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    <title>Falko Hennig</title>
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    <title>www.Falko-Hennig.de</title>
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    <description>SONNTAG, 6. Juli, Berolina-Fussballplatz, 9.30-16 Uhr &lt;br /&gt;
(Berlin, Kleine Hamburger Str., Zugang von der Linienstr.):&lt;br /&gt;
Berolina ErIch-Mühsam-Kleinfeldturnier &lt;br /&gt;
Sommersalon auf dem Fußballplatz&lt;br /&gt;
ab 14.30 Uhr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mittwoch, 4. VI. 08, wechselnd:&lt;br /&gt;
(Pult, 30. VI. 08:) Angenehm kühl in Nairobi, das also war mit dem angenehmen Klima für Europäer gemeint. Schlafe bis ½ 10, das Frühstücksbuffett ist schon so ziemlich abgebaut. &lt;br /&gt;
Habe Schlaf- und Arbeitszimmer, Balkon. Es fehlen Klobürste, Bettbezüge und Laken. Der Kurs ist praktisch: Ein Euro sind 100 Schilling.&lt;br /&gt;
Aus 280 Bewerbern haben sie die Teilnehmer unseres Workshops ausgesucht. Kwani? heißt Na und?&lt;br /&gt;
Joachim Gender, ein älterer Mann, der für Sekundarschulen und Deutschunterricht zuständig ist, äußert sich sehr skeptisch in Bezug auf die Wiedereröffnung eines schon mal geschlossenen Goethe-Instituts, da seien zu viele enttäuscht. Obwohl, wenn da eine junge Frau die Initiative habe?&lt;br /&gt;
Eliphas hat in Potsdam studiert, auch gelehrt, dann Goethe-Institut. Er war Doktorand und hatte Stipendien, Avantgarde um die Jahrhundertwende, italienische Futuristen.&lt;br /&gt;
Filmvorträge der Tänzerin Angela Guerreiro, geboren 1965, im Institut, erst waren sie in Adis Abeba, nun Nairobi und schließlich Hamburg, performance lecture, seit sie 10 ist tanzt sie. Eine ähnlich fremde Welt wie seinerzeit Pina Bausch in der Akademie der Künste 1989. Sie hat verschiedenen Gemüse gekauft und die Farben ihrer Ausscheidungen kontrolliert, sie zeigt ein Video von sich auf Toilette, dann von sich als Madonna. Bin schon versucht, alles als Kunstscheiße abzutun, aber in Wirklichkeit sind richtig schöne Sachen dabei, lustig und mit beeindruckenden Effekten. Vielleicht ist mein Problem, dass ich zu unkritisch bin? Das brauche ich nicht zu befürchten, denn schnell ergreift mich wieder die Langeweile.&lt;br /&gt;
Johnny Lloyd über die History of African American Dances, Funk, Breakdance, Poppy und erste Hiphop-Tanzform Lockers, Funky chicken, Pimpwalk, Sneak, TV-Show Soletrain, Schritte kommen aus Kongo und Angola. Crumping B-Boys, History of Hiphop, (Pult, 1. VII. 08:) magische und lustige Tänze. Elsewhere is so far out of us, that we can&apos;t go there. He&apos;s very lucky body. &lt;br /&gt;
Gespräch mit Theresa Bloch vom Institut, sie hat ein Ding mit Soldaten, sie will keine Angst vor ihnen haben.&lt;br /&gt;
Die 80er Musik ist ohrenbetäubend in der Bar an der Tankstelle Monrovia Ecke Koinange, 130 Schilling, Chicken Noodles für unter 400, also verschmerzbar, dass die Supermärkte schon geschlossen hatten.&lt;br /&gt;
Im Fernseher der Bar, NTV, wird Obama Baracks Ticket ins Weiße Haus gefeiert, ich bin skeptisch und mir scheint es zu schön um wahr zu sein.&lt;br /&gt;
My old habit: drinking and writing.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mittwoch, 25. IV. 08, sonnig:&lt;br /&gt;
Pult: ½ 1 am Pult, endlich wieder, Datenpflege, Rechnungen bezahlen: Wolfgang Müller, Stuttgarter Buchauslieferung, Polina Proutskova, das Familiengericht, bei genug Rechnungen habe ich keinen Schimmer mehr, wofür ich sie überhaupt bezahlen muss.&lt;br /&gt;
Ans Zusammenkürzen des Power-Blues-Artikels für die Berliner, fürchte, dass ich mir die Arbeit umsonst gemacht habe, leider haben sie seit letztem Donnerstag wieder Strom. Andererseits, was hätte ich tun können, von Dar Es Salaam noch mehr Redaktionen bestücken vor der Absage der FASZ? Erster Blick durch die Post, Steuerscheiße muss ich nachliefern, ärgerlich.&lt;br /&gt;
Komisch, dass mich jetzt nicht einmal solch trübe Aussichten um meine gute Laune bringen. Obwohl, sie lässt dann durchaus leicht nach, vielleicht auch noch, weil es wohl wirklich so ist, dass ich mein Netzteil fürs Handy verbummelt habe. &lt;br /&gt;
(Ahlimbsmühle, Paradiesbar, 29. VI. 08:) Also fahre ich in die Arena, trinke noch einen Capuccino bei jemand vom anderen Ufer auf der Hoppetosse, danach in den VIP-Bereich, komme 25 Zentimeter schräg hinter Steinmeier zu sitzen, Hans trägt Fingerpflaster in schwarz-rot-gelb, wohl Wundbrand oder Fäulnis, Blut und Eiter symbolisierend. Frank zur deutschen Mannschaft der ersten Minuten: Denen hängt der Bolzen ganz schön tief im Arsch. Sie gewinnen aber trotzdem mit einem Tor von Lahm in der letzten Spielminute. Sarah von Stein bei den Personenschützern.&lt;br /&gt;
Viel zu viele Freibiere, im dreifach-Konvoi per Fahrrad nach Hause, einige kleinere Filmrisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Donnerstag, 26. VI. 08, sonnig:&lt;br /&gt;
Pult: Gegen 9 auf, das Sonnenwetter zieht mich aufs Sonnendach, doch erst kläre ich die unklare Rechnungs-Angelegenheit mit dem Stuttgarter Verlagskontor, setze eine Wäsche und kucke mir die Fotos von Kerstin Brümmer an und bereite meinen elektrischen Serienbrief vor.&lt;br /&gt;
Kurz nach 12 bin ich wieder unten bei mir und erwarte den avisierten Christophoros, beginne, die letzten fast 600 Bilder von meiner Kamera auf den Laptop zu laden und die Wäsche aufzuhängen und eine zweite Maschinenfüllung in den Waschgang bringen.&lt;br /&gt;
Meine Massenmehl fertig verschickt bis ½ 4, dann Sichern der Fotos auf der externen Festplatte, um die vom Laptop für die von den Chips freizubekommen.&lt;br /&gt;
Wieder eine dieser immer sybillinischen Reaktionen aus Minsk: Zenit - bavaria 40! Zenit - Baer!&lt;br /&gt;
(Ahlimbsmühle, Paradiesbar, 29. VI. 08:) Treffen mit Heidi, um die Sommerferien zu planen, wir gehen zu Galli. Ella hat inzwischen ein Handy, Frau Kosmata bleibt Lisa und uns noch 2 Jahre erhalten, eine sehr gute Nachricht.&lt;br /&gt;
(Pult, 27. VI. 08:) Empfinde die Radiosendung mit den Kindern und Iris, die ich in der Küche aufnehme, als sehr lustig, aber mal sehen, wie das den Zuhörern geht, wenn es welche gibt.&lt;br /&gt;
Mit Iris kucke ich das etwas dröge, weil sehr eindeutige Spiel Russland-Spanien auf dem Pfefferberg, in der Halbzeit treffe ich Rüdiger, der inzwischen Redakteur bei der Stiftung Warentest ist. Zum Ende (3:0 für Spanien, gegen das Deutschland also am Sonntag spielen wird) bin ich todmüde, dass ich fürchte, kaum noch den Heimweg zu schaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freitag, 27. VI. 08, bedeckt: &lt;br /&gt;
(Ahlimbsmühle, Paradiesbar, 29. VI. 08:) T: In Afrika.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pult: 10.14 Uhr von Alex nach Rangsdorf, am Sonntag fliegen Helga und Mutti nach Ulan Bator, kurz darauf fährt Mutti allein nach Norwegen, &lt;br /&gt;
(Ahlimbsmühle, Paradiesbar, 29. VI. 08:) Helga kennt einen Stummfilm, in dem ein Leuchtturmwärter die Tollwuterkrankung eines Kollegen in seiner einsamen Arbeitsstätte miterleben muss. Eine Leuchtturmgeschichte mit Ratten von Papa schließt sich an, ein von den Nagetieren wimmelndes Schiff treibt in die Nähe, die Schädlinge entern die Insel und belagern den Wärter, der seine Lampe ausschaltet, selbst zu Hilfe eilende Schiffe ergreifen die Flucht, als die Ratten auf sie zu schwimmen. Erst ein mit Pferde- und anderen Kadavern beladenes Floß lockt die Tierchen fort. Die Story hat er mal in der Wochenpost gelesen und sie soll stimmen.&lt;br /&gt;
Pult: Fahrt mit ihm nach Ludwigsfelde, Kaufhof, zu ihm, die Südseefotos bekomme ich zurück samt Abzügen, ein Nachbar berichtet vom Tod einer anderen Nachbarin, 78 war sie, so wie der Nachbar selber.&lt;br /&gt;
Rückfahrt, komme glatt durch die Straßen und den Tiergartentunnel und Ella ist schon da, praktisch, da ich mich ausgeschlossen habe.&lt;br /&gt;
Dabei müsste ich mir doch wenigstens hier alle Selbstzensur verbieten.&lt;br /&gt;
E-Mail-Wechsel mit Mexiko, alles geht voran, wenn mir nicht urplötzlich sämtliche Felle davon schwimmen. Fühle mich nicht in der Lage, diese Diskussion heute ernsthaft fortzusetzen, kucke lieber mit den Kindern Simpsons, gehe mit ihnen Pizza in der Focacceria abendbroten und kucken noch mit ihnen einen Dokumentarfilm über die Explosion in der Steinigen Tunguska vor 100 Jahren, ob es nun eine Mückenexplosion war oder eine Atombombe mittels Zeitmaschine in die Vergangenheit geraten, alles spricht für einen Kometen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Samstag, 28. VI. 08, Regen:&lt;br /&gt;
(Ahlimbsmühle, Paradiesbar, 29. VI. 08:) Im Notizbuch die Zettel-Korrespondenz zwischen mir und den Italienern. &lt;br /&gt;
Fahre bei Lanke von der Autobahn ab und eigentlich in die falsche Richtung, durch Lanke hindurch, aber dann auch durch diese reizende Ansiedlung, deren Wasserschloss man immer von der Autobahn sieht und am Ufer entlang, das ist es wert.&lt;br /&gt;
Tatsächlich gelange auch ich wetterbedingt in trübe Stimmung, die mich aber nicht abhält, mit den Kindern Tischtennis und Freiluft-Schach zu spielen.&lt;br /&gt;
Gerade als ich mich etwas einsam fühle, kann ich eine SMS lesen, die mich aufmuntert und mein Herz höher schlagen lässt.&lt;br /&gt;
Ein glückliches Geschick in Gestalt der drei Breakdancer, die mich fragen, ob ich mit Fußball spielen wolle, erlöst mich von einem schwäbischen Fernmeldepärchen. Mit Erol und Janne gewinnen wir in einer keinesfalls überragenden Partie gegen die Hiphopper.&lt;br /&gt;
Malte von Katharina ist ein Bruder im Geiste, weil er ein Referendariatstermin verpasst hat, ist er schlechter Laune und nutzt diese Stimmung zur Lektüre bis ich schlafen gehe.&lt;br /&gt;
Tanze bis um 1 bei Kuba Libre, nach dem Verschwitzen der Sachen durch den Fußball ist das nun auch egal. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sonntag, 29. VI. 08, sonnig:&lt;br /&gt;
Uckermarck, Schorfheide, Ahlimbsmühle, Paradiesbar: Bemerkenswert, wie viele Tage schon in Folge meine Träume disappearen.&lt;br /&gt;
Frühstück, Baden und Spiegel lesen, 20 vor 1 eine Stunde Tippen vor der Paradiesbar in der Sonne. Tut gut, wenn die Stimmung mich systematisch schreiben lässt und sich die vergangenen Tage in die bescheidene Ordnung meiner Chronik pressen lassen. Fühle mich dabei regelrecht geistig gesunden, was natürlich täuscht&lt;br /&gt;
Ich tippe, dass mir jetzt Lisa die Augen zu hält. Richtig? Richtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Montag, 30. VI. 08, sonnig:&lt;br /&gt;
Pult: Unentschlossen am Morgen, recherchiere als Fortsetzung des nächtlichen Gesprächs mit Jürgen zu Henry Büttner. Hatte oder hat in diesem Jahr sogar 80. Geburtstag. &lt;br /&gt;
Immer noch Durchfall, zunehmender und tiefgehender Husten sowie Schnupfen.&lt;br /&gt;
Nach dem Frühstück weiter antriebs- und lustlos, keine. E-Mails an Stefanie Dörre, Taxiquittung an Eliphas, Abtippen der Notizen vom 4. Juni.&lt;br /&gt;
½ 7 bei mir, E-Post, Spiegeleier, Nachmittagsschlummer, danach 20 Minuten apathisch auf dem Hochbett liegen, muss auch mal sein.&lt;br /&gt;
(Pult, 1. VII. 08:) Fußball, ein Trainingsturnier mit Dem Magazin, spiele eher lausig.&lt;br /&gt;
Gellert spricht fließend ungarisch, ist seine erste Muttersprache, er ist nach dem selben Gellert benannt, wie die Brücke, einem Missionar, der von den Ungarn in einem Fass mit hineinragenden Nägeln in die Donau gerollte worden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dienstag, 1. VII. 08, sonnig:&lt;br /&gt;
Pult: T: Mit Bernt in einer brasilianischen Stadt, will ihm sagen, dass es in Afrika genau so schön war, wir also auch dorthin zusammen reisen können. In einem Zimmer sitzen Freunde, eine ältere Frau packt einen Packen Geld auf den Tisch, den hat sie gerade gefunden und will ihn uns schenken. Ich will ablehnen, reagiere aber nicht. In Packpapier ist etwas eingewickelt, Blut tritt heraus, ich wickle das Päckchen aus, eine Hand ist darin und ein Finger ist wie abgebunden, er löst sich, ist abgeschnitten, wie bei seinem Pendant in der Wirklichkeit. Wir gehen durch eine Passage, der Stand eines Buchbinders, er ist nicht in der Nähe und es ist abgeschlossen, die Presse, die Kapitalbänder und verschiedenen Leinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
10 nach 9 auf, meinen Wein wässern, Frühstück und weiter an die Notizen vom 4. Juni. Zusammenstellen einer neuen Chronik, E-Mail an Johnny Lloyd.</description>
    <dc:creator>Hennig</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Hennig</dc:rights>
    <dc:date>2008-07-01T09:10:00Z</dc:date>
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    <title>www.Falko-Hennig.de</title>
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    <description>29. Juni, 20.15, Kaffee Burger Berlin): &lt;br /&gt;
Reformbuehne Special zum Endspiel der EM.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Donnerstag, 5. VI. 08, wechselnd:&lt;br /&gt;
(Kenia, Nairobi, Goethe-Institut, Bibliothek, 19. VI. 08:) Nochmal ins Gefängnis geht er nicht, das hat er seiner Mutter versprochen. Einzelzelle, Hundefutter, keine Decke.&lt;br /&gt;
Mit Jacob Oketch, der als letzter Nachzügler eingetroffen ist, sitzen Eliphas und ich zum Schluss allein da, irgendwas mit Günter Grass und einem Gitarristen. Nach Professor Theophilis Obenga seien die Massai jüdisch.&lt;br /&gt;
I guess, have to stop this wonderful movie, es ist schon 10 nach 12, ein neuer Tag auf dieser wunderbaren Erde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freitag, 6. VI. 08, wechselnd:&lt;br /&gt;
(Kenia, Nairobi, Goethe-Institut, Bibliothek, 19. VI. 08:) Gerade 48 Stunden im Land verspüre ich im Magen Montezumas Rache, eine doppelte Portion Oralpädon soll Linderung verschaffen. Jedenfalls habe ich mein Durchfallpulver nicht umsonst mitgenommen, Lumumbas Race, fühle mich wie in Mexiko City 1992, wie in Ägypten, Dahab Dezember 2001, wie war es in Brasilien?&lt;br /&gt;
Die hellblaue Gazelle hat eine dieser Flechtfrisuren, der Gefangene kommt in feinem Anzug. &lt;br /&gt;
Vortrag von Neema Mawiyoo über den Sunday Salon, sie fand es scary to read there. Über WAPI und die crazy energy dieser Vereinigung, die fashion, T-Shirts, graffitti, Musik und Kommerz zusammenbringen, Partner des British Council und ein Netzwerk über ganz Afrika haben.&lt;br /&gt;
We&apos;re Kenyans, we&apos;re 42 languages!, oder 46, je nachdem, was man alles mit zählt.&lt;br /&gt;
Dove&#8594;Love&#8594;Taube&#8594;Laube.&lt;br /&gt;
Meine Geschichten, die ich an die Redaktionen schickte, schienen mir wie verletzte oder missgestaltete Hühner, die ich aus dem Haus jagte und die nur deshalb nicht sofort abgeschlachtet wurden, weil es einfach niemand fassen konnte, dass überhaupt jemand solche Hühner mit solchen Handicaps in die Welt entließ. Und manchmal wurde dann doch eine abgedruckt.&lt;br /&gt;
Was sich dann tut, als ein Mikrofon auf der Bühne steht, grenzt an Magie, Bühnenmagie ist auf jeden Fall dabei. Was für erstaunliche Talente sich da auf der Rampe entfalten, sie wirken, als hätten sie niemals etwas anderes gemacht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Samstag, 7. VI. 08, wechselnd:&lt;br /&gt;
