, eine Krautsuppe mit Wurstscheiben und Bratkartoffeln mit Schweineschnitzel, viel Kümmel, das Fleisch hat unter der glatten Panierpelle eine weißlich-breiige Konsistenz angenommen.
Treffen noch pünktlich zur Lesung in der Bibliothek des hübschen Städtchens Banská Bystrica ein, hätte den Film wohl trotz der Vorbehalte der Zentrale hier zeigen können. Als eine Germanistin danach Fragen stellt, verschwindet die Schulklasse sicherheitshalber.
Ein Blitzrundgang mit Herrn Latal durchs Städtchen, auch hier leben Menschen, auch hier ist es schön, die Sonne scheint und die Altstadt lacht. Aber schnell verlassen wir diesen Ort,
und begeben uns weiter fort.
Es gibt im Fernsehen nur vier verschiedene tschechoslowakische Sender, die meine doch sehr entwickelten höchsten Ansprüche für wissenschaftliches Fernsehen nicht befriedigen. Aber man fährt ja auch nicht zum Fernsehen ins Büro, äh, Gebirge, in die Berge natürlich. Schlafe in dem nach slowakischer Tradition erbauten Blockhaus, bei dem sogar die Lichtschalter aus Holz sind, herrlich, ob nun durch den Dauerlauf, die Gebirgsluft der Hohen Tatra oder ganz was anderes. Vielleicht durch alles zusammen.
Freitag, 19. VI. 09, Dolný Kubín schwül & tropisch, Bratislava sonnig:
(Kapelle, 26. VI. 09:) T: Ein Brötchen- und Spezialitätenladen direkt bei mir um die Ecke, eine der Betreiberinnen ist Udo Jänicke, komme ihm näher.
Zum Frühstück heute gibt es neben Hörnchen die üblichen Tomaten, die nach Tomaten schmecken.
Die männlichen Schüler kommen immer auf den letzten Drücker, während die Mädels schon da sitzen und warten. Nun zum dritten oder vierten mal diesen Film innerhalb doch recht kurzer Zeit vorführen, genauso wie es mir seinerzeit erträumt habe, als ich das Angebot an die Goethe-Institute dieser Welt schickte, um das Vortrags-Paket mit mir zu verklickern.
1989: Die Schatten unter meinen Augen damals schon beängstigend, und besser ist es in den 20 Jahren seitdem nicht geworden. Für Laien wohl nicht zu erkennen, aber ich sehe durchaus die furchtbare Psoriasis der behaarten Kopfhaut, unter der ich damals litt. Dieser skurrile russische Rucksack, den ich im November 89 wieder hatte, seinerzeit davor in Bernau von Matthias Blankenburg für 5 Mark gekauft. Den versuche ich schon seit Jahren wieder zu erreichen, aber er ist wie vom Erdboden verschluckt.
Halb 12 Abfahrt. Habe gestern doch nicht geschlafen, als wir gestern durch Rumborak, nein, Ruzoberok (z mit Häkchen) fuhren, sondern sogar zwei Fischer fotografiert. Heute fallen mir die Klappgaragen auf, die ich ablichte. Die seien früher im Sozialismus der Hit gewesen, weiß Herr Latal, besonders alte Leute seien im Winter lieber nicht gefahren.
Lese weiter in der schönen Urlaubslektüre von Benedict Wells' "Beck".
Hinter Bienska Dolina bei Zvolen, gegenüber der Raststätte vom Hinweg, vor einem neu errichteten Blockhaus ebenfalls slowakischer Handwerkstradition Motores Koliba Stráze (z mit Häkchen) esse ich Hühnersuppe mit Nudeln und Hirschgulasch mit Knödeln und Preiselbeeren, dazu Bier und Kaffee danach, alles zu zweit für 15 Euro, der deutsche Steuerzahler darf stolz auf diesen sinnvollen Einsatz seines Geldes sein. Die Preise müssen hier immer noch in slowakischen Kronen ausgezeichnet sein, der Kurs der verblichenen Währung lag zuletzt bei 1:30.