(Kenia, Nairobi, Goethe-Institut, Bibliothek, 19. VI. 08:) Zu Besuch also in der Altstadt von Nairobi, denn nichts anderes ist das Bahnhofsviertel, vor der Einrichtung dieser Station gab es hier nichts außer fauligem Wasser des Uaso-en-Airobe, Massai für Fluss kalten Wassers. Hier im Nairobi Railway Museum steht das Schienenfahrrad mit Hühnerschreck, das William Basil Canning während eines Bahnstreiks erfunden hat, um die Strecke trotzdem weiter kontrollieren zu können.&lt;br /&gt;
7 pm Schweiz rot gegen  Tschechien weiß, es steht in der 40. Minute noch 0:0, Frei verletzt und scheidet weinend aus, aber dann ist schon Halbzeit. Sitze glücklich im Kengele&apos;s, nicht in meinen kühnsten Träumen hätte ich einen solchen Erfolg für möglich gehalten, wie soll mir bei einer solchen Lesebühne denn, verdammt noch mal, um Afrika bange sein?&lt;br /&gt;
1:0 für Tschechien, Au-Schwiiz! (wegen des Zahngoldes), sollten die Schweizer Blütenträume wirklich so schnell platzen? Wobei die Tschechen mit diesem mauen Fehlschuss auch nicht Europameister werden. Immerhin sind die Böhmen auf aller Welt jetzt sehr froh und das gönne ich ihnen von ganzem Herzen. Die Schweizer haben ja immer noch ihr Geld.&lt;br /&gt;
Wie sich das mit dem Durchfall weiter entwickelt weiß ich nicht, aber dass mein Pickel am Arsch verschwunden ist, ohne sich zum vor Eiter strotzenden Karbunkel auszuwachsen, der eine Beinamputation in einer versifften Tierklinik vor Madagaskar nach sich zieht, Herrgott, wie kann ich anders als Dich dafür preisen? &lt;br /&gt;
Kimani Maruge re-locates to Nairobi,world&apos;s oldest pupil mit bemerkenswerten Zähnen, das wäre doch eine Story!&lt;br /&gt;
Empfinde jedenfalls eine tiefe Afrika-Liebe, zu diesen fantastischen, schönen Menschen, dafür bin ich also noch nicht zu alt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Donnerstag, 12. VI. 08, sonnig:&lt;br /&gt;
(Sansibar, Bwejuu, Evergreen Bungalows, 15. VI. 08:) Die Hausherrin, die ihren Abschied feiert, weil sie zurück nach Aarhus fliegt, segelt so leidenschaftlich gern, an einem Boot aus Zement arbeiten sie seit 30 Jahren, bald wird es fertig sein. Es gab hier 10 Jahre einen Armenarzt, auch Europäer, der nahm nur von den Reichen Geld und behandelte die Armen umsonst. Dann hat er betrunken rumgebrüllt und den hiesigen Regierungschef beschimpft, er ist sofort ausgewiesen worden.&lt;br /&gt;
Sansibar City, Stonetown oder so ähnlich, die Altstadt von Sansibar, Hotel Kiponda: Dann doch leichte Ängste, mal abgesehen von der Erschöpfung durch Reise und Klima, die mich die halbe Stunde auf dem Platz der Lebanon Brothers bis zum Anpfiff von Österreich-Polen nicht ausharren lassen, letztlich interessiert es mich doch zu wenig, und das Ergebnis Deutschland-Kroatien, Schweini und Co. haben 2:1 verloren habe ich erfahren.&lt;br /&gt;
Durch die dunkle, von Generatorengebrumm erfüllte Stadt, der seit Wochen andauernde Stromausfall ist durch die Beschädigung eines Unterwasserkabels von Dar Es Salaam verursacht und niemand weiß, wie lange er noch anhalten wird. Das Gefühl ist, es passiert gar nichts.&lt;br /&gt;
Im Zimmer ist es mit dem Deckenventilator einigermaßen auszuhalten, liege in Unterhose unterm Moskitonetz. Wie ich aber, wenn gleich um 10 der Generator abgeschaltet wird, dann schwitzend die Nacht überstehen werde, das steht auf einem anderen Blatt.&lt;br /&gt;
Nutze die letzten Minuten zum Lesen. Immerhin bis ½ 11 geht es noch, dann ist Sense, Stromsperre auch hier, mir wäre das Nageln des Generators und dafür sich drehender Ventilator lieber gewesen, aber diese Option gibt es nicht.&lt;br /&gt;
Wie lange ich manchmal brauche, bis sich das Offensichtliche und Naheliegende in meinem Kopf zur genialen Idee zusammen kristallisiert, aber jetzt ist es soweit: Natürlich über den Stromausfall, Ursachen, Konsequenzen, voraussichtliche Dauer usw. berichten, dazu noch schöne Fotos der nächtlichen Lichtszenen, also morgen frisch ans Werk, Schreiberling! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Samstag, 14. VI. 08, wechselnd:&lt;br /&gt;
Sansibar, Hotel Kiponda, Dachterrasse: Leider stürzt mich ein solches ? gleich wieder in schlimme Selbstzweifel: Vielleicht ist mein Artikel einfach sehr, sehr schlecht? Wie damals der über die Simpsons? Da müssen aber meine Abwehrkräfte einsetzen. Zum Glück geht es nur um eine leer angekommene Mail.&lt;br /&gt;
(Sansibar, Bwejuu, Evergreen Bungalows, 15. VI. 08:) Wieder Essen im Malindi, dort kennen sie schon den einzigen Mzungu, der hier isst und bringen mir das selbe wie gestern. Während die Einheimischen die Gewürzrinde und Kerne alle neben die Teller auf die Wachstuchdecken drapieren, esse ich alles auf.&lt;br /&gt;
Merke beim vergeblichen Versuch eines Mittagsschlafes, wie eine neue Durchfall-Welle vom Magen in die unteren Eingeweide gluckert.&lt;br /&gt;
Museen, erst das House of Wonder, es wartet mit Autowracks auf, eines ist der von einem sansibarischen Sultan benutzter ZEPHYR, der ohne Erklärung in einem Nebenraum steht. Ansonsten erinnert eine Sonderausstellung an jene Prinzessin von Sansibar, die sich in den Hamburger Kaufmann Ruete (?) verliebte und deren Memoiren ich zu Hause habe und sicher demnächst mit neuem Interesse lesen werde.&lt;br /&gt;
Das National Museum ist unter Konstruktion, der Wächter der ausgestopften Tiere des Natural History Museum lässt mich, vielleicht weil er mir für die 1000 Schilling kein Ticket gegeben hat, trotzdem in die Ruine, scheinbar die einer ehemaligen Moschee. Es ist schon bemerkenswert, die leeren Regale und Vitrinen zu sehen und eine Gedenkplastik unbekannten Zweckes: MOLA IZIDISHIE KARNE YA 21 AMANI NA UTULIVU ZANZIBAR&lt;br /&gt;
Dann habe ich das Glück des Schlenderers, Höhepunkt meiner Power-Blues-Recherche: Treffe auf eine voll in Betrieb befindliche Generatorenwerkstatt, bei der ich Dank meiner Videokamera jede Menge O-Ton aufnehmen kann. Und eigentlich kannman ja bei den Generatoren nicht viel falsch machen So begeistert sind die Betreiber, ein Brüderpaar, nicht von den Veränderungen durch den Stromausfall: Zweimal ist schon bei ihnen eingebrochen worden. Ob sie sich wünschen, dass der Stromausfall anhält? Sie lachen, das ist auch eine Antwort.&lt;br /&gt;
Verliere mich in den Gassen und lande auf dem Marktplatz, Hühner über Hühner. Im Hotel buche ich Hals über Kopf die Fahrt für morgen um 8 nach Bwejuu an der Ostküste: Manche reisen um sich zu finden, andere um sich zu verlieren. (frei nach Nietzsche) Was soll ich überhaupt an dieser Scheiß-Ostküste? Baden und sonnen, um die letzten Reste der Psoriasis von den Ellenbogen zu vertreiben?&lt;br /&gt;
Der Hotelmanager behauptet, der Chef von Tansania habe versichert, heute oder spätestes morgen sei der Stromausfall vorbei. Hoffe sehr, dass da Gott vor sei. Meine ganzen Recherchen, alles fürn Arsch?&lt;br /&gt;
Auf der Terrasse des Africa House sitze ich mit einem Pärchen, er Physiker aus München, sie eine Abiturienten aus Reinickendorf, die in Süd-Tansania volontiert hat, und einem Steuer-Entwicklungshelfer aus Hanau an einem Tisch, Hanau, nenne man auch die Stadt des goldenen Schmuckes. Noch nie gehört. Hier auf Sansibar gebe es keine Tribalism, die Anspruchshaltung allgemein in Tansania, die Korruption sei hier geringer als in Kenia. Man stimmt mir zu, dass Sansibar gegen Helgoland ein schlechter Tausch war.&lt;br /&gt;
Was bin ich heute rumgerannt, aber gut wars.&lt;br /&gt;
Mit dem doch sehr einzigartigen Massenmord in Ruanda müssen wir, als Deutsche, wirklich froh sein, dass wir dieses Kolonialgebiet gänzlich sich selbst überlassen haben, sonst würden wir sicher für den Völkermord verantwortlich gemacht. Aber Völkermord ist ja schon Hutu-Propaganda, viel mehr ermordete die Klasse der Hutu-Bauern die andere Klasse der Tutsi-Feudalherren. Aber daran sind Mitterand und Kofi Annan schuld.&lt;br /&gt;
Schaue mir das Spiel Schweden-Spanien bis zum schnellen 1:0 für die Iberier an (noch etwas O-Ton mittels Videokamera), dann treiben mich Hunger und Durst ins Sunrise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sonntag, 15. VI. 08, wechselnd:&lt;br /&gt;
Sansibar, Bwejuu, Evergreen Bungalows, Restaurant: Abfahrt ½ 9, die Fahrt nach Bwejuu im Kleinbus kostet 12000 Schilling, 10 $, mit mir sind noch ein holländisches weibliches Pärchen im Bus und drei Einheimische. Es handelt sich um eines der vielen aus China ausrangierten Fahrzeuge, etliche auf den Straßen haben noch die chinesischen Werbeschriften auflackiert.&lt;br /&gt;
Bald geht es durch die ärmeren Vororte, dort sind keine Generatoren mehr zu sehen. Ein großer Markt, Zebus, eine MZ, ein Friedhof, Palmwälder, Busch. Wenn gehupt wird müssen die Radfahrer Platz machen und von der Straße auf den Seitenstreifen. Schilder und Fahrbahnbuckel erzwingen langsames Fahren, als ich mich gerade frage, welche Tiere hier die Fahrbahn kreuzen, Krokodile? Nilpferde? Auerochsen? sehe ich die süßen Affen in freier Wildbahn, wenn man das hier an der Straße so nennen kann.&lt;br /&gt;
Einen Africafe, wie der allgemein verabreichte lösliche Kaffee hier heißt, nehme ich im gastronomischen Zentrum der Evergreen Bungalows zu mir. Hier im Paradies werde ich also 24 Stunden verbringen, lesend, schreibend, hoffentlich joggend, und trotzdem fragte es in mir: Was soll ich hier?&lt;br /&gt;
Aber die Fahrt war es wert und vielleicht ist das die Antwort: Ich bin hier, um einfach glücklich zu sein.&lt;br /&gt;
Liege in der Sonne und lese  Kapu&#347;ci&#324;skis Afrikanisches Fieber zu Ende, was für ein herrliches Buch und schade, dass ich es nun ausgelesen habe. Regen und Sturm, immerhin habe ich wohl genug Sonne abbekommen. &lt;br /&gt;
Ein dubioser Jimmy will 10000 Schilling Deposit um Benzin für die morgige Fahrt zurück zu kaufen, sein vernarbter Kumpel im Blaumann ist genauso wenig Vertrauen erweckend, zu dumm darf Abzockerei nicht eingefädelt werden.&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu gestern gelingt mir in meiner Palmhütte der Nachmittagsschlaf, das Bewusstsein zu schlafen, erfüllt mich mit so unbändigem, alles umfassenden Glück, dass ich mich an etwas Ähnliches überhaupt nicht erinnern kann.&lt;br /&gt;
Eine knappe Stunde Dauerlauf am Strand -richtung Norden bis zu einer hölzernen Mole mit Häusern am Ende, der ganze Strand gehört mir allein, als wäre ich der einzige Überlebende eines Atomkrieges. Laufe wieder zurück und fühle mich wie 100000 $.&lt;br /&gt;
¾ 8 den Rechner an, gerade habe ich gegessen, Reis mit Gemüse und trinke mein zweites Kilimanjaro Bier, mit meinen Wörtern ein Fazit des Tages ziehen und auch die gestrigen Notizen nachtragen. Ein guter Tag, ohne Frage, es war die richtige Entscheidung, hierher zu fahren. Aus meinem Meyer, oder vielmehr dem der Digitalen Bibliothek:     &lt;br /&gt;
Sans&#301;bar (bei den Eingebornen Unguja, »bevölkerter Raum«), Insel im Indischen Ozean, 40 km von der Ostküste Afrikas, zwischen 5°43´-6°28´ südl. Br. und 39°13´-39°37´ östl. L., samt unmittelbar zugehörigen Nebeneilanden 1590 qkm groß mit schätzungsweise 250,000 Einw. Die Insel ist eine echte Koralleninsel mit Steilküsten (besonders auch an der Insel Bawi vor dem Hafen von S.), über die sich ein bis 130 m hoher Höhenzug aus eisenhaltigem, rotem Ton erhebt. Spuren ältester Ablagerungen reichen nach Baumann bis in die Tertiärzeit. Der östliche Teil, ein echtes Korallenland mit Einsturztrichtern, Höhlen und versinkenden Flüssen, ist schwach bewohnt, der westliche Teil ist Kulturland mit eigentümlichen Erosionserscheinungen (Erdpyramiden aus hartem, sandigem Lehm) und einigen fließenden Gewässern, die aber nicht immer das Meer erreichen. Bei feuchtheißem, im allgemeinen ungesundem (Malaria) Klima hat S. zwei Regenzeiten, die größern Regen von März bis Mai, die kleinern von Mitte Oktober bis zum Jahresschluß; September ist am trockensten. Der Südwestmonsun dauert von März bis November, der Nordostmonsun von Mitte Dezember bis Mitte März; März und November sind Übergangsmonate. Die Regenmenge, die großen Schwankungen unterworfen ist, beträgt 150250 cm. Mittlere Jahrestemperatur 26,7° (Juli 25,2°, Februar 28,1°); mittlere Jahresextreme 31,7° und 21,7° (absolute 32,6° und 20,4°). Die Insel gleicht in ihrer Flora der des tropischen Afrika, ebenso hinsichtlich der Kulturpflanzen: Negerhirse (Sorghum), der Tapioka liefernde Kassawastrauch (Manihot utilissima) aus Südamerika, Reis und Zuckerrohr. Die Ostindien entlehnten Gewürzpflanzen (Caryophyllus) sowie Citrus-Arten sind an felsigen Abhängen angepflanzt. Besonders einträglich ist der Gewürznelkenbaum von den Maskarenen. Von wilden Tieren kommen vor: Meerkatzen, Serval, Genettkatze, Zebra-Ichneumon, Hamster, Dach- und Wanderratte, Moschusböckchen, Zwergantilope und Larvenschwein; zahlreiche Vögel (das Perlhuhn) und von Reptilien eine Warneidechse. Unter der Bevölkerung nehmen die 10,000 Maskataraber, zu denen auch der Sultan gehört, als Beamte, Kaufleute und Plantagenbesitzer den ersten Rang ein. Den Handel aber haben die 7000 Inder (buddhistische Banjanen und Feuer anbetende Parsi, mohammedanische Hindu) als Bankiers, Groß- und Kleinhändler fast ganz an sich gerissen. Außerdem gibt es noch katholische Goanesen, Belutschen, Perser, Madagassen, Leute von den Komoroinseln (Wafungu) und etwa 170 Europäer. Die Masse der Bevölkerung besteht aus Negern, teils freien, vom Festland eingewanderten ð  Suaheli (s. d.), sämtlich Mohammedaner, unter  denen die Wangwana eine hervorragende Rolle spielen, teils aus einer sehr gemischten Sklavenbevölkerung. Die ursprünglichen Bewohner sind die aus Afrika eingewanderten, ackerbautreibenden Wahadimu, die als mannigfach gemischte Gruppe der Suaheli bezeichnet werden können. Sie leben auf dem Korallenland in kleinen Dörfern zerstreut. Nahe der Nordspitze bei Kokotoni hat eine europäische Firma eine große Zuckerraffinerie und Ölpresse angelegt.    &lt;br /&gt;
Die Stadt S., an der Westküste, zählt 100,000 Einwohner (je 5000 Inder und Araber) und besteht aus drei Teilen. Der vornehmste, Schangani, liegt auf einer Halbinsel und enthält die Trümmer von zwei Palästen des Sultans, deutsches, englisches und französisches Konsulatsgebäude, Zollhaus, Telegraphenamt, Dampferagenturen, englische Kirche, Hindutempel, steinerne Häuser in engen, winkligen Gassen und elende Rohrhütten der freien Arbeiter sowie ein nach altarabischem Muster gebautes Fort. Die Vorstadt Madagaskar Town ist der industrielle und geschäftliche, schmutzige Wohnsitz der Inder, Nyambi, das eigentliche Heim der Neger, nur aus Lehm- und Palmblätterhütten aufgebaut, die von Kokospalmen, Mangobäumen u.a. fast verdeckt werden. Schließlich kommt noch hinzu die Vorstadt Ngambo. In den Hafen (189299 Freihafen) liefen 1905 ein: 5528 Schiffe (darunter 5174 Dhaus von 84,354 Ton.) von 518,906 T., darunter 1635 deutsche von 208,878 T., 2046 englische, 74 französische, 1269 sansibarische (meist kleine). Monatlich einmal fahren die Dampfer der Deutsch-Ostafrika-Linie (etwa 200 im Jahre) zwischen Hamburg und der ganzen ostafrikanischen Küste, die der British India Steam Navigation Co. zwischen S., Aden, Indien und Europa sowie die Messageries Maritimes nach Marseille und die des Österreichischen Lloyd nach Triest. Die Einfuhr betrug 1905: 16,649,000, die Ausfuhr 16,810,000 Rupien. Besonders stark ist der Handel mit Deutsch-Ostafrika (Einfuhr 2,466,000, Ausfuhr 3,274,000 Rupien) und Ostindien. Eingeführt werden Baumwollenstoffe, Gewehre, Munition, Glasperlen, Draht, Kohle, gedörrte Fische, Metallwaren, ausgeführt: Gewürznelken, Gewebe, Elfenbein, Kopra, Häute, Kautschuk etc. Kabelverbindung besteht mit England. Es erscheint hier die »Gazette for Zanzibar and East Africa«.    &lt;br /&gt;
Geschichte. Schon im 10. Jahrh. gründeten Araber Niederlassungen an der Ostküste von Afrika, zuerst in Lamu und Mombas. Vasco da Gama fand 1498 gut gebaute Städte, die lebhaften Handel mit Indien trieben; Hauptsitz war Oman. 1503 erkannten die Mohammedaner auf der Insel S. die portugiesische Oberherrschaft an. Doch gerieten die Portugiesen bald mit den ansässigen Arabern, dann mit den Persern, endlich mit den Holländern in schwere Kämpfe und verloren ihre Besitzungen nach anderthalbhundertjähriger Verteidigung an den Imam Said von Maskat, der sich 1784 Sansibars dauernd bemächtigte. Seine Statthalter machten sich jedoch unabhängig. Aber der 1806 zur Regierung gekommene Seyyid Said unterwarf sich bald die ostafrikanischen Küstenplätze, und 1837 fiel ihm auch S. durch Verrat in die Hände, das er 1840 zum Sitz seiner Dynastie machte. Als Seyyid Said 1856 starb, übernahm sein Sohn Sueni (Thowejni) die omanischen, ein andrer, Seyyid Madjid, die afrikanischen Besitzungen. Ihm folgte 1870 ein dritter Bruder, Seyyid Bargasch, der die Vorteile der abendländischen Bildung erkannte, europäische Forschung auf dem Festland förderte und mit dem Vordringen arabischer Händler auch im Seengebiet Einfluß gewann. Als die von der Gesellschaft für deutsche Kolonisation Ende 1884 mit Häuptlingen des Hinterlandes von S. geschlossenen Verträge durch kaiserlichen Schutzbrief vom 27. Febr. 1885 offizielle Anerkennung fanden, protestierte der Sultan, gab aber einer Demonstration der deutschen Flotte nach und erkannte 14. Aug. 1885 die deutsche Schutzherrschaft über Usagara, Nguru, Useguha und Ukami an. Am 20. Dez. 1885 wurde mit Deutschland ein Handelsvertrag geschlossen, der von Mitte 1886 an 15 Jahre galt und im September 1900 einer Revision unterzogen wurde. Am 16. Aug. 1888 übernahm die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft die Verwaltung des Küstengebiets südlich vom Umbafluß und die Zolleinnahmen im Namen des Sultans. Während dieser Verhandlungen starb Seyyid Bargasch. Sein Nachfolger Seyyid Khalifa schloß auch mit der Britisch-Ostafrikanischen Gesellschaft 1. Okt. 1888 einen Vertrag und überließ ihr im August 1889 die Somalküste zu selbständiger Verwaltung und Ausnutzung. Auf Seyyid Khalifa folgte 13. Febr. 1890 sein Bruder Seyyid Ali. Am 4. Nov. 1890 übernahm England auf Grund des deutsch-britischen Vertrags vom 1. Juli die Schutzherrschaft über S. und Pemba, Witu, die Küste bis Kismaju, die Inseln Patta und Manda, während Deutsch-Ostafrika und Mafia 1. Jan. 1891 gegen 4 Mill. Mk. zu deutschen Besitzungen erklärt wurden. Seyyid Ali starb 5. März 1893, sein Nachfolger Hammed ben Thwain 25. Aug. 1896. An Stelle des rechtmäßigen Erben Seyyid Chalid, eines Sohnes von Seyyid Bargasch, wurde von den Briten Hamud ben Mohammed als Scheinsultan eingesetzt; er starb 18. Juli 1902. Ihm folgte sein Sohn Ali bin Hamud, der, in Oxford erzogen, im April 1906 eine Reise nach Europa unternahm. Gegen den Verzicht auf eigne Gerichtsbarkeit in S. erwarb die 16. Juli 1893 gebildete italienische Kolonie Benadir die Hafenplätze Brawa, Merka, Mogdischu und Warscheik aus Pacht 1905 zu vollem Besitze. Vgl. von der Decken, Reisen in Ostafrika (Leipz. 186979, 6 Bde.); Burton, Zanzibar city, island and coast (Lond. 1872, 2 Bde.); Rabaud, Zanzibar (Mars. 1881); G. A. Fischer, Mehr Licht im dunkeln Weltteil (Hamb. 1885); K. W. Schmidt, S., ein ostafrikanisches Kulturbild (Leipz. 1887); Baumann, Die Insel S. (Veröffentlichung des Vereins für Erdkunde zu Leipzig, 1897); R. N. Lyne, Zanzibar in contemporary times (Lond. 1905); Schurtz im 3. Bande von Helmolts »Weltgeschichte« (Leipz. 1901).&lt;br /&gt;
Karl   Karl, Afrikareisender, geb. 27. Sept. 1856 in Neuhaus a. d. Elbe, studierte Philosophie in Göttingen. Tübingen und Berlin, wo er sich 1880 habilitierte, gründete nach längerm Aufenthalt in London zu Berlin die Gesellschaft für deutsche Kolonisation, in deren Auftrag er 1884, begleitet von Jühlke, Otto und Graf Pfeil, nach Ostafrika ging und durch zwölf Verträge mit eingebornen Häuptlingen die Landschaften Useguha, Nguru, Usagara und Ukami der Gesellschaft sicherte. Darauf trat er an die Spitze der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft, ging 1887 mit zahlreichen Beamten aufs neue nach Ostafrika und übernahm nach der Rückkehr 1888 die Leitung einer Expedition zum Entsatz von Emin Pascha, auf der er 188990 den Tanafluß bis zum Kenia verfolgte, dann über die Wasserscheide bis zum Victoria Nyanza vordrang, hier die Herrschaft des Königs Mwanga von Uganda befestigte und auf der Rückkehr zur Küste in Mpwapwa mit Emin und Stanley zusammentraf. In Deutschland mit großen Ehren empfangen, ging P. 1891 als Reichskommissar nach Ostafrika, gründete eine Station am Kilimandscharo, war dann bei der Festsetzung der deutsch-englischen Grenze tätig, kehrte aber schon 1892 nach Deutschland zurück, wo er, zur Disposition gestellt, eifrig für Förderung der Kolonialpolitik und für deutsch-nationale Unternehmungen eintrat, aber auch wegen seiner Behandlung der Eingebornen viele Angriffe erfuhr. Nach England übergesiedelt, bereiste P. 18991901 Südafrika, namentlich das Gebiet zwischen Sambesi und Sabi, in dem er das Ophir Salomos zu erkennen glaubte. Er schrieb: »Willenswelt und Weltwille« (Leipz. 1883); »Deutschnational«, eine Sammlung kolonialpolitischer Aufsätze (Berl. 1887); »Die deutsche Emin Pascha-Expedition« (Münch. 1891); »Das deutsch-ostafrikanische Schutzgebiet« (das. 1895); »Das goldene Ophir Salomos« (das. 1895); »Ophir and Punt in South Africa« (»Journal of the African Society«, 1902); »Im Goldlande des Altertums« (Münch. 1902); »England und die Engländer« (Berl. 1904, 2. Aufl. 1905; engl., Lond. 1904); »Die Gründung von Deutsch-Ostafrika« (Berl. 1906).&lt;br /&gt;
Mal demnächst kucken, ob ich davon nicht das meiste wieder rauskürzen sollte.&lt;br /&gt;
Feierabend 10 vor 10.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Montag, 16. VI. 08, sonnig:&lt;br /&gt;
(Tansania, Dar, Hotel Courtyard, Hof, 17. VI. 08:) Die Nacht in Bwejuu läuft in einer zum Teil aberwitzigen Folge von Malaria-Moskito-Angriffen und Verwicklungen in das bescheuerte Moskito-Netzt in Slapstick-Manier ab.&lt;br /&gt;
Lese GALORE vom April zu Ende, ein Interview mit Maxim Biller, in dem er behauptet, intelligente deutsche Frauen liebten guten Sex, ansonsten stellt er sich als komplettes Arschloch dar, arrogant und langweilig. Ob er das absichtlich macht? Das Heft trotz Strunk-Interview dünn, voller Fehler (Sommer vom Balkon), inhaltlich und stilistisch. Die Nadeln, mit denen sie das Heft zusammen nähen, sind wohl etwas heiß.&lt;br /&gt;
Zu Power Blues: Niemand braucht sich abschrecken zu lassen, der Tourismus ist nur moderat betroffen. Wer sich damit arrangieren kann, ab und zu ein lauwarmes statt eiskaltes Bier serviert zu bekommen, wer es verschmerzen kann, dass eine noch nicht verschickte E-Mail wegen des plötzlichen Ausfalls des Netzes gelöscht wird und wer ein winziges Interesse für die verschiedenen Generatoren aufbringen kann, der wird auch den Zanzibar Power Blues als unvergessliche Urlaubserinnerung würdigen können. (?) Wann kann man schon einmal erleben, wie eine Großstadt längerfristig ohne Strom auskommt. (?)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dienstag, 17. VI. 08, Regen:&lt;br /&gt;
Tansania, Dar Es Salaam, Oysterbay Court, 61 Mkadini Road: Schlafe paradiesisch, gegen 8 wach, dann aber doch noch weiter ratzen bis gegen 10. &lt;br /&gt;
Finde nur ein winziges Restchen Kaffee, sonst ungemahlener, aber kein Stom da, weder für die Kaffeemühle noch für meinen Laptop, der aber noch mit Akku läuft. &lt;br /&gt;
Leider kein W-LAN in der Nähe, werde also wohl in der Q.Bar oder im Courtyard mein Glück versuchen. &lt;br /&gt;
Tansania, Dar Es Salaam, Protea Hotel Courtyard, Ocean Road, Hof: Und tatsächlich, dort glückt die Verbindung zum Weltkabel.&lt;br /&gt;
Habe gestern das Spiel in der Q.Bar gesehen, ganz in der Naehe von Sabines Wohnung, in der ich meine beiden letzten Tage in Dar hausen darf, sehr nobel, sehr gross, Blick auf den Indischen Ozean. Um es noch pikanter zu machen, wurde ich von den Nutten der Q.Bar nicht gerade belästigt, aber doch einigermassen angemacht, nach dem Spiel wurde ich foermlich von ihnen verfolgt. Die Bar ist auch ein Hostel und Stundenhotel. Sie kamen an meinen Tisch: I like you!, nahmen meine Hand und ich wusste gar nicht, wie ich reagieren sollte. Die Prostituierte, die mir circa fuenfmal die Hand reichte, wurde rausgeworfen, aber ich bin nicht schuld! Ich kann mir sowas ueberhaupt nicht vorstellen, und auch wenn ich zu viel trinke, so viel zu trinken gibts in ganz Tansania nicht, dass es moeglich waere.&lt;br /&gt;
Die beiden Spiele Österreich-Deutschland und Polen-Kroatien liefen hier parallel auf zwei Leinwaenden fuerall diese von Malaria und Alkoholismus gezeicheten Gestalten, ich habe fünf Kilimanjaro getrunken. Ungefaehr 10 Deutsche waren da und 4 Oesterreicher, die allerdings scheinbar Hollaender waren. Ich denke hier immer, wenn sie das EM-Symbol einblenden, dass Austria gegen Switzerland spielt, aber das nur nebenbei. Ein riesiger Ball wurde ins Stadion gerollt und Frauen tanzten um ihn herum. Das fand ich wenig ueberzeugend.&lt;br /&gt;
Warum Loew und der oestereichische Trainer vom Feld gingen, Loew zu Merkel und der andere vielleicht zu seinem Kanzler, habe ich nicht richtig verstanden. 1:0 durch den verwandelten Freistoss von Ballack, also geht doch. Durch die weissen Struempfe wirken die Deutschen aber auch viel schneller und Lehmann machte auch ne gute Figur. Von der Nebenleinwand kuckte ab und zu Graf Dracula von den Polen finster herueber und mehr passierte ja dann leider nicht.&lt;br /&gt;
Dann ist es schon ½ 1, ehe ich endlich mit der Arbeit beginne.&lt;br /&gt;
Was quaele ich mich hier mit der Reise-Story, aber andererseits moechte ich nichts lieber tun, als daran arbeiten, hat eindeutig was Masochistisches,&lt;br /&gt;
Tansania, Dar Es Salaam, Protea Hotel Courtyard, Ocean Road, Foyer: Dieses Einkopieren der E-Mails ins Journal hat eindeutig was Manisches. Ziehe ¾ 2 zu einer Steckdose ins Foyer um und lese erstmal Zeitung.&lt;br /&gt;
Tansania, Dar Es Salaam, Protea Hotel Courtyard, Ocean Road, Hof: Mit aufgeladenem Akku wieder in den Hof, dort funktioniert das Internet und tatsächlich bekomme ich eine Version des Artikels fertig, die ich abschicke. Nun, hoffentlich erfahre ich darauf eine gnädige Reaktion.&lt;br /&gt;
Das Ueberarbeiten, das empfinde ich als am haertesten, aber nach einem Totpunkt geht es immer, und dann macht es wieder Spass. Nein, geniessen tue ich die Quaelerei nicht, insofern bin ich wohl kein richtiger Maso. Aber mich ueberwunden, den ganzen Tag gearbeitet und jetzt den Artikel abgeschickt zu haben, das macht mich ziemlich froh. &lt;br /&gt;
Versuche, den Besuch bei Jörgs Geburtstag zu organisieren und schicke mir eine Sicherheitskopie verschiedener Aufzeichnungen einschließlich des heutigen Artikels.&lt;br /&gt;
½ 7 Feierabend, nur noch recherchieren, wann heute Fußball gespielt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mittwoch, 19. VI. 08, bedeckt:&lt;br /&gt;
Nairobi, Kenia, Dubois Road, Hotel Africana, Zimmer 48: Schlafe und träume nicht schlecht, leider nicht für die Ewigkeit. Eine winzige Kakerlake begrüßt mich am Morgen an der Wand, noch sehr moderat, werde in dem Zimmerchen noch etwas bleiben.&lt;br /&gt;
Wie zu erwarten kein W-LAN, aber ich kann diesen Preis hier sowieso noch nicht ganz glauben: 7,50 Euro pro Nacht! Im Nairobi Safari Club, in dem Eliphas für mich reserviert hat, wären es über 100 Dollar gewesen. Andererseits, wenn mir hier alles geraubt wird hätte ich besser an anderer Stelle gespart.&lt;br /&gt;
Nun aber erstmal frühstücken und dann hinein in die tobende Stadt.&lt;br /&gt;
Nairobi, Kenia, Goethe-Institut, Loita/Monrovia Street: Den Kindern kaufe ich zwei Schatzkästchen und gebe für 2000 Schilling in der Koinange Street 4 Gummistempel in Auftrag, die kann ich ihnen dann hineinlegen. &lt;br /&gt;
Nach 11 im Goethe-Institut am Weltkabel, parallel dazu den Laptop eingeschaltet, schnell finde ich bei Datenpflege und meinen Notizen vom 7. Juni, die ich abtippe.&lt;br /&gt;
Nairobi, Kenia, Goethe-Institut, Loita/Monrovia Street: Magie der Arbeit, endlich komme ich dazu, meine Notizen vom 6. bis 8. Juni abzutippen, was nahtlos in eine Recherche nach Kimani Ng&apos;ang&apos;a Maruge übergeht, Eliphas macht einen Schüler und Lehrer aus der Gegend ausfindig, mit dem ich, wenn alles klappt, morgen in die Marura Primary School im Kariobagi Gebiet von Nairobi fahren werde, das Leben ist schön.&lt;br /&gt;
Aber nicht nur, der Nairobi-Virus hat sich wieder meines Verdauungstraktes bemächtigt, das ist weniger schön.&lt;br /&gt;
¼ nach 5 fahre ich meinen Computer herunter, für heute genug gearbeitet, vielleicht werde ich nachher beim Fußball im Nedele&apos;s (?) weiter schreiben oder einfach nur vor mich hin tippen, wie ich es am liebsten tue.&lt;br /&gt;
(Nairobi, Kenia, Hotel Africana, 20. VI. 08:) Fußball kucken im Gypsi in Westlands, Ballack schubst für das zweite Tor, der portugiesisches Trainer hats gesehen, aber kann nichts machen.&lt;br /&gt;
Nicht wie seinerzeit El Fluppe von den Mexikanern, sondern nur eine, aber bestimmt nur, weil er sich unbeobachtet glaubt.&lt;br /&gt;
Versuche den Namen der Straße meines Hotels französisch auszusprechen: Dubua Road, aber der Taxifahrer Silvester versteht nur Bahnhof, erst später tut er so, als wüsste er, welche Straße gemeint sei: Ah, Duboi-si Road!, aber davon wo sie ist hat er keinen Schimmer. Immerhin komme ich heil an und aus dem Zimmer ist auch nichts geklaut, mehr kann man sich nicht wünschen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freitag, 20. VI. 08, bedeckt:&lt;br /&gt;
Nairobi, Kenia, Dubois Road, Hotel Africana, Zimmer 48: Dieser, objektiv betrachtet, Alptraum, der sich aber gar nicht so angefühlt hat, könnte mit der blutrünstigen Unterstimmung hier im Lande zusammenhängen, wer sich als Kenianer fühlt, ist am gefährdetsten, weil praktisch jede Volksgruppe ihn abschlachten könnte. &lt;br /&gt;
Wieder Absatz-Scheiße mit dem Zeilenabstand in meinem OpenOffice-Dokument, das wird später mal kein Schwein verstehen, was ich damit meine.&lt;br /&gt;
Lese im Zimmer The Standard von heute, dann ankucken der Dokumentation von Eliphas, dann bin ich einigermaßen bereit, diesem neuen Tag in Nairobi zu begegnen.  Erste Station: Internet-Café.&lt;br /&gt;