Herrn Latals weiteste Fahrten gingen nach München, nur früher für die DDR, er arbeitete schon als Fahrer im Kulturinstitut der DDR in Bratislava, da musste er gelegentlich Ausstellungen von Berlin abholen und zurückfahren, 12 Stunden mit dem Barkas, Höchstgeschwindigkeit 100, da fielen einem die Ohren ab.
Der Werbetrabbi auf einem Mast, den ich schon gestern während der Fahrt abgelichtet habe, hat sogar Smileys in den Scheinwerfern.
Bald nach Abfahrt stehen wir mehr im zähen Verkehr, als dass wir fahren. Mit Klimaanlage gehts, aber sobald sie abgeschaltet ist, kleben T-Shirt und Hose schweißnass am Körper.
In den Gärten hier wird fast überall noch was angebaut. Denen gehts doch Gold hier, jeden Morgen frische Tomaten!
Ankunft, muss auf Wolfgang warten, weil sich das Hotel sperrt, mich ohne Kreditkarte oder Vorauszahlung ins Zimmer zu lassen. Mein Zimmer 270, das ich schließlich wieder beziehen darf, stinkt wie eine Toilette. Vielleicht besser nie wieder ein Raucherzimmer?
Dann gehts ins "Next Apache", wo ich mit den Dichtern Peter Sulej (S mit Häkchen) und Martin Solotruk bekannt gemacht werde, 18:0 haben sie im Fußball gegen die Österreicher verloren und das liegt ihnen noch dermaßen im Magen, dass sie sich wohl kaum für ein Spiel gegen die deutschen Autoren motivieren lassen werden. Am Nebentisch geht es um den Selbstmord eines Studenten, als Entschuldigung für die Trunkenheit des Professors führt es Peter Sulej an.
Abrechnung im Institut, dann zum Straßenfest "20 Jahre Freiheit, Deutschland sagt Danke". Der junge Mann, der im Auftrag des Außenamtes Chikas Film von vier verschiedenen Rechteinhabern zu rekonstruieren hatte, ist über meinen in den letzten 20 Jahren erfolgten körperlichen Verfall schockiert.
Er macht gerade eine Uhrenkampagne für den sächsischen Ministerpräsidenten.
Gegendarstellung: Ich war und bin nicht über den körperlichen Verfall des Herrn Hennig schockiert.
Slowakei, Bratislava, Park Inn, Bar im Foyer: Merkwürdigerweise gefällt mir "Good bye Lenin" trotz fast unerträglich verfälschter Farben in der Freilichtbühne in Bratislava ausnehmend gut, woran das nur liegt? Verblödung? Haue trotzdem auf der Suche nach einem W-Lan beizeiten ab ins Hotel.
Das Internet funktioniert, kann mit Petra für morgen die Verabredung abskypen, ansonsten verplemper ich 10 Prozent Akku mit diversen E-Mails, alle durchaus wichtig, ehe ich mich der Kardiologie widme.
Der gute Wille ist dann da, aber nicht die für die Recherche notwendige Internet-Verbindung.
Schließlich bin ich gegen 11 bei ziemlich kritischen 21% und bekomme keine Mails versandt, ach was für kleine Probleme verglichen mit dem Weltgeschehen und überhaupt!
Feierabend zwangsweise dreiviertel 11.
"Ragtime" (USA 1981) bis gegen 1, aber halte nicht bis zum Ende durch.
Samstag, 20. VI. 09, Regen:
(Kapelle, 26. VI. 09:) Hole Petra vom Bahnhof ab, peinlicherweise habe ich sie unter Angabe falscher Tatsachen nach Bratislava gelockt und ihr gesimst, Sarah Kirsch würde hier lesen. Was habe ich bloß für ein verkorkstes Unterbewusstsein, das Monika Maron durch Sarah Kirsch ersetzt? Ich sollte es mir entfernen lassen, dann wäre endlich Ruhe im Karton.