(Nairobi, Kenia, Hotel Africana, 22. VI. 08:) Leider bin ich als allein herumlaufender Mzungu (Weißer) mit Fotoapparat und Rucksack das ideale Opfer. Deshalb kehre ich, als ich zu weit auf schlammiges Slumgelände komme, lieber wieder um.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Samstag, 21. VI. 08, bedeckt und kalt:&lt;br /&gt;
(Nairobi, Kenia, Hotel Africana, 22. VI. 08:) Kibera Kid bietet sehr reizvolles Lokalkolorit von Kibera, Afrikas größtem Slum hier in Nairobi, die Story selber ist zu dünn, eigentlich fehlt sie sogar. Treffe danach auf der Modeschau noch Joel Wagema Wandimi, kaufe mir zwei T-Shirts (als ob ich nicht schon genug hätte) und mache mich auf den Weg ins Café Pasara in die Kaunda Street, wo ich bei einem doppelten Capuccino und einem Stück Kuchen den Standard lese und weiter in Kwani? &#8470; 1, genau gegenüber ist schon das Kino Fox 20th Century um The Incedible Hulk mit Edward Nordton in der Titelrolle zu sehen. &lt;br /&gt;
Als erstes wird die kenianisches Fahne gezeigt und die Nationalhymne gespielt, alle außer mir stehen auf, eine überraschende und bemerkenswerte Einführung für einen Schundfilm. Aber es kommt erstmal noch schlimmer, nämlich Werbung in einem Sound, dass man eigentlich sofort einen Hörsturz erleiden muss. Circa 50 Leute, ich bin wie fast überall der einzige Mzungu, 300 würden leicht reinpassen. Norton ist 158 Tage ohne Grünfärbung in einer Favela in Brasilien, William Hurt gibt wieder den bösen Papa seiner geliebten Laborantin.  &lt;br /&gt;
Es gibt doch so viel Schönes auf der Welt, zum Beispiel in einem Kino in Nairobi Hulk kucken. Schön, dass die Monster nach New York City kommen, das ergibt neues Material für Die Zerstörung von New York, wie ja neulich in Dar Es Salaam auch schon der King-Kong-Film. Hulk bietet auch noch eine sehr schöne Bebilderung für Elektroschocks. Was ich dagegen überhaupt nicht verstehe, was aus dem alten Mann geworden ist, der die Brause trinkt, wird er zu dem monströsen Widersacher? Ich warte die ganze Zeit, dass er sich als Greisenmonster in einem Super-Rollstuhl ins Kampfgeschehen mischt.&lt;br /&gt;
Und dann eine Pizza in der besten Pizzeria von Kenia, jedenfalls von Nairobi, gekrönt von einem würdevollen doppelten Espresso, und nachher noch Russland-Holland in meiner Stammkneipe next door.&lt;br /&gt;
Wobei: So sehr ich das alles samt der völligen Freiheit genieße, jemand, mit dem ich das teilen könnte, wäre schon angenehm.&lt;br /&gt;
Meine Fußballkneipe in der Taveta Road, die heute, wohl dem Wochenende geschuldet, dicht besetzt ist, dadurch gerate ich in ganz andere Gesellschaft, aber so schlimm wie gestern wirds wohl nicht nochmal werden. Wechsle schnell zum eigentlich günstigsten Tisch direkt vor dem in einen Käfig gesperrten Fernseher. Deutschland gegen Türkei im Halbfinale, das müssten sogar wir schaffen. Während ich hier mit kalten Füßen sitze, ist zu Hause Hochsommer, was für eine bittere Ironie.&lt;br /&gt;
Werde von Jane beizeiten in ein Hinterzimmer verfrachtet, wo man konzentrierter Fußball kucken könne. Ihr gesprächsmäßig zu folgen ist ähnlich schwieirig wie bei einem Sachsen in Deutschland. Ein Bekannter von ihr nimmt ohne zu fragen meine letzten Mätschibox.&lt;br /&gt;
Engelaar, man denkt automatisch an blondes Engelhaar, aber der Holländer mit diesem Namen hat eher einen südlichen Einschlag. Russia scored, ob das son erweiterter Nationalismus ist, dass ich eigentlich für Holland bin? 5 Minuten vor Schluss der Ausgleich. Optisch ungünstig ist es, dass die durchweg übergewichtigen russischen Fans alle ihre Oberkörper entblößen. So wird man nicht Europameister der Herzen. Immerhin gelingt ihnen in der 112ten Minute die verdiente 2:1-Führung. Noch 5 Minuten haben die Holländer, um mit einem Tor zu erreichen, dass Polen wieder offen ist. Stattdessen erhöhen die Russen noch abgefälscht und durch die Beine, das wars. Holländer schockstarr, und als sie innerhalb von 5 Sekunden vor Abpfiff zwei Tore schießen müssten, ist es dann doch entschieden. Eine Niederlage für die Demokratie.&lt;br /&gt;
2 Tusker in der Trattoria, 3 in der Taveta Road.&lt;br /&gt;
Abschied von Jane, ob ich sie morgen anrufe oder übermorgen? Sie hat die Tage frei.&lt;br /&gt;
Wie ich stinke ist mit Worten zum Glück gar nicht mehr zu beschreiben, durch den Dauerlauf morgen will ich mich zum schon so lange überfälligen Duschen zwingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sonntag, 22. VI. 08, sonnig:&lt;br /&gt;
Nairobi, Kenia, Dubois Road, Hotel Africana, Zimmer 48: T: Eine Magenoperation ist bei mir nötig, sie soll in Indien vollzogen werden. Erst vergesse ich meine Krankenakte, Röntgenbilder usw. dann finde ich sie doch und kann sie dem Arzt zeigen. Äußere meine Beruhigung, in Indien operiert zu werden, wo sie besonders erfahren damit sind. Doch das sei gar nicht so sondern habe eher ökonomische Gründe, erfahre ich. Ein Austauschprogramm, das noch aus der DDR stammt. Dort wird auch die Chinesisch-Professorin Müller sein, die zeigt mir die antiken Karten mit den Stichen, die ich ihr geschickt habe und auf denen ich die Existenz ihres Sohnes andeutete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was diese Magenoperation wohl bedeuten soll? Vielleicht sind einfach die tatsächlichen Bauchschmerzen, die mich hier regelmäßig heimsuchen, sublimiert verwurstet. Wieso Indien? Wegen der vielen Inder hier in Nairobi und Tansania? Der unbekannte Sohn von Müller steht jedenfalls für Claudia.&lt;br /&gt;
Nairobi, Kenia, Dubois Road, Hotel Africana, Recreation Center: Erstmalig ist der Toast heute morgen getoastet, vielleicht weil Sonntag ist?&lt;br /&gt;
Nairobi, Kenia, Dubois Road, Hotel Africana, Zimmer 48: Eine Stunde Dauerlauf, Haile Selassie Aveneue und Landhies Road stadtauswärts, an Markt und Überlandbus-Terminal vorbei, östlich des Bahnhofs und der Bahngleise entlang, ein katholischer auf Suaheli mit Lautsprecher predigender Priester in einer Wellblechkirche, ein Fußballplatz, gelange aufs Bahngelände und kann nördlich der Factory Street noch etliche Industriearchitaktur und Dampfloks fotografieren. Unbeobachtet bin ich dabei nicht geblieben, wer ich sei, will eine Wächterin am Ausgang zur Workshops Road wissen, aber sie ist freundlich und lässt mich unbehelligt ziehen. Am Bahnhof komme ich gleich in den Genuss einer kleinen extra-Führung, für 50 Cents gibts Raila- und Odinga-Kugelschreiber, muss ich haben! Aber zuerst ins Hotel zurück und mal wieder bis 10 vor 12 in die Tasten hauen.&lt;br /&gt;
(Im Flugzeug Kairo-Berlin, 24. VI. 08:) Die Brüder schmieren mich ziemlich an mit ihren Timbuktus, nein, Matatus heißen die Sammeltaxis: Jaja, sie fahren nach Karen und zum Karen-Blixen-Haus. Stattdessen setzen sie mich an irgendeinem Arsch der Welt in den Slums hinter Westlands aus und ich muss das nächste Matatu (Jaja, sie fahren auch nach Karen!) zurück nehmen. Da das Ganze als besondere Stadtrundfahrt hin und zurück nur 50 Schilling, also 50 Cents kostet, hält sich mein Ärger in Grenzen. Sitze schon im nächsten Makaki, als ich den Räuberhauptmann von Schaffner in Widersprüche verwickeln kann, steige ich wieder aus und gehe ins Hilton, einen Capuccino trinken.&lt;br /&gt;
Auch &apos;ne große Story ist die Laufbahn des deutschen Piloten Christoph Maria Schnerr, der die zwei kenianischen Minister (Verkehrsminister Kipkalya Kones und Assistant Minister Lorna Labuso) auf dem Gewissen hat (Artikel im heutigen Standard im Notizbuch!), er selber ist bei dem Absturz am 10. uni in Narok auch tot gegangen: gefälschte Pilotenzeugnisse und jede Menge Filz mit kenianischen Flugbehörden, er hätte als Tourist hier so oder so nicht beruflich fliegen dürfen, hat seinen Flugapparat auch schon mal auf den Bauch gesetzt, weil er vergessen hatte, die Räder auszufahren.&lt;br /&gt;
Dann nehme ich also ein Taxi nach Karen, beim Feilschen mit dem Fahrer bekomme ich Mitleid, weil er blind ist, und lasse mich für 2000 Schilling hin und wieder zurückfahren. Von Kolonialluxus kann bei Karen Blixens Anwesen nicht die Rede sein, jedenfalls nicht beim Haus. Das ist nur unwesentlich größer als eine Kleingartenlaube, auch wenn es von außen viel mehr her macht. Auch für die Dreharbeiten von Jenseits von Afrika zu klein, so dass sie das echte nur für die Außenaufnahmen benutzt haben und es ansonsten in der Nähe nachgebaut haben. Robert Redfords Kostüm, Meryl Streeps Bett, ein Plumsklo mit Kübel, damit man beim Scheißen nicht vom Löwen gefressen wurde. Gestorben ist sie an Lungenkrebs, weil sie zu viel geraucht hat.&lt;br /&gt;
Nairobi, Kenia, Dubois Road, Hotel Africana, Recreation Center: Muss eher an den seeligen Kempowski denken, der Karen Blixen mal, wohl noch als junger Mann, besucht hat. &lt;br /&gt;
Lasse mich am Bahnhof von Nairobi absetzen, der Bahnhofsvorsteher nervt etwas, aber kaufe ihm trotzdem 6 Kugelschreiber ab: RARE AFRICA&apos;S INTELLIGENT LEADER&apos;S ADVISOR, das ist Raila. Je zwei davon und auch noch Dr. John Garang und Kibaki gewidmete.&lt;br /&gt;
Nairobi, Kenia, Dubois Road, Hotel Africana, Recreation Center: The Iron Man im Fox Kenya ist selbst für einen Schundfilm enttäuschend schlecht, langweilig.&lt;br /&gt;
Nehme dann mein Abendbrot schräg gegenüber im Monique auf dem Balkon der Belletage des Majestic House ein, 200 Schilling, 2 Euro kostet Rindfleisch mit Reis, je 1,20 die Tusker. Etwas traurig, aber kann das Schauspiel, das sich mit den Busabfahrten hier bietet, einigermaßen würdigen. &lt;br /&gt;
Muss bemerken, dass ich mein Netzteil für das Handy entweder vergessen habe, ärgerlich, oder verloren, sehr sehr ärgerlich. Suche im Laptop nach einem Wecker, aber finde keinen, was heißt, dass ich entweder zu doof bin oder es tatsächlich keinen gibt. Mein Nachbar sagt zu, mich um 6 zu wecken, wenigstens eine einigermaßene Beruhigung.&lt;br /&gt;
Nun im Recreation Room Viertelfinale Spanien-Italien, die Spanier haben wie immer den Text ihrer Nationalhymne vergessen und die Italiener ziehen, eine blöde Unart von ihnen, ständig an den Trikots der Spanier, aber ein trotzdem ausnehmend ödes Spiel, es wäre schade um die Zeit, wenn ich sie nicht sinnvoll auch anderweitige nutzen würde.  &lt;br /&gt;
Sitze gegen 11 vor der zweiten Halbzeit im Recreation Center, wie sie diesen Raum mit Fernseher euphemistisch getauft haben. &lt;br /&gt;
Das Spiel todlangweilig, sie schießen keine Tore.&lt;br /&gt;
Der Hals ist wund von den Abgasen und den Embassy-Zigaretten, Verdauung auch alles andere als im grünen Bereich, Kopfdruck, so also sieht mich Nairobi am vorletzten Tag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Montag, 23. VI. 08, Regen: &lt;br /&gt;
Kenia, Nairobi, Gateway Club, Dubois Street: Pünktlich wie eine deutsche Eiche kommt Peter Mungai ins Hotel, wobei er mir netterweise sogar noch Luft zum Frühstücken lässt. Das Taxi zur Schule kostet 1000 Schilling.&lt;br /&gt;
Es geht durch die Slums des Kariobangi Gebietes von Nairobi, der Hauptstadt Kenias und Heimat der größten Slums Afrikas. Die von Piraten der Straßen betriebenen Sammeltaxis Matatus rasen halsbrecherisch durch die schlammigen Gassen voller Bretter- und Wellblechhütten. Wie eine Oase der Ruhe, der Bildung und des Friedens erscheint das Gelände der Marura Primary School mit ihrem Motto Only The Best. &lt;br /&gt;
Wie jeden Montag wird der erste Schultag mit einem Appell begonnen, bei dem sich alle 1470 Schüler auf dem Schulhof versammeln und auf die neue Woche eingeschworen werden. Heute geht es um ???&lt;br /&gt;
Da ist er, man würde ihn für einen Hausmeister halten, wenn da nicht die Schuluniform mit den kurzen Hosen wäre. Es ist Kimani Ng&apos;ang&apos;a Maruge, der älteste Schüler der Welt. 200? ging er zur ??? (Fakten aus den englischen Artikeln einfügen!)&lt;br /&gt;
Er tut so, als ob er schwatzende Schüler mit seinem Stock schlagen wollte.&lt;br /&gt;
Dabei ist er schon in der kleinsten Klasse.&lt;br /&gt;
Aus einem mir unerfindlichen Grund sind alle Fotos aus dem Klassenzimmer mit kleinen und mittleren Leuchtpunkten versehen, glaube erst an Tropfen auf der Linse, doch die ist eigentlich sauber. Staub im Raum? Da werde ich wohl einen Fachmann befragen müssen. Jedenfalls tritt der Effekt nur in diesem Raum auf, weder vor der Tür noch in einem anderen. Zum Glück gelingen mir andere gute Schnappschüsse.&lt;br /&gt;
An unseren Schuhen klumpt die Erde, viel Soil sei darin (Lehm?), auf riesigen Matsch- und Strohballen staksen wir übers Schulgelände.&lt;br /&gt;
Ein normaler Schüler ist er natürlich nicht, dafür interessieren sich zu viele Menschen für ihn, die sonst den Weg hier nach Kariobangi wohl kaum finden würden. Während der Pausen darf er mit seinen Pädagogen und dem Direktor im Lehrerzimmer Tee trinken. Und tatsächlich kann man sich nicht vorstellen, wie der trotz seiner geringen Körpergröße sehr würdige Alte mit dem unwiderstehlichen Lachen in der Pause mit den Kindern Seil springen sollte.&lt;br /&gt;
Bekommen beim Direktor Elias Nyutu Kamau (54) Tee serviert, zum Frühstück um 11 wird den Schülern Porridge serviert, mittags Reis und Erbsen. Für viele der Schüler zwischen 6 und 13 Jahren sind das die einzigen Mahlzeiten des Tages. &lt;br /&gt;
Oder besser: Welche Altersklassen er habe? Die Schüler seien 6 bis 88 Jahre alt, lacht Herr Kamau, aber abgesehen von seinem prominenten Methusalem sind die 13jährigen die Ältesten.&lt;br /&gt;
Die Probleme liegen in der Hauptsache in der Bausubstanz, man möge sich das mal vorstellen: 10 Toiletten für 700 Jungen. Auch die Schulgebäude selber sind nicht in perfektem Zustand, ähnlich den Hütten des Slams vor den Mauern sind die meisten Klassenräume nichts anderes als eine 300 Meter lange Baracke aus Holz und Wellblech, jetzt im Juli, der kalten Jahreszeit, frieren die Schüler, es regnet durchs Dach, wenn es heiß ist, heizen sich die Räume unerträglich auf.&lt;br /&gt;
Die Ursache der Gewalttätigkeiten sieht der Direktor mit der ausdrucksvollen Mimik und Körpersprache in der Art, wie hier Wahlkämpfe geführt werden. Als auch hier in der Gegend Menschen wegen ihrer Zugehörigkeit zu bestimmten Stämmen abgeschlachtet wurden, stellte er einen Wachmann ans Tor. Niemand wollte nach Hause gehen, hier fühlten sie sich sicher. Seine Schule war eine Oase des Friedens im brennenden Kenia.&lt;br /&gt;
Der alte Schüler Maruge kam hier her aus einem Flüchtlingslager, wo er in einem Zelt untergebracht war und kam sich vor wie im Himmel: Das ist mein Bett?, fragte er überglücklich. Er lebt hier keine 100 Meter entfernt, ein Laufweg, der dem Greis keine Probleme macht.&lt;br /&gt;
Zurück im Matatu, filme fleißig die Atmo, Saddam-Hussein- und Osama-Bin-Laden-Bilder zieren den Fahrzeughimmel. &lt;br /&gt;
War wohl eine sehr richtige Entscheidung, nicht einfach zu der Schule zu fahren, sondern über den Direktor die Sache vorher abzuklären. Gebe Peter für seine Mühen und Auslagen 1000 Schilling, 10 Euro, bin unsicher, ob das frech wenig ist oder ganz okay. &lt;br /&gt;
Haue mich erstmal aufs Ohr, mein vorletzter Schlaf in diesem abgeranzten Raum. Werde ihn wohl kaum vermissen. Danach esse ich einen gekochten Fisch mit Reis in der Stomach Clinic in der Tom Mboya Street. &lt;br /&gt;
Verabschiedung von Johannes und Eliphas lädt mich noch ins The Dancing Spoon ein, das Café meines ersten hiesigen Kinos, wo ich guten Capuccino und ein Stück Black Forest Cake zu mir nehme. Er hat eine 3jährige Tochter, aber ein weiteres Kind ist eher nicht in Planung, mit einem Einkommen sei es sonst zu teuer.&lt;br /&gt;
(Im Flugzeug Kairo-Berlin, 24. VI. 08:) In Johannesburg, Südafrika, sei es mit der Kriminalität viel schlimmer, da könne er auch als Schwarzafrikaner abends nicht durch die Straßen gehen.&lt;br /&gt;
Südafrikas und Nigerias Wirtschaft sind stärker als die Kenias.&lt;br /&gt;
Kenia, Nairobi, Gateway Club, Dubois Street: Er hofft, dass die Verfassungsreform Ausschreitungen wie jüngst nach der Wahl verhindern. Auch gibt es eine Ostafrikanische Union, die mittelfristig eine gemeinsame Währung anstrebt, sogar einen Pass kann man schon bekommen. Erinnere mich an die extra Schalter bei der Einreise hier und in Tansania für Ostafrikaner. Kenia, Tansania, Ruanda und Burundi machen schon mit, Äthiopien möchte auch. (Im Flugzeug Kairo-Berlin, 24. VI. 08:) Uganda hat Angst, Kenia wolle damit nur größere Absatzmärkte für seine Produkte erreichen.&lt;br /&gt;
In Kamerun, wo er jüngst einen Vortrag über das kenianische Bibliothekswesen hielt, sind die Zustände recht traurig, es gibt im ganzen Lan keine einzige Bibliothek, alle Intellektuellen sind im Ausland, kein Wasser im besten Hotel des Landes, dem Vertragshaus des dortigen Goethe-Instituts, sein englisch verstanden sie auch nicht, jemand vom Institut musste angerufen werden, da stellten sie ihm einen Eimer Wasser ins Zimmer. Beamte und selbst Kellner werden nicht bezahlt, letztere behalten einfach das Wechselgeld. Eine gigantische Inflation, das viele Geld kann man nirgends zurücktauschen.&lt;br /&gt;
Kenia, Nairobi, Gateway Club, Dubois Street: Er bringt mich noch bis ins Hotel, wir bleiben in Verbindung, er ist im September in München und kommt vielleicht auch nach Berlin. Mich würde es freuen. &lt;br /&gt;
Statt in die Filiale des nahegelegenen Java House, die mir zu überfüllt ist, esse ich eine Cheeseburger Combo im Wimpy (Corner House, Kimatlin/Mama Ngina Street).&lt;br /&gt;
Die Verschleimungen im Kopf nehmen zu und sie drohen, neben den Geschmacksnerven, die schon verklebt sind, auch noch aufs Gehirn überzugreifen.&lt;br /&gt;
½ 8 was ich vielleicht schon längst hätte tun sollen: In der Bar schreiben. Was soll denn passieren, sollte ich wirklich befürchten, dass ein Wahnsinniger herein kommt und mit Waffengewalt meine alte Möhre mit den kaputten Tasten an sich reißt?&lt;br /&gt;
Im Fernsehen hier klassische Boxkämpfe, Ali gegen Foreman, hat Stein mal im Burger gezeigt, wie Ali in sich müde boxen lässt, um ihn dann 1, 2, 3 zu erledigen.&lt;br /&gt;
Gegen 9 zufrieden, die heutigen Notizen, die wie mir scheint, besonders fragmentarisch geraten sind, wenigstens abgetippt zu haben. Wahrscheinlich würde ich Wochen brauchen, um meine Reiseaufzeichnungen wirklich gründlich auszuwerten oder auch nur alles in mein Journal zu übertragen. Aber zum Glück zwingt mich niemand dazu, höchstens mein eigenes Wissen ist ein gewisser Druck, das Wissen, wie sich die Notizen in unverständliche Hyrolglyphen (?) verwandeln, wenn ich sie nicht zeitnah weiter verarbeite. Zeitfern ist das hier genauso unverständlich.&lt;br /&gt;
(Im Flugzeug Kairo-Berlin, 24. VI. 08:) Derzeit fühle ich mich nach jeder Zigarette miserabler, aber ich muss trotzdem weiter rauchen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dienstag, 24. VI. 08, Nairobi Regen, Kairo und Berlin Sonne:&lt;br /&gt;
Im Flugzeug Kairo-Berlin: Trotz schwachen Akkus weckt mich mein Handy zuverlässig, aber es wäre in der nervösen Nacht gar nicht nötig gewesen, eigentlich stündlich wache ich auf und sehe nach der Uhrzeit.&lt;br /&gt;
Nun also 3.30 Uhr morgens wach, Packen und um 4 mit dem Taxifahrer, den ich wecken muss, durchs leere Nairobi zum Flughafen. Dort ist der Schalter von Egypt Air verwaist. Ich sie zu spät, erfahre ich, sie hätten schon geschlossen und ich müsse den nächsten Flug nehmen und dazu in die Stadt zurück in ein Reisebüro. You&apos;re too late, they closed it at 4. Ich solle in einem Büro fragen, dort ist aber niemand. Renne zu einem anderen Schalter, die Frau dort hat schon bei Egypt Air angerufen, es sei zu spät und nicht zu machen. Vor mir rollt schon der Alptraum ab: Wieder ein Taxi in die Stadt zurück nehmen, krank wie ich bin wieder ein Hotel suchen, diesmal wohl das Terminal, um schließlich bei Eliphas anzurufen oder bei ihm vorbei gehen: Mir ist was Blödes passiert ...&lt;br /&gt;
Nur meine Müdigkeit lässt Verzweiflung und Panik nicht über mir zusammenschlagen. This is terrible for me!, sage ich der Frau am Schalter und bitte sie, doch nochmal anzurufen und eines dieser afrikanischen Wunder geschieht: Sie würden jemanden schicken. Wahrscheinlich hätte ich liebend gern 100 oder 200 Euro Schmiergeld bezahlt, um das zu erreichen.&lt;br /&gt;
Letztlich ist sie es dann selber, die mir mit Hand eine Bordkarte ausschreibt und mich mit dieser Karte auf die hastige Tour zu Gate 8 schickt. Dort ist alles eher relaxt, den Rucksack kann ich vor dem Einsteigen abgeben, es sind nur circa 15 Passagiere in der Maschine.&lt;br /&gt;
5.22 Uhr hebt sie ab, mit mir an Bord statt verzweifelt in Nairobi. Merke: Wirklich 2 Stunden vor Abflug da sein!  Döse im Flugzeug nach dem opulenten industriellen Frühstück aus Press-Spiegelei, Würstchen, Schafskäsepastetchen und Milchreis mit Zimt schnell ein und die trockene Luft dörrt meine sonst überlaufenden Schleimhäute aus.&lt;br /&gt;
Träume von einem offenen Gelenk, an dem mir emand die Funktion der verschiedenen Nerven zeigt, die Nervenstränge sind bunte Wollfäden.&lt;br /&gt;
4 Stunden 45 Minuten dauert der Flug nach Kairo. Als ich erwache sind wir schon über Ägypten, vermute ich, Wüste und Oasen, dann der Leben spendende Nil. Lese in Kwani? &#8470; 2 (Nairobi, 2003): Asche kremierter Vergangenheit, Asche der Vergangenheit, feuerbestattet.&lt;br /&gt;
Über Kairo beim Landeanflug so schreckliches Ohrenstechen, dass ich fast nicht mehr schreiben kann. Im Flughafen veranstalten sie mit den Pässen der Transfer-Passagiere eine umständliche und undurchsichtige Prozedur, jedenfalls müssen alle 15 Minuten warten, bis sie ihre Dokumente zurück bekommen.&lt;br /&gt;
Start pünktlich, noch 2876 Kilometer bis Schönefeld.&lt;br /&gt;
Über Rhodos schalte ich den Laptop an, schon beängstigend, wie lange er inzwischen braucht, bis ich arbeiten kann, das geht schon auf 10 Minuten zu.</description>
    <dc:creator>Hennig</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Hennig</dc:rights>
    <dc:date>2008-06-24T18:18:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://falkohennig.twoday.net/stories/4992655/">
    <title>www.Falko-Hennig.de</title>
    <link>http://falkohennig.twoday.net/stories/4992655/</link>
    <description>29. Juni, 20.15, Kaffee Burger Berlin): &lt;br /&gt;
Reformbuehne Special zum Endspiel der EM.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dienstag, 10. VI. 08, sonnig:&lt;br /&gt;
Tansania, Dar Es Salaam (Dar), Protea Hotel Courtyard, Ocean Road, Hof: Das ins Netz zu stellen ist wohl sehr unsouverän, aber mir ist gerade danach und ich sehe möglichen Konsequenzen gelassen entgegen.&lt;br /&gt;
Die Gummititte meiner .-Taste löst sich, aber noch lässt sie sich benutzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mittwoch, 11. VI. 08, sonnig:&lt;br /&gt;
Tansania, Dar, Protea Hotel Courtyard, Ocean Road, Hof: Versuche, das Gummitittchen wieder auf den Punkt einzupassen, aber es müsste angeklebt werden. Der Laptop zerfällt mir unter meinen fleißigen Fingern.&lt;br /&gt;
E-Post im Hof des Hotels ab ½ 3, Wladimir hatte einen Autounfall, seine Fahrerin lebensgefährlich verletzt, er wohl nur Gehirnerschütterung und Beulen und hat das Krankenhaus schon wieder verlassen. Das wird bestimmt ein schöner Text werden.&lt;br /&gt;
Quäle mich ziemlich an dem Ablauf und genauem Konzept für Mexiko im September. Bei Thomas Mann hat das alles seine Frau gemacht, Frau Thomas Mann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Donnerstag, 12. VI. 08, sonnig:&lt;br /&gt;
Tansania, Dar, Protea Hotel Courtyard, Ocean Road, Hof:&lt;br /&gt;
Briefe als Tagebuch-Ersatz: Gestern bei der ersten tansanischen Lesebuehne fiel beim ersten Vorleser der Strom aus und die Show wurde dann im Schweinwerferlicht von zwei Autos mit laufenden Motoren fortgesetzt. Irgendwann kam der Strom zurueck und die Show war klasse, bin sehr zufrieden und ein ganz klein bisschen verkatert von einigen Glaesern Wein und zwei Bieren im hiesigen Irish Pub. &lt;br /&gt;
Ob ich in Sansibar das heutige deutsche Spiel sehen kann ist noch unsicher, kann mir aber schwer vorstellen, dass es nicht geht.&lt;br /&gt;
Mein Magen-Darm-Bereich hat sich wundersam normalisiert, ich reise also gesund ab nach Sansibar.&lt;br /&gt;
Sansibar City, Stonetown oder so ähnlich, die Altstadt von Sansibar, Hotel Kiponda:&lt;br /&gt;
Unerfreulich ist, dass das Clove Hotel mein Zimmer schon vergeben hat, ich hätte es nochmal bestätigen müssen, erfahre ich von der Managerin. Sie verweist mich ins Kiponda, was nur 20 $ die Nacht kostet und mir auch ausreichend scheint.&lt;br /&gt;
Gebe Mücke im Africa House ein Bier aus, den Sonnenuntergang habe ich leider verpasst.&lt;br /&gt;
Dann zu ziemlich göttlichem Essen zu der dänischen Ärztin, Leonie hat eine ganz bezaubernde, ungefähr 10jährige Tochter, Autofahrlern-Anekdoten aus der Kindheit werden zum Besten gegeben.&lt;br /&gt;
Dann doch leichte Ängste, mal abgesehen von der Erschöpfung durch Reise und Klima, die mich die halbe Stunde auf dem Platz der Lebanon Brothers bis zum Anpfiff von Österreich-Polen nicht ausharren lassen, letztlich interessiert es mich doch zu wenig, und das Ergebnis Deutschland-Kroatien, Schweini und Co. haben 2:1 verloren habe ich erfahren.&lt;br /&gt;
Durch die dunkle, von Generatorengebrumm erfüllte Stadt, der seit Wochen andauernde Stromausfall ist durch die Beschädigung eines Unterwasserkabels von Dar Es Salaam verursacht und niemand weiß, wie lange er noch anhalten wird. Das Gefühl ist, es passiert gar nichts.&lt;br /&gt;
Im Zimmer ist es mit dem Deckenventilator einigermaßen auszuhalten, liege in Unterhose unterm Moskitonetz. Wie ich aber, wenn gleich um 10 der Generator abgeschaltet wird, dann schwitzend die Nacht überstehen werde, das steht auf einem anderen Blatt.&lt;br /&gt;
Nutze die letzten Minuten zum Lesen. Immerhin bis ½ 11 geht es noch, dann ist Sense, Stromsperre auch hier, mir wäre das Nageln des Generators und dafür sich drehender Ventilator lieber gewesen, aber diese Option gibt es nicht.&lt;br /&gt;
Wie lange ich manchmal brauche, bis sich das Offensichtliche und Naheliegende in meinem Kopf zur genialen Idee zusammen kristallisiert, aber jetzt ist es soweit: Natürlich über den Stromausfall, Ursachen, Konsequenzen, voraussichtliche Dauer usw. berichten, dazu noch schöne Fotos der nächtlichen Lichtszenen, also morgen frisch ans Werk, Schreiberling! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Freitag, 13. VI. 08, sonnig:&lt;br /&gt;
Sansibar, Tansania, Dhow Countries Music Academy am Hafen, Mizingani Road: Schlafe ganz wider Erwarten fabelhaft, morgens geht für eine halbe Stunde der Strom an, aber auch danach noch und endlich, nach einer Woche! ist mein Magen-Darm-Trakt wieder in Ordnung, was für eine Freude zu leben!&lt;br /&gt;
Manchmal fragen Freunde oder Verwandte: Ihr habt häufig Stromausfall?&lt;br /&gt;
Nein, lacht Leonie Schollmeyer, Wir haben nur einen, und den seit vier Wochen! Sie ist eine der deutschen Mitarbeiterin der Dhow Countries Music Academy, die am Hafen der Insel in einer arabischen Villa residiert. Trommeln, Gitarren, Klavier und Geigen klingen durch den kühlen Innenhof, und das Dröhnen eines Generators.&lt;br /&gt;
Das Kabel führt durch den Indischen Ozean von Ras Kilomoni auf dem Festland von Tansania zum sansibarischen Ras Fumba.&lt;br /&gt;
Hakon Hamre, norwegischer Ingenieur, der von den tansanischen Behörden zu Hilfe gerufen worden ist, äußerte sich nach Besichtigung der Anlagen auf Sansibar: &lt;br /&gt;
Ich kann nicht sagen, wann der Strom wieder fließt, aber wir erwarten, dass die Arbeiten bis zu drei Monate dauern können, weil das Problem sehr speziell ist. In Norwegen hätten sie bei einer ähnlichen Panne drei Monate gebraucht. Er führt das Versagen des Kabels auf eine Überspannung zurück, die an dem Schicksalstag als Folge des Zusammenbruchs des tansanischen Stromnetzes auftrat.&lt;br /&gt;
Die Meldungen der tansanischen Presse über den Zanzibar power blues sind verwirrend, das Kabel sei explodiert, die Kühlflüssigkeit für die Leitung werde nach Frankreich geschickt um dort getestet zu werden, bevor sie das Öl für ein neues Kabel verwenden, und das obwohl dieses Öl seit 28 Jahren erfolgreich ein Kabel in Dar Es Salaam schützt. Sicher ist jedenfalls: Es gibt keinen Strom und niemand weiß, wann er zurück kommt.&lt;br /&gt;
Hotels und kleine Fabriken hätten schließen müssen, 30000 Personen seien durch die Stromsperre arbeitslos geworden. Diese Zahlen sind wohl schwer zu bestätigen in einem Land, in dem sowieso die meisten arbeitslos sind. Zweifellos trifft die fehlende Energie die Fischer am stärksten, die große Meerestiere gar nicht mehr verkauft bekommen: Was man nicht am selben Tag verzehren kann, würde mangels Kühlung unweigerlich verderben.&lt;br /&gt;
Eine Spanierin, die in ein Hotel unweit der Stadt betreibt, empfindet den Stomausfall als Alptraum, das Angebot der Restaurants ist eingeschränkt, die Wasserpreise sind auf 1000 Schilling für die 20-Liter-Flasche gestiegen.&lt;br /&gt;
(Sansibar, Dhow Countries Music Academy, 14. VI. 08:) Kauf einen kleine Stapel fantastischer Schreibbücher, eigentlich müsste ich den ganzen Laden leer kaufen und in Berlin einen eigenen damit aufmachen.&lt;br /&gt;
Sansibar, Tansania, Dhow Countries Music Academy am Hafen, Mizingani Road: Oza Rohit, Fotograf des Fotostudios Capital Art, dessen Vater das Geschäft 1930 gründete, bekommt zu seinem Glück Strom von einem benachbarten Hotel. Sein Generator gab mit Beginn des Stromausfalls seinen Geist auf. Die Schwierigkeiten liegen eher dort wo er wohnt, und sie betreffen Kochen und Wasser, also das Leben. Stromausfall ist hier an der Tagesordnung, auch über zwei oder drei Tage, aber dass jetzt schon ein Monat die Energie fehlt sei doch sehr bedenklich, weil sauberes Wasser fehlt. Die Häuser sind mit elektrischen Pumpen ausgestattet, wer keinen Generator hat, der hat also auch kein Wasser.&lt;br /&gt;
(Sansibar, Dhow Countries Music Academy, 14. VI. 08:) Er verkauft leider keine Trödelfotos sonder nur Profi-Aufnahmen aus eigener Produktion.&lt;br /&gt;
Finde auf dem Friedhof eine ausgeräuberte Brieftasche: JARDELI JIIADELIPIJU, die mir als Überfall-Brieftasche zustatten kommt. Es wäre doch zu dumm, bei einer ja doch immerhin möglichen Raubtat seine echte Brieftasche mit den wichtigen Karten und womöglich viel Geld verlieren zu müssen.&lt;br /&gt;