Gehen erst ins "Next Apache", dann in eine Ausstellung über den Maler Karel Capek (C bestimmt auch mit Häkchen), den wir auch auf dem Gewissen haben.
"Die Autorin von Stille Sechs", so kündigt der Moderator Monika Maron an, die aus "Stille Zeile Sechs" eine Passage vorliest, wonach sie gern eine Katze wäre.
"Muzika" ist ein Film, den ich mir sehr gern zu Ende angekuckt hätte, aber wir frieren doch bald und begeben uns lieber ins "Next Apache", wo wir uns für den neuen Charley-Kaufman-Film entscheiden, irgendwas mit New York. Davor noch gutes Essen in dem libanesischen Restaurant, wo es uns damals mit Wackwitz so gut geschmeckt hat, mir allein vor einem Jahr weniger gut, heute ist es wieder ganz ausgezeichnet, woran immer das liegen mag.
Der Film, den wir im ziemlich vollen Aupark-Kino sehen, ist eigentlich schon fantastisch, schräg und gut, aber mindestens eine halbe Stunde zu lang und kann "Malkovich" und "Adaptation" nicht das Wasser reichen, auch wenn Seymour Hoffman den Besuch schon lohnt, der den Greis, zu dem er im Lauf der Handlung altert, nicht nur mit Körper sondern auch mit Stimme meisterhaft spielt.
Noch einige Biere in der Fußgängerzone, wo die Damen in Stöckelschuhen staksend eine sonderbares Bild abgeben.
Nachtruhe, angeblich schnarche ich nicht, was erfreulich ist.
Sonntag, 21. VI. 09, sonnig:
(Kapelle, 26. VI. 09:) ... er sah ihn auf der Straße und glaubte fälschlicherweise, ihn nicht nur vom Fernsehen, sondern auch persönlich zu kennen und grüßte ihn, unsicher grüßte Lustig zurück.
"Wie geht es Ihnen?", fragte Michal, immer noch unsicher, seinem Gedächtnis misstrauend, antwortete Lustig. Schließlich lud er den slowakischen Kollegen noch zu einem Bier ein.
Man sollte sich die Geschichte aber von Michal erzählen lassen, wie er sich als auch Lustig dabei darstellt, die Pointen vorbereitet und mit reißt. Ein begnadeter Erzähler.
Petra weiß, dass Lustig eine Biografie über Karel Gott schreiben wollte, aber der ihn nicht mit ausreichend Material versorgte. Auch Lustig könne sich irren, findet Michal, denn Gott habe sich mit seiner Prozesshänselei gründlich disqualifiziert.
... an die Donau, fotografiere aus ethnografischen Gründen DESmod und seine Fans.
Mit dem Bus noch eine Ehrenrunde über die Donau und mit einem anderen wieder zurück.
Montag, 22. VI. 09, Bratislava bedeckt, kalt & Regen, Wien dito, in Berlin hats gerade aufgehört:
(Kapelle, 26. VI. 09:) T: Erinnerung an Sascha, woran ist er nur gestorben? Er hätte nicht so viel kiffen sollen, findet Helmut Höge. "Aber er ist doch nicht am Kiffen gestorben!", widerspreche ich. Aber er hatte einen Unfall beim Onanieren mit einer Plasttüte überm Kopf. Als er noch allein mit Tochter Erika gelebt hat, war er so fröhlich. In dem gigantischen Ring einer Raumstation mit ihren Feldern.
Deutung: Sascha ist für uns gestorben. Außerdem ist mein eigener Auto-Erotismus auf Sascha projiziert, David Camerone, und ein Bild dieser Raumstation habe ich gestern in einem Buch in einem Schaufenster gesehen. Wohl doch so etwas wie schlechtes Gewissen, obwohl ich rational an diesem harmlosen Vergnügen mit mir selbst erfreulicherweise keine Probleme, Skrupel oder auch nur schlechten Gefühle habe.
Als ich Jochen nach dem Training von dem Traum erzähle, weiß er, dass man in irgendwelchen Amazonas-Kulturen dafür getötet werden kann, wenn jemand träume, von einem getötet zu werden. Nachvollziehbar, aber doch nicht Sinn der Psychoanalyse.
Aber erstmal bin ich ja noch in Bratislava ...
Beim netten Essen mit Wolfgang, Gabi, Evelyn und Michal im teuren und guten Italiener (Kogo?) esse ich in Rotwein geschmortes Kalb mit Bratkartoffeln, angefeuert durch zwei Flaschen ostslowakischen Weißwein feiern wir eine kleine Foto-Orgie.
Twitter und Stephen Fry, 50000 Followers, Michal hat 1000 Freunde auf Facebook.
14 Uhr wieder im Transporter nach Wien.
Freitag, 26. VI. 09, bedeckt:
Schreibtisch: 6 Uhr aufgestanden, Kinder abgefrühstückt, Michael Jackson ist tot im Radio gehört, Kinder sind in der Schule, halb 9 geh ich wieder ins Bett.
Kurz nach 9 Anruf von Jakob, es klappt mit dem Großauftrag Charité-Chronik, auch wenn ich das Geld nicht brauche, sei das doch eine gute Nachricht. Ist es in der Tat, ich werde also wirklich in den nächsten Monaten mit allen leitenden Ärzten des größten Medizinkonzerns der Welt zu tun bekommen.
Die Freude sickert nur langsam bei mir durch, aber sie tut es.
Arbeite etwas fahrig vor mich hin und höre dazu "meine PANIK, Udo Lindenberg - Seine größten Panik Hits", während ich mich dann doch weiterhin der Kardiologie widme.
Arbeite meine E-Post auf, mittags Radio wieder an, Michael Jackson, Michael Jackson, Michael Jackson, Michael Jackson, seine Leiche musste ausgeflogen werden, um an die ranzukommen würden Fans ein kleines Vermögen ausgeben. Kann mir nicht vorstellen, dass er eine langfristige Wichtigkeit behält, die mit Elvis vergleichbar wäre. Aber ich habe leider auch keine Ahnung.
Suppe esse ich fast taeglich im Weinerei-Café, Zeitung lese ich circa einmal die Woche in der Kapelle, so auch heute, jedenfalls nehme ich es mir vor. Mit dem Umkopieren aus E-Mails fange ich mir regelmäßig Zwiebelfische ein, aber das wird sich im Laufe der Jahrzehnte, die vor mir liegen, noch ausmerzen lassen.
Kapelle: Immer noch ist der Tag, an dem Michael Jackson starb, bald werden wir Bilder des Leichnams zu sehen bekommen und die Trauerfeier wird auch beachtlich werden. Verbindung schwarzer Jesus?
(Sport- und Freizeitzentrum am Rohrdamm, 28. VI. 09:) Eine ziemlich revolutionäre Vereinigung wurde jüngst in Dortmund gegründet: "Sozialdemokraten in der SPD".
Dass ich mit Twittern in einer Zeit beginne, in der die Anhänger der neuen Kommunikationstechnik erstmalig gefoltert und ermordet werden, ist eine ziemlich unpassende Koinzidenz.
Kurz vor halb 4 meinen geliebten Rechner an, Versinken im Text bis gegen 6 bei zwei Kaffee und schwedischer Mandeltorte.
Sofa: Simpsons "Prinzessin von Zahnstein", Zusammenfassung der Geschichte der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung.
Schreibtisch: Korrigiere "Fear and Loathing in Sofia", Freude an meiner Arbeit.
Kucke mit Lisa Videos auf Youtube, Avril Lavigne "Skater Boy", "Girlfriend" und "Complicated", Cashs "Hurt", Britney Spears "Circus", Heinz Rühmann "Ein Freund, ein guter Freund", Peter Fox "Haus am See", bis ich die Angelegenheit mitschneide. Wäre doch was für MTV, wenn ich da nur jemanden kennen würde. Versuche es auf meine Dropbox zu schieben, damit es sich Freunde anhören können:
http://files.getdropbox.com/u/459557/Radiohochsee%20privat.mp3
Braucht einige Zeit, aber ich bin guter Dinge selbst jetzt noch, viertel vor 1, viertel nach ist das Ding drin, mal abwarten, ob sich irgendjemand den Quatsch anhört.