Sansibar, Tansania, Dhow Countries Music Academy am Hafen, Mizingani Road: Die Preise für Wasser, Benzin und Diesel haben sich fast verdoppelt, Generatoren gibt es gleich gar nicht mehr zu kaufen, weder hier noch in der drei Stunden mit der Fähre entfernten Hauptstadt Dar Es Salaam.&lt;br /&gt;
Nassor Rajubu Dachi ist Direktor der örtlichen Filiale der FBME Bank, und natürlich darf er nicht über wirtschaftliche Auswirkungen auf sein Geschäft sprechen und sich auch nicht fotografieren lassen. Aber über seine private Situation gibt er gern Auskunft, er kauft Benzin für den Generator der Nachbarn und bekommt deshalb von ihnen Strom. Dass sich Nachbarn durch diese Situation näher kommen, sei eine gute Sache. Schließlich singt er noch das Loblied auf die Regierung, die alle Generatoren aus ihren Büros für die Wasserquellen ...&lt;br /&gt;
Sansibar, Pizzeria rechts unterhalb der Terrasse des Africa House: ... zur Verfügung gestellt hat. &lt;br /&gt;
Mücke Quinckhardt, Direktorin der Musikschule ist skeptisch über diese schnelle unbürokratische Hilfe. Die Hamburgerin mit hugenottischen Wurzeln kennt Sansibar seit 1989: Dass man Stunden und Tage keinen Strom hat, ist normal. Aber über einen Monat? Noch nach einigen Tagen dachten sie, dass es bald vorbei sein müsste. [banal!] In der Akademie, in denen einheimische Schüler traditionelle Musik erlernen, haben sie zuerst ihren Arbeitsalltag umgestellt, Zeitung gelesen, statt sich im Internet zu informieren, die Ablagen wurden aufgeräumt und alles erledigt, wozu man keinen Strom benötigt. Mit ihrem Laptop konnte sie, wenn das Akku aufgeladen war, drei Stunden Texte und Protokolle schreiben.&lt;br /&gt;
Nun gehörte zur täglichen Routine, zwei Stunden in einem Stonetown Café zu sitzen, um das Handy und den Laptop aufzuladen, ins Internet zu gehen und dabei für 1500 Schilling Kaffee zu trinken. Die Gesprächskultur änderte sich entscheidend, mit den schwedischen Paar aus der Nähe, mit dem sie noch nie gesprochen hatte, unterhielt sie sich nun stundenlang über Strom und Wasser. Überhaupt die fruchtbaren Gespräche, auch in ihrer Schule: Bemerkenswert, wie sich die Kommunikation verbessert hat.&lt;br /&gt;
Doch nach einigen Tagen merkte sie, dass sie auch im Büro Internet und Computer brauchten [banal?] und machte sich auf die Suche nach einem Generator. Abgesehen davon, dass eine solche Maschine für ihre Schule bis zu 3000 $ kostete, war einfach keiner zu bekommen. Nicht nur hier auf Sansibar waren alle Generatoren ausverkauft, selbst in der Hauptstadt Tansanias, Dar Es Salaam auf dem Festland gab es keine mehr. Eine Freundin hat schließlich in Arusha einen gefunden und Mücke hat ihn einfliegen lassen und endlich nach zwei Wochen ...&lt;br /&gt;
Sansibar, Hotel Kiponda: ... lief der und eine Art von Normalbetrieb kehrte wieder ein. &lt;br /&gt;
Wasserpreise haben sich fast verdoppelt, 700 Schilling kostet eine Flasche inzwischen, das ist immerhin ein Fünftel eines hiesigen Tageslohnes. Es entwickelten sich schnell neue Geschäfte, aus großen Tankwagen wurde das Wasser eimerweise verkauft. Derzeit werden massenhaft Kerosinlampen, verkauft, auch Mücke hat sich damit eingedeckt, doch die rußen fürchterlich. Bei sich in der Wohnung musste sie erstmal den Kühlschrank leeren und ihre Vorräte an Katzenfutter entsorgen. An einer Stelle, an der viele herrenlose Katzen residieren bescherte sie den Tieren ein unverhofftes Weihnachten. Nun bringt sie ihre Katze mit Trockenfutter durch, was mit 2000 Schilling am Tag eigentlich der völlige Wahnsinn ist.&lt;br /&gt;
Seit dem Stromausfall hat sie nur zweimal gekocht.&lt;br /&gt;
In den ersten Tagen ohne Wasser haben sie versucht, den Regen aufzufangen.&lt;br /&gt;
Für 50000 Schilling hat sie ein Stromkabel für den Generator des Nachbarn gekaut, der hatte Glück mit ihr als Mzungu, wie die Weißen auf Suaheli genannt werden, denn sie hat nicht nur die Leitung vorfinanziert sondern gibt auch ihren Anteil an den Benzinkosten. Das gesamte Netzwerk mit den Nachbarn läuft über Geld. Benzin kostet 1700 Schilling, ungefähr ein Euro, ähnlich Diesel.&lt;br /&gt;
Für zwei Schultage verbraucht sie 20 Liter.&lt;br /&gt;
Es trifft kleine Firmen und Läden, die sich keinen Generator leisten können, und besonders die Fischerei: Die Preise sind rapide gefallen und keiner kauft mehr große Fische.&lt;br /&gt;
Eine Taschenlampe wäre gut und ich solle aufpassen, es sei gerade saure-Gurken-Zeit für Junkies, das heißt sie sind hungrig.&lt;br /&gt;
An der Ostküste sieht es schon ganz anders aus, das haben sie sowieso keine Kühlschränke und Licht, aber Wasserpumpen brauchen sie auch. Hotels sind da mit ihren Generatoren eingesprungen, die sehen sich in der Pflicht.&lt;br /&gt;
Es gebe so Stories, das Kabel sei vor 30 Jahren gelegt worden und habe eine maximale Lebenszeit von 30 Jahren, aber keinerlei Vorkehrungen sind getroffen worden, keine Ersatzteile standen bereit. &lt;br /&gt;
Früher gab es hier für jedes Stadtviertel Generatoren, die wurden alle abgebaut und verkauft.&lt;br /&gt;
Die Diskussion um Korruption und Investitionen, die in der Hauptstadt Dar Es Salaam begonnen hat, geht an Sansibar vorbei, obwohl sie hier nicht weniger dringend nötig wäre.&lt;br /&gt;
Sansibar, Tansania, Dhow Countries Music Academy am Hafen: Gegen 11 hier in der Music Academy, &lt;br /&gt;
In der Tat brummt und stinkt die ganze Stadt von Dieselgeneratoren und so geht es schon mit dem Strom, sogar in meinem Zimmer gibts von 7-10 welchen.&lt;br /&gt;
Währenddessen treffen hier in der Musikschule Solarlampen aus Japan ein, damit können auch die Kinder abends lesen, ohne dass man Angst haben muss.&lt;br /&gt;
An Thomas Witt:&lt;br /&gt;
Lieber Thomas,&lt;br /&gt;
ich brauche dringend schnell etwas Informationen zu Untersee-Stromkabeln, da ich hier auf Sansibar an einem Artikel ueber den hiesigen Stromausfall seit einem Monat berichte. Da ist die Rede von INSTALLATION OIL, in dem das Kabel gelagert ist. Ist das Kuehloel? Weisst Du sonst noch etwas ueber die Materie?&lt;br /&gt;
Hoffentlich bist Du online,&lt;br /&gt;
Gruss aus Sansibar, Tansania&lt;br /&gt;
Falko&lt;br /&gt;
Der Reiseführer schwärmt über die größte Stadt von Sansibar: Die Gassen von Stone Town strahlen Ruhe und Gelassenheit aus, und manchmal, so scheint es, bleibt die Zeit stehen. Jegliche Hektik und der Stress von zu Hause geraten für eine Zeit in Vergessenheit. Von wegen, die Stadt brummt an jeder Ecke, kein Laden, kein Hotel, keine Bank und kein Restaurant kommt gegenwärtig ohne Dieselgenerator aus.&lt;br /&gt;
Am 21. Mai ist das Stromkabel, das die Insel und die Stadt Sansibar mit Strom versorgt, nach einer Überspannung explodiert, wie die tansanische Presse berichtet. &lt;br /&gt;
David Livingstone nannte die Stadt verächtlich Stinkibar: Der nächtliche Gestank ist so krass, dass man sich daraus ein Stück schneiden könnte, um damit den eigenen Garten zu düngen. Die Kanalisation hat diese Zustände längst gebessert, und doch könnte man die Stadt heute wieder so nennen. Nur ist es jetzt der Gestank der Generatoren, deren Preise sich seit Beginn des Stromausfalls verdoppelt haben.&lt;br /&gt;
Sansibar, Hotel Kiponda: Esse im Malindi, einem kleine Restaurant für Einheimische am Hafen.&lt;br /&gt;
Sansibar, Tansania, Dhow Countries Music Academy am Hafen, Mizingani Road:&lt;br /&gt;
Zanzibar without power for another 4 weeks - media&lt;br /&gt;
Thu 5 Jun 2008, 5:34 GMT&lt;br /&gt;
By William Sakala&lt;br /&gt;
ZANZIBAR (Reuters) - A power cut that hit the Zanzibar archipelago last month will continue for at least another four weeks until an undersea cable is fixed, an engineer working on the repairs was quoted as saying on Wednesday.&lt;br /&gt;
The cable linking Zanzibar to mainland Tanzania broke on May 21. It was damaged by a surge at a power station in Zanzibar following a blackout. Norway built the power station, which receives electricity from mainland Tanzania.&lt;br /&gt;
Local media quoted Hakon Hamre, an engineer with Norwegian firm Nexans, telling the semi-autonomous islands&apos; deputy chief minister, Ali Juma Shamhuna, that Zanzibar should expect at least a month more without electricity.&lt;br /&gt;
&quot;I cannot confirm when power will be restored, but we anticipate the repair works could last ... at least four weeks as the problem is unique,&quot; Hakon Hamre, an engineer with Norwegian firm Nexans, was quoted as saying by a privately owned daily newspaper, the Citizen.&lt;br /&gt;
Hamre is in the country to help engineers from the state-run utilities Zanzibar Electricity Company and Tanzania Electric Supply Company to fix the cable.&lt;br /&gt;
The outage has hurt the economy of Zanzibar, which relies largely on tourism. Businesses have had to resort to expensive diesel-powered generators and airlines now avoid night travel.&lt;br /&gt;
&quot;We can not run a 100-room facility on generators for weeks,&quot; one hotel owner north of Zanzibar told Reuters.&lt;br /&gt;
Zanzibar has been receiving electricity for the last 28 years through the 38 km marine cable, which is reported never to have been serviced.&lt;br /&gt;
The lack of power has had a big impact on water supply and hospitals, while Zanzibar Electric Company says it is losing 30 million shillings a day in revenue.&lt;br /&gt;
The islands get their electricity from Tanzania&apos;s Kidatu hydro power plant, using an average of 40 Megawatts at any given time for its population of about 1 million.&lt;br /&gt;
They are the only Indian Ocean islands that fully depend on electricity supplied from the African continent and critics say they were unprepared for this blackout.&lt;br /&gt;
&quot;This has been the mistake ... We have had many signals that an alternative source was needed but the government has not taken any action,&quot; opposition Civic United Front shadow energy minister, Hamad Masoud, told a news conference. &lt;br /&gt;
Friday, 30 May 2008 18:48 UK&lt;br /&gt;
Melting in Zanzibar&apos;s blackout &lt;br /&gt;
The electricity blackout in Zanzibar is in its second week and the Tanzanian island&apos;s energy ministry says it is unclear when the problem will be fixed. &lt;br /&gt;
Small-scale entrepreneurs have been severely hit by the power crisis. Abuy, a shopkeeper in Stone Town, tells the BBC how he is coping. &lt;br /&gt;
The two most popular items I sell are frozen chickens and ice cream. &lt;br /&gt;
All the stock had spoiled because of the power failures which brought my freezers to a halt. &lt;br /&gt;
I threw out the chickens and gave the melting ice cream to children playing outside. &lt;br /&gt;
I didn&apos;t even do the maths to think how much I lost financially. &lt;br /&gt;
Not realising the blackout would last as long as it has, when I was offered a load of chickens cheaper than usual, I bought the lot to recover my costs. &lt;br /&gt;
So, I had a freezer full of frozen chickens and no idea when we might get electricity back. &lt;br /&gt;
It all started last Wednesday, when all my friends had gathered in the area to watch the Champions League final between Chelsea and Manchester United. I am a big Man U fan. When the electricity cut at half time, we didn&apos;t think it was a big problem, and waited a few minutes before finding a friend with a generator and satellite dish nearby to finish cheering the crucial game. &lt;br /&gt;
I was ecstatic that my team won, and surprised when the power didn&apos;t come back that night. But the next morning, there was talk that something serious had happened with the electricity. &lt;br /&gt;
I still opened my shop as normal. &lt;br /&gt;
A few days later after the first lot of chickens had gone off, I went to buy a small generator. It cost around $500 - the prices have gone up, but what could I do? &lt;br /&gt;
I am spending around $35 to $40 a day on fuel to run it. And how much am I making? Nothing. &lt;br /&gt;
Candles popular &lt;br /&gt;
No-one is buying frozen chickens because they are not cooking at home without electricity. &lt;br /&gt;
If the blackout goes on for two months or more, as there are rumours it might, I will have to cut my losses and give all the chickens away. &lt;br /&gt;
There are over 100 in the freezers, and normally I would sell one for $4, but I have a big family and lots of friends who I can feed instead. &lt;br /&gt;
I can then stop running the generator and stick to selling water, tea and eggs instead - and candles, which are very popular at the moment. &lt;br /&gt;
The government has now placed generators at the state&apos;s water pumps, but even before the power cut some houses in Stone Town did not rely on their water supply. &lt;br /&gt;
I have a well in my garden which pumps water into 25 houses. &lt;br /&gt;
I now use the generator to pump that water into the main tank for free. &lt;br /&gt;
Everyone is struggling enough as it is, so I don&apos;t want to add to their costs. I also store fish and meat for my neighbours, give them ice when they need it, and charge their mobile phones. &lt;br /&gt;
I am losing money daily, but that is how Zanzibaris are - you do what you can to help others.&lt;br /&gt;
Week-long blackout hurts Zanzibar &lt;br /&gt;
Businesses in Zanzibar are closing down and residents are bemused as a power cut affecting the whole of the Tanzanian island enters its eighth day. &lt;br /&gt;
The BBC&apos;s Frederica Boswell in Zanzibar says there has been little official information about the blackout. &lt;br /&gt;
It began after a massive power failure in Tanzania; power was restored quickly on the mainland, but not in Zanzibar. &lt;br /&gt;
There are concerns that without running water, usually pumped into homes, there could be an outbreak of cholera. &lt;br /&gt;
It is Zanzibar&apos;s worst power crisis for years, our correspondent says. &lt;br /&gt;
Tourism worries &lt;br /&gt;
Generators have sold out and the price of water has doubled - a 20-litre container of water now costs $1 (50 pence). &lt;br /&gt;
There is confusion about the cause of the failures, our reporter says. &lt;br /&gt;
Tanzania&apos;s state electricity company blames a blown transformer, although some media reports suggest it was a submarine cable that was affected. &lt;br /&gt;
Many cafes in Stone Town have closed down. &lt;br /&gt;
One cafe owner told the BBC she could not afford to spend $100 (£50) a day on fuel for a generator. &lt;br /&gt;
The cost of running a generator for one day is the equivalent to half a month&apos;s electricity bill, some residents say. &lt;br /&gt;
People are desperately looking for places with generators to charge their mobile phones, our reporter says. &lt;br /&gt;
There are also concerns that the power cut could affect the island&apos;s crucial tourist industry. &lt;br /&gt;
The Africa House Hotel says it is spending 20% of its daily revenue on diesel and water for its residents. &lt;br /&gt;
Gegen 2 wird der Generator in der Musik-Akademie abgedreht, Feierabend für heute, 50 Zeilen will Volker Weidermann bis morgen, das sollte zu machen sein.&lt;br /&gt;