Samstag, 27. VI. 09, bedeckt:
(Sport- und Freizeitzentrum am Rohrdamm, 28. VI. 09:) T: Sehe die Reste des Berliner Weihnachtsmarkes von 1977, eine alte Filmaufnahme. Sehe am Rande Uli Steglich, Christoph und einen Kollegen, die einen Schriftsteller interviewen, Endfünfziger mit roten Augen und weißen Haaren. Sage ihnen Hallo und trete dabei in Hundescheiße.
Zu wenig Schlaf, was sich auf meine sowieso schwache Kondition ungünstig auswirkt.
Schreibtisch: Fußballturnier, die Autoren treten in zwei Mannschaften an, anfangs noch ausgeglichen erreichen wir gegen Amnesty World nur ein unentschieden und unterliegen Dem Magazin unglücklich, 8. Platz von 10 Mannschaften. Immerhin erreicht die zweite Schriftsteller-Mannschaft den 3. Platz. Sieger wird Amnesty World.
Sofa: Die Wahlparty für Krampitz im Freudenhaus, Jero hat 3 Erdbeertorten bereitet, kann aber nur eine essen, nett.
Lisa kuckt oben Biene Maja, ein doch bisher recht glücklicher Tag.
(Sport- und Freizeitzentrum am Rohrdamm, 28. VI. 09:) Eigentlich ist es mit dem Bachmann-Wettbewerb ganz einfach, beim Inhalt braucht mir nicht bange sein und an der Form so lange rumziselieren, bis das Ganze so fragil wirkt, als müsste es fast zerbrechen, aber durch die stabile Konstruktion wirds halten, mangelnde Literarität wir mir niemand vorwerfen können.
Unzufrieden mit meiner Performance beim Kantinenlesen. Jochen schreibt mir was auf arabisch ins Notizbuch, wahrscheinlich heißt es "Falko ist doof!"
Wie das mit Prophezeiungen so ist: Dan hat schon vor 9 Jahren den Tod von Michael Jackson vorausgesagt. Und Johannes Heesters lebt immer noch.
Sonntag, 28. VI. 09, schwül & tropisch:
Siemensstadt, Sport- und Freizeitzentrum am Rohrdamm: Beim Klingenden Sonntagsrätsel wird TANZEN gesucht, erkenn Mozarts Türkischen Marsch, Fred Astaire, Sophia Loren, Jaquez Offenbach, ab 26. Juli haben sie Sommerpause, schade.
Eine kleine Weltreise ist es zu Lisas Wettbewerb im Fünfkampf: U-Bahn bis Gesundbrunnen, Ringbahn bis Jungfernheide, U-Bahn bis Rohrdamm, Bus bis zum Sportplatz. Im U-Bahnhof Jungfernheide gelingt mir ein fast schon magisches, rot psychedelisches Foto einiger Trinker.
Komme pünktlich, um Lisas letzten Lauf über 50 Meter noch aufzunehmen, sie ist mit ihrer Zeit, 8,5 Sekunden, recht zufrieden und die goldige Moni auch.
Liege dann mit Janine herum und lese in der BZ über Michael Jackson, der als Kind nicht geliebt wurde und so selber nicht lieben konnte, weder sich selber noch andere. Collage aus Zitaten:
"Beat it, Billie Jean, Thriller, Pretty Young Thing - das waren monströse Gebilde, die von Pop mit Funk, Hard Rock und Disco zu einem stählernen Soundtrack des Hedonismus, des Feierns, der Lust und des Geldausgebens verlötete, zu allem also, was die 80er Jahre definieren sollte. Er versöhnte das Animalische und Sexuelle mit seiner zweiten, der idealisierten Science-Fiction-Identität. Der Pepsi-Schwarzweiß-Konsens-Künstler wirkte in seinen Phantasie-Uniformen wie eine etwas abgelebte monarchische Gestalt aus der k.u.k.-Monarchie und hielt sich auch gern im Alten Europa auf. Pepsi-Cola flüchtete vor dem Makel der Pädophilie. Die Kleinen sollen ja die Brause kaufen."
Irgendwann muss sogar ich Sonnen-Enthusiast aus der Schwüle in den Schatten. Lisa belegt den 8. Platz in ihrer Altersgruppe, dieser Satansbraten!
Nach 3 Aufbruch.
Schreibtisch: Ziemlich erschöpft viertel nach 5 bei mir. Ergänze die Nephrologie.
Werde jetzt einen Nachmittagsschlaf halten und dann einen Lichtbildervortrag für die Reformbühne heut abend vorbereiten.
Montag, 29. VI. 09, bedeckt:
Schreibtisch: T: Bin mit meiner Mutter in der Kaufhalle, Flinkfertig, der Kaufhausdetektiv fordert uns auf, mit nach hinten zu kommen. Meine Freundin, er meint meine Mutter, sei hier einigermaßen bekannt, ja berüchtigt, weil sie schon öfter gebissen habe. "Die bissige Hennig", so würden sie sie hier nennen.
Jetzt zu Freund Robert Weber, wir produzieren ein Feature über Geheimsender im 2. Weltkrieg, Linsensuppe, abends Doc Schoko und Fußball.
Ziemlich erschöpft bei mir, Nachmittagsschlaf, Kartoffelsuppe, ans Kopieren der Bilder auf die Dropbox.
(Sofa, 30. VI. 09:) "Stimmt es, dass Karl Schmitt säuft?"
"Was? Nein! Er trinkt halt sehr viel."
Dienstag, 30. VI. 09, locker bewölkt, sehr schwül:
Schreibtisch: T: In der Schweiz, guter Schnee unter leicht vereistem Hang, hier oben sind viele Galerien, erfahre ich, ein Mann mit einem riesigen abstrakten Gemälde des berühmten Malers Baselitz unterm Arm fährt mit Schiern vorbei. Mich interessiert, was er für das Bild bezahlt hat. "Darf ich etwas neugierig sein?", frage ich ihn. "Sie sind ganz schön neugierig!", wehrt er ab, die kleine Lisa, circa 5 Jahre, ist oben geblieben, meine Mutter schon nach unten gefahren. Sie ruft mich an, ob ich komme und wieder mit ihr nach oben fahre. Ich lehne ab, möchte Lisa nicht allein lassen, meine Mutter hat dafür kein Verständnis. Finde Lisa nicht mehr, fahre mit dem Sessellift, aber sie bleibt verschwunden. In Ägypten, fotografiere im Stadtgewimmel Micky Mäuse, sind auf der Flucht vor der Al Kaida, fahre mit dem Auto um eine Ecke, gelange in eine Sackgasse, in meiner Not auf ein Grundstück, verstecke mich hinter einer Hauskante. Frauen finden mich, aber sie sind sehr freundlich, schenken mir ein kleines Skelett auf einem roten Stühlchen, eine Süßigkeit und gleichzeitig ein gutes Herzmittel. Muss mit ihnen mit.
Viertel vor 9 auf, an die Charité-Chronik Dermatologie, zwischendurch kopiere ich die Bilder auf die Dropbox.
Dach No. 9: Fahrt zu Frau Fabert, meine Dermatologie-Liste durchgehen und zurück.
Esse zwei Teller meiner gloriosen Kartoffelsuppe und setze eine Wäsche an, bevor ich mich zum Mittagsschlaf zurückziehe.