Noch mehr Informationen von Thomas:&lt;br /&gt;
Hallo Falko, es wird sich dabei um Isolationöl handeln, nicht Installationsöl. So was ist mir nicht bekannt. Isolations- oder auch Trafoöl wird in Transfomator zur Isolation verwendet. Ich habe eine ganz nette Künstlerseite gefunden:&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.hochspannung-bildhauerei.de/transformatoren.html&quot;&gt;http://www.hochspannung-bildhauerei.de/transformatoren.html&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
Da kannst Du auf den ersten Bildern das Öl in den Behältern sehen. Es wird verwendet, um einen Spannungsdurchschlag zu verhindern.&lt;br /&gt;
Hier noch ein Textaus dem Internet:&lt;br /&gt;
Isolierflüssigkeiten, im allgemeinen Sprachgebrauch meist als Transformatoren- oder kurz Trafoöle bezeichnet, haben im Vergleich zu Motorenschmierstoffen oder Hydraulikflüssigkeiten einige Spezialaufgaben. &lt;br /&gt;
Die extrem dünnflüssigen (ISO VG 7 bis ISO VG 10), meist naphthenbasischen Mineralöle, müssen als Dielektrikum in Transformatoren, Schaltern und Wandlern bei Spannungen bis zu 100 kV Überschläge zwischen den spannungsführenden Teilen verhindern. Sie isolieren die hohen Potentialdifferenzen, imprägnieren fasrige Isolierstoffe, meist Spezialpapiere, oxidationsstabil oder tragen zur Lichtbogenlöschung bei. Außerdem müssen sie die Verlustwärme, die in den Kupferwicklungen entsteht, sicher nach außen abführen. Die Lebensdauer von Isolierölen entspricht nicht unbedingt der Nutzungsdauer der Transformatoren, die bis über 50 Jahre betragen kann.&lt;br /&gt;
Trafoöle altern in Abhängigkeit von Temperatur und Zeit und werden dabei sauer. Durch Oxidation verändern sich die Viskosität und die Leitfähigkeit. Auch Wasser aus der Luftfeuchtigkeit oder Zersetzungsprodukte aus dem Papier verändern die Durchschlagfestigkeit. Daher müssen diese Öle immer wieder auf ihre Leistungsfähigkeit überprüft werden. Neben den Tests wie Viskosität und NZ, die zum Standard bei Ölanalysen gehören, ist die Bestimmung der Durchschlagfestigkeit ein wichtiges Kriterium zur Beurteilung der Gebrauchsdauer von Trafoölen. Diese ist definiert als die Spannung, bis zu der unter genau definierten Bedingungen keine Funkenentladung stattfindet.&lt;br /&gt;
Aus obigen Text lässt sich erahnen, dass wenn dieses Öl nie getauscht wurde, es irgendwann zu einem Durchschlag kommt und damit wäre der Trafo hin.&lt;br /&gt;
Unter : &lt;a href=&quot;http://www.afromaxx.com/home/Aktuell/aktuell_1.htm&quot;&gt;http://www.afromaxx.com/home/Aktuell/aktuell_1.htm&lt;/a&gt; habe ich folgende Meldung gefunden:&lt;br /&gt;
Sansibar sechs Tage ohne Strom, 27.Mai 2008&lt;br /&gt;
Für viele Einwohner von Sansibar ist das Leben auf ihrer Insel im Indischen Ozean derzeit ein Alptraum. Seit sechs Tagen gibt es auf dem Eiland vor der tansanischen Küste keinen Strom. Grund ist ein Stromausfall auf dem Festland. Während dort das Problem im Laufe einer Nacht behoben werden konnte, sitzen die Inselbewohner noch immer im Dunkeln. Experten aus dem Ausland sollen nun helfen. Es könnte aber bis zu drei Wochen dauern, bis die technischen Probleme behoben sind.&lt;br /&gt;
Ohne Strom wird das Leben in dem tropischen Urlaubsparadies zunehmend teurer. Die Preise für Billig-Generatoren chinesischer Bauart stiegen von 300 auf 500 US-Dollar (ca. 317 Euro), doch wird es immer schwieriger, an eines der begehrten Geräte zu kommen. Inzwischen verdoppelten sich bereits die Preise für abgefülltes Trinkwasser. Krankenhäuser der Insel haben Schwierigkeiten, Medikamente kühl zu lagern; alle nicht unbedingt notwendigen Operationen wurden abgesagt. &lt;br /&gt;
Die tansanische Zeitung &quot;The Citizen&quot; berichtete, auch Hotels seien schwer betroffen. Zwar hätten die internationalen Herbergen Generatoren, vor allem aber Kleinbetriebe fürchteten, sich den Einsatz der Geräte nicht mehr lange leisten zu können.&lt;br /&gt;
Da ist folgendes Szenarium vorstellbar: Am Festland platzt der Trafo, der das Unterseekabel nach Sansibar speist. Dadurch kommt es zu einem Kurzschluß im Kraftwerk und der Strom fällt komplett aus. Der defekte Trafo wird einfach abgeschaltet. Damit kann die Energieversorgung auf dem Festland wieder eingeschaltet werden. Die Insel kann aber erst wieder mit Energie versorgt werden, wenn der Trafo repariert ist und dass kann dauern.&lt;br /&gt;
So ein Öl in Unterseekabel selbst halte ich übrigens für unsinnig und sehr gefährlich. Es ist im Kabel nur sehr schlecht möglich die Adern in einer Flüssigkeit zu positionieren und bei einem Defekt würde alles auslaufen.&lt;br /&gt;
Weißt Du, ob es sich um eine AC (Wechselspannung) oder DC (Gleichspannung) Übertragung handelt? Da Sansibar nur ca. 30 km vor der Küste liegt ist hier beides möglich.&lt;br /&gt;
AC kannst Du Dir vorstellen, wie unsere Freileitungen mit Hin- und Rückleiter nur eben in ein Kabel gepackt. Das ist aber in der Reichweite begrenzt, weil es bei Wechselspannung zu Überkopplungen wie beim Kondensator kommt. Da bleibt einfach zu viel auf der Strecke.&lt;br /&gt;
Bei DC wird nur eine Ader, die Hinleitung, verlegt. Als Rückleitung, damit der Stromkreis geschlossen wird, wird einfach die Erde genommen. Hat den Nachteil, dass der Widerstand des Rückleiters nicht immer gleich ist und, für die Seefahrt nicht ungefährlich, dass die Gleichströme starke Magnetfelder erzeugen, die das Erdmagnetfeld verändern und damit die Navigation mit einem Kompaß stören.&lt;br /&gt;
Danke für die Frage. Gruß Thomas&lt;br /&gt;
Sansibar, Hotel Kiponda, Zimmer 15: So richtig bekomme ....&lt;br /&gt;
(Sansibar, Hotel Kiponda, 14. VI. 08:) ... ich es nicht zusammen, nach welchen System meine E-Korrespondenz vom Laptop nicht funktioniert, manchmal funktioniert gar nichts, dann kann ich mit Mozilla Thunderbird zwar empfangen, aber nicht senden, wobei aber Mozilla Firefox einwandfrei funktioniert. Aber Hauptsache es funktioniert überhaupt.&lt;br /&gt;
Befrage noch Farina (11) darüber, was sie am Stromausfall stört: Dass man morgens nichts warmes haben kann. Man muss das Wasser mit der Hand schöpfen, der Lärm der Generatoren, dass man nichts mehr lesen kann. Schule fällt nicht aus weil sowieso Ferien sind. Aber als er begann hatten sie Prüfungen und die Klasse war am Generator und der machte einen Höllenlärm. Dass man nichts Kaltes kriegt, kein Eis, ohne das Doppelte zu zahlen. Zalia (10) erinnert sich an den Beginn, da mussten sie eine 4-Liter-Box Eis aufessen, da war ihr danach schlecht. Dass man abends in der Dunkelheit stolpert, gefällt den Kindern ebenfalls nicht. Aber auch Positives erkennt Farina im Energiemangel: Es gibt mehr Konukation, äh ... Kommunikation, hier hat jeder eine große Mauer um sein Haus, jetzt heißt es: Wo lädst Du Dein Handy auf? Hast Du Wasser? Kann ich bei Dir mein Handy aufladen? Am meisten schmerzt sie, dass sie keine von den 60 DVDs ankucken kann, die sie aus Deutschland mitgebracht hat. So müssen sich die Kinder gedulden, bis sie sich Don Camillo und Peppone, Der Fluch der Karibik und Der nackten Kanone widmen können.&lt;br /&gt;
Sansibar, Hotel Kiponda, Zimmer 15: Amore Mio hat zu, daneben eine Pizza und ein Serengeti Bier: When friends come together the fun always begins with the first cool sip of Premium Serengeti Lager. Refreshing crisp, Premium Serengeti Lager is what you want to make the good times last longer.&lt;br /&gt;
Von 7 bis 8 tippend im Zimmer, welche Textgebirge ich immer auftürme für meine jämmerlichen Artikel, aber sei es drum. Während ich die Fotos auf die Festplatte überspiele.&lt;br /&gt;
(Sansibar, Dhow Countries Music Academy, 14. VI. 08:) Dann hinüber zum Fußballkucken.&lt;br /&gt;
Zwischen den Spielen (siehe morgen!) durchsuche ich im Africa House vergeblich den Guardian nach einem Artikel über den Stromausfall, dann im The Sunrise Restaurant Shangani (lese immer Shanghai) noch ein warmes Safari: As the red sun setzs, lige a glowing tribute to our work, our pride, our tomorrows, one reward is in order. Full bodied, full flavoured, a beer for a people of purpose. Safari Lager, more than just a beer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Samstag, 14. VI. 08, wechselnd:&lt;br /&gt;
Sansibar, Hotel Kiponda, Dachterrasse: T: Liege schwimmend über einem Becken, in dem ein durchtrainierter, aber schon älterer Schwimmer ein Wasserballett aufführt. Er hat einen extrem breiten Mund, der sich beim Grinsen noch weiter verbreitert. Peter Göbel macht auch mit und selbst ich, von allen Seiten haben wir zur Mitte des Beckens zu schwimmen, ich schaffe es natürlich nicht, die gewünschten Schwimm-Aktionen mitzumachen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Nacht regnet es ein paar mal, Frühstück und um 9 weiter an meine gestrigen Notizen.&lt;br /&gt;
Kürze das Artikelchen für die FASZ zusammen, 20 vor 10 mache ich mich auf in die Music Academy.&lt;br /&gt;
Sansibar, Tansania, Dhow Countries Music Academy am Hafen, Mizingani Road: Und letztes Korrekturlesen und Abschicken. Text geht glatt durch, mit den Bildern ist es etwas schwieriger.&lt;br /&gt;
Gestern war ich wieder auf dem einzigen Platz, wo hier Fußball gezeigt wird, aus irgendeinem Grund heißt der Platz Lebanon Brothers, mit Beamer und ungefähr 300 Schwarzafrikanern und mir als Zuschauern. Okay, bei Italien-Rumänien war noch ein weißes Pärchen dabei und bei Holland-Frankreich eine weiße Frau, aber alle schön in der Entfernung. Da der Platz, auf dem das stattfindet, recht klein ist, läuft ein Wächter ständig hin und her und sorgt dafür, dass zwischen den Massen eine Gasse frei bleibt. &lt;br /&gt;
Beim ersten Spiel waren die Sympathien des Publikums auf Seiten der Rumänen, wobei der Jubel bei dem 11er, über dem man sich streiten kann, noch etwas geringer war, als in dem Moment, als Buffon ihn gehalten hat, sehr sportlich, wenn auch der schöne Mutu danach weinen musste.&lt;br /&gt;
Bei Holland-Frankreich waren die Sympathien schon beim 1:0 in der 10. Minute auf Seiten der Niederländer mit orangenen Trikots und orangenen Haaren. Beim ersten Bildausfall projizierte ein wahnsinniger Kicherer Osama Bin Laden neben die Leinwand. Vielleicht als Erinnerung, dass die Al Quaida ihre internationale Karriere mit dem verheerenden Anschlag auf die US-Botschaft in Dar Es Salaam begann, ich glaube es gab damals 200 Tote. Jedenfalls hatte ich trotz allem immer noch ein besseres Bild als ich es zu Hause auf meinem Laptop-Fernseher habe. Sogar das 2:0 schafften die Flachländer, ich bekam Sehnsucht, mal wieder Fußball zu spielen. Der französische Louis-de-Funés-Verschnitt von Trainer sah alt aus, auch nach dem Anschlusstreffer für die Froschfresser, den die Sauce Holondaise gleich wieder erhöhte, und dann noch das 4:1 in der Verlängerung. Die liefen hier wie verrückt mit ihren Stühlen in den Händen herum und ich ging in mein Hotelzimmer ohne Strom, meine Digitalkamera als Taschenlampe benutzend.</description>
    <dc:creator>Hennig</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Hennig</dc:rights>
    <dc:date>2008-06-14T09:01:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://falkohennig.twoday.net/stories/4984229/">
    <title>www.Falko-Hennig.de</title>
    <link>http://falkohennig.twoday.net/stories/4984229/</link>
    <description>9. bis 11. Juni, Goethe-Institut Dar Es Salaam, Tansania&lt;br /&gt;
Soma Book Café: &lt;br /&gt;
Workshop zu Lesebuehnen und Literatur-Marketing.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
29. Juni, 20.15, Kaffee Burger Berlin): &lt;br /&gt;
Reformbuehne Special zum Endspiel der EM.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Montag, 9. VI. 08, sonnig:&lt;br /&gt;
(Dar, Protea Hotel Courtyard, 10. VI. 08:) Nun warte ich also in der Lobby auf die arme Neema, und was immer von der notorischen Unpünktlichkeit der Afrikaner erzählt wird, ich kann diese Erfahrung bisher nicht bestätigen.&lt;br /&gt;
Frage Neema, die hier in Dar zur Schule gegangen ist, in welcher Hinsicht sich keniaische und tansanische Mentalität unterscheiden. Die Tansanier seien entspannter, die Kenianer raffer, kapitalistischer, schneller.&lt;br /&gt;
Kontrastprogramm, hier scheint im Gegensatz zu Kenia so ziemlich nichts zu funktionieren, für DVD-Ton fehlt ein Kabel, die Leinwand hängt außen am Soma Café, auf das es nirgends einen Hinweis gibt, so dass bei der tropischen Helligkeit hier nichts zu sehen sein wird. Ehe es dunkel wird, muss der Beamer ins französische Kulturzentrum zurück gebracht werden, Ulrike verschwindet mit dem Techniker, um ein fehlendes Kabel zu besorgen, was misslingt. &lt;br /&gt;
Immerhinque wird ins Innere des Ladens umgezogen und, oh Wunder! Der Film wird sichtbar, kann sogar problemlos gezeigt werden und alles wird gut. 120 Sprachen gibt es in Tansania.&lt;br /&gt;
So geht der erste Tag des Workshops hier so glatt vonstatten, wie man es sich nur wünschen kann. Ich beginne, ihren Dialekt hier zu lieben, ihr Lächeln. Edwin Semzaba ist eine beeindruckende Gestalt in afrikanischem Burnus. &lt;br /&gt;
Wieder eine in ihrer Unverschämtheit aberwitzige Mail von den Strippern aus der Kleinstadt, mein ganzer Hass auf diese bescheuerte Ansammlung blöder und trauriger Gestalten war völlig berechtigt. Wie sie mit der Polizei drohen und damit, mich beim Kaffee Burger zu verpetzen! Und dabei nehmen sich Herbert und Georg nichts, man sollte sie verbrennen.&lt;br /&gt;
Aber zum Glück weiß ich mich auch so zu beschäftigen, mal in meinem 20bändigen Enzyklopädie Meyers Großes Konversations-Lexikon,  Sechste Auflage 19051909, (Digitale Bibliothek Sonderband: Legendäre Lexika) nachschlagen unter Deutsch-Ostafrika: &lt;br /&gt;
Die Bevölkerung besteht in der Hauptsache aus den sogen. ältern Bantuvölkern, seßhaften, Ackerbau treibenden Stämmen, zwischen die jüngere Einwanderer erobernd eingedrungen sind. Es kamen von S. her Suluvölker, wie die Wayao, von N. hamitische Stämme, wie die Massai im O. des Victoria Niansa und die Watussi im Zwischenseengebiet, sämtlich viehzüchtende, kriegerische Nomaden. Die ältere eingesessene heimische Bevölkerung ist von wohlgebildeter, mittelgroßer Gestalt und von brauner bis schwarzer Hautfarbe. Dazu gehören die Wasagara in Usagara, die Wasambara in Usambara, die Wanika nördlich von den letztern, die Wagogo in Ugogo, die Wahehe oder Mafiti zwischen Usagara und Ugogo, die Wangoni in Uniamwesi, die Dschagga am Kilimandscharo u. a. Sie sind meist in kleine Gemeinden zersplittert, seltener zu größern Verbänden politisch geeint. In den Küstenlandschaften wohnen die stark mit arabischem Blut vermischten Suaheli, eine Händler- und Trägerbevölkerung, die dem halben Äquatorialafrika ihre Sprache, das Kisuaheli, aufgedrängt hat. Von Maskat her sind hier seit dem Mittelalter zahlreiche Araber eingewandert, die vor der deutschen Besitzergreifung die Herren des Landes waren; zu ihnen gesellten sich in neuerer Zeit Judier, teils Banianen (1901: 480), teils muslimische Khodscha u. a. (1901: 2940), die durch Handel und Geldverleihen vielfach zu großem Wohlstand gelangen. Eine Zählung und Schätzung der einheimischen Bevölkerung ergab 1902: 6,847,000 Seelen, die sich auf die 24 Bezirksämter (*) und Stationsbezirke verteilten.     &lt;br /&gt;