Auf dem Dach, wie blöde schwitzend in der Sonne ans Durchhören der Aufnahmen dazu von Michael Schmiedecke aus Mittenwalde (http://www.78record.de/)
http://www.78record.de/platten/sound/nkfd-1.mp3
Fanfare, "Achtung, deutsche Soldaten!" ... "Der Krieg ist verloren." ganz zum Schluss "Nationalkomitee Freies Deutschland"
http://www.78record.de/platten/sound/nkfd-2.mp3
"Nationalkomitee Freies Deutschland, Bekanntmachung, Tätigkeit aufgenommen... Präsident Erich Weinert... Graf von Einsiedel"
http://www.78record.de/platten/sound/nkfd-3.mp3
Generalmajor Arno von Lenski (verzichtbar)
http://www.78record.de/platten/sound/nkfd-4.mp3
General von Seidlitz, erster Satz, Aufruf der 50 Generale unerhörte Sache, letzter Satz mit Titel.
http://www.78record.de/platten/sound/nkfd-5.mp3
(anderer Jingle!) Gefreiter Jakob Eschborn, OKW hat mich für tot erklärt, aber ich lebe. (passt zu Grüßen der Überlebenden) Letzter Satz!
http://www.78record.de/platten/sound/nkfd-6.mp3
Jakob Eschborn, 2. Teil: "Kameraden, wenn Ihr meiner Stimme nicht glauben wollt, erkundigt euch doch bitte bei meinem Eltern ... (sehr gut!) Gründungskonferenz des Nationalkomitees
http://www.78record.de/platten/sound/2051.MP3
http://www.78record.de/platten/sound/2052.MP3
Heinrich Graf von Einsiedel, nicht so doll:
http://www.78record.de/platten/sound/2031.MP3
http://www.78record.de/platten/sound/2032.MP3
Gebt Antwort! "Der Krieg Hitlers ist verloren!"
Kühle mich beizeiten mit einer Dusche ab, aber das hält immer nur für einige Minuten vor.
Nach halb 5 ist das Akku runter und ich bin vom Schwitzen auch so ziemlich erledigt, aber einmal Duschen werd ich noch.
Schreibtisch: Entfliehe der Hitze nach unten, fühle mich sommerlich.
Dann also wieder FileMaker einschalten, OpenOffice, E-Post.
Sofa: Lade alle meine Stuttgarter Multiplikatoren zur Solitude ein, auch Cousine Eva, die ich seit circa 15 Jahren nicht gesehen habe. Höre ihre erwachsene Stimme auf ihrem Anrufbeantworter.
Simpsons.
Pina Bausch ist gestorben, habe sie 1989 mal an der Akademie der Künste Ostberlin gesehen, oder waren es nur Mitarbeiter von ihr? Schade, immer wieder nur schade, dass ich damals nicht Tagebuch geführt habe. So werde ich diesen Menschen von damals nie wieder verstehen.
Nun also, mit etwas schlechtem Gewissen wegen der Bilder für MR zum Wiener-Schnitzel-Essen in den Weltempfänger.
(Schreibtisch, 1. VII. 09:) Wegen der Hitze entziehe ich die Bettdecke und schlafe mit dem reinen Bezug deutlich besser.
Mittwoch, 1. VII. 09, bedeckt:
Schreibtisch: T: Hier, durch dieses Dorf, bin ich immer als Kind durchgefahren, jedenfalls mit meinem Trabbi. Jemand vor uns fährt sehr komisch, halten uns zurück und tatsächlich streift das Auto einen Laternenmast und gerät ins Schleudern. In einem Hotel, habe ein Zimmer reserviert, doch es ist so überfüllt, dass die ganzen Gänge ebenfalls mit Matratzen und Nummerierung ausgestattet sind. Finden erst ganz am Ende des Ganges einen freien Abschnitt. Im Russischunterricht, die Lehrerinnen haben russisches Brot mit gebracht, verschiedene Sorten, sogar Stangen. Entschuldige mich für mein sehr schlechtes russisch: Maja russki jasuik otschen plocho.
Statt zu arbeiten, Dermatologie! frisiere ich nach dem Frühstück eine neue Chronik zurecht.
Hennig - 1. Jul, 11:11