Dazu kommen noch 6700 Araber, Inder, Belutschen und Syrer. Zu gleicher Zeit betrug die europäische Bevölkerung 1247 Seelen, darunter 965 Deutsche, 61 Griechen, 53 Franzosen, 24 Österreicher, 27 Italiener, 52 Engländer.  &lt;br /&gt;
Die Küste Ostafrikas war handeltreibenden Arabern schon in den ältesten Zeiten bekannt; eine eigentliche arabische Einwanderung begann aber erst im 10. Jahrh. Durch die damals in Arabien ausbrechenden Unruhen vertrieben, fuhren viele Araber südwärts und gründeten die schnell aufblühenden Städte Makdischu und Brawa (um 908), Kilwa (um 975), Malindi und Mombas. Vasco da Gama traf 1498 in Malindi einen Herrscher an, der ihn möglichst unterstützte. Nun bemächtigten sich die Portugiesen der Küste und der Goldminen von Sofala, die sie rücksichtslos ausbeuteten, bis die unterdrückten Bewohner mit Hilfe des Imams von Maskat 1698 die Portugiesen vertrieben; die Wiedergewinnung von Patta und Mombas (16. März 1728) war nur von kurzer Dauer (bis 26. Nov. 1729). Bis 1785 hatten aber auch die Imame von Maskat vielfach mit Aufstandsversuchen ihrer Statthalter zu tun. Um weitern Selbständigkeitsgelüsten von Mombas etc. von vornherein die Spitze abzubrechen, siedelte Seyyid Said aus Oman 1840 nach Sansibar über. In seinem und seiner Nachfolger (1856 übernahm Saids Sohn Seyyid Madschid die afrikanischen Besitzungen, während dessen älterer Bruder Thueni Imam von Maskat ward) unbestrittenem Besitz blieb die Küste, während das Hinterland nur zeitweilig und gelegentlich zur Tributeintreibung von den Statthaltern durchzogen wurde. Doch erkannten die dortigen Häuptlinge keine Oberherrschaft an und konnten daher 1884 mit den Vertretern der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft (s.d.) Verträge abschließen, in denen sie an diese ihr Land abtraten, wonach Stationen hier und an der Somalküste angelegt wurden. Als nun Seyyid Bargasch von Sansibar (187088) den der Gesellschaft von der deutschen Reichsregierung 1885 ausgestellten Schutzbrief nicht anerkennen wollte und Feindseligkeiten gegen die deutschen Stationen begann, zwang ein deutsches Geschwader den Sultan 13. Aug., die deutsche Schutzherrschaft im vollsten Umfang anzuerkennen sowie die Benutzung der Häfen Dar es Salam und Pangani den Deutschen abzutreten. Nach dem Abkommen mit England (29. Okt. 1886), das die Abgrenzung der deutschen und englischen Interessensphäre sowie den Besitzstand des Sultans von Sansibar regelte, sollte dem Sultan von Sansibar außer den Inseln ein Küstenstreifen von 10 Seemeilen (19 km) verbleiben. Die Südgrenze wurde durch Vertrag mit Portugal 30. Dez. 1886 festgesetzt. In einem neuen Vertrag mit dem Sultan von Sansibar vom 8. April 1888 übernahm die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft die Verwaltung des Küstengebiets südlich vom Umbafluß bis zum Rowuma und die Zolleinnahmen im Namen des Sultans. Damals besaß die Gesellschaft außer der Hauptstation Sansibar 17 Stationen. Als aber 15. Aug. 1888 der Vertrag in Kraft treten sollte, brach ein Aufstand der Araber und der von ihnen abhängigen Eingebornen aus, und die Soldaten des Sultans von Sansibar schlossen sich meist den Rebellen an. So gingen bald sämtliche Stationen verloren; nur Bagamoyo und Dar es Salam konnten mit Unterstützung deutscher Kriegsschiffe gehalten werden, die auch in Gemeinschaft mit englischen Kriegsschiffen die ganze Küste blockierten. Die Deutsch- Ostafrikanische Gesellschaft wandte sich nun an das Reich um Hilfe, das mit der Unterdrückung des Aufstandes den Afrikareisenden Wissmann beauftragte. Dieser erstürmte Buschiris befestigtes Lager bei Bagamoyo 8. Mai 1889; am 6. Juni wurde Saadani genommen, 8. Juli Pangani, dann Tanga. Unterdessen hatte Buschiri Mpapua zerstört. Wissmann errichtete die Station aufs neue, und v. Gravenreuth schlug im Oktober die von Buschiri herbeigerufenen Mafiti in zwei Treffen. Buschiri, der im Dezember noch einen letzten Versuch bei Pangani machte, wurde ergriffen und 14. Dez. 1889 in Pangani gehenkt. Ein zweiter Rebellenführer, Bana Heri, unterwarf sich nach zwei Niederlagen (5. Jan. und 9. März 1890); Kilwa, Lindi und Mikindani wurden im Mai wieder besetzt. Damit war der Aufstand niedergeschlagen.    &lt;br /&gt;
Nun wurde durch Vertrag mit England 1. Juli 1890 die Nord-, Süd- und Westgrenze festgelegt, wodurch Deutschland Witu und alle nördlichern Besitzungen an England abtrat und dafür Helgoland eintauschte, auf die Erhaltung der Selbständigkeit Sansibars und damit auf bedeutende Handelsinteressen Verzicht leistete und dagegen die Anerkennung seiner Hoheitsrechte über das ganze von ihm beanspruchte Gebiet von der Küste bis zu den drei großen Seen im Innern erhielt. Der Sultan von Sansibar trat den ihm gehörigen Küstenstreifen gegen eine Zahlung von 4 Mill. Mk. ab, und 1. Jan. 1891 wurde die deutsche Herrschaft proklamiert. An demselben Tag übernahm nach einem Vertrag mit der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft (20. Nov. 1890) das Deutsche Reich die Verwaltung des Küstengebiets, der Insel Mafia sowie des Schutzgebietes. Zum Gouverneur der neuen Reichskolonie D. wurde der bisherige Gouverneur von Kamerun, v. Soden, 2. Febr. 1891 ernannt und ihm als Kommissare Wissmann, Peters und der aus seiner Äquatorialprovinz mit Stanley zur Küste gekommene Emin Pascha beigegeben. Die Schutztruppe ging mit der Flottille (drei Dampfern) in den unmittelbaren Dienst des Reiches über, das auch die bestehenden Stationen übernahm. Zum Sitz des Gouverneurs wurde Dar es Salam bestimmt. Kommandeur v. Zelewski geriet 17. Aug. 1891 bei einem Strafzuge gegen die räuberischen Wahehe bei Lugalo (Lula) in einen Hinterhalt, wobei er selbst und der größte Teil seiner 350 Mann starken Abteilung fiel. Ebenso fielen die Leutnants v. Bülow und Wolfrum, die von der Kilimandscharo-Station zur Bestrafung des Häuptlings von Moschi ausgezogen waren, mit 20 Mann 10. Juni 1892. Die Kilimandscharo-Station Marangu wurde indes schon nach wenigen Wochen wieder besetzt, und nach dem Zurücktreten des Gouverneurs v. Soden 1892 und seinem Ersatz durch den Oberst v. Schele wurden die Häuptlinge von Moschi, Kilema und Kirua (Meli, Fumba und Kitonpati) am Kilimandscharo 12. Aug. 1893 bei Moschi geschlagen und unterworfen. Auf den Victoria Niansa brachte die Antisklaverei-Expedition drei Segelboote und errichtete dort eine Schiffswerft; Wissmann zog zum Nyassasee, auf dem er einen Dampfer ließ, und erreichte nach glücklichen Kämpfen gegen die Wanika und die räuberischen Wawemba 12. Juli 1893 den Tanganjika, von wo er Ende des Jahres zur Küste zurückkehrte. Seither entwickelte sich D. trotz mehrfacher Mißernten und sonstiger wirtschaftlichen Störungen erfreulich weiter. Der größte Teil des Hinterlandes erkennt die deutsche Herrschaft an, namentlich seitdem der in die Enge getriebene Kwawa Mahinya, Sultan der Wahehe, 19. Juli 1898 Selbstmord begangen hatte; eine deutsche Dampferlinie verbindet die Kolonie mit dem Mutterland. Größere Wandlungen zum Bessern wird indessen erst der Bau von Eisenbahnen im Gefolge haben; die Frage, ob das System der Stichbahnen, wie es Hans Meyer verteidigt, oder die von andern gewünschte Zentralbahn für D. das Richtige sei, neigt sich jetzt zu gunsten der Stichbahnen. Als Nachfolger des Generals v. Liebert trat 19. April 1901 Graf Götzen (s.d.) das Amt eines Gouverneurs von D. an. Laut Vertrag vom November 1902 verzichtete die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft auf die meisten bisher ausgeübten Vorrechte (Münzrecht etc.) zu gunsten des Reiches. Unter solchen Verhältnissen konnte der Erforschung des Schutzgebietes erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet werden. Aus dem Afrikafonds wurden für Unterhaltung der meteorologischen Stationen, für ärztliche und sonstige wissenschaftliche Forschungen, kartographische Zwecke und wissenschaftliche Instrumente größere Summen ausgegeben. Vgl. Förster, D., Geographie und Geschichte (Leipz. 1890); P. Reichard, D., das Land und seine Bewohner (das. 1892); das Sammelwerk »Deutsch-Ostafrika«, Bd. 1: Stuhlmann, Mit Emin Pascha ins Herz von Afrika (Berl. 1893); Bd. 3 u. 4: Möbius, Zoologie (1895ff.); Bd. 5: Engler, Die Pflanzenwelt (189596); Bd. 7: Bornhardt, Zur Oberflächengestaltung und Geologie Deutsch-Ostafrikas (1900); Bd. 8: Fülleborn, Beiträge zur physischen Anthropologie der Nord-Nyassaländer (1902); K. Peters, Das deutsch-ostafrikanische Schutzgebiet (Münch. 1895); I. Thomson, Expedition nach den Seen von Zentralafrika (deutsch, Jena 1882); Böhm, Von Sansibar zum Tanganjika (Leipz. 1888); O. Baumann, In D. (Wien 1890); Derselbe, Usambara und seine Nachbargebiete (Verl. 1891); Schynse, Mit Stanley und Emin Pascha durch D. (Köln 1890); Hans Meyer, Ostafrikanische Gletscherfahrten (Leipz. 1890); v. Behr, Kriegsbilder aus dem Araberaufstand in D. (das. 1891); R. Schmidt, Geschichte des Araberaufstandes in Ostafrika (Frankf. a. O. 1892); Graf v. Schweinitz, D. in Krieg und Frieden (Berl. 1894); Merensky, Deutsche Arbeit am Njassa, D. (das. 1894); Werther, Zum Viktoria Nyanza (das. 1896); Derselbe, Die mittlern Hochländer des nördlichen D. (das. 1898); Kollmann, Der Nordwesten unsrer ostafrikanischen Kolonie (das. 1898); Bernhard, Der Eisenbahnbau in D. (das. 1898); Öchelhäuser, Die deutsch-ostafrikanische Zentralbahn (das. 1899); Widenmann, Die Kilimandscharo-Bevölkerung (Gotha 1899); Hans Meyer,  Der Kilimandjaro (Berl. 1900); Derselbe, Die Eisenbahnen im tropischen Afrika (Leipz. 1902); Goetze- Engler, Vegetationsansichten aus D. (das. 1902); Berichte über Land- und Forstwirtschaft in D. (Heidelberg 1902ff.); Strandes, Die Portugiesenzeit von Deutsch- u. Englisch-Ostafrika (Berl. 1899); Schurtz im 3. Bande von Helmolts »Weltgeschichte« (Leipz. 1901); R. Kiepert, Karte von D. in 29 Blatt, 1: 300,000 (Berl. 1895ff.); Derselbe, Karte von D., 1: 2,000,000 (das. 1899); Moisel, Karte von D. mit Angabe der bis 1903 festgestellten nutzbaren Bodenschätze (das. 1903).&lt;br /&gt;
Warum ich sowas kopiere und ins Netz stelle? Bilde mir ein, irgendjemand könnte diese wunderbaren Quellenangaben nutzen und freut sich darüber.&lt;br /&gt;
Dann beschäftige ich mich, neben den ungezählten Mails, die ich in den Halbzeiten und zwischen den Spielen wechsle, mit Datenpflege, was sich aus dem Autonama-Forum ergibt. Irgendwann werden alle staunen, woher ich ihre Adresse haben.&lt;br /&gt;
Zur Halbzeit steht es 2:0 für Holland, leider bricht dann das Bild weg, so werde ich mir die zweite wohl denken müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dienstag, 10. VI. 08, sonnig:&lt;br /&gt;
Tansania, Dar Es Salaam (Dar), Protea Hotel Courtyard, Ocean Road, Hof: Einen ziemlichen Eiertanz gibt es mit dem Taxifahrer, der auf Teufel-komm-raus 10000 statt der angemessenen 7000 Schilling haben will, die Benzinpreise, Saudi Arabien und China, ich könne ja bei der Regierung anrufen, wenn ich ihm nicht glaube. Ich muss erst wieder aussteigen und mit einem anderen Fahrer verhandeln, ehe er klein bei gibt. Er fährt dann auch einen ziemlichen Umweg, was seiner Ansicht erst recht 10000 Schilling rechtfertigt.&lt;br /&gt;
Im Soma Book Café werden viele von den wunderbaren Stapelstühlen hin- und hergestellt, ein Fernsehteam des hiesigen Kinderprogramms taucht auf und die Dame interviewt alle.&lt;br /&gt;
Erfreulicherweise klappt auch die Projektion meiner in Nairobi gedrehten Mini-DV-Kassetten, wenn auch das große Publikum ausbleibt und das kleine hier bald einschläft. Einmal wieder muss ich mich selber auf der Leinwand sehen, obwohl ich inzwischen abgehärtet sein müsste, ist der Anblick dieses verlebten Menschen, dem es scheinbar ganz unmöglich ist zu lächeln, schwer zu ertragen.&lt;br /&gt;
Zurück im Hotel Mittagsschlaf. Ein Mann unternimmt den aberwitzigen Versuch, in dem winzigen Pool zu schwimmen, was den Hof mit patschenden Geräuschen erfüllt und ihn mehr mit Wenden beschäftigt als mit allem anderen.&lt;br /&gt;
E-Post, wie erwartet kommen von Georg wieder Beleidigungen, aber hier mal der ganze E-Mail-Wechsel:&lt;br /&gt;
Hallo Falko, &lt;br /&gt;
leider hast du auf unsere Email vom 12.4. nicht reagiert, auch ist kein Geld von Dir auf meinem Konto angekommen. &lt;br /&gt;
Ich werde mich nun mit Kaffe Burger in Verbindung setzen und am Mittwoch dann zur Polizei gehen und den Diebstahl anzeigen. &lt;br /&gt;
Ich wuerde mich aber sehr freuen, wenn wir eine andere Loesung finden wuerden. &lt;br /&gt;
Beste Gruesse,&lt;br /&gt;
Georg&lt;br /&gt;
Meine Antwort:&lt;br /&gt;
Georg, &lt;br /&gt;
wie ich geschrieben habe gilt unsere Vereinbarung. Da ich auf Vortragsreise in Afrika bin kann ich das Geld nicht ueberweisen, bevor ich zurueck bin. Das wird am 25. Juni sein. Ich kann Dich nicht daran hindern zur Polizei zu gehen, aber Dein Geld bekommst Du dadurch nicht schneller, selbst wenn ein internationaler Haftbefehl ausgestellt wird und ich hier in Tansania geschnappt werde. &lt;br /&gt;
Dieses ganze Polizei-Gedrohe geht mir ziemlich auf den Senkel, als ob ich Eure 50 Euro rauben wollte. Ich habe es Frank an dem Abend gesagt, dass unsere Vereinbarung gilt, ich habe es geschrieben und schreibe es Dir nochmal. Ich habe im Schaugeschaeft schon vieles erlebt, aber so etwas noch nicht. &lt;br /&gt;
Antwort von Georg:&lt;br /&gt;
Hallo Falko,&lt;br /&gt;
Deine Mail ist eine Unverschämtheit. Woher bitte sollen wir denn wissen,&lt;br /&gt;
dass Du in Afrika steckst und außerdem können Überweisungen ja schon seit&lt;br /&gt;
geraumer Zeit via Internet vorgenommen werden. Du hättest uns ja vielleicht&lt;br /&gt;
mal eine Mail schicken können, um uns zu informieren, dass Du Dich mit der&lt;br /&gt;
Rückgabe des Geldes verspätest.&lt;br /&gt;
Ich bin wirklich sauer. Glaub mir wir haben wirklich keine Lust uns noch&lt;br /&gt;
stundenlang mit dieser Angelegenheit zu beschäftigen.&lt;br /&gt;
Außerdem waren an diesem Abend wirklich sehr interessante Leute da und&lt;br /&gt;
anstatt das ich mich mit ihnen unterhalten konnte, musste ich mit Dir und&lt;br /&gt;
Euch um die Abendkasse und unsere sehr konkrete Vereinbarung streiten, an&lt;br /&gt;
die Du Dich nicht erinnern wolltest. Da kann ich nur sagen, dass ich so&lt;br /&gt;
etwas wirklich noch nie erlebt habe.&lt;br /&gt;
Georg&lt;br /&gt;
Antworte: Unverschaemtheit, ich weiss nicht. Was ich weiss ist, dass der Ton die Musik macht und Deiner ist schwer zu ertragen, an dem Abend so beleidigend wie jetzt wieder und ich bin der Sache ueberdruessig. Ich bin andere Umgangsformen gewoehnt und kann diese Keiferei nicht ab. Da dieser Abend durch sein Nachspiel die unangenehmste Veranstaltung wurde, an die ich mich seit langem erinnern kann, moechte ich es bei dem Schluss-Strich belassen, den wir mit der Ueberweisung der 50 Euro vereinbart haben, von unterwegs kann ich die Transaktion nicht veranlassen, wenn ich zurueck bin, werde ich sie erledigen.</description>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Hennig</dc:rights>
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